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Rezensionen zu
Das hatte ich mir grüner vorgestellt

Sebastian Lehmann

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Sebastian Lehmann kenne ich in erster Linie von seinen – wie ich finde – sehr genialen Elterntelefonaten, die mir nur allzu oft sehr bekannt vorkommen. Subtiler Humor, der manchmal eher um die Ecke kommt und sicher nicht jedem liegt, aber die Art und Weise des Vortrags finde ich immer köstlich. Keine Frage also, dass ich auch sein neues Buch „Das hatte ich mir grüner vorgestellt“ (Goldmann Verlag) mit großer Begeisterung begonnen habe. Nach einer kurzen Euphorie war es dann aber leider auch schon rum mit besagter Begeisterung. Raus aufs Land und rein in die Datscha heißt es bei Lehmann, aber was an und für sich sehr amüsant beschrieben wird, kommt irgendwie nicht so recht rüber. Vermutlich weil ich mir immer vorstelle, wie Lehmann die einzelnen Passagen mit einem Augenzwinkern und dieser ganz besonderen Betonung lesen würde, fehlt mir genau das hier. Der Witz, der sich in erster Linie durch die Vortragsart entfaltet, kommt im Buch einfach nicht so rum. Die Story ist kur erzählt: Weil in Berlin nebenan seit Wochen gebaut wird, beschließen er und seine Freundin sich einen Garten zuzulegen. Maximal zwei Stunden entfernt (Brandenburg! Schleswig-Holstein!) soll er liegen. Gedacht, gesucht, gefunden. Doch damit geht der Stress, dem man eigentlich entkommen wollte, erst richtig los, denn diverse Semester geisteswissenschaftliches Studium machen halt leider keinen Handwerker. Und so kämpft sich Sebastian durch die Tücken seiner Datscha und wir sind fast live dabei. Es liest sich unterhaltsam, keine Frage, aber mir gibt es leider nicht viel. Die beschriebenen Menschenschläge, mit denen er es zu tun hat, kennt sicher jeder und muss hier grinsen, aber in Summe kein Buch, das irgendwie Eindruck macht. Liegt vielleicht auch daran, dass ich weder in der Stadt lebe, noch sehnsüchtig eine Rasenfläche mein Eigen nennen möchte, denn das habe ich hier gewissermaßen schon. Da greife ich dann doch lieber wieder zu den Elterntelefonaten. Da fühle ich mich besser aufgehoben.

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Sebastian Lehmann, der witzigste Mann Deutschlands? Ganz so hoch würde ich nicht gehen, aber er gehört auf jeden Fall zu den witzigsten Menschen. Ganz nebenbei mit einem großen Talent als Autor gesegnet. Allerdings ist er weder Gärtner, noch Handwerker, obwohl er sich wirklich bemüht. Wie, das schreibt er in seinem neuen Buch. Berlin ist jung, Berlin ist groß, Berlin ist anonym, Berlin ist interessant. Wohl jeder, der neu nach Berlin zieht, wird darin den besonderen Reiz der Stadt sehen. Ständig verändert sich das Bild, Häuser werden gebaut und abgerissen, Bars öffnen und Kneipen verschwinden, Menschen kommen und gehen. Wenn man dann schon etwas länger in einer Mietwohnung mit zugebauten Fenstern, ohne Nachbarschaftskontakte und seit neuestem auch ohne die Lieblingskneipe lebt, sieht man das alles ein bisschen anders. Zumindest Sebastian und seine Freundin tun das, mit den Nerven am Ende vom ständigen Baulärm. Also suchen sie einen Garten. Einen Ort, an dem es ruhig ist, der aber gut angebunden ist, an dem es freundliche Nachbarn gibt, die Grundstücke nicht teuer sind, ein Gartenhaus schon aufgebaut ist, jede Blume und jedes Gemüse gut wächst und es weder Schnecken, Spinnen, Brennnesseln oder Girsch gibt. Und ein Seezugang wäre gut. Jeder Leser erkennt, das kann nichts werden. Sebastian war beim Kauf allerdings noch sehr positiv. Sie haben schließlich ein teures Grundstück ohne Verkehrsanbindung, mit Spinnen, Schnecken, Giersch, Brennnesseln und abbruchreifem Gartenhaus gefunden. Und dann geht das Drama los. Mit seinem neuen Buch landet Sebastian Lehmann einen Volltreffer. Sowohl Gärtner, als auch Lachen ist gesund, er verbindet beides. Mit seinem erworbenen Halbwissen über Tomatenanbau und seiner absoluten Unfähigkeit im Bezug auf alle handwerklichen Dinge spricht er den meisten Lesern aus der Seele. Man fliegt durch die Seiten und lacht Tränen, fühlt sich aber genauso melancholisch an seine Kindheit erinnert, wenn es um Spiele im Garten und Grillabende mit den Eltern geht. Mit seinem Buch spricht Sebastian Lehmann alle an, egal ob Profigärtner oder Pflanzenhasser. Und er bringt Ablenkung und sehr viel Humor. Eigentlich doch das perfekte Buch, oder?

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