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Rezensionen zu
The Violence – Wie weit wirst du für deine Freiheit gehen?

Delilah Dawson

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Wow, ich bin wirklich begeistert von der Geschichte, auch, wenn sie nicht rundum perfekt war. Das Buch war komplett anders, als ich erwartet hatte. Hatte mit etwas wie einem Zombiesetting gerechnet, aber es war mehr wie ein Pandemieroman mit Tötungselementen. Die Geschichte zeichnet sich durch drei unglaublich starke Frauenfiguren aus, die alle ihren eigenen Weg finden müssen. Ich war nicht immer unbedingt damit einverstanden, was Chelsea, Ella und Patricia tun, dennoch konnte ich ihre Handlungen stets nachvollziehen und habe mit allen mitgefiebert. Vor allem Patricia, die sich von ihrem alten Ich stark distanziert hatte und eine sehr verbitterte, arrogante Person geworden war, hat mich sehr überzeugt. Ihre Reise war am ungefährlichsten, hat für mich aber die stärkste Charakterentwicklung gezeigt. Ich fand es etwas schade, dass das Buch weitaus weniger brutal war, als ich erwartet hatte, wurde aber damit belohnt, dass die Story trotzdem sehr interessant war und ich immer wissen wollte, wie es weiter ging. Die Art, wie der Violence Virus beschrieben wurde, war dadurch, dass auch Bezug auf Corona genommen wurde, noch realistischer. Dass dem Buch Männerhass vorgeworfen wird, konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich reagiere auf neo-feministischen Männerhass (Männer sidn die Feinde der Frauen etc.) nämlich ziemlich allergisch und muss sagen, dieses Gefühl kam hier gar nicht zum Tragen. Ja, viele Männer wurden hier sehr toxisch und gewalttätig gezeigt, die Frauen waren aber bei Weitem auch keine Unschuldslämmer. Nicht einmal die Hauptfiguren sind perfekt. Abgesehen davon verarbeitet die Autorin ihren eigenen Schmerz in diesem Buch und bei vielen wäre da die Meinung über das männliche Geschlecht wohl noch viel bitterer ausgefallen. Mir hats Spaß gemacht! Der Schreibstil ist leicht verständlich und obwohl das Buch so dick ist, hatte ich nicht das Gefühl vieler unnötiger Längen. Beim nächsten Buch der Autorin bin ich auf jeden Fall wieder dabei.

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Female Empowerment in drei Generationen

Von: crescentia_books

11.10.2023

Mich konnte das Buch von Anfang an überzeugen. Das Buch ist aus drei Perspektiven geschrieben, was sehr viel zur Story beigetragen hat. Alle drei Frauen, haben eine unglaublich schwere Zeit durchgemacht und sind an dieser Pandemie gewachsen. Ich fand es teilweise erschreckend wie real die Situation mit dieser neuen Krankheit beschrieben wurde, vor allem so kurz „nach“ der Corona Pandemie, welche auch hier im Buch als Vergleichspunkt dient. Die Charaktere wirkten auf mich wirklich sehr echt und authentisch. Stellenweise ist das Buch sehr brutal, was an der Natur der Krankheit liegt, aber erschreckender fand ich persönlich die Beschreibungen der häuslichen Gewalt. Wenn ihr selbst davon betroffen wart oder seid, dann behaltet das im Hinterkopf, denn die Szenen sind sehr detailliert beschrieben. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen, aber ich glaube mir hat gegen Ende noch etwas gefehlt, um die Geschichte komplett abzurunden, weswegen es kein Highlight wurde. Ich kann das Buch allen empfehlen, die die Bücher von Margaret Atwood mögen oder die den Trope „female rage“ feiern, davon gibt es viel. Das Buch hat viele Stellen, die sehr Empowering sind gerade aufgrund der schweren Grundthematik.

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Zum Buch: In "The Violence" lernen wir Chelsea und ihre Familie kennen und werden mit sehr vielen ernsten Themen konfrontiert. Darunter häusliche Gewalt, Misogynie, Missbrauch, Pandemie, Narzissmus, Traumabewältigung und Feminismus. Die Triggerwarnung am Anfang des Buches existiert nicht ohne Grund. • Doch fangen wir mal ganz am Anfang an: der Schreibstil aus der dritten Person ist einfach und flüssig gehalten. Er wechselt hin und wieder die Perspektive, sodass nicht nur aus Chelseas Perspektive geschrieben wird. • Die Charaktere, allem voran die drei Protagonistinnen, waren vielschichtig und dementsprechend greifbar, sodass man eine Verbindung zu ihnen aufbauen und sich in sie hineinversetzen konnte. Chelsea macht im Laufe des Buches eine interessante Charakterentwicklung durch - ebenso wie ihre Tochter Ella und ihre Mutter Patty. • Ich bin sehr gut in das Buch eingestiegen und es hat mich auch sofort gefesselt. Ich fand die Themen sehr gut und spannend, die das Buch behandelt hat bzw. die Art und Weise, WIE sie behandelt wurden. Auch das Pandemiegeschehen war sehr greifbar und generell herrschte die ganze Zeit über eine sehr beklemmende Atmosphäre. • Ab der Mitte in etwa, wurde es etwas langatmig und gegen Ende hin ging alles irgendwie zu schnell. Nichtsdestotrotz hatte ich beim Lesen meinen Spaß, denn als Trio sind Chelsea, Ella und Patty eine ziemlich interessante Kombination. • Fazit: Ein realistischer und teils beklemmender Thriller, der für ein paar spannende Stunden sorgt. Definitiv empfehlenswert, aber auch ausbaufähig.

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Amerika in der nahen Zukunft. Nach außen hin führt die Familie Martin ein perfektes Leben, doch Investmentbanker David verprügelt seine Frau Chelsea regelmäßig bis zur Bewusstlosigkeit. Als sich ein mysteriöses Virus ausbreitet, das alle, die es infiziert, in einen exzessiven Gewaltrausch stürzt, sieht Chelsea ihre große Chance, sich und ihren beiden Töchtern ein neues Leben zu ermöglichen. Ein Leben in einer Welt, die sich am Ende radikal von unserer unterscheiden wird. Das Buch hat zu Beginn eine Triggerwarnung und ausnahmsweise unterstütze ich diese mit einer ebensolchen. Der Klappentext wird der Stimmung, die gerade auf den ersten Seiten von der Autorin erzeugt wird, nicht annähernd gerecht. Chelseas Familie ist nach außen hin perfekt, Vater, Mutter und zwei wohlgeratene Mädchen, eines im Teenageralter, eines niedliche 5 Jahre alt, leben in einem wunderschönen Haus, dessen Küche von einem Kalender mit Bildern einer glücklichen Familie geschmückt wird. Doch der schöne Schein trügt, das Leben Chelseas und ihrer älteren Tochter Ella ist geprägt von der Angst vor David. Jeden Abend warten die Beiden auf seine Heimkehr, immer darauf bedacht kein falsches Wort zu sagen oder etwas zu tun, was den Investmentbanker verärgern könnte, meist vergeblich, denn David genießt die Macht, die er sich gewalttätig über seine Familie verschafft hat. Nicht nur körperliche Misshandlungen prägen ihr Leben, David hat seine Frau finanziell von sich abhängig gemacht und hält sie verbal klein, sie entspräche nicht mehr der Frau, die sie einmal war, sie sei nicht mehr schön genug, kümmere sich nicht genug um die Kinder und den Haushalt, unbewusst unterstützt Chelseas Mutter Davids psychische Misshandlungen an seiner Frau. Sogar Ella wird in ihrer Beziehung zu einem Mitschüler, das Opfer seiner Manipulationen und physischer Gewalt. Als ein unbekannter Virus auftritt, der Menschen in Mörder verwandelt, sieht Chelsea eine Chance sich und ihre Kinder von David zu befreien. Im Laufe der Geschichte wird auch das Leben von Chelseas Patricia Mutter beleuchtet und als Leserin und Leser versteht man immer mehr, wie sie zu dem Menschen wurde, der sie ist. Alle drei Frauen machen eine beeindruckende Entwicklung durch, besonders natürlich Chelsea sie kämpft um ihre Freiheit und die ihrer Töchter und entwickelt sich von einem Opfer zu einer Kämpferin. Delilah S. Dawson legt den Focus auf die Opfer, die gewalttätigen Männer in ihrer Story bleiben eher blass und trotz ihrer Taten im Hintergrund, das ist jetzt schwer zu beschreiben, aber die Autorin schafft es diese Männer so zu zeigen, wie sie trotz aller körperlichen Überlegenheit sind, klein und erbärmlich, machen sie sich durch ihre psychische und physische Gewalt groß. Eindrücklich beschreibt die Autorin, wie sehr in der Gesellschaft Täter geschützt werden, den Opfern wird nicht geglaubt oder sie sind »selber schuld« an ihrer Situation, oft sind sie finanziell abhängig von den Tätern, was bei einer Flucht dazu führen könnte, dass sie ihre Kinder verlieren. Häusliche Gewalt ist ein Thema, das viel mehr in die Öffentlichkeit gehört, vor allem muss den Opfern die Scham genommen werden, denn die gehört auf die Seite der Täter.Mein Fazit: Trotz gelegentlicher Längen überzeugt die Autorin mit ihrem Blick auf die Schutzlosigkeit der Opfer und der Notwendigkeit, häusliche Gewalt stärker zu thematisieren.

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The violence von Delilah S. Dawson aus dem Heyne Verlag Zuallererst möchte ich darauf hinweisen, sich die Trigger-Warnung durchzulesen. Manche Stellen sind nicht für jeden geeignet. Es ist Brutal und auch Themen wie Häusliche Gewalt und Psychischer und sexueller Missbrauch sind enthalten! Worum geht´s Wir begleiten 3 Generationen auf ihrem Weg. Patrica (Großmutter), Chelsea (Mutter) sowie die beiden Töchter Ella und Brooklyn von Chelsea.Wir lesen abwechselnd aus den Perspektiven von Patricia, Chelsea und Ella. Chelsea ist mit ihrer Highschool-Liebe David verheiratet. Um sich und ihre Kinder zu schützen, versucht sie alles, um David nicht zu verärgern. Doch, dies ist beinahe unmöglich. Patricia ist mit einem wohlhabenden Richter verheiratet. Sie und Chelsea haben ein eher schlechtes Verhältnis zueinander. Ella ist Chelseas ältere Tochter und hat es auch nicht leicht. Dann ist da noch Brooklyn, die jüngere Tochter. Ein glückliches kleines Mädchen, vor ihr versuchen Chelsea und Ella die Gewalt von David fernzuhalten. Damit sie nicht ihre Unbeschwertheit verlieren.Die C. Pandemie hat gerade erst geendet und schon taucht das nächste Virus auf. Der Violence Virus. Er bringt die Infizierten dazu, gewalttätig zu werden und erst von dieser Person abzulassen, wenn sie tot ist... Meine Meinung Der Schreibstil ist fesselnd und geht unter die Haut. Die Charaktere sind sehr authentisch und ich konnte jede Handlung nachvollziehen. Besonders hat mir die Charakterentwicklung gefallen, die alle drei durchgemacht haben. Auch dieser Prozess war glaubwürdig und gut gemacht. In diesem Buch werden ernste Themen behandelt und ist an mancher Stelle sehr emotional. Doch die Message, die sich dahinter verbirgt, empfinde ich als sehr wichtig. Das Ende war mir etwas zu schnell abgehandelt, doch trotzdem hat mich das Buch sehr mitgerissen. Fazit Ein sehr gutes Buch. Aber nichts für Menschen die sensibel auf oben genannte Trigger reagieren. Darum geht meine lese Empfehlung an alle , die nicht von diesen Themen getriggert werden.Deshalb von mir 4 von 5 Sternen

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Als ich mit dem Lesen von diesem Buch begann, war ich voller Freude und Skepsis zugleich. Freude, weil der Klapptext eigentlich sehr vielversprechend und spannend klang. Skepsis, weil ich immer noch Gänsehaut von dem letzten, als feministisches Highlight gepriesenes Pandemiebuch (aka Die andere Hälfte der Welt oder auch mein Hassbuch 2022) hatte. Ich war also sehr gespannt. Hält dieses Buch, was es verspricht, oder erwartete mich das nächste Debakel? Alle 11 Minuten wird weltweit eine Frau oder ein Mädchen von ihrem Partner oder ihrer Familie getötet.(Quelle: Statistisches Bundesamt) In Deutschland werden jede Stunde 13 Frauen Opfer von Gewalt (Quelle: ZDF Heute), jede dritte Frau erlebt in ihrem Leben mindestens einmal phyische und/oder sexuelle Gewalt, etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexualisierter Gewalt durch ihren aktuellen oder durch ihren früheren Partner (Quelle: BMFSFJ). Die Täter sind im Großteil der Fälle nicht etwa der Perverse, der nachts im Busch lauert, sondern Ehemänner, Partner, Expartner. In mitunter groß angelegten Kampagnen bringt man schon kleinen Mädchen bei, sich vor dem bösen Fremden zu schützen (Stichwort Stranger Danger), dabei liegt die größte Gefahr für Frauen und Mädchen meist im eigenen zu Hause. Das Perfide: Viele Täter geben sich nach Außen als liebevolle und fürsorgliche Familienmenschen aus. Sie manipulieren und beherrschen ihre Familie bis hin zur absoluten Kontrolle. Da nach außen hin diese Täter oft als nette, ja sogar häufig als in der Gemeinschaft hoch anerkannte Menschen angesehen wird, werden die Zustände hinter verschlossenen Türen nicht erkannt und für die Opfer wird es immer schwieriger aus diesem Käfig aus Gewalt auszubrechen, da sie a) immer weiter isoliert werden und b) man ihnen mitunter einfach nicht glaubt. Genau in solch einer Situation befindet sich auch Chelsea zu Beginn des Buches The Violence. Nach außen hin führt sie mit ihrem Mann David die “perfekte” Ehe, haben ein großes Haus, zwei Kinder und Chelsea gibt die perfekte Hausfrau. Doch David ist ein Trinker, aber auch wenn er nicht trinkt, tyrannisiert er seine Familie, beherrscht sie, kontrolliert sie, misshandelt sie. Er schlägt und würgt Chelsea und macht auch vor seiner ältesten Tochter Ella nicht Halt. Dazu kommt noch eine narzisstische und egoistische Mutter. Diese ersten 200 Seiten im Buch sind daher emotional schwer zu ertragen. Beim Lesen empfand ich Wut, Hass und Zorn, denn ich weiß ganz genau, dass die Autorin hier nicht im Geringsten übertreibt, sondern dass es solchen Abschaum wie David wirklich gibt. Hunderte, Tausende Davids, die tagtäglich ihre Frauen und Partnerinnen misshandeln. Das erste Drittel des Buches war daher eine Achterbahnfahrt der negativen Gefühle für mich, wobei ich betonen möchte, dass das für mich kein Kritikpunkt ist, im Gegenteil. Ein Buch, das mich emotional so abholt, in der ein oder anderen Weise macht immer etwas richtig. Aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt, daher erzähle ich euch davon, denn abgesehen von der emotionalen Belastung, ist die Autorin auch nicht allzu zimperlich bei der Darstellung von physischer Gewalt und ja ein Hund stirbt und es wird auch genauer geschildert wie, da das ein Wendepunkt der Handlung ist. Es ist eine kurze einmalige Szene, wer aber mit dem Tod von Tieren bez. der Schilderung von dessen Tötung gar nicht konfrontiert werden möchte, sei hiermit gewarnt. Der Weg in die Freiheit Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem Chelsea das Violence Virus nutzen kann, um sich und ihre Töchter zumindest vorübergehend aus dem Griff ihres Ehemannes zu befreien, und ab hier beginnt der Kampf zurück zu sich selbst und in die Freiheit und das nicht nur für sie, sondern auch für ihre Tochter Ella und ihre Mutter Patricia, sodass wir in diesem Buch miterleben, wie drei Generationen von Frauen sich aus der Spirale von männlicher Macht und Gewalt zu befreien versuchen. Die Schilderung dieses Prozesses ist die große Stärke des Buches. In einem emotionalen Vorwort berichtet die Autorin Delilah S. Dawson, dass sie selbst ein Opfer häuslicher Gewalt war und dass The Violence auch eine Form der Aufarbeitung ist. Man merkt deutlich, dass die Autorin ihre eigenen Erlebnisse verarbeitet, sowohl die Gewalt, als auch die Therapie und Heilung danach, wodurch sie die emotionalen Aspekte dieser Entwicklung sehr authentisch wiedergibt. Die Beschreibungen der Gewalt und ihrer Auswirkungen auf die Opfer sind erschreckend realistisch, aber auch einfühlsam dargestellt. Dadurch wird dem Leser bewusst, wie tiefgreifend und langanhaltend die Spuren von häuslicher Gewalt sein können. Besonders beeindruckend ist der authentische Entwicklungsprozess der Hauptcharaktere. Es ist inspirierend zu beobachten, wie sie ihre Ängste und Traumata überwinden und allmählich wieder zu sich selbst finden. Diese Entwicklung ist glaubwürdig und gut durchdacht, was dem Leser ermöglicht, sich mit den Charakteren zu identifizieren und mit ihnen mitzufühlen. Es ist ermutigend zu sehen, wie sie Stärke und Mut finden, um sich aus der Gewaltspirale zu befreien. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat ist, dass das Buch zwar in Form von David und seine Kumpanen zeigt, wie Frauen unterdrückt und misshandelt werden, das Buch aber auch positive Männerfiguren hat. In vielen Büchern, die sich Feminismus auf die Fahne geschrieben haben, geht es nur darum, wie schlecht und böse die Männer sind (*hust* Die andere Hälfte der Welt), aber das hat mit Feminismus dann nicht mehr viel zu tun. Die Autorin vermittelt hingegen die wichtige Botschaft, dass Feminismus nicht bedeutet, dass alle Männer schlecht sind. Indem sie Charaktere einführt, die als Unterstützung und Hilfe für die Opfer auftreten und das ganz ohne Retter in weißer Rüstung Klischee, sondern als Unterstützer und Zuhörer, unterstreicht sie die Bedeutung von Solidarität und gegenseitigem Respekt zwischen den Geschlechtern. Das fand ich große Klasse. War da nicht noch etwas mit einem Virus? Doch “Moment”, denkt ihr euch jetzt vielleicht, “Du hast uns jetzt schon so viel über das Thema häusliche Gewalt im Buch erzählt, aber gab es da nicht noch eine Pandemie und ein Virus, dass alle in Killermaschinen verwandelt?” Ähm ja, die gibt es und immer wieder spielt die Pandemie auch eine wichtige Rolle in dem Buch, aber ganz ehrlich? Mit minimalen Änderungen hätte die gesamte Geschichte auch ohne das Virus funktioniert. The Violence ist in erster Linie ein Buch, dass das Thema häusliche Gewalt aufarbeitet, und das macht es auch sehr gut, als apokalyptischer Endzeitroman überzeugt es hingegen weniger, denn dafür erscheint das Virus zu unausgereift bez. die ganze Pandemie rückt nie so richtig in den Fokus und bekommt dementsprechend auch kaum Hintergrundinfos, sodass das Violence Virus stets nur ein Nebendarsteller bleibt. Da ich gänzlich ohne Erwartungen an das Buch herangegangen bin, hat mich dieser Aspekt weniger gestört, aber wer Lust auf einen richtigen Endzeitroman hat, neugierig auf das Virus ist und wie die Pandemie sich auf die Gesellschaft auswirkt, oder einfach die Welt brennen sehen will, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden. Dazu kommen durch die mangelnde Ausarbeitung des Virus auch einige Logikfehler und hin und wieder sind Dinge ziemlich überzogen dargestellt. Aber auch hier muss ich sagen, dass mich die Emotionalität des Buches gnädig gestimmt hat. Ich kann euch keine genaue Begründung liefern, aber was mich bei anderen Romanen an unrealistischem Verhalten und Löchern ohne Informationen auf die Palme gebracht hätte, hat mich bei The Violence nicht so gestört. Ja manches ist unrealistisch bis albern, trotzdem hat es für mich persönlich funktioniert und ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und denke auch, dass es bei mir noch eine ganze Weile nachhallen wird. Fazit: The Violence ist ein Buch, dass einen vor allem emotional mitnimmt. Es ist eines jener Bücher, die dich erst auf die Palme bringen und Wunden in dein Herz reißen, um dann fein säuberlich ein wohltuendes Pflaster draufzupacken. Als Manko sind einige Logikfehler, Überzeichnungen und die Tatsache, dass das Virus und die Pandemie nur Hintergrund sind, zu nennen, was ich aber in diesem Fall nicht ganz so eng sah, da mir das Buch nach Beenden einfach ein gutes Gefühl gegeben hat.

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Auf "The Violence: Wie weit wirst du für deine Freiheit gehen?" von Delilah S. Dawson, hab ich mich mega gefreut. Die Idee dahinter hat sich unglaublich gut angehört. So dass ich nicht lange überlegen musste. Der Schreibstil der Autorin ist sehr einnehmend und fesselnd, die Atmosphäre durchweg sehr beklemmend. Im Prinzip haben wir es hier mit den Martin Frauen zu tun. Tochter, Mutter und Großmutter. Eine ziemlich interessante Konstellation, zumal man von allen dreien die Perspektiven erfährt, was mitunter ziemlich interessant zu beobachten war. Auf die eine oder andere Weise mochte ich alle drei. Was aber vor allem an der unglaublich großen Charakterentwicklung lag. Ella, Chelsea und Patty sind sehr starke Persönlichkeiten. Aber erst eine Gefahrensituation bringt sie dazu ,endlich über sich hinauszuwachsen und aus ihrer Rolle auszubrechen. Daneben gibt es auch noch die Antagonisten, die aber in meinen Augen recht blass waren. Auch wenn es in der Zukunft spielt, so hat dieser Roman doch relativ wenig Sci-Fi Elemente, was mich jedoch in keinster Weise gestört hat. Stattdessen wird man mit Themen konfrontiert, mit denen wir tagtäglich zu kämpfen haben. Physischen und psychischen Missbrauch, Gewalt, Unterdrückung und (Tier-) Quälerei. Um es so mal kurz anzureißen. Wer mit diesen Themen nicht umgehen kann, sollte besser die Finger von diesem Roman lassen. Mich hat diese Geschichte sofort in den Bann gezogen. Die Autorin schreibt so empathisch und lebendig, dass ich direkt in den Bann gezogen wurde. Besonders Chelsea und Ella haben mich sofort begeistert mit ihrer Art und wie sie mit Konflikten umgegangen sind. Brooklyn dagegen sorgte für eine sehr weiche Note und viel Gefühl. Nach Covid wird hier ein weiterer Virus thematisiert. Der Violence Virus. Erschreckend realistisch, wenn man mal den ein oder anderen Aspekt ausklammert. Gesellschaftlich führt das zu einer enormen Spaltung,was beileibe nichts neues ist. Und wieder einmal aufzeigt, wie kalt und grausam diese Welt ist. Chelsea hat dabei ihre eigene Art, mit dem Virus umzugehen. Delilah S. Dawson hat eine ganz eigene Art für Spannung und Dramatik zu sorgen. Dabei geht es wirklich unter die Haut und man fühlt enorm mit den Martins mit. Spürt Hilflosigkeit, Verzweiflung und Wut. Feuert sie regelrecht an, wie sie langsam ihre alte Haut abstreifen und zu sich selbst finden. Dabei hat jeder mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen. Angst und Hoffnungslosigkeit sind dabei ein großer Bestandteil. Die Autorin spielt regelrecht mit den Ängsten ihrer Charaktere, aber wandelt es gleichzeitig in Stärke und Mut um. Sie zeigt sehr eindringlich auf, dass sich nur etwas ändern kann, wenn du selbst etwas änderst. Und das wird hier quasi regelrecht zelebriert. Besonders Pattys Hintergrund hat vieles erklärt und mich auch menschlich sehr berührt. Daneben wird einfach auch gezeigt, wie leicht man Menschen gefügig machen und sie isolieren kann. So dass sie immer mehr daran zerbrechen. Ein schleichender Prozess, der so viel in Gang setzt, ohne dass man es selbst bemerkt. Im Mittelteil flacht die Spannung kurzzeitig etwas ab, was den Unterhaltungswert aber nicht trübte. Der Showdown war mir allerdings zu schnell und flach. Das hätte man in meinen Augen noch weiter und dramatischer ausbauen können. Insgesamt konnte mich die Autorin jedoch unglaublich begeistern und in den Bann ziehen. Auch wenn die Grundthematik sehr heftig ist. Fazit: Mit "The Violence: wie weit wirst du für deine Freiheit gehen?" hat Delilah S. Dawson einen beklemmenden und sehr nervenaufreibenden Roman geschrieben, der sehr unter die Haut geht. Mit erstaunlich wenig Sci-Fi Elementen, dafür mit ernsten und wichtigen Themen behaftet und zudem punktet sie mit einer enormen Charakterentwicklung. Mir hat er unglaublich gut gefallen, auch wenn er kleinere Schwächen hat.

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ZUR INFO: Ich hatte meiner Rezension eine ausführliche Triggerwarnung vorangesetzt. Mit dieser wurde diese von Amazon abgelehnt. Haben sie jetzt nochmals ohne eingereicht. Das Buch/Der Autor: „The Violence“, ein Roman der Schriftstellerin Delilah S. Dawson, erschien auf Deutsch im Februar 2023 im Heyne-Verlag. Die Übersetzung stammt von Maike Hallmann. Verfügbar sind das Paperback mit 688 Seiten zum Preis von 18,00 Euro, eine E-Book- und Hörbuchversion sowie eine Ausgabe mit Audio-CDs. Die US-Amerikanerin Delilah S. Dawson, geboren am 21.10.1977, ist die Autorin mehrerer Jugendbuchserien, Comics und Star-Wars-Romane, die auf der New York Times-Bestsellerliste standen. In ihren Werken setzt sie sich immer wieder mit Themen wie Identität, Selbstwert, Geschlechterrollen und Diversität auseinander, wofür sie bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Sie lebt mit ihrer Familie in Georgia. Wie es aussieht: Über das minimalistisch gestaltete Cover bin ich erst auf das Buch aufmerksam geworden. Ich finde, man hätte das Titelbild kaum besser gestalten können. Es ist sehr prägnant, sticht aus der Masse hervor und sagt auch einfach alles Wesentliche über die Handlung aus. Die Signalfarbe Rot steht in diesem Zusammenhang für mich für Achtung, Vorsicht und ja – auch für viel Blut. Worum es geht (Klappentext des Verlages): Amerika in der nahen Zukunft. Nach außen hin führt die Familie Martin ein perfektes Leben, doch Investmentbanker David verprügelt seine Frau Chelsea regelmäßig bis zur Bewusstlosigkeit. Als sich ein mysteriöses Virus ausbreitet, das alle, die es infiziert, in einen exzessiven Gewaltrausch stürzt, sieht Chelsea ihre große Chance, sich und ihren beiden Töchtern ein neues Leben zu ermöglichen. Ein Leben in einer Welt, die sich am Ende radikal von unserer unterscheiden wird… Wie es mir gefallen hat: Dieses Buch ist eine Wucht, und damit meine ich eine Wucht im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist wuchtig, aggressiv, brutal, widerlich, angsteinflößend, grausam, optimistisch, feministisch, überraschend, faszinierend, unterhaltsam, gut geschrieben, alles ein einem! Der kurze Klappentext macht zwar Lust auf`s Lesen, wird „The Violence“ aber nicht ansatzweise gerecht. Das Buch startet mit einer solchen Energie, dass ich wirklich des Öfteren überlegt habe, ob ich weiterlese oder abbreche. Manche Szenen haben mich ein wenig verstört, richtig mitgenommen und ich konnte mich total in die schrecklichen Erlebnisse von Chelsea hineinversetzen. Das war für sich alleine schon schlimm genug, aber ich war mir auch nicht sicher, ob ich in der aktuellen Situation noch einen weiteren Virus, eine weitere Seuche, verkrafte. Corona nimmt mich nach wie vor sehr mit und steckt mir tief in den Knochen. Es lag auf jedem Fall am Erzählstil von Delilah S. Dawson, die wirklich flüssig und mitreißend schreibt. Auch ein Lob an die Übersetzerin, die wir ich finde gute Arbeit geleistet hat. Nun gut, ich habe nicht nur weitergelesen, sondern die doch stattliche Seitenzahl an einem Samstag komplett durchgesuchtet. Das Spannungsniveau war so hoch, dass mein Freund und mein Haushalt leider hintenanstehen mussten. Die Geschichte spielt in drei Handlungssträngen: Großmutter, Mutter, Enkelin. Am sympathischsten – wenn man hier davon sprechen kann – war mir Ella. Die Erlebnisse der drei Generationen, die sich als Frauen Seite um Seite immer mehr weiterentwickeln und zusehends stärker werden, sind detailliert herausgearbeitet und geschickt miteinander verwoben, die Probleme, die untereinander bestehen, gut dargestellt und analysiert. Zum Ende werden sie geschickt zu einem „schönen“ Finale zusammengefasst. Cliffhanger und überraschende Wendungen sind definitiv vorhanden und machen es einem, wie schon erwähnt, schwer, das Buch zur Seite zu legen. Also, ich bin (eigentlich) voll des Lobes für dieses ungewöhnliche, außergewöhnliche Buch. Es hat mir richtig gut gefallen, bis auf einen Kritikpunkt. Ich hätte die Geschichte deutlich gestrafft. Sie ist an vielen Stellen meiner Meinung nach doch ziemlich langatmig, vor allem in dem Bereich, in dem Chel zu Florida Woman wird. Das war mir einfach too much! Dafür ziehe ich einen Stern ab und vergebe immer noch sehr gute vier von fünf Sternen. Das Buch ist für mich absolut lesenswert. Aber bitte Vorsicht walten lassen, wenn man sensitiv auf bestimmte Themen reagiert.

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