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Sebastian Lehmann

Das hatte ich mir grüner vorgestellt

Mein erstes Jahr im Garten

(2)
Paperback
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Lange Zeit war Sebastian Lehmann überzeugter Großstädter. Doch nachdem ihn der dröhnende Baulärm Berlins schon wieder frühmorgens aus dem Schlaf reißt, hat er endlich genug. Also macht er sich mit seiner Freundin auf die Suche nach einem eigenen Gartengrundstück – und landet ausgerechnet in Mecklenburg-Vorpommern. Die ersehnte Ruhe und Beschaulichkeit lassen aber erst mal auf sich warten. Denn wo der Salat wachsen soll, sind die Schnecken schneller, der Giersch sprießt überall, und die frisch bezogene Datsche ist morsch. Auch tauchen Fragen auf wie: Brauchen wir einen Zaun? Wie baut man ein Hochbeet? Und ist Feinripp das Kleine Schwarze des Kleingärtners? In seinem neuesten Buch erzählt Sebastian Lehmann mit viel Witz und schrägem Charme von seinem ersten Gartenjahr, wie man mit zwei linken Händen einen Baum fällt und wieso er seine Entscheidung, einen eigenen Garten zu haben, am Ende doch nicht bereut.


ORIGINALAUSGABE
Paperback , Klappenbroschur, 240 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 30 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-442-31600-7
Erschienen am  08. March 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Wenn Großstädter gärtnern wollen

Von: Lotta

18.05.2021

Sebastian Lehmann kenne ich in erster Linie von seinen – wie ich finde – sehr genialen Elterntelefonaten, die mir nur allzu oft sehr bekannt vorkommen. Subtiler Humor, der manchmal eher um die Ecke kommt und sicher nicht jedem liegt, aber die Art und Weise des Vortrags finde ich immer köstlich. Keine Frage also, dass ich auch sein neues Buch „Das hatte ich mir grüner vorgestellt“ (Goldmann Verlag) mit großer Begeisterung begonnen habe. Nach einer kurzen Euphorie war es dann aber leider auch schon rum mit besagter Begeisterung. Raus aufs Land und rein in die Datscha heißt es bei Lehmann, aber was an und für sich sehr amüsant beschrieben wird, kommt irgendwie nicht so recht rüber. Vermutlich weil ich mir immer vorstelle, wie Lehmann die einzelnen Passagen mit einem Augenzwinkern und dieser ganz besonderen Betonung lesen würde, fehlt mir genau das hier. Der Witz, der sich in erster Linie durch die Vortragsart entfaltet, kommt im Buch einfach nicht so rum. Die Story ist kur erzählt: Weil in Berlin nebenan seit Wochen gebaut wird, beschließen er und seine Freundin sich einen Garten zuzulegen. Maximal zwei Stunden entfernt (Brandenburg! Schleswig-Holstein!) soll er liegen. Gedacht, gesucht, gefunden. Doch damit geht der Stress, dem man eigentlich entkommen wollte, erst richtig los, denn diverse Semester geisteswissenschaftliches Studium machen halt leider keinen Handwerker. Und so kämpft sich Sebastian durch die Tücken seiner Datscha und wir sind fast live dabei. Es liest sich unterhaltsam, keine Frage, aber mir gibt es leider nicht viel. Die beschriebenen Menschenschläge, mit denen er es zu tun hat, kennt sicher jeder und muss hier grinsen, aber in Summe kein Buch, das irgendwie Eindruck macht. Liegt vielleicht auch daran, dass ich weder in der Stadt lebe, noch sehnsüchtig eine Rasenfläche mein Eigen nennen möchte, denn das habe ich hier gewissermaßen schon. Da greife ich dann doch lieber wieder zu den Elterntelefonaten. Da fühle ich mich besser aufgehoben.

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Unfassbar lustig

Von: Buch Traum

20.03.2021

Sebastian Lehmann, der witzigste Mann Deutschlands? Ganz so hoch würde ich nicht gehen, aber er gehört auf jeden Fall zu den witzigsten Menschen. Ganz nebenbei mit einem großen Talent als Autor gesegnet. Allerdings ist er weder Gärtner, noch Handwerker, obwohl er sich wirklich bemüht. Wie, das schreibt er in seinem neuen Buch. Berlin ist jung, Berlin ist groß, Berlin ist anonym, Berlin ist interessant. Wohl jeder, der neu nach Berlin zieht, wird darin den besonderen Reiz der Stadt sehen. Ständig verändert sich das Bild, Häuser werden gebaut und abgerissen, Bars öffnen und Kneipen verschwinden, Menschen kommen und gehen. Wenn man dann schon etwas länger in einer Mietwohnung mit zugebauten Fenstern, ohne Nachbarschaftskontakte und seit neuestem auch ohne die Lieblingskneipe lebt, sieht man das alles ein bisschen anders. Zumindest Sebastian und seine Freundin tun das, mit den Nerven am Ende vom ständigen Baulärm. Also suchen sie einen Garten. Einen Ort, an dem es ruhig ist, der aber gut angebunden ist, an dem es freundliche Nachbarn gibt, die Grundstücke nicht teuer sind, ein Gartenhaus schon aufgebaut ist, jede Blume und jedes Gemüse gut wächst und es weder Schnecken, Spinnen, Brennnesseln oder Girsch gibt. Und ein Seezugang wäre gut. Jeder Leser erkennt, das kann nichts werden. Sebastian war beim Kauf allerdings noch sehr positiv. Sie haben schließlich ein teures Grundstück ohne Verkehrsanbindung, mit Spinnen, Schnecken, Giersch, Brennnesseln und abbruchreifem Gartenhaus gefunden. Und dann geht das Drama los. Mit seinem neuen Buch landet Sebastian Lehmann einen Volltreffer. Sowohl Gärtner, als auch Lachen ist gesund, er verbindet beides. Mit seinem erworbenen Halbwissen über Tomatenanbau und seiner absoluten Unfähigkeit im Bezug auf alle handwerklichen Dinge spricht er den meisten Lesern aus der Seele. Man fliegt durch die Seiten und lacht Tränen, fühlt sich aber genauso melancholisch an seine Kindheit erinnert, wenn es um Spiele im Garten und Grillabende mit den Eltern geht. Mit seinem Buch spricht Sebastian Lehmann alle an, egal ob Profigärtner oder Pflanzenhasser. Und er bringt Ablenkung und sehr viel Humor. Eigentlich doch das perfekte Buch, oder?

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Vita

Sebastian Lehmann, in Freiburg geboren, lebt in Berlin. Auf SWR3 und RBB radioeins laufen seine Radiokolumnen »Elternzeit«, »Elterntelefonate« und »Popgedichte«. Mit seinen Soloprogrammen ist er so viel auf Tour, dass ihn seine eigne Katze schon nicht mehr erkennt. Er ist Mitglied der größten Lesebühne Deutschlands, der Lesedüne, und hat zahlreiche Bücher geschrieben. Zuletzt erschienen »Mit deinem Bruder hatten wir ja Glück - Telefonate mit meinen Eltern« (Goldmann) und der Roman »Parallel leben« (Voland & Quist). Außerdem hat er den Kleinkunstpreis Baden-Württemberg gewonnen.

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