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George Saunders

Bei Regen in einem Teich schwimmen

Von den russischen Meistern lesen, schreiben und leben lernen

Hardcover
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Wie funktionieren gute Geschichten, wie schreibt man sie und was erzählen sie uns über unsere Welt: George Saunders führt den Leser durch sieben klassische Kurzgeschichten der russischen Meister Tschechow, Turgenjew, Tolstoi und Gogol, so wie er es zwanzig Jahre lang mit seinen Studenten im Creative-Writing-Programm machte. Und es ist unglaublich, wie unterhaltsam, witzig und erhellend Lernen bei George Saunders ist. Während er uns erklärt, wie Literatur funktioniert, fangen wir an, die Welt mit anderen Augen zu sehen, erkennen, dass gute Literatur moralische und ethische Vorstellungen beeinflussen, ja Leben verändern kann.

Die Geschichten sind in voller Länge abgedruckt: Anton Tschechow, Auf dem Wagen, Herzchen, Die Stachelbeeren; Iwan Turgenjew, Die Sänger; Leo Tolstoi, Herr und Knecht, Aljoscha der Topf; Nikolai Gogol, Die Nase.

»Es ist ohne Übertreibung das beste Buch über das Schreiben, das ich jemals gelesen habe.«

Daniel Kehlmann / Süddeutsche Zeitung (19. May 2022)

Aus dem Amerikanischen von Frank Heibert
Originaltitel: A Swim in a Pond in the Rain
Originalverlag: Riverhead Books
Hardcover mit Schutzumschlag, 544 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87697-9
Erschienen am  14. June 2022
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Hervorragend in der Analyse

Von: Sabine Ibing

07.10.2022

«‹Ein Mann stand auf dem Dach eines 70-stöckigen Hauses.› Erwarten Sie nicht sofort, dass er hinunterspringt, -fällt oder -gestoßen wird? Die Erzählung wird Ihnen gefallen, wenn sie diese Erwartung im Blick behält, aber sie wird Ihnen weniger gefallen, wenn diese Erwartung allzu platt umgesetzt wird. Man könnte eine Erzählung ganz einfach als eine Kette solcher Momente von Erwartung und Auflösung betrachten.» Wie funktionieren gute Geschichten, wie schreibt man sie und was erzählen sie uns über unsere Welt? George Saunders erklärt anhand von sieben klassische Kurzgeschichten der russischen Meister, was die Essenz des Erzählens bedeutet. Zu Anfang des Kapitels ist die jeweilige Geschichte vorgestellt. Sie sind jeweils in voller Länge abgedruckt: Nikolai Gogol: «Die Nase», Leo Tolstoi: «Herr und Knecht», «Aljoscha der Topf», Anton Tschechow: «Auf dem Wagen», «Herzchen», «Stachelbeeren», Iwan Turgenjew: «Die Sänger». Zwanzig Jahre lang hat der Schriftsteller George Saunders mit den Studenten seiner Master Class im Creative-Writing-Programm der Syracuse University nach dem Prinzip seiner Close-reading-Methode gearbeitet. Z.B. teilt er Tschechows Geschichte «Auf dem Wagen» in zwölf Teile und bespricht einen Schritt nach dem anderen. Wie ist diese Geschichte aufgebaut und warum funktioniert sie? «Warum lesen wir einen Text weiter? Weil wir es wollen. Warum wollen wir es? Das ist die Eine-Million-Dollar-Frage: Was hält einen Leser, eine Leserin bei der Stange?» Wie funktioniert Literatur? Mathematik und Physik haben Gesetze, das ist jedem klar, anwendbare Formeln. Aber gibt es verwendbare Merkmale in der Literatur? Warum lesen wir weiter – wie fängt man den Leser ein? «Wenn es eine Erzählung schafft, uns hineinzuziehen und weiterlesen zu lassen, und uns das Gefühl gibt, ernst genommen zu werden, wie macht sie das?» Absatz für Absatz, teils Satz für Satz, fühlen wir uns in die Texte hinein und folgen dem Zeigefinger von Saunders. Er spricht uns Lesende direkt an, fragt und erklärt. Beschreibungen von Örtlichkeiten, von Charakteren; Dialoge, warum funktionieren sie so und nicht anders. Er spricht die Emotionen an, die den Lesenden vorantreiben; und er fragt nach Sympathien, die aufkommen – oder Antipathien. Warum fühlen wir so kollektiv? «Was haben wir gefühlt, und an welcher Stelle des Textes haben wir es gefühlt?», eine Frage, die das Buch durchzieht. Konflikte werden angesprochen – besonders die moralischen, wie die der Geschichte von Tolstois Herr und Knecht. Die direkte lockere Ansprache Saunders ist wohltuend. Erklärend, fragend, nie mit erhobenem Zeigefinger, durchzogen mit Humor. Und weil wir so nett in seinem Seminar sitzen, erhalten wir Studenten ein paar Übungen als Hausaufgabe an die Hand. Ein lesenswertes Sachbuch für Literaturinteressierte. «Ich werde durchgehend Angebote dazu machen, wie wir über Geschichten nachdenken können. Keines davon ist »richtig« oder ausreichend. Sehen Sie sie als rhetorische Versuchsballons.» George Saunders wurde 1958 in Amarillo, Texas, geboren, lebt heute mit seiner Frau und zwei Töchtern in Oneonta, New York, und ist Dozent an der Syracuse University. Er hat mehrere Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht, erhielt u. a. 2013 den PEN/Malamud Award und 2014 den Folio Prize. Das Echo auf seinen ersten Roman »Lincoln im Bardo« war überwältigend: Man Booker Prize 2017, Shortlist für den Golden Man Booker Prize, Premio Gregor von Rezzori 2018, New York Times-Nr.1-Bestseller, SWR-Bestenliste Platz 1 und SPIEGEL-Bestseller.

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Wann will man weiterlesen und wann fühlt man sich als Leser ernst genommen?

Von: nil_liest

08.09.2022

Beinahe wäre mir dieses gute Buch durch die Lappen gegangen und dann sah ich es doch an vielen Stellen auftauchen, sei es bei Bloggerinnen, bei redaktionellen Literaturkritiker(innen) oder auch einfach nur bei Bekannten. Zum Glück, denn sonst wäre mir ein Lesevergnügen entgangen mit den Abhandlungen des texanischen Literaturprofessors George Saunders „Bei Regen in einem Teich schwimmen“ über seine liebsten russischen Meistergeschichten des 19. Jahrhunderts. Ich habe das Buch in der Tat verkannt und dachte es wäre mehr ein Buch für Schreibende als für Lesende! Aber nein, ein Buch (wie so oft) für alle! Es ist eine Schule des Lebens, nicht nur des Schreibens! Er selbst, Georg Saunders, ist ein begnadetere Kurzgeschichtenschreiber und lehrt seit 1997 an der Uni Syracuse creative writing und dieses Buch ist im Grunde die Essaysammlung aus all den Jahren der Lehre nun als zusammengetragen. Es sind in der Summe 7 russische Erzählungen. Erst liest man die jeweilige Geschichte und dann geht es in die Analyse von Saunders. Aber keine Angst, kein staubtrockener wissenschaftlicher Text. Er nähert sich literarisch. Macht Interpretationsangebote und bindet die Leserschaft in seine Gedankenwelt ein. Er hat viel Gutes aufzuzeigen, wenn er die Konstruktionen auseinander nimmt, aber er scheut auch Kritik an den großen Meistern nicht. Im Grunde steht immer die Frage im Raum: Wie gut funktioniert eine Geschichte? Fazit: Dieses Buch bietet nicht nur unverhofft 7 gute Kurzgeschichten der russischen Meister sondern grandioserweise auch gleich die Interpretationen von Saunders en detail mit. Sprachlich auf allen Seiten ein Genuss!

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Vita

George Saunders wurde 1958 in Amarillo, Texas, geboren, lebt heute mit seiner Frau und zwei Töchtern in Oneonta, New York, und ist Dozent an der Syracuse University. Er hat mehrere Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht, erhielt u.a. 2013 den PEN/Malamud Award und 2014 den Folio Prize. Das Echo auf seinen ersten Roman »Lincoln im Bardo« war überwältigend: Man Booker Prize 2017, Shortlist für den Golden Man Booker Prize, Premio Gregor von Rezzori 2018, New York Times-Nr.1-Bestseller, SWR-Bestenliste Platz 1 und SPIEGEL-Bestseller.

Zum Autor

Pressestimmen

»Dieses Buch - teils lockere Vorlesung, teils Meditation - will zeigen, warum gute Leser glücklichere Menschen sind.«

Paul Ingendaay / Frankfurter Allgemeine Zeitung (16. July 2022)

»Saunders lehrt Schreiben als Handwerk, so wie ein Tischler einen Schrank baut. Sehr schön, anregend und unterhaltsam.«

Jan Küveler / Welt am Sonntag (05. June 2022)

»Wie ein experimentierfreudiger Zauberer befördert Saunders im Plauderton, anhand winziger Details, immer neue Aha-Erlebnisse darüber zutage, was diese Geschichten mit uns machen, wie sie es machen, lässt uns dem selbst nachspüren.«

Anne-Catherine Simon / Die Presse (24. June 2022)

»Selbst wer Literatur mit größerer Nüchternheit begegnet als dieser hingebungsvolle Liebende und Lobende, dürfte Saunders freundliche und warmherzige Stimme im Ohr behalten und mit ihr das Wissen darum, dass Kunst keine Probleme lösen, sondern sie nur richtig formulieren muss.«

Holger Heimann / WDR 3 (27. July 2022)

»Schritt für Schritt begleitet er uns durch die Lektüre, öffnet den lesenden Blick nicht nur für die Optimierung des Leseerlebnisses, sondern auch ganz im Sinne angehender Autor/innen.«

Katia Schwingshandl / Buchkultur (17. June 2022)

»Sehr lehrreich und unterhaltsam!«

Michael Wurmitzer / Der Standard (20. July 2022)

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