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Abdulrazak Gurnah

Das verlorene Paradies

Nobelpreis für Literatur 2021

Ungekürzte Lesung mit Pierre Sanoussi-Bliss
(7)
Hörbuch MP3-CDNEU
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Der Literaturnobelpreisträger von 2021, ungekürzt gelesen von Pierre Sanoussi-Bliss

Sansibar, Ende des 19. Jahrhunderts: Der zwölfjährige Yusuf lebt mit seiner Familie im ländlichen Ostafrika. Als der Vater sich verschuldet, wird der Junge an einen Gläubiger verkauft, an »Onkel Aziz«. Von einem Tag auf den anderen landet er in der Stadt, zwischen afrikanischen Muslimen, christlichen Missionaren und Indern vom Subkontinent. Schon bald muss Yusuf seinen Onkel auf eine abenteuerliche Karawane ins Landesinnere begleiten, auf der sie auch die Folgen der im Land schwelenden Kämpfe zu spüren bekommen – und verliebt sich erstmals und kopfüber. Doch gerade als der inzwischen junge Mann beginnt, in seinem Leben so etwas wie Sicherheit zu empfinden, werden er und alle um ihn herum mit der brutalen neuen Realität der deutschen Kolonialherrschaft konfrontiert.

Im Original 1994 erschienen, stand der Roman u.a. auf der Shortlist des Booker Prize und stellte für Gurnah den Durchbruch als Schriftsteller dar.


Aus dem Englischen von Inge Leipold
Originaltitel: Paradise
Originalverlag: Penguin HC
Hörbuch MP3-CD, Laufzeit: 10h 8min
ISBN: 978-3-8445-4638-5
Erschienen am  09. December 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Sansibar, Tansania

Rezensionen

Das verlorene Paradies

Von: gosureviews

09.01.2022

Die reichen, gefühlvollen Details von "Das verlorene Paradies" täuschen über die Brutalität des Söldnerkapitalismus im Afrika des frühen 20. Jahrhunderts hinweg. Während der Roman vordergründig als Coming-of-Age-Geschichte für Yusuf dient - ein 12-Jähriger, der bei seinem Entführer Onkel Aziz lernt - erkundet er auch den Zeitgeist eines Kontinents, der am Rande von Krieg und Kolonialismus steht. Abdularaz Gurnah setzt starke Charaktere ein, um den bevorstehenden Zusammenprall der Kulturen in Szene zu setzen. Der Autor verwendet die Symbolik von Zügen und Karawanen, um die unaufhaltsame Kraft der modernen Technologie und der Kriegsführung zu verdeutlichen, die dem afrikanischen Volk ihren Willen aufzwingt, und verleiht dem Werk einen unbestreitbaren Ton von Melancholie, Wehmut und Unausweichlichkeit. Während Yusufs Schicksal - und das von Khalil, seinem gleichaltrigen Mentor, Amina, seiner verbotenen Liebe, und Aziz - am Ende des Buches unklar ist, scheint er sich damit abgefunden zu haben, dass er keine Wahl hat und nicht in der Lage ist, ein gewisses Maß an Kontrolle über seine Zukunft oder die seines Landes zu erlangen. Hervorragend vorgetragen mit der angenehmen sonoren Stimme von Pierre Sanoussi-Bliss. Klare Hörempfehlung!

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Wenig emotional

Von: buchina

06.01.2022

Auf den Autor bin ich erst wegen des Nobelpreises aufmerksam geworden. Da ich sehr gerne Literatur afrikanischer Autor:innen lese, freue ich mich auf das Hörbuch. Die Covergestaltung ist gelungen. Kein kitschiges Afrikabild, sondern abstrakt, wenig aussagekräftig in schönen deckenden Farben. Der Roman spielt Ende des 19. Jh. Hauptsächlich im heutigen Tansania. Eine Zeit in dem die Deutschen die Kolonialmacht in diesem Teil Ostafrikas. Protagonist ist Yusuf, ein Junge, der wegen den Schulden seines Vaters an „Onkel“ Aziz verkauft wird. Aus seinem Dorf herausgerissen, lernt das Leben einer Stadt als Arbeiter eines bekannten Kaufmannes kennen. Nachdem er ist im Geschäft mitgeholfen hat, geht er später mit zu den monatelangen Karawanen ins Landesinnere. Er wird erwachsen, aber während zu Beginn der Kolonialismus weniger direkt zu spüren war, wird dann auch Yusuf mit den Deutschen konfrontiert. Das Paradies ist vorbei, wenn es es jemals gab. Das Buch beginnt sehr langsam. Beschreibungen folgen auf Beschreibungen. Die Spannung blieb bei mir aus und setzte erst sehr spät ein. Die Langatmigkeit des Romans kam vor allem auch durch die wenigen Emotionen, die das Geschehen in mir hervorrufen. Selbst Yusuf blieb mir fremd und ich konnte wenig mit ihm mitfiebern. Der auktoriale Erzähler schaute für mich auf das Geschehene hinab und hielt immer Abstand. Gelungen fand ich die Beschreibungen des täglichen Lebens, ohne Kitsch. Die Sprache unter den Männern war zum Teil vulgär und abstoßend, dafür realistisch. Auch die Natur, Arbeits- und Kolonialbeschreibungen waren für mich realitätsnah beschrieben. Ich habe einen guten Einblick ins koloniale Ostafrika erhalten, aber gut unterhalten hat mich der Roman leider nicht. Selbst der Sprecher des Hörbuches konnte mich nicht überzeugen. Auch ihm fehlte Ausdruckskraft, seine Tonlage war sehr gleichbleibend, was natürlich zum Roman passt. Insgesamt bin ich etwas enttäuscht von dem Roman und würde ihn nicht unbedingt weiterempfehlen.

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Vita

Abdulrazak Gurnah (geb. 1948 im Sultanat Sansibar) wurde 2021 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Er hat bislang zehn Romane veröffentlicht, darunter »Paradise« (1994; dt. »Das verlorene Paradies«; nominiert für den Booker Prize), »Admiring Silence« (1996; »Donnernde Stille«), »By the Sea« (2001; »Ferne Gestade«; nominiert für den Booker Prize und den Los Angeles Times Book Award), »Desertion« (2006; »Die Abtrünnigen«; nominiert für den Commonwealth Writers' Prize) und »Afterlives« (2020; »Nachleben«; nominiert für den Walter Scott Prize und den Orwell Prize for Fiction). Gurnah ist Professor emeritus für englische und postkoloniale Literatur an der University of Kent. Er lebt in Canterbury. Seine Werke erscheinen auf Deutsch im Penguin Verlag.

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Pierre Sanoussi-Bliss

Pierre Sanoussi-Bliss, geboren in Ostberlin, ist ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Er besuchte die Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin und ist vielen u. a. aus der ZDF-Serie »Der Alte« oder dem Kinofilm »Keiner liebt mich« von Doris Dörrie bekannt. Sanoussi-Bliss ist auch als Hörbuchsprecher tätig und lebt in Berlin. Für den Hörverlag las er »Das verlorene Paradies« des Nobelpreisträgers 2021 Abdulrazak Gurnah.

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Inge Leipold

Inge Leipold (1946–2010) arbeitete als Lektorin, bevor sie sich 1982 als Übersetzerin aus dem Englischen und Französischen selbstständig machte. 1999 war sie Translator in Residence an der University of Wales in Swansea, 2005 Übersetzerin in Residence beim Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen. Zu den von ihr übertragenen Autorinnen und Autoren gehören Russell Banks, Claire Keegan, Gemma O'Connor und Abdulrazak Gurnah.

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Events

16. März 2022

Literaturnobelpreisträger Abdulrazak Gurnah zu Gast bei der lit.COLOGNE

18:00 Uhr | Köln | Lesungen
Abdulrazak Gurnah
Das verlorene Paradies

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