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Rezension zu
GOTT

[Rezension] Gott von Ferdinand von Schirach

Von: A | motivation.studentin
01.06.2021

Das Buch ist als Theaterstück aufgebaut, weswegen euch in diesem Buch nur direkte Rede begegnen wird. In diesem Fall gefällt mir das wirklich gut, da wir direkt einen Einblick erhalten, welche Person welche Ansicht vertritt und es zu keiner Verwechslungefahr führen kann. Folgende Personen treten in diesem Theaterstück auf und geben einen Einblick zur ihrer Haltung: Vorsitzende des Ethikrates. Richard Gärtner, Brandt (Augenärztin), Biegler (Rechtsanwalt), Keller (Mitglied des Ethikrates), Litten (Rechtssachverständige), Sperling (medizinischer Sachverständiger) und Thiel (theologischer Sachverständiger). »Wem gehört unser Leben? Gehört es einem Gott? Gehört es dem Staat, der Gesellschaft, der Familie, den Freunden? Oder gehört es nur uns selbst?« Aus dem Klappentext konntet ihr bereits entnehmen, das es in diesem Buch um das Thema Sterbehilfe geht, was ich persönlich sehr interessant finde, obwohl es sich um eine schwierige Thematik handelt, bei der es viele verschiedene Ansichten gibt. Insgesamt wird die Thematik in zwei Akten aufgearbeitet. Anhand eines praktischen Falls wird einem die Thematik dargestellt und zwar geht es um Richard Gärtner, der nach dem Tod seiner Frau nicht mehr weiterleben möchte. Auch wenn er selbst nicht viel spricht, werden seine Beweggründe und Gedanken deutlich. Dies wird im ersten Akt diskutiert und die einzelnen Ansichten werden vorgestellt. Die geführten Diskussionen und die verschiedenen Ansichten haben mich persönlich sehr zum nachdenken angeregt, noch mehr als zuvor schon. Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass das Buch mit der Absicht geschrieben wurde, um uns Leser*innen zum nachdenken anzuregen, um uns selbst eine Meinung zu dem Thema bilden zu können. Sobald das Theaterstück beendet ist, befinden sich im Anhang noch drei Essays, die die ärztliche Suizidbegleitung aus drei verschiedenen Perspektiven beschreibt. Schirachs Schreibstil ist sehr klar und präzise, wodurch nicht viel drumherum gesprochen wird, sondern die Meinungen auf den Punkt gebracht werden. Dadurch enthalten die 160 Seiten viel Input, der aber nicht langweilig wird. -------- Wenn euch die Thematik Sterbehilfe auch interessiert, kann ich euch das Buch sehr empfehlen. Es zeigt kurz einen intensiven Einblick in verschiedene Sichtweisen. Viele Fragen sind zu dieser Thematik noch offen und haben noch Diskussionsbedarf. Bildet euch selbst eine Meinung, informiert euch über andere Meinungen und verurteilt nicht. Es wird kein richtig oder falsch geben.