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Rezensionen zu
Der tödliche Tanz des Monsieur Bernard

Marie Pellissier

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Schon in “Die tödliche Tugend der Madame Blandel” ermittelte die quirlige Lucy auf eigene Faust, und das trotz ihres hohen Alters und ihres eigentlich ganz anders gelagerten Berufs. Denn Lucy ist die Gardienne eines alten herrschaftlichen Hauses mitten in Paris - etwas ähnliches, aber doch viel mehr als eine Concierge, denn sie sorgt nicht nur dafür, dass niemand Unbefugtes das Haus betritt, sie kümmert sich auch um die Post und sonstigen Anlieferungen und weiß vor allem über alles und jeden im Haus Bescheid. Natürlich ist diese gern von älteren Damen ausgeübte Tätigkeit, für die Paris lange Zeit berühmt war, wegen moderner Schließ- und Sicherheitsanlagen längst vom Aussterben bedroht. Doch die Autorin Marie Pellisier zeigt, wie wichtig manch betagtem und verwöhnten Bewohner diese Funktion immer noch ist. Und sie zeigt, wie geschickt eine Gardienne wie Lucy ihre Position nutzen kann, um die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Dieses mal muss Lucy, die stark an Diabetes leidet, allerdings nicht zu Hause ermitteln, sondern in der berühmten Pariser Oper. Das fordert jede Menge Einsatz, denn der zuständige Commissaire zeichnet sich mal wieder durch große Trägheit bei den Ermittlungen aus. So ist “Der tödliche Tanz des Monsieur Bernard ” wieder ein unterhaltsamer Krimi, der ohne viel Action und Blutvergießen eine munterere Geschichte erzählt.

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Ein Jahr ist es her, dass die Hausmeisterin Lucie in ihrem Haus am Place des Vosges ermittelt hat. Als sie bei der Reinigung in der Pariser Oper aushilft, wird der Ballettdirektor am Fuße der großen Treppe aufgefunden. Gardienne Lucie ahnt, dass es sich hierbei nicht um einen Unfall handelt und ruft Commisaire Legrand zur Hilfe, der den Fall schnellstmöglich abschließen will. Und so stellt die kleine Madame ihre ganz eigenen Ermittlungen an. Nur ein Durchdringen durch die verschworene Ballettgemeinschaft ist gar nicht so einfach... In Anbetracht der aktuellen Ereignisse ist es wundervoll, Paris in seiner schönen Form zu erleben. Die malerische Abbildung der Stadt und der Leute gefiel mir schon in dem ersten Band um Gardienne Lucie. Diese liebenswürdige Dame arbeitet auch diesmal wieder an allen Fronten: Das Instandhalten des Hauses und dem Beilaunehalten der Bewohner und des neuen Verwalters, der Zusammenführung ihrer Familie und der Ermittlung eines neuen Falls. Dass natürlich nicht alles gleichzeitig funktioniert, ergibt sich von selbst. Auch wenn man in einigen Situation echt den Kopf über Lucie schütteln kann, hat sie viel Witz und Charme, sodass man ihr so einigen Mist gar nicht übel nehmen kann. Commissaire Legrand ist noch schlechter auf auf Lucie zu sprechen und freut sich nicht gerade, sie am Tatort der Oper vorzufinden. Griesgrämig erlebt man den Kommissar, hat er doch einen Fall, der keiner ist. Auch seine Assistenin Aurélie, die ihm meist einen Schritt voraus ist, bereitet ihm einige Sorgen. Trotzdem ist der Monsieur le Commisaire ein sehr angenehmer Ermittler. Seine Eigenheiten und seine Zweifel gegenüber der Gardienne sind doch reichlich unterhaltsam. Dass er Herz hat, beweist er auch, als er sich kurzerhand in eine der Verdächtigen verliebt. Auch wenn Lucie und Legrand eher gegen- als miteinander arbeiten, sind sie ein sehr erfolgreiches, wenn auch bizarres Ermittlerduo. Es ist unglaublich, ich habe wirklich selten so oft meine Vermutungen bezüglich des Mörders während eines Buches geändert. Dabei ist die Anzahl der Verdächtigen theoretisch überschaubar, aber es tauchen immer wieder neue Hintergrundinformationen auf, sodass man immer wieder seine Meinung ändert. Ein großes Lob an die Autorin, obwohl man vielleicht nicht auf den letzten Seiten den Verdacht nochmals von einen auf den anderen hätte lenken müssen, das war dann schon etwas viel. Die Szenerie an der Oper ist sehr kulturell und gibt einen umfangreichen Einblick in die Ballettwelt. Am Anfang habe ich mich aufgrund der Vielzahl an den Personen dort etwas schwer reingefunden und mitunter dauerte mir zu lange, bis Lucie einen von ihnen wieder ein entscheidendes Detail abluchsen konnte. Für diesen ruhigen, aber sehr stimmungsvollen Kriminalroman à la französischer Miss Marple, vergebe ich 4 Sterne.

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Kaum hat sich die Aufregung um den Mord an Madame Blandel etwas gelegt, muss Gardienne Lucie Ferreira erneut einen Verlust hinnehmen. Gerade als sie zur Aushilfe an der Pariser Oper putzt, stürzt dort der Ballettdirektor Guillaume Bernard auf einer Treppe zu Tode. Auch er war ein Bewohner des Hauses am Place des Vosges, wo Lucie als Hausmeisterin tätig ist. War es ein tragischer Unfall oder trachtete dem Direktor jemand nach dem Leben? Die Antwort auf diese Frage muss nun Commissaire Legrand finden. Es wäre natürlich einfacher, wenn nicht alles so blitzblank gesäubert wäre. Marie Pellissier kreiert erneut einen Kriminalfall um die sympathische Gardienne Lucie, die bereits erste Kontakte mit dem Kapitalverbrechen in „Die tödliche Tugend der Madame Blandel“ hatte. Auch im zweiten Band fühlt sich der Leser nach wenigen Seiten vom französischen Flair eingefangen. Tatort ist diesmal die Pariser Oper mit ihren schönen Künsten. Wer bereits den ersten Fall gelesen hat, wird mit den Beziehungen der Figuren untereinander keine Probleme haben. Für die anderen steht am Ende ein Personenregister zur Verfügung. Das ist umso wichtiger, da hier das Zwischenmenschliche einen großen Teil der Handlung einnimmt. Allerdings geht es auch um den glänzenden Schein der Darstellung und wie schmutzig es aussieht, wenn der Vorhang gefallen ist. Diese Informationen lenken den Leser auf einige Irrwege, um den wahren Täter bis zum letzten Akt unkenntlich zu machen. Der Kriminalroman ist eher seicht denn spannungsgeladen. Lucie ist die französische Antwort auf Miss Marple. Sie unterschlägt auch hier wieder eigenmächtig Beweise, um ihr nahestehende Personen zu schützen, stellt den falschen Leuten unangenehme Fragen und bringt sich immer wieder in Gefahr. Ihr Mann Antoine beweist starke Nerven. Die braucht er auch, weil sich Lucie auch wieder Dinge um ihre Familie zusammenreimt, die nicht bestätigt sind. Dieser Charakterzug macht sie menschlich, treibt den Krimi aber keineswegs voran. Ebenfalls bekommt der Kommissar mehr Privatleben auf den Leib geschrieben, das ihm zwar mehr Tiefe gibt, aber eben auch zulasten der Spannung geht. Die Stärken liegen eindeutig in den Beschreibungen des Theaterumfeldes mit allem, was dazu gehört und der sich daraus ergebenden Situationskomik. Die Charaktere kann man als typisch französisch bezeichnen, was mir gut gefallen hat. Die Krimireihe um das Haus am Place des Vosges Nummer 3 bietet der Autorin ausreichend Gelegenheit, ihre Liebe zu Paris mitzuteilen. Sie lässt ihre Leser daran teilhaben, wenn Lucie die schönen Ecken der Stadt betrachtet, genauso weist sie auf aktuelle Probleme wie Mietpreise oder Politik hin. Vor dieser authentischen Kulisse lässt sie jeweils einen Fall von einem Kommissar lösen, der seine Berufung vermutlich nicht auf dem Revier finden wird. Die gewitzte Lucie ist ein willkommener Ausgleich dazu. Wo jetzt alle Hauptfiguren ihren Platz gefunden haben, wäre eine Fortsetzung der Serie wünschenswert.

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Lucie Ferreira ist seit vielen Jahren die Gardienne und gute Seele des Place des Vosges Nr. 3. Nachdem sie bereits erfolgreich zur Aufklärung des Falles beitragen konnte, kümmert sie sich nun wieder voll und ganz um die Sorgen und Belange der Bewohner. Doch schon bald wartet ein neuer Fall auf sie, der sie dieses Mal an die Pariser Oper führt: Einen Tag nach seinem 60. Geburtstag stürzt der Ballettdirektor Guillaume Bernard auf der großen Haupttreppe zu Tode. Lucie kannte Bernard sehr gut, wohnte er doch in der Place des Vosges. Sie kann sich einfach nicht vorstellen, dass der Sturz ein Unfall gewesen sein soll. Da Commissaire Legrand nicht ganz überzeugt von ihrer Mord-Theorie ist, ermittelt Lucie kurzerhand auf eigene Faust. Diese führen sie schließlich hinter die Kulissen der Pariser Ballettszene, die einige dunkle Geheimnisse birgt... "Sie mochte all diesen Schein, den Trug, die Täuschung und die Illusionen nicht. So schön ihr alles noch vor wenigen Tagen erschienen war, jetzt fühlte sie sich wie im klebrigen Netz einer Spinne, nicht wissend, was sie glauben konnte und was nicht." - Seite 216 Auch der zweite Teil mit der sympathischen und leicht chaotischen Gardienne Lucie ist sehr gelungen. Genau wie im ersten Teil und ermittelt sie auf ihre ganz eigene erfrischende Art, die den Leser manchmal doch zum schmunzeln bringt. Daneben hat Lucie auch noch eine Menge andere Dinge um die Ohren. Ganz besonders gefallen haben mir hier wieder der flüssige Schreibstil und die detailreichen Beschreibungen der Handlungsorte, besonders die der Pariser Oper. Mein Fazit: Ein sehr lesenswerter und unterhaltsamer Krimi mit schönem französischem Flair und einer unheimlich charmanten Hauptfigur. Auch das rote Cover fällt einem sofort ins Auge, die Ballettschuhe mit dem Blutstropfen sind gut gewählt und passen zur Geschichte. Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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