Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

María Sánchez

Land der Frauen

(2)
Hardcover
20,00 [D] inkl. MwSt.
20,60 [A] | CHF 28,90 * (* empf. VK-Preis)
Benachrichtigungen aktiviert

In der Buchhandlung oder hier bestellen

María Sánchez ist Landtierärztin - ein körperlich sehr herausfordernder Beruf, der in ihrer Familie bisher nur von Männern ausgeübt worden ist. Als ihre Großmutter an Demenz erkrankt, stellt die junge Frau fest, dass sie von deren Leben und Alltag nichts weiß, anders als von dem ihrer Großväter, die für sie immer Vorbilder gewesen waren. Sánchez beginnt, ausgehend von ihrer eigenen Familie, die Geschichte der Frauen auf dem Land zu erforschen und zu erzählen - und so denen eine Stimme zu geben, die bisher keine hatten.

Poetisch und liebevoll beschreibt María Sánchez die bäuerliche Welt aus Sicht der Frauen, entdeckt, dass sich weibliche Lebenskonzepte und Interessen auf dem Land sich anders definieren als in der Stadt und schlägt eine Brücke zwischen diesen beiden Welten.

»Die leidenschaftliche Unbedingtheit von „Land der Frauen“ [...] kann einen leicht mit sich fortreißen. [...] Sánchez [...] hat sich eingeschrieben in die weibliche Linie ihrer Familie.«

Süddeutsche Zeitung, Jutta Czeguhn (26. November 2021)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Spanischen von Petra Strien-Bourmer
Originaltitel: Tierra de mujeres - Una mirada íntima y familiar al mundo rural
Originalverlag: Editorial Seix Barral
Hardcover mit Schutzumschlag, 192 Seiten, 12,5 x 20,0 cm, 13 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-89667-662-7
Erschienen am  30. August 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Ein Plädoyer für Wertschätzung und Gleichberechtigung von Frauen auf dem Land

Von: Lesereien

25.12.2021

Nach dem Tod ihres Großvaters beginnt die Schriftstellerin und Tierärztin María Sánchez über ihre Familie, ihre Vorfahren und über das Leben auf dem Land nachzudenken. Sie stellt fest, dass sie sich stets ihren Großvater und Vater zum Vorbild genommen hat, weil sie Tierärzte waren. Ihre Mutter war ihr hingegen lange Zeit kein Vorbild und über ihre Großmutter väterlicherseits weiß sie fast gar nichts. Sie erkennt, dass die Frauen auf dem Land „im Schatten bleiben und ohne Stimme”. Dabei sind sie es, die häufig härter arbeiten, die sich nicht nur um die Feldarbeit kümmern müssen, sondern auch noch um den Haushalt, die Kinder und die Tiere. „Land der Frauen” will diese Frauen aus der Verbannung des Schweigens befreien, sie aus dem Schatten ins Licht stellen. Sánchez gibt ihnen eine Stimme und erschafft einen literarischen Raum, in dem ihre Geschichten erzählt werden können. Sie schreibt gegen die Verherrlichung der männlichen Landbevölkerung und ihrer Arbeit an, gegen die Tatsache, dass Frauen den Boden nicht besitzen, dass sie keinen Lohn erhalten, ihre Arbeit als selbstverständlich betrachtet wird, sie keinen Arbeitsvertrag haben und doch jeden Tag hart arbeiten, etwas entgegen. Auch die Arbeitsbedingungen von Erntehelferinnen, die ständig der Gewalt von Männern ausgesetzt sind, bleiben nicht unerwähnt. Ihr Buch ist der Versuch, das Bild einer ländlichen Welt, die männlich geprägt ist, geradezurücken. Es ist ein Plädoyer für die Gleichberechtigung von Frauen, für die Wertschätzung ihrer Geschichten, ihrer Arbeit und auch für ein selbstbestimmtes Erzählen. Denn oft ist der Blick auf das Landleben nicht nur ein männlicher, sondern auch noch ein städtischer. María Sánchez setzt ihrer Mutter, ihren Großmüttern und den Frauen auf dem Land ein Denkmal und appelliert gleichzeitig auf eine kluge und überzeugende Art an den Leser, den eigenen Blick zu ändern. Es ist längst überfällig!

Lesen Sie weiter

Land der Frauen

Von: Frau Lehmann liest

27.09.2021

Maria Sánchez ist Landtierärztin, wie schon ihr Vater und Großvater. Sie setzt damit als erste Frau eine Familientradition fort. Erst als ihre Großmutter an Demenz erkrankt, bemerkt sie, dass sie ausschließlich einer männlichen Tradition gefolgt ist. Aber wie haben die Frauen der Familie eigentlich gelebt, wo kommen sie her, was waren ihre Träume und Lebensvorstellungen? Mit der langsam verrinnenden Erinnerung ihrer Großmutter verlöscht unwiederbringlich ein Leben fast ohne Spuren, ein Leben aber, ohne dessen Arbeit und Mühen und Verzicht im Schatten das Leben der Männer im Licht nicht möglich gewesen wäre. Unzählige Mahlzeiten, die gesamte Hausarbeit, Tierversorgung, Gemüseanzucht lag und liegt in den Händen der Frauen, die von morgens bis abends ihre Arbeit verrichten, ohne dafür Aufmerksamkeit oder Anerkennung zu bekommen. Frauen auf dem Land, an denen die Emanzipation in den Städten irgendwie vorbeigerauscht ist, die keine Zeit für Demonstrationen haben und auch nicht den Mut, sich dem Dorfleben entgegenzustemmen. In der Masse mitzulaufen und Plakate zu schwingen ist eben eine Sache, eine andere ist es, vor den Augen von 20 bekannten Frauen althergebrachte Lebensregeln in Frage zu stellen. Ein spannendes und nachfragendes Buch, dass hier in Deutschland vor zwanzig Jahren sicherlich wie eine Bombe hätte einschlagen können. Inzwischen ist, zumindest meiner Erfahrung nach, die Situation im ländlichen Bereich zumindest in Norddeutschland, deutlich besser, u.a dank Organisationen wie der Landfrauen, die Politik und Bildungsmöglichkeiten in die Dörfer gebracht haben. Im ländlichen Spanien mag das noch ganz anders aussehen. Nichtsdestotrotz klingt auch hier bei dem Begriff "Landfrau" oder "Dorf" noch etwas hinterwäldlerisches nach: das ist da, wo die Kühe muhen, aber kein schnelles Internet verfügbar ist, wo man sich um Hühner kümmert, aber keine Ahnung von aktueller Literatur hat. Insgesamt gibt es noch viele Vorurteile und Märchenvorstellungen, die sich um das Leben von Frauen ranken, in der Stadt und auf dem Land und dieses Buch ist durchaus geeignet, den Finger auf ein paar wunde Stellen zu legen.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

María Sánchez, geboren 1989, ist Landtierärztin, hat eine eigene Radiosendung und schreibt regelmäßig für spanische Online-Medien Texte zu Feminismus, Literatur und dem Leben am Land. Ihr Debüt, der Gedichtband Cuaderno del campo, erschien 2017 und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. María Sánchez lebt in Córdoba.

Zur Autor*innenseite

Pressestimmen

»Sánchez’ Essay kann dabei als Inspiration für einen solidarischen Umgang mit den Problemen des ländlichen Raums dienen.«

Der Freitag, Andreas Jünger (26. November 2021)