Leserstimmen zu
Das schwarze Band

Alex Beer

Die Kriminalinspektor-Emmerich-Reihe (4)

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Alex Beer lässt in seinem neuen Historien-Krimi die Atmosphäre der angehenden 1920er Jahre in Wien wieder aufleben. An allen Ecken spürt man die Armut vieler Menschen, die sich zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs nicht nur mit schwierigen Lebensverhältnissen, sondern auch mit einer unübersichtlichen politischen Lage arrangieren mussten: Österreich war Demokratie geworden und die Habsburger Kaiser hatten abgedankt, aber die alten Strukturen rund um Militär und Adel waren weiterhin sehr präsent – und sie räumten nicht freiwillig ihre Posten. Im Mittelpunkt der Story stehen der unangepasste Kommissar August Emmerich und sein Mitarbeiter, der aus verarmtem Adel stammende Ferdinand Winter, ehemals von Winter. Frauen spielen in Beers Wien des Jahres 1921 keine große Rolle, außer als verführerische Nackttänzerin, resolute Vermieterin oder zickige Vorzimmerdame. Sieht man darüber hinweg, ist “Das schwarze Band” beste Krimiunterhaltung in einer authentisch dargestellten Donaumetropole. Der österreichische Schauspieler Cornelius Obonya steigert das Hörvergnügen noch durch seinen reizenden Wiener Dialekt. Wer “Berlin Babylon” abfeiern konnte, ist in diesem Hörbuch genau richtig.

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„Das schwarze Band“ ist bereits Kommissar Emmerichs 4. Fall, ich bin aber erst hiermit eingestiegen. Die Reihe um den Wiener Ermittler, Kommissar der Abteilung Leib und Leben, ist mittlerweile preisgekrönt, u.a. mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur, und von der Presse hochgelobt. Ich fand das Cover und den Klappentext spannend und musste zugreifen: Schauplatz Wien 1921, ein Doppelmord in der Rotlichtszene und politische Verwicklungen, das klang nach mehr! Und ich muss gleich zu Anfang sagen, meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Kurz zum Inhalt: Ganz Wien ächzt unter einer Hitzewelle, und August Emmerich trifft es ganz besonders hart. Der Haudegen und Underdog verscherzt es sich auf einem hochoffiziellem Empfang mit dem neuen Bundeskanzler und darf zu einer Disziplinarmassnahme antreten. Gemeinsam mit anderen Kollegen soll er Höflichkeit und Manieren lernen. Blöd nur, dass er gerade den Mord an zwei Prostituierten aufklären muss und nun sein unerfahrener junger Assistent Ferdinand Winter alleine weiter ermitteln muss. Dieser jedoch schlägt sich wackerer als gedacht, und als ein weiterer Mord während Emmerichs Schulung passiert, sind die beiden Polizisten wieder als Team vereint und müssen entdecken, dass beide Fälle zusammen gehören und noch viel weitere Kreise ziehen, als ursprünglich gedacht…. Und um nicht zu spoilern: hier war Spannung, Atmosphäre, Historie und Action unter einem Dach. Intelligenter Krimi in sehr gut recherchiertem historischem Ambiente, flüssig und spannend geschrieben, wendungsreich, interessante Protagonisten – für mich hat hier einfach alles gestimmt. Ach ja, und was es mit dem schwarzen Band auf sich hat: das erfährt man ganz zum Ende hin…zum spektakulärem Ende hin! Zusätzlich bin ich echt froh, dass ich hier das Hörbuch hatte, denn Cornelius Obonya ist ein extrem talentierter Vorleser. Ich kannte ihn bislang nicht, aber er ist wohl einer der bekanntesten Schauspieler Österreichs, und er entfaltet hier bei der Lesung sein volles Talent. Meistens wird’s ja eher peinlich, wenn bei Hörbüchern der Sprecher versucht, den verschiedenen Protagonisten verschiedene Stimmen zu geben, aber Herr Obonya kann das. Und zwar echt gut! Er spielt mit verschiedenen Dialekten und Tonfällen, aber wie gesagt, er hats drauf, und das war für mich kein simples Hörbuch mehr, sondern ein Theaterstück für die Ohren. Ich hab ihm die alten Waschweiber genauso abgekauft wie die Polizisten und die bizarren Gestalten im Rotlichtviertel. Ich empfehle also definitiv, dieser Krimireihe anzuhören statt selbst zu lesen. A propos Reihe: Man kann auch problemlos mit diesem Band einsteigen. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, und alles, was man an Vorgeschichte über die Darsteller wissen muss, kriegt man nebenbei erzählt. So soll das auch sein. Aber ich bin jetzt „angefüttert“, ich werde die anderen Fälle um Emmerich und Winter (hoffentlich auch wieder mit Winter! Ich bin Team Ferdinand – ein toller junger Polizist, der gnadenlos unterschätzt wird, und am Ende über sich hinauswächst!) bestimmt auch noch geniessen! Vielen Dank ans Bloggerportal des Randomhouse für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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Inhalt: Wien im Juli 1921: Die Stadt ächzt unter einer Hitzewelle, Wasser wird rationiert, und der Asphalt schmilzt. Kriminalinspektor August Emmerich macht noch ein ganz anderes Problem zu schaffen: Weil er sich wieder einmal danebenbenommen hat, wird er von den Ermittlungen an zwei ermordeten Tänzerinnen abgezogen und in einer Kadettenschule interniert. Dort soll er, gemeinsam mit anderen schwarzen Schafen aus dem Polizeidienst, bessere Umgangsformen lernen. Doch als in der Schule ebenfalls ein Mord passiert, muss Emmerich für seine Nachforschungen erneut alle Regeln brechen. Denn er sieht sich mit einer blutigen Intrige konfrontiert, die ihn bis in die höchsten politischen Kreise führt. Band 1: Der zweite Reiter Band 2: Die rote Frau Band 3: Der dunkle Bote Band 4: Das schwarze Band Meine Meinung: In dem 4. Band aus der August Emmerich Reihe leitet Inspektor Winter, aufgrund eines unglücklichen Umstands, erstmals alleine die Ermittlungen im Falle eines Doppelmordes. Anfangs ist er noch etwas unbeholfen, findet sich aber schnell zurecht und nimmt sich Emmerichs Ermittlungsweise zum Vorbild. Ich mochte Winter schon immer und seine Intelligenz beim Ermitteln und seine Loyalität gegenüber Emmerich kommen in diesem Buch besonders gut zum Vorschein. Er schlägt sich wacker und kommt einer politischen Verschwörung unerwarteten Ausmaßes auf die Schliche. Währenddessen wird Emmerich verpflichtet an einer Schulung zu angemessenem Verhalten und Umgangsformen in einer Kaserne teilzunehmen. Allerdings geht hier, wie sich schnell herausstellt, auch nicht alles mit rechten Dingen zu. Zusätzlich erfährt Emmerich nach langem Hin- und Her endlich etwas über seine Wurzeln. Das Ende war sehr spannend und dramatisch und hielt noch einige unerwartete Wendungen bereit. Fazit: Ein spannender Fall! Man fiebert die ganze Zeit über mit Winter und Emmerich mit. Das Buch lässt sich sehr schnell lesen. Ich freue mich auf den nächsten Teil!

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August Emmerichs aktuellstes Abenteuer (für diese Bezeichnung würde er mich rügen) im Sommer 1921 holt ihn kräftig aus seiner Komfortzone. Zwar ermitteln er und Kriminalinspektor Ferdinand Winter in einem Mordfall im Rotlichtmilieu aber Emmerich kann nicht so viel Zeit in den verzwickten Fall stecken wie er gerne möchte. Auf Anordnung, der nicht einmal er sich widersetzen kann, muss er die Schulbank drücken und Lernstoff dort nachholen wo bei ihm am meisten fehlt: Umgangsformen und Stil. Die beiden kongenialen Protagonisten sind also einen Teil der Zeit voneinander getrennt. Witzigerweise fiebert man währenddessen fast noch mehr mit Winter und Emmerich mit als sonst, da die Situation für beide auf unterschiedliche Weise sehr gefährlich und heikel wird. Alex Beer zeichnet ein sehr düsteres Bild der Anfangsjahre der Österreichischen Republik. Der Kaiser ist weg, lang lebe… ja, wer eigentlich? Die Not nach dem Krieg ist immer noch greifbar, dem Großteil der Bevölkerung geht es nicht so gut wie ihnen versprochen wurde und andere wiederum sind überzeugt, dass es allen (oder zumindest ihnen selbst) in einer Monarchie besser ginge. Eine explosive Mischung auf der dieser historische Krimi gründet. Elektrisierend ist auch wieder einmal, wie Cornelius Obonya Handlung und Charaktere zum Leben erweckt. Einfühlsam, zurückhaltend, mit Witz in der Stimme an den richtigen Stellen und dann wieder polternd und überfallartig sodass man als Hörer öfter den Atem anhält als man mitbekommt. “Das schwarze Band” ist Teil 4 der Reihe um Kriminalinspektor August Emmerich.

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„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor: „Das schwarze Band“ von Alex Beer Band 1: Der zweite Reiter Band 2: Die rote Frau Band 3: Der dunkle Bote Band 4: Das schwarze Band „Ein eigenwilliger Ermittler, eine tödliche Intrige und eine ganze Republik am Rande des Abgrunds…“ Wien im Juli 1921 Während Wien unter einer extremen Hitzewelle leidet, werden August Emmerich und Ferdinand Winter zu einem Doppelmord gerufen. Zwei Frauen wurden ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Aber bevor Emmerich sich so richtig in den Fall vertiefen kann, wird er auch schon wieder abgezogen. Ein paar Wochen zuvor hatte er den neu gewählten Bundeskanzler der Republik Österreich beleidigt. So wird er zu einem „Benimm-Kurs“ in die Schwarzenbergkaserne abkommandiert, dort soll er bessere Umgangsformen lernen. „Doch als in der Schule ebenfalls ein Mord passiert, muss Emmerich für seine Nachforschungen erneut alle Regeln brechen. Denn er sieht sich mit einer blutigen Intrige konfrontiert, die ihn bis in die höchsten politischen Kreise führt …“ Fazit: Alle die meinen Literaturblog schon länger verfolgen wissen, das ich Krimis liebe und auch ein eingefleischter „August Emmerich“ Fan bin. Die Autorin Alex Beer ist eigentlich die österreichische Schriftstellerin Daniela Larcher und hat mittlerweile den vierten Band um den sehr eigenwilligen Ermittler August Emmerich kreiert und für ihre Reihe schon einige Preise erhalten. Bereits mit dem ersten Band hat sie mich in ihrem Bann gezogen und diese Sogwirkung bestätigt sich auch bei diesem Teil. Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn es mit dem nächsten Teil weiter geht. Wer die ersten drei Bände noch nicht gelesen oder gehört hat, der kann natürlich auch mit dem vierten Teil einsteigen, – raten würde ich dazu allerdings nicht. Die Zusammenhänge, aber auch die Handlungen der einzelnen Protagonisten sind so deutlich besser zu verstehen, denn in den ersten Bänden erfährt man einiges über das Leben und die Hintergründe der beiden interessanten Ermittler „Emmerich und Winter“. Außerdem hat Beer ihre Charaktere peu à peu hervorragend weiterentwickelt, mit all ihren Problemen und Eigenheiten. Es wäre also nicht zwingend, jedoch sinnvoll beim ersten Roman zu beginnen. An diesem Teil hat mir besonders gut gefallen – da Emmerich abgezogen wurde – das sein junger Kollege Ferdinand Winter voller Enthusiasmus seinen ersten Fall alleine bearbeiten musste. So wächst er ein ganzes Stück über sich hinaus und macht Dinge, die ihm erst einmal keiner so zugetraut hätte. Auch dieser Teil ist wieder sehr interessant und spannend geschrieben und das historische Zeitgeschehen sehr aufschlussreich und geschickt in den Krimi mit eingebettet worden. Ein atemberaubender, sehr gut recherchierter vierter Band!

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Kriminalinspektor August Emmerich kann sich einfach nicht anpassen und unterordnen. Für ihn sind Regeln dazu da, um gebrochen zu werden. Als er Johann Schober brüskiert, den Wiener Polizeipräsidenten und neuen Bundespräsidenten, wird er zu einem Disziplinarkurs über gutes Benehmen und richtiges Auftreten verdonnert. Dabei ermitteln er und sein Assistent Ferdinand Winter gerade in einem Mord an 2 Prostituierten und Emmerich hat kein gutes Gefühl, Winter damit allein zu lassen. Zum Glück hält sich Winter an Emmerichs Tipp „Tu einfach das Gegenteil von dem, was du normalerweise tun würdest.“, wenn er nicht mehr weiterweiß. Außerdem bittet er Emmerichs alten Bekannte Veit Kolja und die Sekretärin Grete um Hilfe – letztere entdeckt eine Verbindung zu einem früheren Freund seines Vaters. Von ihm bekommt Winter den Schlüssel fürs Paradies – und landet in der Hölle. Auch Emmerich durchlebt seine persönliche Hölle. Der „Benimm-Kurs“ findet in einer Kaserne statt, die ihn an das schreckliche Waisenhaus erinnert, in dem er aufgewachsen ist. Außerdem ist ausgerechnet sein Kontrahent Kriminalinspektor Peter Brühl einer der Lehrer. Überhaupt kommt Emmerich der Kurs immer eigenartiger vor – außer ihm gibt es nur wenige andere Teilnehmer, vieles wirkt unfertig und improvisiert. Als dann auch noch einer der Lehrer ermordet wird, kommen Emmerich und Winter einer Verschwörung auf die Spur, bei deren Aufklärung sie auf sich allein gestellt sind … „Wir können niemanden einweihen und Beweise haben wir auch keine. Alles was wir haben sind vier Zeitungen, eine alte Aktentasche und eine Vermutung.“ „Das schwarze Band“ ist bereits der 4. Band der Krimireihe von Alex Beer und mindestens genauso spannend und verzwickt wie seine Vorgänger. Ich habe bis zuletzt mitgeraten und gebangt, dass alles gut ausgeht. Emmerich und Winter ermitteln im Frühsommer 1921. Es ist heiß, das Wasser wird knapp und die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst, denn obwohl der 1. Weltkrieg seit 2 Jahren vorbei ist, ist die Versorgungslage immer noch angespannt, Wohnungen und Arbeitsplätze fehlen. Zudem gibt es Bestrebungen, die Monarchie wieder einzuführen und Kaiser Karl I. zurück auf den Thron zu setzen. Außerdem wartet Österreich immer noch darauf, dass Ungarn ihm das heutige Burgenland übergibt, wie es im Vertrag von Trianon festgelegt wurde. Alex Beer lässt all dies geschickt in die Krimihandlung einfließen und zeichnet so ein sehr umfassendes und anschauliches Bild der herrschenden Verhältnisse. Auch das private Umfeld der Ermittler ist sehr aufregend. Emmerich ist inzwischen alleinerziehender Vater der 3 Kinder seiner ermordeten Lebensgefährtin und in ständiger Sorge um sie. Ferner sucht er immer noch nach seiner Mutter. Er hat einen neuen Hinweis bekommen, für den er teuer bezahlen muss. Ich mag seine bärbeißige, unangepasste Art, seinen Wiener Schmäh und seine Intelligenz – schlussendlich ist er immer schlauer als seine Gegner. Winter ist vom Adelsaufhebungsgesetz betroffen, hat sich mit der Situation aber gut arrangiert. Er blüht durch die Verantwortung für den Fall richtig auf und wird Emmerich immer ebenbürtiger, nur mit den Frauen hapert es noch. Ich bin gespannt, ob er je bemerkt, dass Grete ihn mag. Wie schon die Vorgängerbände wurde auch dieser wieder grandios von Cornelius Obonya eingelesen. Er schafft es, jeder Figur eine ganz eigene Stimme zu geben und die charakterlichen Merkmale herauszuarbeiten. Das ist ganz großes Hör-Kopf-Kino.

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Emmerich is back

Von: Bine

08.08.2020

Wieder etwas von den allseits beliebten August Emmerich, der auch im Juli 1921 gegen den Strom schwimmt. Wobei schwimmen würde er bestimmt lieber, denn Wien wird von einer Hitzewelle heimgesucht. Er wird auf eine Kardettenschule strafinterniert, weil er den Bundeskanzler öffentlich beleidigt hat. Doch das Disziplinarverfahren ist nicht Emmerichs Problem, denn die Geheimpolizei tritt an Emmerich heran, mit der Bitte, den Spitzel in der Polizei zu finden, der einen Anschlag auf den Bundeskanzler plant. Sein Kollege Winter muss von nun an alleine ermitteln und den Fall um die ermordeten Tänzerinnen lösen. Doch eine politische Intrige erfasst alle unsere alten Charaktere auch Koja, der früher Schmuggler war, strebt nach höheren in Sachen Politik und hat ein schützendes Auge auf Winter.

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Alex Beer hat hervorragend recherchiert. Man wird in das Wien der 20er Jahre versetzt und spürt direkt die flirrende Hitze des Sommers von 1921. Das Buch ist spannend und auch sehr humorvoll geschrieben. Kriminalinspektor Emmerich ist ein richtiger Kauz, legt wenig Wert auf sein Äusseres (was an gewisse Kommissare in deutschen Krimis erinnert), ist politisch äußerst gereizt kritisch eingestellt, sorgt sich aber um die ihm anvertrauten Kinder sehr liebevoll. Sein Kollege Winter (die Adelstitel wurden abgeschafft) erscheint täglich wie aus dem Ei gepellt und korrekt gekleidet. Man erlebt einen Einblick in das Leben in Wien nach dem 1. Weltkrieg, mit all seinen Höhen und Tiefen. Ein wunderbar erzählter Krimi, der spannend, aber auch informativ ist. Genau das Richtige für Leser historischer Kriminalromane.

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