Sie mussten nach links gehen

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Nach dem Krieg und vor dem Nichts: Ein jüdisches Mädchen sucht seinen Bruder

Frühjahr 1945: Das KZ Groß-Rosen ist befreit, und die Soldaten behaupten, der Krieg sei vorbei. Aber für die 18-jährige Zofia Lederman fühlt es sich nicht so an. Ihr ganzes Leben ist in Scherben zerfallen: Vor drei Jahren waren ihr Bruder Abek und sie die Einzigen aus ihrer Familie, die an der Rampe nach rechts geschickt wurden, weg von den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau. Alle anderen – ihre Eltern, ihre Großmutter, ihre Tante Maja – mussten nach links gehen. Das Einzige, was Zofia noch am Leben hält, ist die Suche nach ihrem Bruder. Aber wie soll sie ihn in dem Meer von Vermissten finden? Und was, wenn er nicht mehr lebt?

»Hesse gelingt es, auch Jugendliche zum Lesen zu motivieren, die sich für geschichtliche wie auch politische Themen zunächst nicht interessieren.«

Deutscher Jugendliteraturpreis, Nominierung für »Das Mädchen im blauen Mantel« (27. Mai 2019)

Aus dem Amerikanischen von Cornelia Stoll
Originaltitel: They went left
Originalverlag: Little Brown, US
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-26706-3
Erschienen am  12. Oktober 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wichtige Geschichte, um zu erinnern und nicht zu vergessen

Von: Buchmagie

17.02.2021

Das KZ Groß-Rosenau ist befreit und die achtzehnjährige Zofia Lederman findet sich plötzlich in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs wieder. Vollkommen traumatisiert von ihren schrecklichen Erlebnissen wird sie zunächst in einem Krankenhaus körperlich so weit wie möglich wieder hergestellt, bevor sie in ihr Heimatland Polen zurückkehrt. Doch Zofia bleibt dort nicht lange, denn als ihre komplette Familie von den Nazis gefangen genommen wurde, wurden alle Mitglieder von ihrer Familie nach links geschickt, nach Auschwitz in die Gaskammern und in den Tod, außer ihr kleiner Bruder und sie selbst. Und Zofia hat ihren Bruder bei ihrer Trennung ein Versprechen gegeben: dass sie ihn finden würde, egal wo er ist und von jetzt an hat Zofia nur noch das Ziel dieses Versprechen einzulösen. Nachdem mich Monica Hesses Debütroman "Das Mädchen im blauen Mantel" vor einiger Zeit umgehauen und unglaublich berührt hat, war ich natürlich sehr gespannt auf ihr zweites Buch "Sie mussten nach links gehen". Wieder einmal gelingt es ihr eine vielschichtige, eindringliche und interessante Geschichte zu erzählen. Wieder einmal sind ihre Protagonist*innen und Held*innen junge Menschen, die sich entweder mitten oder in diesem Fall unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg befinden und sich mit ihren persönlichen Schicksalen und Situationen auseinander setzen und zurecht finden müssen. Primär richtet sich Monica Hesse auch mit dieser Geschichte an Jugendliche, an die Generation, die die Schrecken und abscheulichen Verbrechen des zweiten Weltkriegs im besten Fall noch in weit entfernten Geschichten von ihren Großeltern oder sogar Urgroßeltern erzählt bekommen haben und im schlechtesten Fall ein angestaubtes Kapitel darüber in ihrem Schulgeschichtsbuch finden. Sie richtet sich an die Generation, die immer wieder an diese gleichsam traurige als auch bedeutende geschichtliche Epoche erinnert werden sollte, so dass kein Vergessen eintritt und man alte Fehler nicht wiederholt. Und auch wenn sich "Sie mussten nach links gehen" zuerst an junge Menschen richtet, erzählt das Buch auch Leser*innen anderer Altersgruppen eine intensive und eindringliche Geschichte mit einigen Elementen, an die zumindest ich selbst beim Nachdenken über die Zeit des zweiten Weltkriegs nicht gedacht habe. Das liegt vor allem an dem bestimmten Zeitabschnitt, in dem Monica Hesses zweiter Roman spielt: das unmittelbare Eintreten der Nachkriegszeit. Damit assoziiert man zunächst feiernde Soldaten in den Straßen, Orte, die zwar in Trümmern liegen, aber an denen zumindest in kleinen Dosierungen die Hoffnung zurückgekehrt ist. Eine Welt, die unter den Lasten des Kriegs beinahe zusammengebrochen ist und zumindest für den Moment wieder aufatmen kann. Zahlreiche Leben, die mit den Befreiungen der Konzentrationslagern gerettet wurden. Womit diese Zeit allerdings meistens nicht verbunden wird, sind der weiterhin bestehende Antisemitismus, mit denen die zurückgekehrten Opfer der Konzentrationslager unmittelbar bei und nach ihrer Rückkehr konfrontiert werden, unzählige Menschen, die zwar befreit wurden aber ihr gesamtes Leben und ihre Familien verloren haben und nicht wissen, wo sie hin sollen. Auffanglager entstehen für diese Menschen und für diejenigen, die suchen: Verwandte, Bekannte, Freunde, jeden Menschen, mit dem man etwas verbindet und der vielleicht überlebt haben könnte. Und damit wären wir in der Handlung und bei der Protagonistin Zofia und ihrer verzweifelten Suche nach ihrem kleinen Bruder, die sie von Polen zurück nach Deutschland führt, wo sie zu den bereits erwähnten Auffanglagern reist, um ihren Bruder ausfindig zu machen. Monica Hesse hat einige interessante und vielschichtige Charaktere geschaffen, die oft undurchsichtig bleiben und versuchen ihre persönlichen Schicksale mit sich selbst auszumachen. Gerade bei ihrer Hauptfigur gelingt es der Autorin ihre furchtbaren Erlebnisse auf besonders eindringliche Art und Weise zu erzählen, was gerade zum Ende hin dazu führt, das den Leser*innen auch mal die Luft wegbleiben kann. Die Geschichte erzählt von Freundschaft, Hoffnung, das aneinander Festhalten und den Versuch aus einem Trümmerhaufen, in den sich das eigene Leben verwandelt hat, auszubrechen und einen völlig anderen aber neuen Weg einzuschlagen. Dass der sprichwörtliche Funke bei mir persönlich nicht überspringen wollte, ist sicherlich eine rein individuelle Empfindung. Durch den großartigen Debütroman hatte ich möglicherweise zu hohe Erwartungen, die ein zweiter Roman nicht erfüllen konnte. Dennoch wurde mir in "Sie mussten nach links gehen" eine neue Perspektive der unmittelbaren Nachkriegszeit gezeigt und mir somit ein völlig neues Gesichtsfeld eröffnet. Aus diesem Grund sollten die Romane von Monica Hesse möglichst viele Menschen lesen, um sich zu erinnern und sich neue Sichtweisen aufzeigen zu lassen.

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Ein bewegendes Buch gegen das Vergessen

Von: lese.liebe.lache

20.11.2020

💕Rezension💕 "Sie mussten nach links gehen" von Monica Hesse *Vielen lieben Dank an @heyreader und das @bloggerportal für das Rezensionsexemplar * ~ In dem Jugendbuch "Sie mussten nach links gehen" geht es um die 18-jährige Jüdin Zofia Lederman. Nachdem 1945 das Konzentrationslager im polnischen Groß-Rosen befreit wurde und der Krieg tatsächlich vorbei ist steht Zofia vor den Scherben ihres Lebens. Das Einzige was sie all die Jahre im KZ am Leben gehalten hat war der Gedanke an ihren kleinen Bruder Abek. Als die Familie 1942 nach Auschwitz deportiert wurden Zofia und Abek getrennt und sie haben sich seit dem nicht mehr gesehen. Jetzt da der Krieg vorbei ist macht sich Zofia auf die Suche nach ihm. Doch schafft sie es in dieser chaotischen kaputten Welt ihren Bruder zu finden? Und gibt es überhaupt noch Hoffnung, dass Abek dieses Märtyrium wie Zofia überlebt hat? • Mir hat dieses Buch echt mega gut gefallen. Ich habe ja schon so einige Bücher über den Holocaust gelesen, aber dieses hier umfasst eine Zeit, die mir nicht so geläufig war. Es geht hier in dem Buch detailliert um die Zeit nach der Befreiung der Konzentrationslager. Es war wirklich so interessant und mitreißend zu lesen welches Chaos damals nach dem zweiten Weltkrieg in Europa herrschte. Es gibt unendlich viele vermisste Menschen. Die, die die menschenverachtende Maschinerie der Nazis überlebt haben stehen vor dem nichts. In den seltensten Fällen können sie zurück nach Hause. Denn ihre Wohnungen und Häuser gehören ihnen nicht mehr. So landen die meisten Menschen in den Flüchtlingslagern der Alliierten und hoffen durch Hilfsorganisationen auf ein Lebenszeichen von ihren geliebten Menschen. Und mitten in diesem Chaos versucht die junge Zofia ihren Bruder wiederzufinden. Selber ist sie von ihren Erlebnissen in Auschwitz total traumatisiert. Trotzdem ist sie so voller Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Bruder. Ihr Schicksal ging mir unheimlich nahe und hat mich sehr mitgenommen. Besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil der Autorin. Das Buch wird aus der Perspektive von Zofia erzählt und es gibt viele Gedankengänge, die total wirr zu sein scheinen. So wird dem Leser allerdings verdeutlicht wie traumatisiert das junge Mädchen ist. Ansonsten war das Buch aber sehr einfach und leicht verständlich geschrieben. Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblicken an die Zeit in Auschwitz. Diese Abschnitte sind mir unheimlich unter die Haut gegangen und ich musste echt zwischendurch richtig schlucken. Die Kapitel selber sind nicht nummeriert sondern gehen von A-Z. Den Sinn dahinter erfährt man beim lesen der Geschichte, aber die Idee hinter dem Ganzen ist echt super gelungen. Das Ende war für mich eine absolute Überraschung mit der ich so nicht mal annähernd gerechnet habe und rundet dieses unglaublich gute Buch ab. Ich könnte jetzt ewig so weiterschreiben, weil die Geschichte von Zofia und Abek so besonders ist.... für mich war es ein absolutes Highlight und ich kann euch dieses so wertvolle Buch gegen das Vergessen uneingeschränkt weiter empfehlen. "Von Abek bis Zofia Von A bis Z. Wenn wir uns wiedersehen, werden wir unser Alphabet vervollständigen." 5/5⭐️

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Vita

Monica Hesse stammt aus Illinois, ist Schriftstellerin und außerdem Journalistin bei der Washington Post. Sie lebt mit ihrem Mann und einem verrückten Hund in Washington. »Das Mädchen im blauen Mantel«, ihr erster Roman, der auf Deutsch erschien, stand auf der New-York-Times-Bestsellerliste und erhielt zahlreiche Preise, darunter den renommierten Edgar Award in der Kategorie »Junge Erwachsene«, und wurde von der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019 nominiert.

www.monicahesse.com

Zur Autor*innenseite

Cornelia Stoll, geboren 1953, ist als Übersetzerin, Englischlehrerin und als Buchhändlerin ausgebildet. Sie war in allen drei Berufen tätig und übersetzt seit 1988 hauptsächlich englische Kinder- und Jugendliteratur, darunter Bücher von Zizou Corder, Monica Hesse, Erin Hunter, Beth Kephart, Gary Paulsen und Philip Pullman. Sie lebt in Tübingen.

Zur Übersetzer*innenseite

Pressestimmen

»Hesse macht die Lebenswirklichkeit der unmittelbaren Nachkriegszeit bis ins Kleinste sinnlich erfahrbar. Ihre großartig gearbeiteten Figuren erwachen ebenfalls zum Leben in diesem meisterhaft komponierten Roman.«

Booklist, Starred Review (13. Februar 2020)

»Dieses Buch zeigt [Monica Hesses] Gabe, sich einer schon oft erzählten Geschichte aus einer neuen Perspektive zu nähern, sowie ihre eindringliche Sprache und Figurenzeichnung.«

Publishers Weekly, Starred Review (21. Februar 2020)

»Ein sehr bewegendes Buch, das Redebedarf hervorruft.«

Neue Presse Hannover über »Sie mussten nach links gehen« (29. Dezember 2020)

»Mich beeindruckte, wie verständlich die Autorin Zofias Traumata beschreibt.«

Spiegel PLUS über »Sie mussten nach links gehen« (15. Dezember 2020)

»Durch ihre differenzierte, vielschichte und überaus berührende Darstellung überzeugend […]. Einfach brillant!«

Eselsohr über »Sie mussten nach links gehen« (01. Dezember 2020)

»Die Nachkriegsatmosphäre in Deutschland ist greifbar, die Figuren sind fein gezeichnet, die Traumatisierung der Hauptfigur glaubwürdig.«

Münchner Merkur über »Sie mussten nach links gehen« (13. November 2020)

»Monica Hesse hat zum zweiten Mal ein packendes, in den Details gut recherchiertes Buch über die NS-Zeit geschrieben, in dessen Mittelpunkt eine junge Frau steht.«

Schwäbisches Tagblatt über »Sie mussten nach links gehen« (14. Dezember 2020)

»Monica Hesse beschreibt dieses Dilemma in starken Bildern und großartig gezeichneten Figuren.«

Hallo Borken über »Sie mussten nach links gehen« (19. Dezember 2020)

»Unterhaltung, die den Leser so sehr zu Tränen rührt wie kaum etwas anderes - die Geschichten aus Monica Hesses Feder sind Meisterwerke der Emotionen.«

»Monica Hesse hat ein wunderbares Auge fürs Detail […]. Ein berührender Roman, den ich sehr empfehlen kann.«

»Historisch genau recherchiert und einfühlsam […]. Ein beeindruckender Beitrag gegen das Vergessen.«

»Ein wunderschönes Buch, das ohne viel Schmus und ohne auf die Tränendrüse zu drücken, sehr gradlinig erzählt wird. […] Großartige Erzählung!«

»Tief berührend und fesselnd, lässt dieser wichtige Roman die schmerzhafte Vergangenheit begreiflich werden.«

Mainhattan Kultur über »Sie mussten nach links gehen« (23. November 2020)

»Ein beeindruckender Beitrag gegen das Vergessen – historisch genau recherchiert und einfühlsam erzählt.«

Blitz am Sonntag über »Sie mussten nach links gehen« (03. Januar 2021)

»Baut sensibel und berührend eine Brücke zwischen der Vergangenheit, die nicht vergessen werden darf, und einer neuen Zukunft, die das alte Leben überwinden kann.«

»Eindrucksvoll, spannend und ergreifend.«

Melsunger Allgemeine über »Sie mussten nach links gehen« (24. November 2020)

»Ich bin begeistert und will dieses Jugendbuch nicht mehr im Regal missen. […] weil Monica Hesse diese düstere und schmerzerfüllte Zeit so ehrlich und detailreich verpackt.«

»Dramatisch, traurig und es wird nichts beschönigt.«

»So fesselnd und gut geschrieben, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.«

Lesenetz Hamburg über »Das Mädchen im blauen Mantel« (17. Juni 2019)

»Historisch präzise [und] anschaulich.«

Eselsohr über »Das Mädchen im blauen Mantel« (01. Juli 2019)

»Die Geschichte berührt und fesselt. [...] Ein absolut lesenswertes und wichtiges Buch.«

JULIM Jugendliteratur und Medien über »Das Mädchen im blauen Mantel« (17. Januar 2018)

»Ein ausgezeichnetes Buch über den Holocaust, das in einer Zeit spielt, die nicht oft in den Fokus genommen wird.«

School Library Connection, Starred Review (23. Januar 2020)

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