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Rezensionen zu
Der heilige King Kong

James McBride

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Bis jetzt hatte das hier ja ganz gut geklappt mit meinen wirklich kurzen inhaltlichen Aufrissen. Wer das bei #derheiligekingkong schafft, keine Ahnung, ich definitiv nicht. Denn die Geschichte handelt vom alkoholkranken Diakon aka Ex-Jugend-Baseballtrainer Sportcoat, der im Rausch seinem ehemaligen Schützling aka aufstrebendem Drogendealer Deems das Ohr wegschießt. Mitten auf dem Plaza des Cause-Projects, einer vorrangig von Afroamerikanern bewohnten Sozialbausiedlung im südlichen Brooklyn, im Jahr 1969. Der Roman handelt aber genauso auch vom italienisch-stämmigen Schmuggler Elefant, der sich auf der Suche nach der Venus von Willendorf in die Tochter eines irischen Ex-Mithäftlings seines Vaters verliebt. Und ach ja, er handelt vom Polizisten Potts, der einen Drogenkrieg oder doch zumindest dessen Kollateralschäden verhindern will, auch oder besonders um Predigergattin Schwester Gee von der Five Ends Baptist Church zu schützen… und er handelt natürlich auch von - nee, stop, das geht jetzt ständig so weiter, Leute. Auch wenn sich das bei mir vollkommen zusammenhanglos und schräg anhören mag, sind die Verstrickungen bei #jamesmcbride doch vorhanden - wenn auch schräg, ja, das stimmt. Extrem liebenswert schräg. Und wenn das Ende des Romans so viel schöner als die Wirklichkeit daherkommt, dann macht das mir nur bewusst - macht mich traurig und wütend - dass die Realität seltenst so magische Wendungen bereithält und die von unten - wie die 104-jährige Schwester Paul es ausdrückt - kaum einmal oben stehen. Liebsten Dank an @malteschleemilch und @barackobama für ihre sehr sehr coole #leseempfehlung, die ich absolut weitergeben kann (bis auf die Kritik an der weißen Übersetzung von N-Wort und Slang… da hätte es vielleicht bessere Lösungen gegeben). Herzlichen Dank an den @btb_verlag und das @bloggerportal für das #rezensionsexemplar.

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James McBrides Roman "Der heilige King Kong" nimmt den Leser mit ins Brooklyn des Jahres 1969 und erzählt von strukturellem Rassismus, Kriminalität und sozialer Ungerechtigkeit. Der Protagonist der Geschichte ist Sportcoat, Bewohner einer New Yorker Sozialsiedlung, ehemaliger Baseballtrainer, Deakon der Five Ends Baptist Church, handwerklich begabt und verwitwet. Sportcoat trinkt gerne und viel, insbesondere den von seinem Freund gebrauten Schnaps, der von allen King Kong genannt wird. Eines Tages dann schießt Sportcoat plötzlich auf Deems, einen neunzehnjährigen Drogendealer, den Sportcoat in der Sonntagsschule unterrichtet und im Baseball trainiert hatte. Niemand weiß, wieso und Sportcoat selbst behauptet standhaft, er könne sich an nichts erinnern. Doch die Geschichte erzählt nicht nur aus dem Leben Sportcoats. Sie macht den Leser mit Schmugglern, Drogenbossen, Kleinkriminellen, korrupten Polizisten und den unterschiedlichen Bewohnern der Siedlung bekannt. Auch darf der Leser an der Suche nach der Venus von Willendorf teilhaben, Zeuge der alljährlichen Ameisenwanderung werden und die mysteriösen Käselieferungen an die Siedlung miterleben. McBride entlarvt mit diesem Roman den American Dream als Farce, indem er über diejenigen schreibt, deren Leben durch gesellschaftliche Strukturen und soziale Ungerechtigkeit, durch die Familiensituation, die Hautfarbe, Gewalterfahrungen, Drogen und Alkohol schon vorbestimmt sind. Über diejenigen, die jeglicher Möglichkeiten, Träume, Hoffnung und Perspektiven beraubt werden, die sich nicht von dem ihnen zugewiesenen Platz befreien können, die sowieso “früher oder später im Knast” landen. Doch trotz dieses schweren Themas wirkt die Geschichte nicht erdrückend. Denn McBride versteht es, das Düstere und die Melancholie nie Überhand gewinnen zu lassen. Momente der Hoffnung und der Glaube an das Gute durchziehen den Roman. Der Zusammenhalt unter den Siedlungsbewohnern steht stellvertretend dafür. Der Autor findet ein gekonntes Gleichgewicht zwischen Schwere und Leichtigkeit und sogar einige Slapstick-Einlagen lassen das Erzählte dabei nie ins Lächerliche abrutschen, sondern tragen dazu bei, dass die Trostlosigkeit auszuhalten ist. Der Roman ist tiefsinnig, komisch, teils melancholisch, doch immer hoffnungsvoll und verspricht mit seiner Vielschichtigkeit, Farbenvielfalt und mit seinen schrägen Charakteren ein unvergessliches Leseerlebnis.

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Der Roman spielt vor rund 50 Jahren in Brooklyn. Cuffy Lambkin ist der 71-jährige beliebte Diakon der Five Ends Baptist Church. Er lebt in einer Sozialwohnung des Causeway Housing Projects, einem Sozialwohnungskomplex in Südbrooklyn. In diesem armen New Yorker Stadtbezirk treffen wir auf Schwarze, Latinos, Iren und Italiener. Es ist ein Areal, in dem sozial schwächer und niedriger gestellte Menschen Tür an Tür wohnen, aber meist leben die Bewohner desinteressiert und gleichgültig nebeneinander her. Cuffy Lambkin liebt Hochprozentiges, egal ob Pfefferminzschnaps oder den selbstgebrannten, billigen, starken und titelgebenden „King Kong“ und wird von allen nur „Sportcoat“ genannt. An einem Nachmittag im September 1969 geht er auf den zentralen Platz des Viertels und schießt auf den 19-jährigen Drogendealer Deems Clemens. Die Drogenmafia sinnt auf Rache... Ein Mord zu Beginn bedeutet hier nicht, dass das Buch ein klassischer Krimi oder gar ein Thriller ist. Es ist aber ein spannendes, fesselndes, interessantes und informatives Buch, das Rätsel stellt und Fragen aufwirft. Warum hat Sportcoat auf Deems geschossen, der einst sein bester Spieler in der Baseballmannschaft war? Wo ist das Weihnachtsgeld der Kirchengemeinde Five Ends abgeblieben? Was hat es mit dem Cheese-Day auf sich? Welche Rolle spielt die uralte gestohlene „Venus von Willendorf“, die die Gemeinde kurzzeitig so glücklich macht? Wir bekommen mit dieser Geschichte Einblicke in einen sogenannten sozialen Brennpunkt, in dem Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Kriminalität allgegenwärtig, aber nicht das alleinige Merkmal sind. Auch Rückhalt, Zusammenhalt und Solidarität spielen hier eine bedeutende Rolle. Der Autor ist ein begabter und feinfühliger Geschichtenerzähler. Er beschreibt Personen, Orte und Situationen wunderbar anschaulich, lebendig, authentisch und ungeschönt. Eine gute Portion Komik, Witz und Liebe fehlt bei aller Ernsthaftigkeit jedoch nicht. Der 1957 geborene US-amerikanischer Schriftsteller, Journalist, Saxofonist und Songwriter James McBride ist einer der bedeutendsten Schriftsteller von Amerika und mit „Der heilige King Kong“ hat er einen Roman geschrieben, der zu einem von Barack Obamas Lieblingsbüchern wurde. Der vielfach preisgekrönte Roman hat mich wunderbar unterhalten und mir tiefe Einblicke in ein recht fremdes Milieu verschafft. Ich könnte mir das Buch problemlos verfilmt vorstellen und empfehle es sehr gerne weiter!

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James Mc Brides Roman „Das verrückte Tagebuch des Henry Shackleford“ liegt immer noch angelesen im „Regal der Verdammten Bücher“ und wartet darauf gelesen zu werden. Stilistisch konnte ich mich partout nicht damit anfreunden. Deshalb war ich schockiert, dass ausgerechnet der liebevoll ausgewählte Roman „Der heilige King Kong“ ebenfalls von diesem Autor ist. Gepennt bei der Buchauswahl. Was für ein Glück! Zugegeben, zu Beginn tat ich mich ein wenig schwer, stilistisch ist diese authentische Sprache die in den häufig vorkommenden Dialogen verwandt wird absolut nicht meines, aber … es gibt auch den auktorialen Erzähler und dieser ist großartig. Sprache in ihrer besten Verwendung. Bereits mit dem ersten Satz hatte mich der Autor eingefangen und nach kurzer Eingewöhnung schwand auch meine Abneigung gegen die orthographisch fragwürdigen Dialogszenen. Sie sind tatsächlich authenzitätsförderlich. Zudem ist James Mc Bride ein gewaltiger Erzähler. Listenreich und liebevoll und mit einem wunderbaren Sinn für Witz versetzt er die LeserInnen ins New York des Jahres 1969, mäandert durch die Geschichte der Häuser des Cause Projects, die immer schon die Heimat der Ausgebeuteten waren. Jener die auf das große Versprechen der Freiheitsstatue hofften und ihm vertrauten. Die Flüchtenden vor Hunger, Armut, Sklaverei und brutaler Gewalt. Die Menschen dahinter sind es die Mc Bride sichtbar macht. Ihr Leben, ihr Hoffen, ihre Stärken, ihre tiefe Verwurzelung in der Religion. Hier wird Geschichte anschaulich und in ihrer Kausalität sichtbar. Das Stärkste an diesem Roman sind aber seine Figuren. Die Menschen die in dieser Umbruchzeit leben und jene, die davor die Community mitbegründet haben. Mc Brides Charaktere verfügen über Tiefe, sie sind stolz obwohl sie sich sehr bewusst sind wie die weiße, reiche Restwelt von New York, vom Süden aus dem etliche gegangen sind gar nicht zu reden, über sie denkt. Besonders die starken Frauengestalten die die „Five Ends Baptist Church“ mitgegründet haben sind außergewöhnliche Menschen voller Kraft, Mut, Stärke und Chuzpe und hier sind wir schon bei einer der Kernaussagen dieses beeindruckenden Romans. Um durchs Leben zu kommen braucht es einen tieferen Sinn für Humor. Die Fähigkeit die teils bittere und brutale Ironie des Lebens zu erspüren und sie innerlich „wegzulachen“. James Mc Bride verfügt darüber. Nur so konnte er diese Geschichte erzählen. In seiner Widmung steht: „Für Gottes Kinder- für jedes einzelne von ihnen.“ Auch AtheistInnen wie ich dürfen sich getrost davon angesprochen fühlen. Wir leben gemeinsam in diesem Universum und jede/r einzelne von uns ist wertvoll. So billig sich dieser Satz liest, so fantastisch anschaulich wird er in „Der heilige King Kong“ Starke Literatur die ich gerne weiterempfehle. Ein besonderes Lesevergnügen aus einer anderen Zeit, die bis ins Heute hineinreicht.

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September 1969, New York, im Süden Brooklyns, die Sozialwohnungen des Causeway Housing Projects. Cuffy Lambkin, der allseits beliebten Diakon der Five Ends Baptist Church, richtet vor aller Augen die Pistole auf einen jungen Drogendealer und drückt ab. Glücklicherweise tötet er ihn nicht, sondern schießt ihm „nur“ ein Ohr ab. Die Tatzeugen sind sowohl schockiert als auch verwundert, kann sich doch niemand erklären, was ihn zu dieser Tat getrieben hat. Vielleicht war es ja der Alkohol, der ihm die Sinne vernebelt hat, denn seit dem Tod seiner Frau ist er neben der Spur, spricht mit ihr, möchte wissen, wo sie die Weihnachtskollekte deponiert hat. Geld, das die Ärmsten seiner Schäfchen bitter nötig hätten. Alles kreist um den Mordversuch und seine Folgen, nicht nur für den Diakon sondern auch für seine Gemeinde, die sich schützend vor ihn stellt. Die gutgemeinten Ratschläge ignoriert er, verstecken will er sich nicht. Keiner weicht zurück, selbst dann nicht, als die Drogenmafia auf Rache sinnt. McBride zeichnet das Bild einer gewachsenen, lebendigen Gemeinschaft. Man ist füreinander da, kümmert sich umeinander, hilft, auch in schwierigen Situationen. Er beschreibt das so lebendig und farbenfroh, dass man ihm auch den Rückgriff auf das eine oder andere Klischee verzeiht. Auftragskiller Earl beispielsweise, oder der seines Jobs überdrüssige Mafioso, der sich nach Liebe sehnt und aussteigen möchte. Jede dieser Figuren hat ihre eigene, oft auch tragische Geschichte, die uns der Autor mit großer Empathie und viel Liebe zum Detail erzählt. Er erzählt von Liebe und Verlust, von Ausbeutung und Ungerechtigkeit, von Sieg und Niederlage. Davon, wie die Welt für diese Menschen in Brooklyn funktioniert, wo Drogen die neue Sklaverei sind. Wo sich das uralte Spiel wiederholt, das zwangsläufig damit endet, dass ein Diakon auf einen Dealer schießt.

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