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Rezensionen zu
Die Abenteuer des Alexander von Humboldt

Andrea Wulf

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€ 28,00 [D] inkl. MwSt. | € 28,80 [A] | CHF 38,90* (* empf. VK-Preis)

Mein Fazit: Eine faszinierende Reise durch die Natur. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht Alexander von Humboldt auf seinen Abenteuern zu begleiten und mehr über ihn zu erfahren. Die Idee eine Comic-Geschichte zu machen, hat mir sehr gut gefallen. So hat es richtig Spaß gemacht den Wissenschaftler kennenzulernen. Der alte Alexander von Humboldt berichtet über seine Abenteuer als junger Mann. Am Anfang war es mir tatsächlich noch etwas zu sprunghaft, danach war die Geschichte super und ich muss gestehen, dass ich das Buch mit seinen 272 an einem Stück gelesen habe. Ich konnte es einfach nicht weglegen. Die Gestaltung der Seiten mit den alten Tagebüchern und Skizzen, sowie gepressten Pflanzen hat mir richtig gut gefallen! Nur leider hat mir der Illustrationsstil des Comics nicht zugesagt. Somit vergebe ich nur 4 bis 4,5 Sterne. Meine Meinung zum Buch: Naturwissenschaftliche Bücher und Biographien sind langweilig? Von wegen! Mit diesem Buch wird gezeigt, dass es ganz und gar nicht der Fall ist. Ich muss gestehen, dass ich das Buch aufgrund des Covers und des Titels ausgewählt habe. Als Biologin interessiert mich Alexander von Humboldt natürlich. Dass sich das Buch als Comic Geschichte entpuppt hat mich ehrlich gesagt überrascht – positiv! Denn so kommen einem die Abenteuer gleich viel interessanter und viel näher vor. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht die Figuren und die Gespräche zu lauschen. Zwischendurch gibt es immer wieder Erzählabschnitte, die wie Tagebucheinträge wirken (ob es die Originalen sind? Würde mich nicht wundern. Passen würde es). Auf jeden Fall ist Humboldts 5-Jährige Forschungsreise wahnsinnig spannend. Ich habe viel gelernt und es ist wirklich faszinierend, was er alles erlebt und herausgefunden hat – Und das geschah zwischen 1799 und 1804! Besonders interessant und faszinierend empfand ich Humboldts Gedanken zur Sklaverei und menschgemachten Klimawandel. Ein wirklich visionärer Mensch. Mir die Geschichte so gut gefallen, dass ich sie gar nicht aus der Hand legen konnte. Ich habe das Buch an einem Abend gelesen. Besonders gut hat mir die Gestaltung gefallen. Die Seiten zeigen Skizzen, Karten, Tagebucheinträge, gepresste Pflanzen und und und. Es sieht richtig gut aus! Diese Gestaltung gefällt mir besonders gut. Leider war ich persönlich vom Illustrationsstil des Comics nicht ganz so begeistert. Diese liegen mir leider nicht. Aber dafür habe ich immer erkannt wer wer sein soll. Wenn man vom Illustrationsstil der Comics absieht ist das Buch wirklich absolut genial. Mir haben die Abenteuer von Alexander von Humboldt wirklich gut gefallen und die Art des Buches ist wirklich genial. Es macht richtig viel Spaß den Wissenschaftler kennenzulernen und zu begleiten. Außerdem hat das Buch ein Leseband, damit man weiß, wo man zuletzt war ;). Meine Meinung zum Cover und der Seitengestaltung: Mich hat das Cover total angesprochen und mir gefällt es richtig gut. Auch die vielen Innenseiten gefüllt mit Landschaftsbildern, Tagebuchseiten, Skizzen, getrockneten Pflanzen usw. sind richtig gut gelungen. Allein mit dem Illustrationsstil des Comics konnte ich mich nicht anfreunden. Schade. Trotzdem ist das Buch allgemein schön gestaltet. Ich wünsch euch ganz viel Spaß mit den Abenteuern des Alexander von Humboldt. Eure MermaidKathi

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Ich liebe Graphic Novels. So richtig. Von ganzem Herzen. Und ich liebe Lernen, Neues entdecken und erfahren. Oh, und Geschichte, historische Geschehnisse, Biografien. Das alles zusammen habe ich hier bekommen: „Die Abenteuer des Alexander von Humboldt“ ist eine herausragende - wirklich heeeerausragende - die ich an einem Tag durchgelesen habe. Durchgelesen trifft es hier allerdings nicht einmal ansatzweise. Eher mit großen, staunendere Augen verschlungen. Neben den wunderbaren, unterhaltsamen Textpassagen beeindruckt dieses Buch nämlich vor allem durch die unfassbar schönen und kreativen Illustrationen (wow!), die sich collagenartig über die Seiten ziehen. Würde ja sagen 5/5 aber eigentlich möchte ich 6/5 Punkten geben.

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https://comicli.com/die-abenteuer-des-alexander-von-humboldt/

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4 von 5 Sterne ; Ich studiere an der Humboldt-Universität, darum möchte ich mich mehr mit beiden Humboldtbrüdern auseinandersetzen. Das Buch "Die Abenteuer des Alexander von Humboldt" war für mich sozusagen eine Pflichtlektüre. Fangen wir mit einer offensichtlichen Sache an: Die Illustrationen. Allein darum lohnt sich das Kaufen des Buches. Die Illustrationen von Lillian Melcher sind wunderschön. Farben, Zeichnungen. Ein Schmuckstück in meiner Büchersammlung. Der Titel sagt alles über die Handlung der Geschichte aus. Wir begleiten die Abenteuer des Alexander von Humboldt. Für Menschen, die sich für Naturwissenschaft und Umweltschutz interessieren beinahe ein Must Have. Ich mochte besonders die humorvolle Erzählweise. Humboldt selbst spricht immer mal wieder über die Zeit nach seinem Tod. Das lockert die wissenschaftliche Erzählung auf und unterhält auch Menschen, die sich nicht mit Biologie oder Physik auskennen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich jetzt von Humboldt halten soll. Zugegeben, an manchen Stellen war er mir unsympathisch - ich berücksichtige natürlich, dass das hier nur eine Darbietung von ihm und nicht er selbst ist. Er ist ein interessanter Mensch. Ich schätze, mehr kann ich nicht über ihn sagen. Die Darstellung seiner Abenteuer haben mich darin bestärkt mehr meinen eigenen Weg zu gehen. Risiken einzugehen und keine Angst davor zu haben oder zumindest nicht auf die Angst zu hören. Anders werde ich meine Ziele nicht erreichen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch eine Inspiration für jeden von uns ist. Auch regen Wulfs Erzählweise und Melchers Illustrationen zum Nachdenken an. Wie war das Leben früher? Wie war das, in einer Zeit zu leben wie Humboldt oder Goethe? Philosophische Fragen, die humorvoll und einfach verpackt wurden, so dass alle einen Zugang dazu finden können. Die einzige Vorrausetzung ist eine Portion Neugier und Interesse - dann wirst du das Buch lieben. Hauptsächlich wurde rassismusfreie Sprache benutzt. Manchmal wurden allerdings Worte wie "Indianer" benutzt. Das könnte daran liegen, dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung das Wort noch nicht derart kritisiert wurde. Trotzdem möchte ich das anmerken, weil ich die Kommunikation darüber wichtig finde und vor allem auch die Bereitschaft beim nächsten Mal mehr darauf zu achten. Information für Verlag + Bloggerportal: Ich möchte mich entschuldigen, weil ich verhältnismäßig lange für die Rezension gebraucht habe. Das lag daran, dass ich mir für das Buch die Zeit nehmen wollte, die Humboldts Abenteuer verdienen und durch mein Studium nur selten die Ruhe dafür hatte.

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Zum 250. Geburtstag des deutschen Naturforschers präsentierte 2019 die Humboldtexpertin Andrea Wulf eine farbenprächtige, opulent illustrierte Grafic Novel über Humboldts berühmte Südamerikaexpedition (1799 bis 1804), begleitet durch den Botaniker Aimé Bonpland. Angeregt von seinen Tagebüchern, Kupferstichen, Skizzen, Landkarten und präparierten Pflanzen erzählt die New Yorker Illustratorin Lillian Melcher bildnerisch durch die Expedition; wie z.B. über die waghalsige Fahrt durch die Stromschnellen des Orinoco, bei dem die beiden Wissenschaftler fast ertranken, oder die spektakuläre Besteigung des Chimborazo. Sachbuch, Autobiografie, historisch und Naturwissenschaft in einem spannend gestaltet als Comic; Allage, für Jugendliche und Erwachsene ein Erlebnis. Weiter zur Rezension: https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/die-abenteuer-des-alexander-von.html

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Ein wundervolles Buch! Ein Bilderbuch für alle! Ein feines Buchkunstwerk! In der Art einer Graphic Novel haben Andrea Wulf und die Illustratorin Lilian Melcher dieses ungewöhnliche Buch gestaltet. Es geht um die amerikanischen Reisen Alexander von Humboldts (1769 – 1859) und zwar nicht in einer wissenschaftlichen Form, sondern erzählerisch und von zauberhaften Illustrationen begleitet. Text und Bild finden hier stimmig zueinander, fließen ineinander und befruchten sich gegenseitig. Bilder, oft collagenhaft, teils skizzenhaft mit Bleistift oder Filzstift gezeichnet, teils mit Sprechblasen wie im Comic und teilweise im Erzählstil weisen auf die wichtigsten Ereignisse der Humboldt`schen Reise hin und sind oft wunderbar detailverliebt. Andrea Wulf, die bereits Bücher zum Thema veröffentlicht hat, schrieb ihren Text nahe an den von Humboldt selbst veröffentlichten Schriften, selbst die Dialoge entsprechen überwiegend den in den Tagebüchern festgehaltenen. Humboldt stellt fest, wie in der Natur alles mit allem zusammenhängt. Unfassbar, wie weit- ja beinah hellsichtig, Humboldt vieles in seinen Studien der Natur voraussah, was uns heute einholt. So wusste er bereits damals, was geschieht, wenn man ganze Regenwälder abholzt. “ … ich bin ziemlich stolz darauf, Kosmos – ein Buch über das gesamte Universum – geschrieben zu haben, ohne ein einziges Mal das Wort „Gott“ zu benutzen. Ich möchte ohnehin viel lieber etwas über die Naturverehrung der Indianer erfahren.“ Andrea Wulf geht in diesem Band chronologisch vor. An den Anfang stellt sie den alten Humboldt in Berlin, der in Rückblicken seine Geschichte erzählt und zwischendurch in bestimmten Szenen wieder als Erzählerfigur auftaucht. Die Seiten sind meist komplett mit Fotocollagen, Zeichnungen oder Kopien der handschriftlichen Aufzeichnungen Humboldts unterlegt, darüber dann die Sprechblasen einzelner Dialoge oder der Text der Erzählerstimme. Man kann sich gar nicht satt sehen, denn es sind oft auch sehr klein detaillierte Darstellungen dabei. Eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass Humboldt und seine treuen Gefährten, diese gefährlichen Reisen überlebt haben (wenn man etwa bedenkt, welche Ausrüstung einem heutigen Bergsteiger bei einem 4000er zur Verfügung steht). Die Sammlungen der Pflanzen und Tiere sind auf der langen Reise teilweise zerstört oder verloren gegangen, aufgrund der riesigen Menge jedoch, die vor allem auch auf seinen französischen Begleiter Aimé Bonpland (1773 – 1858) zurückgehen, blieb doch viel erhalten. Und Humboldt hielt alles genau fest, fertigte Zeichnungen, schrieb Tagebuch: Die Fahrten mit dem Schiff, die Bergbesteigungen, die Messungen, die Entdeckungen von Pflanzen und Tieren, die Beobachtungen der Himmelsphänomene und Archivbesuche. Es gibt eine riesige Zeichnung, die seine Art der Zusammenhänge der Naturphänomene an den unterschiedlichen Standorten vergleicht und klar aufzeigt. Zudem schrieb er auch kritische Texte, etwa zur Sklaverei auf Kuba und zur Zerstörung der Natur, etwa durch Plantagenbetrieb oder Abholzung. Am Ende dauerte die Reise fünf Jahre von 1799 bis 1804 und führte etwas unstet durch das nördliche Südamerika, Mexico und Kuba mit einem Abstecher kurz vor der Heimreise in die USA mit Besuch des Präsidenten Jefferson. Sehr witzig finde ich, dass die Illustratorin sich und die Autorin in die Story einzeichnet (siehe oben). Andrea Wulf und Lilian Melcher kann ich nur ein großes Kompliment aussprechen für solch eine wundervolle Idee und die hervorragende Umsetzung. Ein Buch, welches Lust auf mehr Graphic Novels und auf mehr über Alexander von Humboldt macht.

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Von 1799 bis 1804 befand sich der preußische Universalgelehrte Alexander von Humboldt auf einer Expedition durch die Länder Südamerikas. Wäre es nicht spannend, diese Reise aus erster Hand mitzuerleben? Ihn bei der rasanten Fahrt über die Stromschnellen des Orinoco, der gefährlichen Besteigung des Chimborazo und bei seinen faszinierenden botanischen und astronomischen Entdeckungen zu begleiten? Das neue Buch der Journalistin und Sachbuchautorin Andrea Wulf macht es möglich. Nach ihrer preisgekrönten Biografie "Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur" hat sie mit "Die Abenteuer des Alexander von Humboldt" noch einmal nachgelegt. Inzwischen sind dessen Südamerika-Tagebücher frei zugänglich und vertiefen unser Wissen über den berühmten Naturforscher. Die Humboldt-Expertin hat diese Reise in einer Graphic Novel verarbeitet, üppig illustriert von der New Yorker Künstlerin Lillian Melcher. Und schon sind wir mit Humboldt und seinem Begleiter, dem Botaniker Aimé Bonpland, unterwegs auf den wichtigsten Stationen ihrer Reise. Es geht durch Venezuela, Kuba, Peru, Ecuador, Mexiko und die Vereinigten Staaten, immer vorangetrieben von Humboldts Forscherdrang. Unermüdlich sammeln sie unbekannte Pflanzen, besteigen jeden erreichbaren Vulkan, treffen Würdenträger und neue Freunde, präparieren Tiere und saugen das Wissen der einheimischen Bevölkerung, der sie respektvoll begegnen, in sich auf. Wir sind hautnah dabei, als Humboldt sein erstes Erdbeben in Cumaná erlebt, spüren seine Begeisterung, als er den magnetischen Äquator entdeckt, und empören uns mit ihm über das Desinteresse der Bevölkerung von Lima bei einem seltenen astronomischen Ereignis, dem Merkurtransit von 1802. Humboldt ist ein kritischer Beobachter, dem die weit verbreitete Sklaverei ein Dorn im Auge ist. Auch der Raubbau an der Natur durch die Abholzung der Wälder bekümmert ihn zutiefst, denn er begreift bereits die Bedeutung des Regenwaldes für das Klima. Eine ausklappbare Doppelseite zeigt Humboldts berühmtes Naturgemälde, auf dem der Chimborazo mit seinen Vegetationszonen zu sehen ist. Von tropischen Pflanzen über Nadelbäume und alpine Pflanzen bis zu Flechten sind sie übereinander geschichtet – auf gleicher Höhe wie vergleichbare Pflanzenfamilien in anderen Weltregionen! Humboldt legt hier den Grundpfeiler zu einer Geografie der Pflanzen. Beim Aufstieg auf den Chimborazo gelangt er auch zu seiner wichtigsten Erkenntnis: wie alles in der Natur zusammenhängt: "Alles, was ich auf meinen Reisen gesehen habe, fügt sich zu einem klaren Bild. Die Natur ist ein lebendiges Ganzes und ein wunderbares organisches Geflecht, in dem alles miteinander verbunden ist – vom kleinsten Flecken Moos bis zum höchsten Baum. Die Natur ist von einem einzigen Atem beseelt – von Pol zu Pol ergießt sich ein Leben in Steine, Pflanzen und Tiere." Das Zusammenspiel von Texten und Bildern in dieser Graphic Novel ist bemerkenswert! Es ist ein wilder Stilmix mit witzigen Sprechblasen, Originalseiten aus Humboldts Südamerika-Tagebüchern, die perfekt abgestimmt sind auf die Comic-Strips und längeren Textpassagen. Darin fasst Humboldt einzelne Abschnitte der Reise zusammen und erzählt von seinem Werdegang, wichtigen Vordenkern und Forschern seiner Epoche. Ganz unbescheiden kommentiert er aus dem Jenseits die Anwendung seiner Erkenntnisse bis in die Gegenwart. Tiere und Pflanzen sind wunderschön und naturgetreu gezeichnet. Die Farben sind etwas blasser als auf dem Cover, ganz im Stile eines alten Forschertagebuchs voller Tintenklecke und herumkrabbelnder Insekten, und gespickt mit großen und kleinen Skizzen, die Humboldts Originalen nachempfunden sind. Nur die Gesichter wirken recht hölzern, doch sonst gibt es nichts auszusetzen. Auf vielen Seiten sieht man getrocknete Pflanzenproben. Dazu wurden Originale aus der Sammlung von Humboldt und Bonpland verwendet sowie eigens von Lillian Melcher gepresste Pflanzen, die sie eine Weile verschimmeln ließ, damit sie genau so angegriffen wirken wie Bonplands ewig feuchtes Sammelgut. Die Experimentierfreude der jungen Künstlerin verleiht dem Buch eine besondere Aura. Üppig bunte Seiten voller fremdartiger Lebensformen stehen neben spartanisch ausgestatteten Seiten, in denen wir die unendliche Weite der Ozeane und die heiße Öde der Llanos spüren, der großen Ebene auf dem Weg zum Orinoco. Auch alte Kupferstiche und Gemälde, zum Beispiel von Frederik Edwin Church, wurden als Hintergrund verwendet. Einen Blickfang bilden extravagante Textkörper in Form eines Blattes, als Fluss oder um Objekte herumfließend. Angesichts dieser Vielfalt der Stilmittel, immer mit konkretem Bezug zur Expedition, kann man schon mal ins Schwärmen geraten! "Die Abenteuer des Alexander von Humboldt" ist der ideale, unkomplizierte Einstieg in Humboldts Denken. Man bekommt ein Gespür für dessen hellwachen Geist und seine geradezu besessene Suche nach Erkenntnissen. Eine originelle Reisebeschreibung, fantasievoll und ideenreich gestaltet.

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Mit 29 Jahren erhielt Alexander von Humboldt die Erlaubnis des spanischen Königs, seine südamerikanischen Kolonien zu erforschen und begab sich auf ein fünfjähriges Abenteuer voller Strapazen, Entbehrungen und Entdeckungen. Heute wäre der Naturforscher 250 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Jubiläums erarbeitete die Humboldt-Expertin Andrea Wulf in Zusammenarbeit mit der Illustratorin Lillian Melcher auf Grundlage von Tagebucheinträgen »Die Abenteuer des Alexander von Humboldt« – eine wirklich außergewöhnliche Graphik Novel zu seiner großen Südamerikareise… Wir begleiten den jungen Humboldt und seine tapferen Begleiter von Spanien über das heutige Kuba, Peru, Mexiko bis in die frühen Vereinigten Staaten und werden Zeugen all der Widrigkeiten, denen sie begegnen: Klirrende Kälte, sengende Hitze, die Anstrengungen 18-stündiger Wanderungen (samt Ausrüstung, allein an Messinstrumenten mussten 42 Stück mitgeschleppt werden), Überfälle, Erdbeben, Typhus, mitten in Krokodilgebiet kenternde Bote, Sprachbarrieren mit indigenen Völkern, uninteressierte Banausen in der Zivilisation, Piranhabisse, Kakteenstacheln, Bambusschnitte, Felsabschürfungen, Nebel, fehlerhafte Karten, angenagte, vermoderte Pflanzen, die in Mühevoller Arbeit getrocknet worden waren, Schlangen, Moskitos, Gerüchte und Fieber – all diesen Widersachern trotzt die Gruppe an begeisterungsfähigen Forschern zu Beginn des 19. Jahrhundert und kann von mir gar nicht genug Respekt ernten für ihr Durchhaltevermögen angesichts dieser Strapazen im Ungewissen. Denn alles, was Andrea Wulf hier in Form von Dialogen schildert ist nach Humboldts Tagebüchern so passiert. Selbst der jahrhundertelang belächelte Kampf zwischen Pferden und Aalen konnte vor wenigen Jahren nachgewiesen werden. Hier offenbart sich eine große Stärke des Buchs: Andrea Wulf bleibt nicht nur bei den Ereignissen selbst, sondern ordnet sie in einen Gesamtzusammenhang und bezieht neue Forschungen mit ein. Sie verweist auf die Bedeutung bestimmter Entdeckungen oder Ideen Humboldts und offenbart so den weitreichenden Einfluss, den seine Reise auf sämtliche Forschungsbereiche hatte. So kam der Naturforscher seinerzeit – und damit 100 Jahre vor der Theorie der Verschiebung tektonischer Platten – auf den Gedanken, dass Südamerika und Afrika einst zusammenhingen, weil sich nicht nur die Küstenform, sondern auch die Flora der betreffenden Küstenabschnitte stark ähnelte. Er entdeckte den magnetischen Äquator, erfand die isothermen, geschwungenen Linien auf Wetterkarten und setzte in seinem Naturgemälde nicht die lokale Gebundenheit, sondern die Höhenlage ins Verhältnis zum Pflanzenaufkommen. Auch in Hinblick auf den Naturschutz war Humboldt ein Vorreiter und warnte vor den Folgen der rücksichtslosen Abholzung. Sklavenhaltung und die Ausbeutung von Indianern und Arbeitern durch Missionare oder mexikanische Bergbauunternehmen (an dieser Stelle war ich schockiert: Die Bergmänner in den Minen mussten je bis zu 160 kg Geröll über 2000 Stufen hinauftragen – zehnmal täglich) verurteilte der Naturforscher zutiefst und widmete dem Thema sogar eine eigene Publikation. Trotz solcher schweren Themen bemüht sich das Buch stets um eine leichte und humorvolle Tonalität, die sich durch Situationskomik und Running Gags, vor allem aber wegen der allzeit fassbaren, unerschöpflichen Begeisterung Humboldts trägt (Als er, ein leidenschaftlicher Vulkanliebhaber, die Chance auf die Besichtigung eines Vulkanausbruchs bekommt, ist er begeistert, muss aber weichen, weil ein Schiff zu früh ablegt, als dass er sich das Spektakel anschauen könnte und verzweifelt auf köstliche Weise). So beobachten wir, wie er astronomische Beobachtungen um Mitternacht verschläft, wie ein Fisch, der seziert werden sollte, versehentlich vom Koch zum Abendessen verarbeitet wird, wie schwimmende Postboten sich mit Turbanen auf dem Kopf durchs Wasser treiben lassen, wie Humboldt nach all den Strapazen beinahe von einer Statue erschlagen wird und wie er bei einer Überfahrt mitten im Hurrikan den Punkt berechnet, an dem das Schiff kippt… »ES LENKT MICH AB… ALSO KANN ICH GENAUSO GUT DEN GENAUEN ZEITPUNKT BERECHNEN, WANN WIR STERBEN… SO HAT DAS STERBEN WENIGSTENS METHODE.« S. 250 Mit »Die Abenteuer des Alexander von Humboldt« gelang Andrea Wulf ein kleiner Geniestreich. Niedrigschwellig geschrieben und reich illustriert ist es eine Freude für Jung und Alt. Humboldts Charakter, seine enorme Neugier und Begeisterungsfähigkeit (immerhin stellte er selbst seine Gesundheit hinter Forschungen zurück und schmierte sich Chemikalien und Säuren in Wunden, um ihre Wirkung zu dokumentieren), sein Ehrgeiz, sein Selbstbewusstsein, seine Strahlkraft und moderne Einstellung zu Sklavenhaltung und Naturschutz (wenngleich Tierschutz angesichts so manch fragwürdiger Experimente nicht unbedingt ein Thema für ihn war) werden mit Witz greifbar an die Leserschaft herangetragen und heben so den Schleier der Distanz, der solcherlei Persönlichkeiten doch für gewöhnlich umgibt. Es ist spürbar, wie viel Arbeit hinter scheinbar kleinen Dialogen und letztlich dem gesamten Buch steckt, was auch in Hinblick auf die aufwendige Gestaltung offenkundig wird. Der Detailreichtum der Collagen aus Illustrationen Melchers und Originalzeichnungen, -Handschriften und -Bildern (nicht zu vergessen die äußere Form mit Lesebändchen, Goldfolierung auf dem Einband und insgesamt wertiger Verarbeitung) macht es einfach, lange auf einer Doppelseite zu verweilen und die Schönheit der Komposition in sich aufzunehmen.

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