Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Sara Paborn

Beim Morden bitte langsam vorgehen

Roman

Taschenbuch
10,00 [D] inkl. MwSt.
10,30 [A] | CHF 14,50 * (* empf. VK-Preis)
Benachrichtigungen aktiviert

In der Buchhandlung oder hier bestellen

»Mittlerweile liegt das Ganze sechs Jahre zurück und noch ist mir niemand auf die Schliche gekommen ...«

Nach 39 Ehejahren voller Sticheleien hat Irene endgültig genug von ihrem Mann. Als sie eines Tages in einer alten Schachtel Bleibänder zum Beschweren von Vorhängen findet, kommt ihr die beste Idee ihres Lebens: Aus der immer so netten Bibliothekarin wird eine gerissene Hobbychemikerin, die ihre bisher von Braten- und Kuchenduft erfüllte Küche in ein Labor verwandelt. Dort bereitet sie Bleizucker zu. Geduldig rührt sie ihrem Mann täglich ein Löffelchen in den Kaffee. Bei den wirklich wichtigen Dingen muss man langsam vorgehen ...


ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
Originaltitel: Blybröllop
Originalverlag: Brombergs, Stockholm 2017
Taschenbuch, Broschur, 272 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10439-1
Erschienen am  08. July 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Späte Rache

Von: schmoekerstunde

14.01.2022

Eine Geschichte über den zersetzenden Prozess einer Liebe. Es wird mit wirklich schwarzem Humor erzählt, wie aus Liebe Hass werden kann und über die Abrechnung jahrelanger Demütigungen. Faszinierend geschrieben, unterhaltsam und manchmal richtig komisch. Faszinierend fand ich die Kaltblütigkeit, mit der die Protagonistin vorgeht. Man erfährt in Rückblicken über die Demütigungen, den langsamen Verlust der Liebe und den aufkeimenden Hass. Mir ist nicht klar, warum die Protagonistin in den ganzen Jahren keinen anderen Ausweg in Betracht gezogen hat. Freunde des bitterbösen schwarzen Humors kommen hier auf ihre Kosten.

Lesen Sie weiter

Vergiften für Verheiratete

Von: Atalante

28.08.2018

Ein effektives Mittel gegen den Horst in deinem Bett liefert Sara Paborn in „Beim Morden bitte langsam vorgehen“ „Gift. Im Schwedischen hat das Wort zwei sehr verschiedene Bedeutungen. Gibt es eigentlich irgendeine andere Sprache, in der das Wort für Ehe dasselbe ist wie das für einen gesundheitsschädlichen bis tödlichen Stoff?“ Auf der Suche nach einer Sommerlektüre, einem Antidot gegen nächtliche Gluthitze, stieß ich auf das neueste Werk der schwedischen Autorin Sara Paborn. Im Original trägt es den Titel Blybröllop, Bleihochzeit, die wackere Traditionalisten nach 43 Jahren Ehe feiern. In der Übersetzung wurde daraus eine Anweisung wie aus dem Kochbuch „Beim Morden bitte langsam vorgehen“. Die Leserin ahnt, woran sie ist, denkt an „Arsen mit Spitzenhäubchen“ oder an jene findige Dame, die unliebsames Verhalten stets mit Blaubeerpudding belohnte. Erst viele Jahre und etliche Ehemänner später wurde die durchschlagende Kraft ihres Desserts entdeckt und Blaubeer-Mariechen fand ihren Platz in der Liste legendärer Mörderinnen. Paborns Blei-Ilse hingegen kann nur ein singuläres Ergebnis vorweisen, doch ihre Methode birgt großes Potential. Eine ausführliche Anleitung liefert die Heldin jedenfalls in ihrem Memoir, das sie sechs Jahre nach der Tat hinterlässt. Ein Geständnis, das nie in die Hände der Kinder fallen wird, denn Ilse lebt nach dem Gattenmord inkognito und in Frieden. Es mag anderen zu Nutzen sein, zum Beispiel ihren zahlreichen Leserinnen. Ein Interesse an Naturwissenschaft ist bei der Lektüre nützlich, - es reicht auch die Erinnerung an einen Chemie-Baukasten, der einer bigotten Chemie-Lehrerin zum Trotz, die Lust auf Qualm und Gestank entfachte – denn Ilse berichtet en détail, wie man aus den Bleibeschwerern des Gardinenbands eine veritable Waffe fabriziert. Aus der per Fernleihe georderten toxikologischen Literatur erfährt sie, daß eine Bleivergiftung schwer nachweisbar ist, und wie man Bleizucker herstellt. Diesen serviert sie Horst zum Kaffee. Ilse berichtet nicht nur von der Tat und ihrem Motiv, in Rückblicken schildert sie auch ihre Leidenschaften. Dazu zählen Bücher, die sie zum Beruf der Bibliothekarin brachten. Anspruchsvolle Literatur liegt ihr am Herzen. Während sie zu Hause ihren Haustyrannen erduldet, entledigt sie sich in der Bibliothek von allem, was sie „persönlich für minderwertig erachtete, z.B. Ayla und der Clan der Bären“ oder hinterlässt auf dem Vorsatzblatt einen deutlichen Hinweis. Horst liest noch nicht mal Minderwertiges, sein Hang gilt der Installation perfekter Audioanlagen. Eine solche errichtet er peu à peu auf dem Dachboden und vernichtet so Ilses Lesezimmer. Ihr bleibt für Bücher und Sessel nur noch der Keller. Sie wartet lange bevor sie sich gegen den selbstherrlichen Langweiler zur Wehr setzt, wie sie angesichts der zahlreichen Widerwärtigkeiten erstaunt feststellt. Doch jetzt, „regen sich die alten Erinnerungen wie aufgeweckte Urzeittiere. So vieles, was ich im Laufe der Jahre verdrängt hatte, kommt zurück“. In diesen Sequenzen wird der Racheroman zur psychologischen Ehestudie, der ernste und tiefgründige Aussagen folgen. Im Vordergrund steht jedoch der schwarze Humor, mit dessen Hilfe Ilse ihrem Hans kaltblütig an den Kragen geht. Mehr als einmal tat mir das Opfer sogar leid,. Gewürzt ist das unterhaltsame Mordrezept mit jeder Menge Witz, den Wibke Kuhn treffend ins Deutsche übertragen hat. „Jeder Mensch hat seine Resonanz, dachte ich. Und die klingt noch lange nach, auch wenn der Mensch schon längst weg ist. Ich war schon in der Küche, als ich den dumpfen Aufprall hörte. Ich lief auf den Flur, um nachzusehen, was passiert war. Horst lag am Fuß der Treppe, in einem seltsamen Winkel verdreht.“

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Sara Paborn, 1972 geboren, war früher in der Werbebranche tätig und lebt heute als Autorin in Stockholm. 2009 veröffentlichte sie ihr Debüt. »Beim Morden bitte langsam vorgehen« ist ihr vierter Roman, mit dem Sara Paborn erstmals auf Deutsch zu entdecken ist.

Zur Autor*innenseite

Wibke Kuhn

Wibke Kuhn, Jahrgang 1972, arbeitete nach dem Studium der Skandinavistik und Italianistik zunächst im Verlag. 2004 machte sie sich als Übersetzerin selbstständig. Sie überträgt skandinavische, englischsprachige und niederländische Romane und Sachbücher ins Deutsche (u. a. Stieg Larsson, Hendrik Groen und Nell Leyshon) und lebt in München.

Zur Übersetzer*innenseite

Weitere Bücher der Autorin