Die Legende der Adlerkrieger

Roman

Paperback
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Kurz bevor sie von den Soldaten des Jin-Reiches getötet werden, schließen die beiden Kung-Fu-Kämpfer Guo Xiaotian und Yang Tiexin einen Pakt: Auf immer sollen ihre beiden noch ungeborenen Kinder einander in Treue verbunden sein. Während der Weg des Schicksals Yangs schwangere Frau an den Hof des Jin-Prinzen führt, verschlägt es Guos Frau in die weiten Steppen der Mongolei. Dort bringt sie ihren Sohn Guo Jing zur Welt, und die beiden finden Unterschlupf beim Clan des aufstrebenden Mongolenfürsten Dschingis Khan. Bald wird Guo Jing von den Sieben Sonderlingen des Südens, den herausragendsten Kung-Fu-Meistern, zum Kämpfer ausgebildet. Und schon bald findet sich der tapfere und gutherzige junge Krieger inmitten eines gewaltigen Abenteuers wieder, bei dem es um nichts Geringeres geht als das Schicksal Chinas selbst. Noch ahnt Guo Jing nicht, dass sein mächtigster Gegenspieler der von seinem verstorbenen Vater auserkorene Schwurbruder Yang sein wird ...

»In dieser Handlung steckt so viel Archetypisches, dass man an ihr mehr lernt als in vielen Geschichtsbüchern.«

Die Welt,Maximilian Kalkhof (19. Dezember 2020)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Chinesischen von Karin Betz
Originaltitel: A Hero Born (Shediao Yingxiong Zhuan 1) - The Legends of the Condor Heroes Series Book 1
Paperback , Klappenbroschur, 576 Seiten, 13,5 x 20,6 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-453-31990-5
Erschienen am  12. Oktober 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Die Legende der Adlerkrieger

Rezensionen

Orell Füssli Thalia AG

Von: Carmen Bleiker aus Zürich

19.02.2021

Endlich komme ich dazu, Ihnen eine Mail zu schreiben und meine Leseeindrücke von "Die Legende der Adlerkrieger" zu teilen. Dass ich es mit einem Buch zu tun hatte, das mir viel Freude bereiten würde, wurde mir bewusst, als zu Beginn die beiden Schwurbrüder Guo Xiaotian und Yang Tiexin den Geschichten von Fünfzehnten Zhang zuhören; ich hätte mich selbst gerne tatsächlich zu ihnen gesetzt und mit ihnen Reiswein getrunken - dabei mag ich Alkohol überhaupt nicht. Glücklicherweise verhält es sich ganz anders mit "Die Legende der Adlerkrieger". Sobald ich mich hinsetzte, es aufschlug und las, war ich schon ganz darin verschwunden. Jin Yongs Sprache ist fließend, einfach und doch poetisch - was wohl zuletzt auch den Gedichten zu verdanken ist. Mit der Mischung aus Ernst und unterhaltsamen Situationen erinnert es mich einerseits an Bada Shanrens "Fisch, Vogel, Fels", andrerseits an Xiao Yuncongs "Nach Hause zurückkehren oder in der Fremde wohnen ist einerlei". Guo Jing mit seiner Gutherzigkeit und Tapferkeit ist mir ans Herz gewachsen. Doch auch die anderen Charakteren sind interessant, liebreizend oder unterhaltsam, wenn nicht gleich alles zusammen. Die Dynamik zwischen ihnen erzeugt eine Spannung, die meiner Meinung nach durch das ganze Buch erhalten blieb. Hierbei handelte es sich um meine erste Lektüre eines Wuxia-Romans und die war in diesem Sinne ein großer Erfolg. Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich jetzt schon behaupte, dass es zu meinen liebsten Büchern gehört, die ich dieses Jahr gelesen habe. Was bin ich froh, dass sich Karin Betz die Mühe gemacht und die Zeit genommen hat, dieses Werk Jin Yongs zu übersetzen. Ich freue mich gewaltig auf den zweiten Teil.

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Ein einzigartiges Meisterwerk

Von: Hilal Türe / Hilou

14.02.2021

Zum Inhalt: Die Kung-Fu-Kämpfer und Schwurbrüder Guo Xiaotian und Yang Tiexin leben als Bauern getarnt mit ihren schwangeren Ehefrauen in einem Dorf im Süden Chinas, als die Soldaten des Jin-Reiches einfallen und die beiden töten. Vor ihrem Tod haben sie sich aber geschworen, dass ihre ungeborenen Kinder ebenfalls durch eine Bruderschaft miteinander verbunden sein sollen. Während Guos Frau in die mongolischen Regionen flüchtet und einen Sohn bekommt, der seinen Platz neben Dschingis Khan findet, landet Yangs Frau direkt im Palast der Jin, wo sie ebenfalls einen Sohn zur Welt bringt. Guos Sohn wird viele Jahre von den höchsten Kung-Fu-Meistern trainiert, ohne den Grund zu wissen, bis endlich der Tag gekommen ist, an dem er seine Kräfte mit einem anderen Kämpfer messen soll. Sein Gegner ist jedoch niemand Anderer als sein eigentlicher Schwurbruder von Geburt an... Meine Leseerfahrung: Es ist unglaublich, dass dieses Ende der 50er Jahre veröffentlichte Werk von Jin Yong erst jetzt seinen Weg nach Deutschland findet. Dabei ist es erstklassig und in seiner Art mit keiner anderen Fantasystory vergleichbar, und verdient daher nicht nur in der chinesischen Literatur einen Ehrenplatz. Dass es als "chinesischer Herr der Ringe" tituliert wird, finde ich aber unzureichend beschrieben. Denn es ist nicht einfach nur ein Fantasyroman. Vielmehr hat der Autor seine fiktiven Charaktere und erdachten abenteuerlichen Kampftechniken in die wahren historischen Ereignisse hineinversetzt und somit eine stimmige Kombination von Fiktion und Realität geschaffen. Kein Wunder, dass dieser Roman bereits mehrfach verfilmt wurde. Die vielen Handlungsstränge sorgen dafür,  dass durchweg eine spannende Grundstimmung vorherrscht. Fesselnd erzählt Jin Yong Geschichten in Geschichten.  Auch wenn es manchmal ausufert und der westliche Leser von den vielen Charakteren mit exotischen Namen regelrecht erschlagen wird, findet man dennoch gut in die Story. Hilfreich ist hierbei das ausführliche Personenverzeichnis zu Beginn des Buches. Ich persönlich habe davon sehr oft Gebrauch gemacht, da ich die vielen asiatischen Namen sehr schwer auseinander halten konnte. Auch die zahlreichen Titel der jeweils angewendeten Kung-Fu-Techniken, die sich rasant abwechselten, waren erst sehr gewöhnungsbedürftig. Den Lesefluss störten sie jedoch kaum. Ganz im Gegenteil, das Buch war durchweg spannend, dass ich es kaum noch aus der Hand legen konnte. Nicht nur die historische Komponente hat mir sehr gut gefallen, auch der großzügige Einblick in die Kultur Chinas, sowie die Lebensweise und Mentalität der Menschen zu dieser Zeit, und natürlich die traditionelle chinesische Kampfkunst modifiziert mit mythischen Elementen. Beeindruckend ist dabei, dass der Autor die damalige vorherrschende Frauenrolle völlig überwindet, indem er auch weibliche Charaktere als Kung-Fu-Kämpfer einsetzt. Ich war so tief in der Geschichte drin, dass ich laut aufgeschriehen habe, als das Buch abrupt endete, und das auch noch mitten in einer spannenden Handlung. Der zweite Teil folgt ab Mai und natürlich werde ich mir den nicht entgehen lassen. Fazit: Jin Yong entführt uns mit seinem Heldenepos in eine zauberhafte Welt des Kung-Fu mit facettenreichen Persönlichkeiten und einer in höchstem Maße fesselnden Handlung. Das Buch ist spannend bis zum Schluss und mit einer unwillkommenen Unterbrechung am Ende, wonach man begierig auf den zweiten Teil wartet. Ein absoluter Lesegenuss!

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Vita

Jin Yong

Jin Yong wurde 1924 in Haining, China, geboren. Er studierte kurze Zeit an der »Zentralen Politischen Hochschule« in Chongqing und war anschließend als Übersetzer und Zeitungsredakteur tätig. 1955 veröffentlichte er seinen ersten Roman, dem noch viele weitere folgen sollten. Jin Yongs Hauptwerk »Die Legende der Adlerkrieger« wurde mehrfach verfilmt sowie in zahlreiche Sprachen übersetzt und gilt in China als Meilenstein der Wuxia-Literatur. In Hongkong gibt es sogar ein eigenes Jin-Yong-Museum. Der Autor starb 2018 im Alter von 94 Jahren.

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