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Abteil Nr. 6

Roman

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Abteil Nr. 6
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Mit Wodka, Knoblauch und einem Ex-Knacki durch die Weiten Sibiriens

Die Romanvorlage zum Film - ausgezeichnet mit dem Grand Prix in Cannes 2021

Draußen vor dem Zugfenster ziehen die unendlichen Weiten Sibiriens vorbei, drinnen im Abteil Nr. 6 ist es beklemmend eng. Die finnische Archäologiestudentin sitzt nur eine Armeslänge entfernt von einem mit allen schmutzigen Wassern gewaschenen Russen, und aus der erhofften beschaulichen Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn wird ein Höllentrip. Eine Woche, in der sie notgedrungen schweigt, denn er reißt vulgäre Witze und erzählt von Vergewaltigungen, Schlägereien und dem Mord, für den er im Gefängnis saß. Je mehr Wodka er trinkt, desto krasser werden die Geschichten, denen die junge Frau ausgeliefert ist. Und doch entwickelt er echte Fürsorge für seine Mitreisende, teilt mit ihr Salzgurken, Zwiebeln und Schwarzbrot – bis er ihr das Wertvollste schenkt, das er besitzt: das Messer, mit dem er einen Menschen erstochen hat. Rosa Liksom erzählt in diesem Kammerspiel die Geschichte einer schonungslosen Freundschaft – ein preisgekrönter Roman, der wie russische Spezialitäten das Süße, Saure und Salzige kombiniert.

»›Abteil Nr. 6‹ ist ein ungewöhnliches Kammerspiel und zugleich eine wunderschöne Zeitreise zurück in die Sowjetunion der 80er Jahre.«

WDR5 – Bücher, 09.03.2013

Aus dem Finnischen von Stefan Moster
Originaltitel: Hytti NRO. 6
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-09242-9
Erschienen am  04. March 2013
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Abteil Nr. 6

Von: Miss.mesmerized

26.07.2016

Eine Zugfahrt von Moskau nach Ulan Bator in der Mongolei. Eine junge Finnin muss sich das Abteil mit einem älteren Mann teilen. Schon von der ersten Sekunde an ist sie von ihm angewidert. Seine derben Witze, sein grober Ausdruck und noch viel mehr seine frauenverachtenden Anmachen. Doch ein Wechsel in ein anderes Abteil ist nicht möglich und so sind sie mit einander gefangen, während draußen die Weiten der Sowjetunion vorbeiziehen. Sie erzählen sich ihr Leben, teilen ihr Schicksal, gehen gemeinsam aus, wenn der Zug mal wieder eine Zwangspause in Sibirien einlegen muss. Kommen sich näher – nehmen wieder Abstand. Beobachten das Land draußen und die Enge drinnen. Erzählen von ihrem Leben und den Enttäuschungen. Kein leichtes Buch, sondern das ganze Ausmaß menschlichen Lebens, vor allem die negativen und schweren Seiten, in ein Abteil gepackt. Die Schicksalsgemeinschaft der zwei so verschiedenen Figuren, die namenlos bleiben, die sich ineinander spiegeln und gleichzeitig angezogen und abgestoßen werden. Auch die Sprache spielt dieses Spiel – zwischen Poesie und niedrigster Gosse changiert sie locker dahin. Für mich das Spannendste die detailreichen Beschreibungen der Orte und Landschaft, aber auch die kleinen Zwischentöne über das Leben in der Sowjetunion, die Situation der Ausländer und der Frauen. Dass die Autorin das Land kennt und genau studiert hat, geht aus jeder Zeile des Romans hervor und nicht umsonst wurde er mit dem Finlandia Preis ausgezeichnet. Ein alles andere als alltäglicher Roman.

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Vita

Rosa Liksom, 1958 in Lappland geboren, lebt heute in Helsinki. Sie debütierte 1985 und zählt zu den innovativsten Gegenwartsautor*innen Finnlands, ihr Werk ist vielfach preisgekrönt. »Abteil Nr. 6« wurde 2011 mit dem wichtigsten finnischen Literaturpreis, dem Finlandia-Preis, ausgezeichnet, und die Verfilmung wurde 2021 in Cannes mit dem Grand Prix gewürdigt. Zuletzt erschien ihr Roman »Die Frau des Obersts«. 2020 wurde Rosa Liksom von der Schwedischen Akademie mit dem Nordischen Preis für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Neben dem literarischen Schreiben verfolgt die Autorin eine künstlerische Karriere und malt, macht Comics und Kurzfilme.

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Pressestimmen

»Einen wortgewaltigen, unglaublich intensiven und sinnlichen Roman hat Rosa Liksom geschrieben. Unbedingt lesen!«

DIE RHEINPFALZ (13. April 2013)

»Rosa Liksom ist ein mitreißender Roman gelungen. Skurril, beklemmend, berührend und witzig.«

Neues Deutschland, 13.03.2013

»Rosa Liksom schreibt nicht: Sie malt in expressionistischer Manier und in glühenden Farben. Eine Prosa, zerwühlt wie ein Bett nach fiebriger Nacht.«

Badische Zeitung (27. April 2013)

»Stimmungsvoller Roman – zugleich auch etwas wie ein Spiegel der schwierigen Beziehung zwischen beiden Ländern.«

Bücher Journal - Magazin zur Frankfurter Buchmesse, 10/14

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