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Rezensionen zu
Anna und der Schwalbenmann

Gavriel Savit

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Wie einem Kind das Grauen des Nationalsozialismus, überhaupt das Leid von Krieg und Mord, von menschlicher Grausamkeit erklären? Das heutige didaktische Problem überträgt Gavriel Savit in seinem Jugendbuch „Anna und der Schwalbenmann“ in den Text selbst. Wie einem kleinen Mädchen erklären, dass der Vater einfach verschwindet, weil die Nazis ihn als Angehörigen der intellektuellen Elite ermordet haben? Die Antwort, die dieser poetische Roman gibt, ist so bedrückend leicht wie erhaben schwer: Mit Geschichten. Gavriel Savit nimmt uns mit in die Zeit des Zweiten Weltkrieges und zeigt uns fernab der großen Städte und Straßen, inmitten der Einsamkeit der Wälder und Wanderwege umso eindrücklicher, wie existenziell bedrohlich der Mensch dem Menschen werden kann, wie einsam wir alle sind und wie schwer es ist, Mensch zu bleiben, trotz allem. Die Handlung beginnt 1939 in Krakau. Anna ist ein Intellektuellenkind und wächst in der multikulturellen Atmosphäre einer bunten Weltstadt auf. Mal spricht sie deutsch, mal jiddisch, mal polnisch, mal französisch. Die Freunde des Vaters sind auch ihre Freunde, die Welt ist ein Sammelsurium spannender Menschen mit eigenen Geschichten und bunten Erlebnissen. Bis ihr Vater sie eines Tages bei einem befreundeten Apotheker lässt und nicht zurückkehrt. Der Apotheker will Anna jedoch auch nicht beherbergen. Er ist Deutscher, das Kind eines Ermordeten will er offensichtlich nicht bei sich unterbringen. Welche Ethnizität Anna selbst hat, wird nie deutlich, sie weiß es selbst nicht, genauso wenig wie sie weiß, wohin sie gehen soll, nachdem sie stundenlang von der abgeschlossenen eigenen Wohnungstür gesessen hat. Schon hier wird auf wundersame Weise die Absurdität ethnischer Zugehörigkeiten deutlich und gleichsam die (vermeintliche) Sicherheit, die sie manchen vermitteln gespiegelt. Ganz ohne dass es klar ausgesprochen würde. Anna ist verzweifelt und hat Angst. Doch dann passiert ein kleines Wunder: Auf der Straße, vor der Apotheke, trifft sie einen leicht unheimlichen, mysteriösen Mann, der genau wie sie die Sprachen wechseln kann wie Kleider und der sogar mit Vögeln spricht. Er lockt eine Schwalbe zu sich, um Anna zu trösten. Und Anna weiß plötzlich, was zu tun ist. Sie folgt dem Schwalbenmann. Geschichten und Identitäten und wir: Dazwischen Der Schwalbenmann ist ein Rätsel für Anna und er wird es das ganze Buch über bleiben, doch eines erkennt Anna intuitiv von Beginn an: So, wie eine Tochter nicht ohne Vater sein kann, so kann auch ein Vater nicht ohne Tochter sein. Die gemeinsamen Verluste schmieden die beiden aneinander, der Schwalbenmann und Anna wandern durch Polen, Jahre vergehen und in kurzen Sätzen gelingt es Savit, die historischen Hintergründe einzuflechten, während er ansonsten beschreibt, wie Anna langsam erwachsen wird und doch in einer Welt der Geschichten lebt. Wie sie dabei bleibt, die Nazis als Wölfe und die Sowjets als Bären zu betrachten, ganz so, wie der Schwalbenmann es ihr von Beginn an erklärt hat. Wie sie durch die Geschichten des Schwalbenmanns ihren eigenen Namen verliert und doch nicht verloren geht, bis eines Tages die Frage im Raum steht, ob es wirklich möglich ist, ein einziges Menschenleben gegen viele aufzurechnen. Und ob wir, wenn wir einmal unsere Maske haben fallen lassen, wieder zurückkönnen in die Rollen, die wir uns selbst gesucht haben. Vom Wert eines Menschenlebens Gavriel Savit erzählt vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Besatzung in Polen eine berührende Geschichte von Menschenwürde und Anstand, die so philosophisch wie poetisch ist und an vielen Stellen so grausam und buchstäblich herzzerreißend, dabei so ruhig und nachdenklich, dass es weh tut. Aufgrund der hohen Abstraktion ist die Empfehlung des Verlages ab 14 Jahren sicherlich sinnvoll, zumal der historische Kontext wirklich nur en passant geliefert wird. Weiterführende Hinweise finden sich nicht am Ende des Textes. Dennoch sei dieser Roman wärmstens empfohlen. Eben gerade, weil der historische Rahmen so selbstverständlich erzählt wird, ist er umso eindrücklicher präsent und zugleich viel näher an uns dran, als gelegentlich lieb ist. Die Rätselhaftigkeit der Charaktere lässt uns über uns selbst rätseln, das Fehlen von Schwarz und Weiß-Malerei, von eindeutigem Böse und Gut macht das Rätsel noch schwerer. Was sind die Dinge die uns leiten, wer wollen wir sein, wie können wir das Elend der Welt ertragen? „Anna und der Schwalbenmann“ lädt ein, darüber nachzudenken. Gestaltung 5/5 Sprache 5/5 weiterführende Tipps 0/5 Handlung 5/5 Gavriel Savit: Anna und der Schwalbenmann. Mit Illustrationen von Laura Carlin. Aus dem Amerikanischen von Sophie Zeitz-Ventura. Ab 14 Jahren. ISBN 978-3-570-16404-4. München: cbt 2016.

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Anna ist ein kleines Mädchen, als 1939 in Krakau ihr Vater von den Deutschen mitgenommen wird. Er ist Jude und Anna versteht nicht warum ihr Vater sie auf einmal verlassen hat. Kurz nachdem sie alleine gelassen worden ist, trifft Anna auf den mysteriösen Schwalbenmann. Sie ist fasziniert von ihm, denn er beherrscht, genau wie ihr Vater, verschiedene Sprachen. Nicht nur die menschliche Sprache kann er, sondern auch die Sprache der Vögel. Er kann sie imitieren und lockt sie somit an. Nachdem er Anna so eine Schwalbe gezeigt hat, besteht er darauf, dass sie ihn Schwalbenmann nennt, denn echte Namen sind in der Welt voller Angst und Feindseligkeit sehr gefährlich. Die beiden begeben sich auf die Reise, bei der es um das reine Überleben geht. Sie laufen durch Städte und Wälder und kämpfen ums Überleben. Alles was Anna wissen muss, lernt sie von ihrem Begleiter. Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört. Die Sprecherin hat mich sofort in ihren Bann gezogen und kann die Atmosphäre dieser düsteren und tragischen Story sehr gut rüberbringen. Ich fand es sehr faszinierend, dass die kleine Anna so viele Sprachen spricht und fand es sehr toll wie diese den einzelnen Menschen zugeordnet sind. So spricht zum Beispiel Dr. Fuchsmann , der Apotheker, die Sprache der Gestapo. Anna mag alle Menschen und als ein Soldat, der dabei ist einen Mann körperlich zu missbrauchen zu ihr sagt, dass dieser kein Mann sei, sondern ein Jude, versteht sie die Welt nicht mehr. Wir begleiten Anna und den Schwalbenmann auf ihren Weg durch den Krieg. Auf der einen Seite bekommen wir die Weltsicht eines Kindes geboten, die nicht versteht was vor sich geht, und auf der anderen Seite, die Ansicht eines Mannes, der seine Worte mit Bedacht wählt. So scheint es, dass alles was er sagt, von großer Bedeutung ist, teilweise sogar von philosophischer Wichtigkeit. Das Unbegreifliche wird durch ihn begreiflich. "Sie sehen aus wie junge Männer, oder? Aber das sind sie nicht. Die, die von Westen kommen - sie sind Wölfe. Und die, die von Osten kommen, sind Bären. Sie verkleiden sich als junge Männer, weil sie sich als Menschen leichter an Orten der Menschen bewegen können, auf Straßen und in Städten. [...] Die Wölfe und Bären mögen keine Menschen, und wenn sie einen Grund finden, dir wehzutun, dann werden sie es tun. Sie sind hier, weil sie die Welt mit ihrer eigenen Art bevölkern wollen. Sie versuchen, sich so viel Platz wie möglich zu schaffen, und das tun sie, indem sie die Menschen loswerden, und dazu kannst du jederzeit gehören." [S.89] Dieser kurze Abschnitt macht deutlich, wie wichtig die Aussagen des Schwalbenmannes für Anna sind und wie wichtig sie für das Verständnis des Lesers, beziehungsweise Zuhörers sind. Die Zielgruppe dieses Buches sind Jugendliche, und die Sprache ist sehr angemessen für eine junge Zielgruppe und dennoch beschönigt sie nichts. Aber auch jeder Erwachsene kann dieses Werk „genießen“. Es ist keine leichte Kost und bringt einen zum Nachdenken. Es ist anders als viele andere Geschichten zu Zeiten des zweiten Weltkrieges. Die Geschichte hat mich berührt, war aber teilweise doch sehr langatmig. Ich weiß nicht, ob mir sie besser als gedrucktes Buch gefallen hätte. Dennoch muss ich sagen, dass sowohl der Autor eine großartige Leistung vollbracht hat, als auch die Sprecherin, da es keine leichte Aufgabe ist, ein solches Buch zu vertonen.

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Mein Bericht zu "Anna und der Schwalbenmann"

Von: Henri Ruff aus Heusenstamm

22.11.2016

Nach der Buchmesse habe ich mich mit dem Buch „Anna und der Schwalbenmann“ beschäftigt. Das Buch trägt ein traurige und emotionale Stimmung, sogar ein bisschen trostlos, aber auch etwas schönes und beruhigendes in sich. Die Geschichte ist aus der Sicht des kleinen sieben jährigen Mädchen Anna geschrieben. Allerdings nicht in der Ich- Perspektive. Die Traurige Stimmung die sich beim Lesen immer mehr verdeutlicht spiegelt sich im Verlaufe des Buches auch in den Charakteren wieder. >>>Vorsicht Spoiler!<<< In der Geschichte geht es um das sieben jährige jüdische Mädchen Anna Łania, was in der Zeit des 2. Weltkrieges in Krakau (Polen) aufwächst. Ihr Vater war Sprach-Professor, weshalb sie wie ihr Vater ziemlich viele Sprachen spricht, um Genau zu sein, Deutsch, Russisch, Französisch, Englisch, Jiddisch, Ukrainisch, Armenisch und Romani, von denen sie einen besser als die andere kann. An einem Tag musste ihr Alleinerziehender Vater für die „Sonderaktion“, eine Idee Deutschlands, für ein paar Stunden außer Haus, weshalb sie erst mal in der Apotheke von Herrn Doktor Fuchsmann, ein Deutscher Bekannter, betreut wird. Doch als der Vater auch am nächsten Tag noch nicht kam, und Anna die Nacht unter dem Apothekentresen verbringen musste, wurde sie von Doktor Fuchsmann auf die Straße gesetzt. Doch dort war es gefährlich und auf der Straßen bleiben kann man in einer Kriegszeit wohl schwer, besonders als junges jüdisches Mädchen. Doch zum Glück traf sie auf einen etwas seltsamen Mann, dem sie in den Wald weit weg von Krakau folgte, welcher ihr verschiedene Überlebenstipps bei brachte... Mir persönlich gefällt das Buch, jedoch denke ich dass es zwar für meine Altersgruppe, also ab 14 Jahren, verständlich ist, denke aber dass Buch eher ältere interessiert. Daher empfehle ich das Buch Jugendlichen ab 16 Jahre. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es auch 14 Jährige gibt, die sich dafür sehr interessieren.

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Wunderbares Buch mit fantastischem Schreibstil

Von: Clarry aus Reutlingen

15.07.2016

Ich habe schon so viele Bücher gelesen, aber ich muss sagen, dass dieses Buch eines der besten ist, das ich je gelesen habe. Die Gabe von Gavriel Savit, mit Worten umzugehen, ist schlicht und einfach atemberaubend. Der Schreibstil hat mich in eine andere Welt verführt, und so gerne habe ich das Buch aufgeschlagen und mich ihm hingegeben... Es ist definitiv ein Buch mit geschichtlichem Hintergrund der anderen Art. Der dunkle und erdrückende Schatten des Krieges liegt zwar über der Geschichte, aber er steht nicht im Vordergrund. Das ist ein Faktor, der das Buch zu etwas ganz Besonderem macht. Ich kann es nur weiterempfehlen, es ist wunderbar, es zu lesen!

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1939, Krakau: Anna ist gerade einmal sieben Jahre alt, als die Deutschen ihren Vater, einen jüdischen Intellektuellen mitnehmen. Das junge Mädchen versteht nicht aus welchem Grund, sie versteht nur, dass sie nun alleine ist. Auf ihrer Suche nach einer Unterkunft bei Bekannten trifft sie den Schwalbenmann. Der große, hagere Mann ist geheimnisvoll, charismatisch, unglaublich klug und spricht faszinierend viele Sprachen, was Anna an ihren verschwundenen Vater erinnert. Bei ihrer ersten Begegnung imitiert der Unbekannte Vogellaute und lockt damit eine Schwalbe für Anna an. Von aufkeimender Hoffnung geleitet, folgt Anna dem Schwalbenmann auf seinem Weg und schließt sich dem Überlebenskünstler an. Er zeigt ihr, wie man von den Städten fernbleibt, sich im Wald ernährt und vor allen versteckt, um in einer Welt voller tödlicher Feindseligkeit am Leben zu bleiben. Doch in einer Welt, die am Abgrund steht, kann alles gefährlich werden, ein falscher Blick oder ein dummes Wort kann den Tod besiegeln und auch der Schwalbenmann selbst kann zu einer tödlichen Gefahr werden. "Anna und der Schwalbenmann" ist einer von vielen Romanen über die Zeit des Nationalsozialismus und doch so anders. Es ist ziemlich rätselhaft und trotz des schwierigen Themas ein wunderschönes Werk, das man gelesen haben muss, weshalb es von mir fünf Sterne bekommt. Das Buch bringt einen zum Lachen und zum Weinen, man fiebert mit Anna und ihrem Begleiter mit und folgt dem Verlauf der Geschichte wie einem rauschenden Fluss. Zunächst plätschert dieser leise und ruhig dahin, um einige Meter weiter zu einem gewaltigen Strom anzuschwellen und alles mit sich zu reißen, was in nächster Nähe steht. Genauso verhält es sich mit Annas Reise durch die Wälder Polens auf der Flucht vor dem zweiten Weltkrieg. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Schwalbenmann, den sie zugleich fürchtet und wie einen Vater liebt, durchquert sie das ganze Land und trifft dort Freunde und Feinde, wobei sie letztere mehrmals mit gewitzten Tricks überlisten. Doch ihr neues Leben ist anstrengend und nicht nur von schönen Erlebnissen geprägt, denn Anna muss viele schlimme Dinge mit ansehen und der ohnehin wortkarge Schwalbenmann spricht teilweise tagelang kein einziges Wort. Schließlich treffen die beiden Reisenden auf den liebenswerten und lebenslustigen Reb Hirschl, einen Juden, der dem Wodka sehr zugeneigt ist und Klarinette spielt. Von nun an lernt Anna die Welt nicht nur durch die Augen des Schwalbenmanns, dessen wahre Identität bis zum Ende des Buches ungeklärt bleibt und sich nur durch dezente Andeutungen erahnen lässt, sondern auch durch die des Juden kennen. Doch eines Tages verändert sich der Schwalbenmann und wird zu einer unkalkulierbaren Gefahr. Nachdem Anna, die zu Beginn der Geschichte ein kluges aber dennoch sehr kindliches Mädchen war, nun die einzige Konstante in ihrem Leben verloren hat, muss sie schnell erwachsen werden, um sich und den Schwalbenmann zu retten. Dieses Buch zeichnet sich durch die fesselnde Geschichte und die ausdrucksstarken Charaktere aus, doch das Highlight ist unumstritten die einzigartige Sprache. Gavriel Savit schafft es mit wenigen Worten eine Atmosphäre zu schaffen, die einen tief berührt und die Gefühle der fliehenden Anna nachempfinden lässt. Seine Erzählweise ist so literarisch, poetisch, sanft und doch auf eine gewisse Weise schmerzhaft ehrlich. Folgender Textausschnitt zeigt die einmalige Art zu Erzählen sehr deutlich und hat mich tief berührt: "Enttäuschung war schwer, aber sie ließ sich in einen Koffer packen – sie hatte gerade Kanten und runde Ecken und passte noch in den letzten Winkel. Bei Hoffnung war es ähnlich. Doch die Mischung von beiden war weniger handlich – sie war sperrig und unförmig und trotzdem bleischwer. Die Mischung von beiden war viel zu zerbrechlich, um sie einzupacken, sie musste in den Händen getragen werden." (S. 262 f.) "Anna und der Schwalbenmann" ist ein wunderbares Buch gegen das Vergessen ohne dabei mit erhobenem Finger auf die Leser einzuwirken. Es zeigt, dass es auch in den dunkelsten Momenten des Lebens Lichter gibt, die Hoffnung und Freude bringen. Dieses Werk kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen, denn es besticht mit charismatischen Charakteren, einzigartiger Erzählweise und einer grandiosen Geschichte.

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Geschichte und Erzählstil: Die Geschichte von dem kleinen Mädchen, dessen Vater von den Deutschen verschleppt wird und das daraufhin mit ihren 7 Jahren ganz auf sich allein gestellt ist, ist von Anfang an besonders. Die kleine Anna ist ein wissbegieriges, aufgeschlossenes Kind, dass mit ihrer unkomplizierten Art sofort die Aufmerksamkeit des Schwalbenmannes erregt. Und auch dem Leser/Hörer direkt ans Herz wächst. In dieser rauen Welt, dem von den Deutschen eingenommenen Krakau, wirkt Anna gleichzeitig schutzbedürftig und kindlich, aber auch erwachsen. Zunächst schockiert sie das Verschwinden ihres Vaters, doch bald schon fügt sie sich in die Gegebenheiten ein und passt sich mit einem unerschütterlichen Instinkt an, um zu erleben. Damit ist sie ein absolut bemerkenswertes Kind. Es ist immer wieder tragisch, erschreckend und so unendlich traurig, wenn man liest, wie schnell kleine Kinder sich während des Krieges an Tod, Zerstörung und unermessliches Leid gewöhnen mussten, wie sie es als selbstverständlich betrachteten und wie sie das alles ganz ohne jeden Zweifel als Teil ihrer Welt akzeptierten. Bis zum Ende hat es mich absolut betroffen gemacht, wie Anna all das hinnimmt - in ihrer kindlichen Unschuld und Naivität. Es zeigt wieder einmal, auf wie vielen Ebenen der Zweite Weltkrieg einfach nur ein grausames, entsetzliches, unbegreifliches Verbrechen an der Menschheit war. Der Schwalbenmann ist hingegen ein eher rätselhafter, mysteriöser Charakter, über den man nicht viel erfährt - vor allem seinen Namen nicht. Den hält er auch vor Anna bis zum Schluss geheim. Auch ich bin nicht wirklich schlau geworden aus dem Schwalbenmann - einerseits ist er stellenweise ein unerwartet feinfühliger Mann, der Anna den Krieg auf eine verständliche, vereinfachte Weise erklärt (so z.B. die Deutschen und die Russen als Raubtiere, die als Menschen getarnt auf Beutezug gehen). Er ist aber auch pragmatisch, ernst, clever und gewieft und gegen Ende sogar roh und unberechenbar. Bis zum Ende ist unklar, wieso der Schwalbenmann Anna unter seine Fittiche genommen hat, weshalb er dafür sorgt, dass ihr nichts passiert, wer er überhaupt ist und weshalb er Tag für Tag, Jahr für Jahr durch die polnischen Wälder wandert. Stellenweise ist die Geschichte selbst sehr konfus und man fragt sich immer wieder, worauf das Ganze hinausläuft. Dynamisch machen die Handlung dabei unerwartete Wendungen und Kniffe, wie zum Beispiel die gemeinsame Sprache Annas und des Schwalbenmanns. Es ist eine berührende Geschichte, die auf schonungslose und schmerzhafte Weise von den Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs erzählt, und das ist auch wirklich gut gelungen. Nur bleibt die Geschichte bis zum Ende auch vage und geheimnisvoll und das Meiste bleibt ungeklärt. So bleibt man als Leser ein wenig ratlos zurück und muss sich fragen, worauf Annas Reise an der Seite des Schwalbenmannes schließlich hinauslief. Das finde ich leider etwas schade. Sprecher: Gelesen wird Anna und der Schwalbenmann von Laura Maire, die ich als Hörbuchsprecherin noch nicht kannte, deren Stimme aber perfekt zur kleinen Anna passt. Maires Stimme klingt auf eine sehr authentische Art und Weise unschuldig und kindlich und transportiert Annas Emotionen wie beispielsweise Wut, Angst, Ratlosigkeit und Freude sehr überzeugend und anrührend. Auch die übrigen Charaktere, nicht zuletzt den Schwalbenmann, verkörpert Maire überragend und arbeitet dabei fantastisch mit Lautstärke und Rhythmus, wodurch sie ihrer Stimme je nach Situation verschiedene Klänge verleiht. Für mich definitiv eine der besten Hörbuchproduktionen! Mein Fazit: Anna und der Schwalbenmann erzählt die bewegende und zutiefst erschütternde Geschichte eines kleinen Mädchens, das mit der Grausamkeit des Krieges aufwächst. Die kleine naive Anna und der mysteriöse Schwalbenmann sind ein ungewöhnliches Gespann und ebenso ungewöhnlich ist auch ihre Reise. Trotzdem war die Handlung mir an vielen Stellen zu konfus und zu undurchsichtig und ich hätte mir am Ende mehr Antworten erhofft. Dank der überragenden Interpretation von Laura Maire ist das Hörbuch alles in allem aber wirklich spannend und fesselnd.

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Meine Meinung zum Hörbuch: Anna und der Schwalbenmann Aufmerksamkeit und Erwartung: Diesen Punkt erzähle ich euch näher auf meinem Blog, denn hier sind oft Punkte versteckt, die nichts mit der Rezension zu tun haben. Inhalt in meinen Worten: Anna verliert in Krakau ihren Vater, denn die Deutschen nehmen ihn mit, denn er ist Jude. Anna versteht nicht warum und bleibt erst einmal allein zurück. Sie lernt aber den Schwalbenmann kennen, der ihr hilft zu überleben und weiter zu gehen. Viele Abenteuer muss Anna einerseits bestehen und andererseits muss sie mit Herrn Schwalbenmann so einiges überstehen. Es ist nicht immer leicht für Anna, und doch hat sie gelernt zu vertrauen und weiter zu gehen, als dass die Grenze es ihr zeigt. Wie empfand ich das Hörbuch? Stimme: Laura hat für mich eine total angenehme Stimme. Sie spricht einerseits total ruhig, aber nicht so dass man einschläft sondern so, dass ich wirklich gerne zu höre. Es ist lebendig gehalten, das kommt dadurch, dass Laura Anna besonders betont, genauso wie alle anderen Figuren besonders betont werden. Auch kann sie in den verschiedenen Tonarten sprechen, so dass man schnell erkennt, wer welche Figur gerade am Werk ist. Einerseits spricht in diesem Buch ein allwissender Erzähler, andererseits brauchen auch Anna und Schwalbenmann und einige andere Figuren eine besondere Rolle. Und das kann Laura richtig gut einfangen. Geschichte: Bewegend - teilweise erschreckend - hoffnungsvoll - verzweifelt - überleben und durchhalten. Obwohl die Geschichte 6 Stunden geht, konnte ich nicht aufhören zu hören, denn ich wollte wirklich wissen wie Anna diese Zeit wahr nimmt in dem Krieg. Dabei wurde ich mit der Rauhheit der damaligen Zeit vertraut gemacht, und manches wurde nicht wirklich ausreichend beantwortet, anderes zog sich etwas, und doch war es spannend, so dass ich am Ball bleiben wollte und musste. Die Zeit im Buch vergeht sehr schnell. Aus 40 Tagen werden irgendwann 40 Jahre. Anna musste sich im Buch irgendwann auch entscheiden. Schafft sie die Bedingungen des Schwalbenmanns? Schafft sie es zu überleben obwohl graue und harte Felsbrocken auf sie niederprasseln, zumindest in ihren Gefühlen? Charaktere: Anna ist erst zaghaft, grau und versteckt, doch umso mehr die Reise ging umso mehr wurde sie lebendig, erwachsen und reif. Gleichzeitig musste sie sehr viele Gedanken von Schwalbenmann verarbeiten. Der ihr immer wieder klar machte, dass sie Lügen muss, um zu überleben. Doch wie Anna es umsetzt überbleibt Anna. Warum ich euch das Hörbuch empfehle? Die Stimme Laura Maire ist wirklich genial. Sie macht das Hörbuch so lebendig. Einerseits weil sie wirklich die richtigen Betonungen trifft und auch gleichzeitig einiges an Gefühlen weiter tragen kann. Auch die Geschichte ist bewegend - auch wenn sie mich obwohl sie mich wirklich mitriss und ich kaum aufhören konnte, zuzuhören, so schaffte sie nicht, mir alles weiter zu tragen, somit werde ich dieses Hörbuch nicht nur einmal hören sondern mehrmals, damit ich alles was in der Geschichte steckt auch ergreifen, entdecken und fühlen kann. Warum ich bedenken habe? Das Hörbuch ist nicht einfach zu verarbeiten, man braucht Zeit. Man braucht auch eine Menge Fantasy um wirklich mitzukommen, mitzufühlen mitzuempfinden und sich wirklich in die Geschichte fallen zu lassen. Aber wann ist Krieg und seine Geschichte einfach? Auch würde ich empfehlen, das Hörbuch ab 14/15 Jahren zu hören und nicht schon ab 13 Jahren. Fazit: Dieses Hörbuch ist genial und intensiv gesprochen, die Geschichte ist bewegend und erschreckend. Ein Überleben in einer Zeit, wo Überleben nicht das einfachste war. Sterne: Ich gebe dem Hörbuch vier Sterne.

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Inhalt: Das kleine jüdische Mädchen Anna lebt 1939 in Krakau gemeinsam mit ihrem Vater und führt trotz des Kriegs ein unbeschwertes Leben. Ihr Vater spricht jede Menge Sprachen und so lernt auch sie von klein auf, dass zu jedem Menschen eine ganz besondere Art zu sprechen gehört. Als ihr Vater eines Tages von den Deutschen mitgenommen wird und sie allein zurück bleibt trifft sie zufällig auf den Schwalbenmann. Dieser kann ebenfalls sehr viele Sprachen sprechen und sogar mit den Vögeln reden – was Anna nicht weiter wundert. Er bringt ihr bei zu überleben in der nicht immer freundlichen Welt und Anna muss schnell auch die Sprache der Strasse lernen… Rezension: Mich hat der Klappentext sofort angesprochen – Doch leider konnte mich das Hörbuch nicht wirklich begeistern. Natürlich ist es ein schweres Thema, das war zu erwarten, trotzdem ist es mir zu düster und irgendwie verworren… Vielleicht mag ich auch einfach den Stil des Autors nicht. Ich empfehle das Hörbuch daher eher nicht weiter…

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