Das weite Herz des Landes

Roman

(9)
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Als der sechzehnjährige Franklin Starlight herbeigerufen wird, um seinen Vater Eldon, den er kaum kennt, zu besuchen, trifft er auf einen vom Alkohol gezeichneten, dem Tode geweihten Mann. Die beiden machen sich auf den Weg durch das raue Herzland British Columbias und auf die Suche nach einer letzten Ruhestätte, wo Eldon nach Art der indianischen Krieger beerdigt werden will.

Auf der Reise erzählt der Vater dem Sohn seine Lebensgeschichte, die Momente der Verzweiflung genauso wie die Tage der Hoffnung und des Glücks - und so entdeckt Franklin eine Welt, die er nicht kannte, eine Geschichte, die ihm fremd war, und ein Erbe, das er hüten kann.

Mit einem Nachwort von Katja Sarkowsky, Professorin für Amerikanistik an der Universität Augsburg.

»sehr ergreifend [und] literarisch ausgesprochen klug gemacht«

FAZ Bücher-Podcast, Tilman Spreckelsen (17. September 2020)

Aus dem Amerikanischen von Ingo Herzke
Originaltitel: Medicine Walk
Originalverlag: McClelland & Stewart
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-26288-4
Erschienen am  14. September 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Sehr beeindruckend

Von: rena t. aus Wuppertal

17.02.2021

Ein ungeheuer faszinierendes Buch ! Anfangs läuft es langsam an. Es ist erst traurig, wenn der junge Frank seinen Vater trifft. Der trinkt zu viel. Aber warum ? Das weiss der heranwachsende Teenager nicht. Aber, er hat Fragen. Sein Vater scheint aber nie nüchtern genug, um ihm wirklich zuzuhören. Frank wächst bei einem anderen Mann auf. Der bringt ihm alles bei, was man in der Natur zum Überleben braucht. Auch ist seinem Ziehvater wichtig, dass Frank sich seiner Herkunft als Indianer bewusst ist. Ein Punkt, der dem Autor sehr wichtig ist, wie man lernt, liesst man dessen biografische Notizen. Denn er selbst ist indigener Herkunft, und ist nicht von seinem leiblichen Vater aufgezogen worden. Aber Frank aus diesem Roman hat Glück mit seinem Ziehvater: Er liebt ihn und zieht ihn auf, wie seinen eigenen Sohn, den er nicht hat. Warum das so ist, erfährt der Teenager, als der Vater ihn um den letzten Walk bittet. Eine sehr realistische Wanderung von Sohn und Vater beginnt. Und der Vater erzählt dem Sohn alles. Und endlich versteht dieser. Alkoholismus hat immer seine Gründe. Und es ist so gut wie immer eine Familien-Sache. Oft haben die Betroffenen nie gelernt, ihr Herz einem anderen auszuschütten, was das Leben leichter machen kann. Und es fehlt an wirklich offener Kommunikation in der Familie. Was viele Eltern aber oft selbst nicht gelernt haben. Richard Wagamese hat seine biologische Familie erst als 20 jähriger treffen können, und leider waren seine Pflegefamilien nicht so nett, wie der Ziehvater seiner Romanfigur Frank. Man spürt beim Lesen, dass der Autor selbst durch alle Höhen und Tiefen des Lebens gegangen ist. Aber, das Geschichten-Erzaehlen hat ihn gerettet. Er schrieb mehrere Bücher und bekam sogar die Ehrendoktorwürde. Super Buch ! Einfach lesen und abtauchen. 5 Sterne von mir !

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Das weite Herz des Landes

Von: Frau Lehmann liest

26.01.2021

Seit ca 30 Jahren beschäftige ich mich mit Kultur und Literatur der amerikanischen Ureinwohner. Als junge Frau sehr intensiv, später eher sporadisch. Nur so ist zu erklären, wie mir ein Schriftsteller wie Wagamese entgehen konnte. Richard Wagamese (1955 - 2017) ist Odjibwe und Kanadier, aber vor allem ein begnadeter Geschichtenerzähler. In diesem Roman erzählt er von Frank Starlight, einem 16jährigen Jungen, aufgewachsen bei einem Pflegevater auf einer einsamen Ranch. Seine Mutter ist verstorben, seinen Vater hat er selten gesehen und wenn, dann sternhagelvoll. Und trotzdem kann er sich der Bitte des Vaters nicht entziehen, ihm zu einem würdigen Tod zu verhelfen. Und so ziehen Vater und Sohn in die Berge. "Medicine Walk" heisst der originale Titel, der nicht wirklich übersetzbar ist, aber so viel besser passt. Denn Franks Vater möchte Abbitte leisten und dem Sohn ein letztes Geschenk machen, während Frank sich zum ersten Mal wirklich damit beschäftigen muss, wer sein Vater eigentlich ist und warum er ist, wie er ist. Ohne Kitsch oder übertriebenen Herzschmerz erzählt Wagamese von dieser Reise, mit sorgfältig ausgesuchten Worten und Sätzen, keine Zeile zu viel, erzählt von Herkunft und Erbe und von der Schönheit des Landes. Im Januar von einem Jahreshighlight zu sprechen, ist natürlich verfrüht, vor allem, weil im März ein weiterer Roman des Autors erscheint, aber zu einem besonderen Lesehöhepunkt möchte ich den Roman definitiv erklären und ihn euch allen ans Herz legen.

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Vita

Richard Wagamese, geboren 1955 im Nordwesten Ontarios, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Kanadas und indigenen Stimmen der First Nations. Er veröffentlichte 15 Bücher, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Publikumspreis des Canada-Reads-Programms des staatlichen Rundfunks für den Roman "Der gefrorene Himmel", dessen von Clint Eastwood produzierte Verfilmung ebenfalls preisgekrönt wurde. Als Kind von seinen Eltern getrennt, aufgewachsen in Heimen und bei Pflegefamilien, die ihm eine Beziehung zu seinen indigenen Wurzeln verboten, wurde Wagamese erst im Alter von 23 Jahren wieder mit seiner Familie vereint. Er ließ sich in Kamloops, British Columbia, nieder, wo ihm später von der Thompson Rivers University die Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Richard Wagamese verstarb im Jahr 2017.

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Ingo Herzke

Ingo Herzke, Jahrgang 1966, hat Klassische Philologie, Anglistik und Geschichte in Göttingen und Glasgow studiert. Seit 1999 lebt er mit seiner Familie in Hamburg und übersetzt neben Gary Shteyngart u. a. Alan Bennett, Nick Hornby, A. L. Kennedy, Kate de Goldi, Joshua Cohen und A. M. Homes.

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Pressestimmen

»sehr, sehr berührend.«

Domradio, Margarete von Schwarzkopf (25. September 2020)

»Ein exzellenter Geschichtenerzähler«

SRF 2 Kontext (13. Oktober 2020)

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