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Rezensionen zu
Echo

Thomas Olde Heuvelt

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Titel: Echo Autor: Thomas Olde Heuvelt Verlag: Heyne Seitenanzahl: 720 Seiten Vielen lieben Dank an den Heyne Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar. Inhalt/Klappentext: Eigentlich sollte es eine ganz gewöhnliche Bergtour werden, als Nick mit seinem Kumpel Augustin zu einer Kletterpartie in den Schweizer Alpen aufbricht. Doch dann kommt es unterwegs zu einem tragischen Unfall: Augustin stürzt in eine Gletscherspalte, Nick wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert – er wird für immer entstellt sein. Sam, Nicks Lebensgefährte, ist zunächst nur froh, dass sein Freund überlebt hat, aber dann passieren immer mysteriösere Dinge in Nicks Umfeld. Auch Nick selbst verhält sich immer seltsamer, und schon bald wird Sam klar, dass Nick etwas aus den Bergen mitgebracht hat. Etwas Böses ... Mein Fazit: Nachdem ich den Klappentext des Buches gelesen hatte, war klar, dass ich diesen Thriller lesen muss. Trotz seines Umfangs von über 700 Seiten, lies sich dieses Buch wirklich sehr angenehm lesen und ich kam relativ schnell voran. Der Schreibstil des Autors ist leicht und flüssig zu lesen. Die düstere und bedrückende Stimmung der Handlung setzt der Autor gekonnt um. Durch den sehr bildhaften Schreibstil kann man sich das beklemmende Setting in den Bergen richtig gut vorstellen. Durch die gruseligen und teils brutalen Szenen wird dem Ganzen natürlich noch das gewisse Etwas verliehen. Die beiden Protagonisten Nick und Sam fand ich sehr interessant, wobei mir Nick noch ein Tick sympathischer war. Die Geschichte wird im Wechsel aus den Perspektiven der beiden erzählt. So konnte man sich noch etwas besser in die Geschichte hineinversetzen. Insgesamt war der Verlauf der Geschichte überwiegend spannend. Jedoch gab es auch so einige Längen in der Geschichte, die dann auch kurz meinen Lesefluss etwas unterbrochen haben. Aber auch diese kleinen Hürden waren dann immer schnell überwunden und es ging genauso spannend weiter wie zuvor. "Echo" ist auf jeden Fall kein Buch für zwischendurch. Man sollte sich für diese Geschichte wirklich viel Zeit nehmen. Auch ist dieses Buch nichts für schwache Nerven. Das Buch enthält viele mysteriöse, gruselige und brutale Elemente, die vielleicht für jeden etwas sind. Mich dagegen hat dieses Buch wirklich sehr gut unterhalten und es war ein abwechslungsreiches Grusel-Thriller Abenteuer. Daher vergebe ich 4 von 5 Sterne!

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Auf der suche nach einem Buch mit Horrorelementen der spannend und nach etwas Neuem klingt, habe ich dieses geniale Cover entdeckt. Als ich dann den Klappentext gelesen hatte, da war die Entscheidung bei mir gefallen. Da ich so gut wie jedes Jahr in Österreich Urlaub mache, bin ich natürlich ein kleiner Bergfan und daher war für mich die Kulisse unheimlich spannend. Durch den bildhaften und detailreichen Schreibstil konnte ich mir die Kulisse und auch die einzelnen Schauplätze extrem gut vorstellen. Der Schreibstil von Thomas Olde Heuvelt ist einzigartig, weil er eine besondere Art hat die Umgebungen und Situationen zu beschreiben. Der Schreibstil ist flüssig, locker und treffend. Teilweise sind die Sätze ziemlich langgezogen und detailliert, daher darf man sich beim Lesen nicht ablenken lassen und mich sich konzentrieren. Andererseits hilft uns die Genauigkeit die Gänsehaut zu empfinden, wenn man Stück für Stück erfährt was Nick in den Bergen erlebt haben muss. Die Atmosphäre im Buch ist eher düster, dunkel und geheimnisvoll. Das Buch hat auch einige Horrorelemente was mich persönlich erschaudern ließ und meine Nerven echt strapaziert haben – Für schwache Nerven ist es definitiv nicht geeignet. Während der ganzen Geschichte hatte ich ein beklemmendes Gefühl und ein zwicken im Magen, weil es wirklich sehr detailliert ist und teilweise brutal und gruselig, aber irgendwie genauso faszinierend und verstörend. Von der Story kann ich nicht viel erzählen, weil ihr diese selbst erleben müsst um zu verstehen … Am Ende fügt sich alles zusammen wie ein riesiges Puzzle und lässt einen nur staunen und zittern. Fazit Thomas Olde Heuvelt hat mit “Echo” einen einzigartigen, vielschichtigen und nervenaufreibenden Roman gezaubert, der mir das Blut in den Adern teilweise gefrieren lassen hat. Die Horrorelemente sind brutal und detailliert, aber die Storyline ist sehr spannend umgesetzt worden und fügt sich gerade zum Ende zu einem riesigen Puzzle zusammen. Für kleine Angsthasen ist dieses Buch jedenfalls nicht, aber für Abenteurer die gerne mal etwas brutaleres lesen genau das richtige.

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Als Sam in der Schweiz eintrifft, sieht er sich einer schweren Zukunft gegenüber: Sein Freund Nick liegt nach einem Bergunglück mit einer grauenvollen Gesichtsverletzung im Krankenhaus. Er ist vollkommen entstellt, er kann nicht verbal kommunizieren und Sam fühlt sich absolut von der Situation überfordert. Und flieht nach Amerika. Doch Nick ist seine große Liebe und nach einer Email, in der Nick – verständnisvoll für Sams Reaktion – von den Geschehnissen des Unglücks schildert, bei dem sein Bergsteigerkollege Augustin ums Leben kam, kehrt Sam zurück zu Nick und gemeinsam stellen sie sich der Zukunft. Und dem, was Nick aus den Bergen mitgebracht hat. Thomas Olde Heuvelt ist großartig. So viel sei gesagt, denn ich glaube, ich habe selten so gefroren beim Lesen eines Buchs. Der Schreibstil ist toll, abwechslungsreich und die Stimme jeder Figur perfekt eingefangen. Man weiß sofort, wer erzählt: der flippige Sam oder der ernste Nick. Toll und Heuvelt hat sich hiermit einen festen Platz bei meinen Lieblingsautoren gesichert. Ich hoffe sehr, dass auch seine früheren Bücher (angeblich gibt es derer noch fünf) irgendwann übersetzt werden. Die Geschichte wird größten Teils von Sam erzählt, der sich der schwierigen Situation ausgeliefert sieht, seinen Freund zu unterstützen und gleichzeitig keine Angst vor ihm zu haben. Denn Nick kehrte nicht unverändert aus den Bergen zurück. Und das ist nicht nur seiner schweren und seltsamen Verletzung geschuldet. Es scheint, als sei er von etwas Übernatürlichem besessen und sein Verhalten wechselt zwischen dem alten Nick und jemand anderem, den Sam nicht erkennt. Gleichzeitig erfahren wir abschnittsweise aus Nicks Schilderung, was ihm und seinem Freund Augustin in den Bergen zugestoßen ist. Und diese Schilderungen waren so eindringlich, dass es mich nicht überrascht hat am Ende davon zu lesen, dass Thomas Olde Heuvelt selbst ein passionierter Bergsteiger ist. Man könnte anmerken, dass der Gruselfaktor gering ist. Es ist creepy, wie Sam sagen würde, jedoch nicht wirklich scary. Aber es ist absolut authentisch und spannend erzählt und Heuvelt ist ein Autor, der eindeutig zu den besten des Genres gehört. Die Figuren sind wunderbar real, liebenswert und Leute … die Atmosphäre ist großartig.

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Bereits „HEX" von Thomas Olde Heuvelt hatte mir unglaublich gut gefallen. Deshalb war ich sehr auf sein neues Werk gespannt. „Echo" ist mit seinen 716 Seiten ein echter Brocken. Doch ehrlich gesagt störte mich das überhaupt nicht. Der Einstieg ins Buch fiel mir sehr leicht. Schon der Prolog bescherte mir eine Wahnsinns Gänsehaut. Man wird quasi mitten in die Geschichte geworfen. Das Grauen und der Schrecken waren auf Anhieb deutlich zu spüren. Das Ganze packte mich und ließ mich nicht los. Ich muss allerdings auch betonen, dass dieses Buch sehr komplex ist. Die Handlung, die Charaktere einfach alles. Dieses Buch kann man nicht schnell nebenher lesen. Auf dieses Buch muss man sich konzentrieren. Ich gehe sogar soweit und sage für dieses Buch muss man sich öffnen. Wenn man beides tut dann erhält man einen atemberaubenden Horrorroman. Dieses Buch hat mich völlig mitgerissen. Es hat mich unglaublich bewegt und berührt. Auf der anderen Seite gefror mir das Blut in den Adern. Alle Charaktere wurden authentisch und greifbar gezeichnet. Ich habe jeden einzelnen in mein Herz geschlossen. Aber Nick und Sam sind mir besonders ans Herz gewachsen. Oftmals stellte ich mir die Frage ob ich selbst dem Wahnsinn Nahe bin. Ist es wirklich der Berg? Oder vielleicht doch nicht. Die Handlung war unglaublich spannend und fesselnd. Ich konnte mich dem Sog der Geschichte nicht entziehen. Die Ereignisse überschlugen sich und Ich traute mich kaum Luft zu holen. Das Ende gleicht einem finalen Showdown! Es war der absolute Wahnsinn und es passte perfekt zur Geschichte. Dieses Buch werde ich nicht mehr vergessen. Und ich hoffe auf weitere Werke des Autoren! Klare Leseempfehlung! Fazit: Mit „Echo" gelingt Thomas Olde Heuvelt ein gigantischer Horrorroman der dich packt und nicht mehr los lässt! Bitte mehr davon!

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Echo von @thomasoldeheuvelt wurde mir als Rezensionsexemplar vom @bloggerportal und dem @heyne.verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür ☺️ Echo war das erste Buch des Autors, welches ich gelesen habe und wurde keine Sekunde enttäuscht. Das Buch beginnt bereits sehr stark und hat mich sofort auf den ersten Seiten mit seiner bedrückenden und recht gruseligen Atmosphäre in seinen Bann gezogen, sodass ich das Buch nur schwerlich aus der Hand legen konnte. Aber worum geht es? Wir begleiten in dieser Geschichte den jungen Bergsteiger Nick auf eine gemeinsame Reise mit Augustin in die Schweizer Alpen. Dort entdecken sie den Maudit, den sie kurzerhand erklimmen wollen, da über diesen Berg nahezu nichts bekannt zu sein scheint. Bald stellt sich allerdings heraus, dass es sich hierbei wohl um den größten Fehler ihres Lebens handelt.... Viel kann man über diese Geschichte nicht sagen, da immer etwas neues passiert, was man am besten selbst entdecken muss. Man begleitet Nick durch seine eigene, persönliche Hölle, nachdem er schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert wurde und seinen Lebensgefährten Sam, der auf seine ganz eigene Art mit der ganzen Situation fertig wird. Wir erleben dieses Buch aus mehreren Sichtweisen, erleben das Geschehene aus Nicks Aufzeichnungen, bekommen durch Sams Aufzeichnungen einen Einblick in seine Sichtweise und bekommen immer mehr Informationen, die es erst einmal zu verdauen gilt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, hatte ich doch selbst das Gefühl mich in einem Sog zu befinden und dieses Buch nicht aus der Hand legen zu können. Der flüssige Schreibstil hat dazu geführt, dass sich die Geschichte schnell entdecken lässt und man nicht ins Stocken gerät. Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die sich gern einer Geschichte mit einer einmaligen Atmosphäre hingeben wollen. 🌟🌟🌟🌟,5/5

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Nick geht gern auf Bergtouren, Sam kann damit nichts anfangen. Als Nick mal wieder mit seinem Kletterpartner auf Tour geht, geschieht das Unfassbare. Es gibt einen Unfall. Augustin stürzt in eine Gletscherspalte und Nick trifft ein Felsen. Er überlebt nur knapp und ist ab sofort im Gesicht entstellt. Sam tut sich schwer mit Nick und seinem neuen Aussehen. Er muss erst einmal Abstand halten. Nick muss erst einmal im Krankenhaus gesund werden. Doch so einfach ist das alles nicht. „Echo – HB“ ist ein Psycho-Thriller aus der Feder des Autors Thomas Olde Heuvelt. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Der Sprecher Matthias Lühn hat eine gute Arbeit geleistet. Ich habe ihm gerne gelauscht und an ihm hat der Abbruch des Buches auch nicht gelegen. Die Inhaltsangabe hört sich wirklich spannend und mysteriös an. Ja, was ist das mysteriöse Böse, dass da mitgekommen ist. Und überhaupt, so spannend. Ja, da wäre ich froh gewesen. Leider bekommt man eigentlich im Prolog schon auf die Festplatte gedrückt, was dieses Geheimnis soweit ist. Gut, also war das Buch eigentlich nach guten 8 Minuten für mich schon erledigt. Meine Frage, warum muss man so ein Geheimnis schon am Anfang eines solchen Romans erzählen? Warum sollte ich dann noch den Rest des Buches lesen oder hören wollen? Das Hörbuch hat, ich glaube es waren 465 Kapitel. Bis zu Kapitel 108 bin ich gekommen. Und bis dahin habe ich mich schon durchgequält. Wird erzählt, wie die Tour auf dem Berg war? Nein. Nick liegt direkt am Anfang schon im Krankenhaus. Gut, später schreibt Nick Tagebuch und man wird etwas eingeweiht. Aber spannend ist da auch etwas anderes. Dafür wird man Tonnenweise mit englischen Wörtern überschüttet. Ständig, immer, gefühlt in jedem Satz. Ist das neu? Ist das hip? Muss das jetzt so sein? Ich weiß es nicht, aber es nervt ungemein. Und das dreimal, wenn man es in einem Hörbuch hört und noch am überlegen ist, was gemeint ist und der Sprecher schon vier Sätze weiter ist. Ansonsten? Sam distanziert sich von Nick. Dafür fällt er durch Bars und sabbert an anderen Männern herum. Dabei hat er Nick noch nicht einmal ohne Verband gesehen. Ja, er hat wohl Narben im Gesicht, ja und? Da kann ja nicht viel Liebe sein, wenn das schon stört. Ja, er steht halt eben auf gutes Aussehen. Nein, Sam ist schon mal total unsympathisch. Nick ist jetzt auch nicht gerade der sympathische Typ, geschweige denn eine andere Person in dem Buch. Kurz gesagt, Plot am Anfang soweit aufgelöst, dann ganz viel Langeweile, Geschichten aus der Kindheit und viel zu viele Worte, die man unbedingt auf Englisch sagen musste. Gähn. Ich konnte mit dem Hörbuch wirklich nichts anfangen. Sorry.

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Eiskalt, unheimlich, anders!

Von: myautumnofbooks

11.12.2021

Vorsicht, Spoiler! Eiskalt, unheimlich, anders - diese drei Schlagwörter kommen mir in den Sinn wenn ich an mein Leseerlebnis bei „Echo“ denke. Eine eiskalte Geschichte, in der man zudem viel über das Bergsteigen und dessen Gefahren lernt und damit - zumindest ich - komplett neues Terrain betritt. Die Faszination für majestätische Landschaften und ewiges Eis kommen hier deutlich zum Tragen und fesselten mich. Unheimlich. Unheimliche Geschehnisse, die mich wirklich erschaudern ließen! Dieses Buch hat was Gruselmomente anbelangt echt was zu bieten. Gerade der Prolog könnte aus einem meiner schlimmsten Albträume entsprungen sein: TW für alle, die sich schnell gruseln lassen 👻 Anders. Anders in dem Sinne, dass wir es hier vor allem bei Sam Avery, Nicks Lebensgefährten, mit einem sehr speziellen Charakter zu tun haben, der eigentlich niemals, egal wie schlimm alles erscheint, seinen Humor verliert und dauernd, wirklich DAUERND Anglizismen benutzt - das war teilweise für mich wirklich nervig. Es brachte mich aber auch zum Schmunzeln: „Und ich schrie: „Flieht ihr Narren!“ Ich, total Gandalf.“ (S. 687) Die Beziehung zwischen Nick und Sam, die unheimlichen Ausführungen zu Nicks Tagebucheinträgen aus dem Eis als auch die Mysterien hinter Nicks Verwandlung, die Sam zu ergründen versucht: Was Heuvelts Buch für mich so einzigartig macht, ist seine Art zu schreiben. Er kann unfassbar gut Spannung aufbauen und das auch (größtenteils) halten, über 700 Seiten hinweg. ‚Echo’ ist für mich mit einer Mischung aus Horror, fantastischen Elementen (à la Prometheus) und einer ordentlichen Portion Humor gut gelungen.

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"Echo" ist ein ganz besonderer Horrorroman – ungewöhnlicher, innovativer und kreativer, als erwartet, aber für typische Horrorfans vielleicht etwas zu langatmig. Gerade im Mittelteil beschreibt Heuvelt sehr bildgewaltig und sprachlich opulent durch die Augen von Nick die Obsession des Alpinisten. Wenn der Niederländer die Anziehungskraft eines „neuen“ Berges beschreibt, das Gefühl, gemeinsam mit den anderen am Gipfel zu stehen, sich durch die anbrechende Dämmerung müde den Berg hinunterzukämpfen oder mit plötzlich hereinbrechenden Unwettern konfrontiert zu werden, dann ist man als Hörer hautnah dabei. Heuvelt erzählt in "Echo" von Bergen, die eine Seele haben, beschreibt die Bergbesteigung als Kampf gegen den Berg, die für unseren Protagonisten und seinen verstorbenen Freund teilweise schon etwas Sexuelles hat. "Echo" spiegelt anschaulich die Passion der Bergsteiger für die (Schweizer) Berge – für schwer zugängliche Höhen, die wie Sirenen nach den Extremsportlern rufen, die sich deren Gesang nicht mehr entziehen können, wenn sie ihn einmal vernommen haben. Hochleistungssportler, die die Herausforderung suchen und dabei auch ihr Leben riskieren – zumindest oftmals in den Augen ihrer Lieben, die diese Leidenschaft nicht teilen. Die Geschichte selbst beginnt am Berg Maudit im Kanton Wallis, am 8. August 2018: Der Niederländer Nick erleidet beim Klettern in den Schweizer Bergen einen Unfall. Nicht nur diverse Knochenbrüche trägt er davon, auch sein Gesicht wird entsetzlich entstellt. Doch sein Kletterpartner Augustin bezahlt das Unglück sogar mit dem Leben und endet in einer Gletscherspalte. Aber schon kurz nach dem Unglück gibt Nick seinem amerikanischen Freund Sam zu verstehen, dass es gar kein Unfall war. Zunächst nimmt Sam an, dass Augustin Nick aus irgendeinem Grund nach dem Leben getrachtet und dieser ihn in Notwehr umgebracht hat. Doch rasch erkennt er, dass die Ursache für den Unfall und die Verletzungen vielleicht eine andere ist, schlimmer ist: Warum rennt eine Krankenschwester schreiend weg, als sie Nick ohne Verbände sieht? Warum sterben im gleichen Krankenhaus in einer Nacht 32 Patienten auf mysteriöse Weise? Warum begehen diverse Personen, die Kontakt mit Nick haben, Tage oder Wochen später Selbstmord oder sterben auf andere Weise? Und ist der Nick, der aus dem Krankenhaus entlassen wird, wirklich Sams Nick? Hat der Unfall etwas Dunkles in ihm geweckt, das schon immer da war, aber jetzt aus Tageslicht tritt? Oder ist da etwas in Nick, das dieser vom Berg mit heruntergebracht hat und das jetzt langsam die Herrschaft über ihn übernimmt und eine Gefahr für Sam und alle darstellt, die mit ihnen in Kontakt kommen? Oder ist die Antwort viel einfacher: Leidet Nick unter den psychischen Nachwirkungen des Unfalls und seiner Entstellung (Psychose)? Auf der Suche nach einer Erklärung für die Geschehnisse begeben sich Nick und Sam wieder in die Schweiz, in ein kleines Dorf an Fuß des Maudit. Doch dort stoßen sie nicht nur auf Feindseligkeit, sondern auch auf noch mehr Rätsel: alte Menschen, die sich als Sühneopfer in die Berge begeben, unsterbliche Alpenkrähen, die – so der lokale Mythos – die Seelen der Verstorbenen in sich tragen, schemenhafte Gestalten ohne Augen und stürmische Nächte, in denen das Echo die Menschen heimsucht – die Stimmen der Elenden, des Bösen, das übrig bleibt, wenn das Gute, die Seele, den Körper der Menschen verlassen hat, die auf dem Berg ums Leben gekommen sind. Die Hinweise verdichten sich, dass tatsächlich etwas Übernatürliches, Nichtmenschliches, Böses seine Hand im Spiel hat – und nicht nur den Figuren des Romans den Schlaf raubt, sondern auch dem Hörer, der der Geschichte lieber nicht im Dunkel einer einsamen Wohnung lauschen sollte. Der Hörer/Leser folgt dieser Geschichte durch Tagebucheinträge, Kurznachrichten und Mails der beiden Protagonisten, des Niederländers Nick und seines amerikanischen Freundes Sam. Nick ist ein gutausehender Mann Mitte zwanzig, der in Amsterdam lebt und für Lonely Planet auf Reisen geht. Seit einigen Jahren ist er mit dem Amerikanischer Sam zusammen, einem Party-Boy mit einer Schwäche für Luxus und gutgebaute Schönlinge. Dieser steht unerwartet vor einer Lebensentscheidung: Was ist, wenn es für ihn nach der schrecklichen Entstellung seines Freundes nicht nur um die Frage geht, ob er die Beziehung auch jetzt noch aufrecht erhalten will, wenn sein Partner nicht länger wunderschön ist? Nein, er ist auch mit der Frage konfrontiert: Was ist, wenn der Mann in dem Krankenhausbett zwar wie sein Freund aussieht, aber jemand anderes, etwas anderes ist? Er versichert Sam zwar heute noch seiner großen Liebe, ergreift aber morgen schon die Flucht, als es hart auf hart kommt. Doch getrieben von Schuldgefühlen und seiner Liebe zu Nick, kehrt er an dessen Seite zurück. Es fällt streckenweise schwer, Sam sympathisch zu finden, was für mich auf dessen ständige Überlegungen zu gutgebauten Kerlen zurückzuführen ist und zu seinem etwas seltsamen Verhältnis zum Prometheus-Mythos, seinem ersten Man Crush. Er hat eine Schwäche für Bondage und in gewisser Hinsicht manifestieren Elemente des Prometheus-Mythos sich nach Nicks Unfall in seinem Leben. Etwas … schräg, aber im Gesamtkonzept der Geschichte durchaus schlüssig. Im Gegensatz zu Nick hasst Sam die Berge, was auf einen schrecklichen Brand in seiner Kindheit zurückzuführen ist, als er gemeinsam mit seiner Schwester Julia Urlaub in der Berghütte seiner Großeltern machte und nachts mit den Kohlen des Kamins spielte … Schwerverletzt musste der Großvater seine Frau und die beiden Kinder auf einem Schlitten ins Tal hinabbringen, was bei Sam eine Abneigung gegen Berge, gegen die Kälte, gegen Feuer und Dunkelheit geweckt hat. Den einzelnen Abschnitten/Kapiteln des Buches gehen dabei Zitate von Nietzsche, Stephen King, Bram Stoker, H. G. Wells, Ray Bradbury, H. P. Lovecraft, Mary Wollstonecraft und anderen voran – großen Klassikern der Horrorliteratur –, was die Richtung des Buches vorgibt. Interessanterweise gibt es tatsächlich einen Berg namens Maudit (was auf Deutsch „verflucht“ bzw. „verdammt“ bedeutet und für jeden interessierten Bergsteiger ein großes Warnzeichen sein sollte), der sich aber offenbar nicht dort befindet, wo er vom Autor angesiedelt wird. Der Maudit des Romans ist vom Teufel verflucht, so jedenfalls der örtliche Mythos, und liegt im „Tal der Echos“. Ein Tal bzw. ein Berg, die in keinem Bergführer festgehalten sind, die weder Bergführer noch Bergretter betreten und die die Bewohner der Gegend mit künstlichen und natürlichen Hindernissen versperren, damit sich niemand dorthin begibt. Ein Kritikpunkt darf auch nicht fehlen: Heuvelt verzichtet auf „erzählte“, „erwiderte“, „entgegnete“ und ähnliche Verben und beschränkt sich auf „sagte“, was in einigen Passagen aufgrund der Häufung ausgesprochen nervtötend ist. Ähnlich nervtötend sind die ständig eingeworfenen Anglizismen in deutschsprachigen Sätzen: fuck, bro, stud, trippy, twisted, no match, bitch’n hot tinder date, picturen, redemption cuteness overload, abs: check – packs: check … Da diese aber dazu dienen, Sams oberflächlichen Charakter zu beschreiben und seine besonderen Interessen, kann man über diese irgendwann hinwegsehen. Über das Hörbuch Das Hörbuch zu "Echo" wird von Matthias Lühn gelesen. Die Geschichte liest er sehr anschaulich – er schlüpft regelrecht in die einzelnen Figuren und nimmt den Hörer bzw. die Hörerin in das Grauen der Handlung regelrecht mit hinein. Mein Fazit: Ein ungewöhnlicher, aber sehr kreativer und innovativer Roman, der sich im Grunde nicht in ein Genre stecken lässt. Horror, Mystery, Drama, Liebesgeschichte – hier ist alles dabei. Allerdings verlangt er dem Leser bzw Hörer eine Menge Geduld ab, da der Autor sich sehr viel Zeit nimmt, um seine symbolhafte Geschichte zu erzählen – und das weder in chronologischer Reihenfolge noch aus nur einem Blickwinkel – und sowohl die Horrorelemente als auch die Bergsteigerelemente in allen Details auszugestalten.

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