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Isabella Hammad

Der Fremde aus Paris

Roman

Hardcover
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Montpellier, zu Beginn des Ersten Weltkriegs: Als der junge Palästinenser Midhat von Bord eines Dampfers aus Alexandria geht, ist das für ihn der Aufbruch in eine strahlende Zukunft. Begierig wirft er sich in sein Medizinstudium, saugt die französische Kultur auf, verliebt sich in die emanzipierte Jeannette. Doch in den vom Krieg aufgeschreckten bürgerlichen Salons bleibt Midhat ein Fremder - und muss lernen, wie zerbrechlich alles ist: aus Freunden werden Feinde, aus Liebe wird Verrat. Er flüchtet sich in das exzessive Treiben in Paris und von dort zurück in die strenge väterliche Obhut nach Palästina. Doch auch aus seiner Heimat ist im Streben um Unabhängigkeit mittlerweile ein Pulverfass geworden...

Virtuos erzählt Isabella Hammad vom Leben eines Grenzgängers und Wurzellosen. Es ist der bewegende Roman einer Liebe zwischen den Kulturen und das Epos einer Zeitenwende - von klassischer Brillanz und unerhörter Aktualität.

»›Der Fremde aus Paris‹ ist weltklug und raffiniert, mit klassischen Elementen eines Bildungsromans.«

Schayan Riaz / Berliner Zeitung (30. November 2020)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Henning Ahrens
Originaltitel: The Parisian
Originalverlag: Jonathan Cape
Hardcover mit Schutzumschlag, 736 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
farbige Landkarten
ISBN: 978-3-630-87617-7
Erschienen am  14. September 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Nablus, Israel

Rezensionen

Ziemlich verwirrend - oder auch nicht?

Von: Romael

30.03.2021

Selten hat mich ein Buch so verwirrt wie dieses. So viele Beziehungen, so viele Namen und Familien. Aber zum Glück hat die Autorin dem Leser einen Leitfaden mit an die Hand gegeben. Penibel sind alle Protagonisten und Protagonistinnen inklusive ihrer Zugehörigkeit zu einer Familie, unterstützt mit Querverweisen, wer zu wem in Beziehung steht aufgeführt, was sich während des Lesens als sehr hilfreich erwies. Die Geschichte des jungen Arabers Midhat, der zum Studieren nach Paris kommt, zeigt deutlich die Unterschiede der verschiedenen Kulturen auf. Das Haus seines Gastgebers, einem Professor, verlässt er, weil er einige Äußerungen in wissenschaftlichen Gesprächen des Professors mit Kollegen, die ihn betreffen als rassistisch empfindet. Damit verlässt er auch seine große Liebe, die ihn nie mehr loslassen wird. Enttäuscht, verletzt, fast schon verbittert schließt er sich in Frankreich politischen Gruppierungen an. Als er kein Geld mehr hatte und nicht mehr unterstützt wurde, reist zurück nach Palästina, gründet eine Familie, nimmt am gesellschaftlichen und politischen Lben teil, aber dort ist und bleibt er "Der Fremde aus Paris". Für mich ungewöhnlich lange habe ich zum Lesen des Buches gebraucht und zwischendurch auch schon mal einige Tage nicht gelesen, damit ich dem Geschehen besser nachspüren konnte. Aber trotz allem und vielleicht gerade deswegen halte ich dieses Buch für sehr empfehlenswert, weil sich hier für mich eine total neue Welt auftat, sowohl was die Kultur, als auch die historische Darstellung betrifft.

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Ein lesenswertes Debut über Identität und Fremdheit...

Von: Susanne Probst

24.12.2020

Identität und Zugehörigkeit ... Innere und äußere Konflikte. Ein komplexer, interessanter und lesenswerter Roman! „Der Fremde aus Paris“ spielt vor dem Hintergrund der Konflikte des Nahen Ostens von 1914 bis 1936 und ist angelehnt an die Lebensgeschichte des palästinensischen Urgroßvaters der Autorin. Midhat, den seine Großmutter aufgezogen hat, weil seine Mutter verstarb, als er noch sehr klein war, lebt in Palästina und ist der Sohn eines reichen Tuchhändlers. Eines Tages, unmittelbar vor Beginn des ersten Weltkrieges, schickt ihn sein Vater nach Frankreich, um dort Medizin zu studieren. Midhat ist erstaunt, beeindruckt und regelrecht überwältigt von dieser neuen und ihm fremden Welt, in die er sich nur bedingt integrieren kann. Vergeblich versucht er, in Montpellier Fuß zu fassen. Sowohl in seiner Gastfamilie, in der Universität als auch auf den abendlichen Feierlichkeiten und Festen bleibt er außen vor. Auch was die Liebe zur Tochter seines Gastgebers, eines Professors, betrifft, hat er keinen Erfolg. Schließlich zieht er nach Paris, wo er letztlich ungebunden und weiterhin als Fremder und mehr oder weniger als Außenseiter mehrere Jahre mit zahlreichen wechselnden Frauengeschichten verbringt, bevor ihn sein Vater nach insgesamt fünf Jahren in seine Heimat, in das Dorf Nablus, zurückruft. Dort kommt er erneut dem Wunsch seines Vaters nach: er heiratet die Muslimin Fatima und gründet mit ihr eine Familie. Midhat wird Vater von vier Kindern und Besitzer eines Tuchladens. Und das alles vor dem Hintergrund gewalttätiger Unruhen, kämpferischer Auseinandersetzungen mit Rebellen und Kriegen zwischen Juden und Arabern. Während der Lektüre empfand ich viel Mitgefühl und Sympathie für Midhat, der sich weder in Frankreich noch später in seiner ursprünglichen Heimat zugehörig fühlt. In Frankreich zu sehr Palästinenser und zu wenig Europäer. In seinem Dorf zu wenig Palästinenser und zu viel Europäer. Hier wie dort kommt er sich heimatlos und fremd vor. Es war unglaublich interessant über Midhat und seine Geschichte eine andere, mir ziemlich fremde Kultur, Geschichte und Geographie kennenzulernen und Einblicke in das Leben der Palästinenser und den Alltag von Muslimen zu bekommen. Die britisch-palästinensische Schriftstellerin Isabella Hammad ist eine präzise Beobachterin und eine begnadete Erzählerin, die in ihrem Debutroman unaufgeregt, detailreich, geistreich und feinfühlig eine vielschichtige und atmosphärische Geschichte erzählt, die den damaligen Zeitgeist wunderbar vermittelt. Mit Midhat hat sie einen sympathischen Protagonisten entworfen, den sie tiefgreifend, vielschichtig und mit all seinen Ecken und Kanten beschreibt. Ich empfehle diesen klug und raffiniert komponierten historischen Roman, der in einer schönen, leicht und flüssig lesbaren Sprache geschrieben ist, sehr gerne weiter. Obwohl dieses imposante Werk über 700 Seiten umfasst, empfand ich es zu keinem Zeitpunkt langweilig oder langatmig. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und konnte meinen Horizont erweitern. Was will man mehr? Ein Debutroman? Chapeau!

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Vita

ISABELLA HAMMAD wuchs in London auf, lebt in London und New York. Ihr Debütroman »Der Fremde aus Paris« ist angelehnt an die Geschichte ihres eigenen Urgroßvaters. Der Roman wurde weltweit in 16 Länder verkauft und ist für den Observer eines der wichtigsten Debüts sowie für die New York Times einer der wichtigsten Romane 2019. Er wurde nominiert für den Walter Scott Prize for Historical Fiction sowie den Edward Stanford Fiction Award und ausgezeichnet mit dem Betty Trask Award.

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Henning Ahrens

Henning Ahrens, geb. 1964, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in der niedersächsischen Provinz. Für seinen Lyrikband "Lieblied was kommt" (1998) erhielt er einen der Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise beim Literarischen März 1999 sowie den Pro Litteris-Preis 1999 der Märkischen Kulturkonferenz und den Hebbel-Preis (2001). Er übersetzte u.a. J. C. Powys, Jonathan Safran Foer, Jonathan Coe und Hugo Hamilton. Zuletzt erschien sein Lyrikband "Kein Schlaf in Sicht" und der Roman "Tiertage".

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Pressestimmen

»Das Tableau der Epoche, in der der Nahe Osten zu dem wurde, was er heute ist: ein unlösbarer Konflikt von globaler Dimension. Unbedingt lesenswert.«

Anna Hartwich / NDR Kultur (14. September 2020)

»Die Präzision der Beobachtungen ist eine große Qualität dieses Romans. Die andere ist sein spannender politischer Hintergrund.«

Stefan Keim / WDR 4 (27. October 2020)

»Das vielgelobte Debüt der gebürtigen Britin reflektiert die Geschichte ihres palästinensischen Urgroßvaters vor dem Hintergrund der Konflikte des Nahen Ostens von 1914 bis 1936.«

Dagmar Kaindl / Buchkultur (03. December 2020)

»Die britisch-palästinensische Autorin erzählt ihre komplexe Geschichte mit einer ruhigen Wärme, einer Empathie für ihre Figuren, die zuweilen an George Eliot erinnert.«

kulturnews (25. October 2020)

»Man atmet förmlich die Zeit von damals ein, so sehr lässt einen Isabella Hammad in die Atmosphäre eintauchen.«

Alex Dengler / denglers-buchkritik.de (21. September 2020)