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Heinrich Thies

Im Schatten des "Blauen Engels"

Marlene Dietrich und ihre verleugnete Schwester

(1)
Taschenbuch
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Wiedersehen am Rande der Hölle

Zwischen diesen Schwestern lagen Welten: Während Marlene Dietrich im Zweiten Weltkrieg amerikanische Soldaten mit ihren Liedern unterhielt, betrieb ihre Schwester Elisabeth mit ihrem Mann in Bergen-Belsen ein Kino für Wehrmachtsoldaten und SS-Angehörige. Die eine sagte den Nazis den Kampf an, die andere ordnete sich brav unter. Auf Grundlage vieler bisher unveröffentlichter Briefe und Dokumente erzählt Heinrich Thies zwei Lebensgeschichten im Schatten der Weltgeschichte und bringt Licht in das geheim gehaltene Leben der großen Diva: Ein Familiendrama zwischen Hollywood und Bergen-Belsen. (Als gebundene Ausgabe unter dem Titel »Fesche Lola, brave Liesel« erschienen.)


Originaltitel: Fesche Lola, Brave Liesel
Originalverlag: Hoffmann und Campe, Hamburg 2017
Taschenbuch, Broschur, 496 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
mit s/w-Fotos
ISBN: 978-3-442-15967-3
Erschienen am  17. December 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Interessanter biografischer Roman

Von: Patricia Nossol

27.02.2019

Sie zählt zu den größten weiblichen Leinwandlegenden aller Zeiten. Ihre langen Beine, das bildhübsche Gesicht und ihre rauchig erotische Stimme sind unvergessen. Marlene Dietrich ! Bislang war mir nicht bekannt, dass die Diva eine Schwester namens Elisabeth hatte, die so ganz anders und völlig unscheinbar war, eben das ganze Gegenteil von Marlene. Offenbar stand Elisabeth im Schatten ihrer Schwester. Buchautor Heinrich Thies hat diese Thematik in seinem Roman mit dem passenden Titel „Im Schatten des Blauen Engels“ aufgegriffen. Die Taschenbuchausgabe ist im Dezember 2018 beim Goldmann Verlag erschienen. Beginnend mit der Kindheit, springt die Handlung zwischen den Lebenswegen der Marlene Dietrich und ihrer Schwester hin un her. Mit Beginn der Machtübernahme der Nationalsozialisten orientiert sich Marlene in Richtung Amerika und kämpft gegen die Nazis, während Elisabeth mit ihrem Mann in Bergen-Belsen ein Kino für Wehrmachtsoldaten und SS-Angehörige betreibt. Heinrich Thies hat viele Quellen (u.a. unveröffentlichte Briefe und Dokumente) ausgewertet und in seinen Roman eingearbeitet. Da jedoch Marlenes Schwester Elisabeth auch diesbezüglich im Schatten ihrer Schwester stand - es gab wenige Aufzeichnungen über ihr Leben - bedient sich der Buchautor neben den recherchierten Fakten seiner fiktionalen Vorstellungskraft. Alle wichtigen biografischen Eckdaten der Marlene Dietrich werden aufgegriffen, allerdings aus einer ganz anderen Perspektive, eben im Bezug auf Elisabeth´s Leben. Interessante Buchidee, einzigartig umgesetzt. Ich fühlte mich in das Zeitgeschehen integriert. Sehr informativ sind für mich die übergreifenden historischen Ereignisse, die der Autor ebenfalls einarbeitet. Ein Stück Zeitgeschichte! Thies zeichnet bemerkenswerte Bilder zweier komplett konträrer Schwestern. Da ist die strebsame, intelligente aber unscheinbare Elisabeth, die sich kaum traut ihre Meinung offen zu vertreten. Ihre Schwester ist ein Star, den die ganze Welt kennt, selbstbewusst und durchsetzungsstark. Dennoch war Marlene stets auf das Wohl ihrer Familie bedacht, hat sie mit Geschenken überhäuft und finanziell unterstützt. Am Ende ihres Lebens scheinen beide Frauen von einer enormen Melancholie befallen zu sein. Das Buch ist flüssig geschrieben und liest sich gut. Stimmungsvolle Buchatmosphäre! Wer mehr über die ungleichen Schwestern und das imposante Leben der Marlene Dietrich erfahren möchte, sollte zu diesem Roman greifen. Eine ungewöhnliche, aber beeindruckende Biografie.

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Vita

Heinrich Thies

Heinrich Thies, geboren 1953 in Hademstorf, Niedersachsen, ist Journalist und Autor zahlreicher Biografien und Romane. Er wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien »Mein Herz gib wieder her«, seine vielbeachtete Doppelbiografie über Hermann Löns und dessen Frau Lisa. Erfolgreiche Romanbiografien wie »Geh aus mein Herz, und suche Freud« und »Wenn Hitler tot ist, tanzen wir« begeisterten sein Publikum.

Zum Autor