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Lizzie Pook

Moonlight und die Tochter des Perlenfischers

Roman

(4)
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1886 Bannin Bay, Westaustralien: Strände voller glänzender Perlen und Muscheln so groß wie Teller – hier wollen die Brightwells mit Tochter Eliza ihr Glück finden. Zehn Jahre später ist Charles Brightwell der erfolgreichste Perlenfischer der Küste. Eines Tages jedoch kehrt sein Boot ohne ihn zurück, Charles ist spurlos verschwunden. Eliza weigert sich zu glauben, dass ihr Vater tot ist und forscht entschieden nach. Doch in einer Stadt voller Korruption, Vorverurteilung und Erpressung lernt sie schnell: Die Wahrheit wird mehr kosten als Perlen. Findet Eliza auf einer waghalsigen Seereise mit ihrem Boot Moonlight heraus, was wirklich passiert ist?


Aus dem Englischen von Andrea Brandl
Originaltitel: Moonlight and the Pearler's Daughter
Originalverlag: Mantle
eBook epub (epub), ca. 352 Seiten (Printausgabe), 6 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-641-28426-8
Erschienen am  07. September 2022
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Die Tochter des Perlenfischers

Von: Ele aus xx

29.09.2022

Der Preis der Perlen Moonlight und die Tochter des Perlenfischers, Roman von Lizzie Pook, 353 Seiten, erschienen im Diana-Verlag. Charles Brightwell ist ein erfolgreicher Perlenfischer in Bannin Bay Westaustralien, doch eines Tages kommt ein Schiff seiner Flotte ohne ihn zurück, seine Tochter Eliza weigert sich zu glauben, dass ihr Vater tot ist. In einer Stadt voller Korruption ist es in der damaligen Zweit sehr schwierig für eine Frau darüber etwas herauszufinden. Doch Eliza lässt sich nicht entmutigen und macht sich auf die Suche. Das Buch besteht aus 43 Kapiteln, dazwischen in kursiver Schrift, einzelne Kapitel die aus Einträgen aus dem Tagebuch von Charles Brightwell bestehen, andere kursive Kapitel schildern die Suche des korrupten und machtgierigen Polizisten Archibald Parker, nach dem alten Taucher Belarri der für ihn schuld am Verschwinden des Unternehmers ist. Zur besseren Übersicht sind am Buchanfang zwei Karten mit der fiktiven Bannin Bay und die vorgelagerten Inseln eingezeichnet. Positiv aufgefallen ist die äußerst bildhafte Beschreibung des Settings und der Figuren, zu jeder Zeit lief das Gelesene wie ein Film vor meinen Augen ab. Die Faszination dieser einzigartigen Natur ist in jedem Satz greifbar. Ganz besonders die Beschreibung von der exotischen Fauna und Flora habe ich genossen. Interessant fand ich die detaillierte Charakterisierung der handelnden Personen. Die Autorin schreibt flüssig und im auktorialen Stil. Sie hat es geschafft, die Stimmung und die Gefühle der Figuren einzufangen und so wiederzugeben, dass es für den Leser authentisch rüberkommt. Sogar Gerüche und Geräusche sind auffallend gut beschrieben. Es war ein literarischer Genuss dem Buch zu folgen. Die Schilderungen der Perlenindustrie und des Perlenfischens haben mich fasziniert, darüber habe ich vorher noch niemals gelesen. Sehr ergreifend fand ich die Veranschaulichung des grausamen und überheblichen Umgangs von Angehörigen der britischen Kolonialmächte mit der indigenen Bevölkerung. Leider hat mir der Grund für das Verschwinden des Vaters und das Geheimnis mit seinem Sohn nicht ausgereicht, um glaubhaft zu sein. Ein hanebüchener Grund und die halbherzige Suche nach dem Vater, das konnte mich daher gar nicht überzeugen, hier wurde viel Potential verschenkt, schade. Auch die Auflösung des Falles hat mich enttäuscht. Der Leser sollte auch nicht zu zart besaitet sein, denn des Öfteren sind Grausamkeiten bis ins Detail geschildert. Spannung ist erst auf den letzten Seiten aufgekommen, vorher dümpelt die Suche mehr oder weniger ergebnislos dahin. Es wäre hier sicher etwas besser gegangen, die zugrundeliegende Geschichte und vor allem der Schreibstil sind perfekt, jedoch wurde viel Spannung verschenkt. Von mir deshalb 3 Sterne.

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Authentisches Panorama der Perlenfischerei im 19. Jahrhundert

Von: Marlen Blume

27.09.2022

Wer bei diesem Buch eine verklärte, romantische Australien-Saga erwartet, der wird wahrscheinlich daran keine Freude haben. Das muss ich gleich vorweg sagen um die Erwartung, die der Titel suggeriert, nicht in die falsche Richtung zu lenken (by the way – das Cover wäre noch schöner gewesen, wenn es nicht die obligatorische „Frau von hinten“ beinhaltet hätte, die auch wieder auf einen eher romantisch-verklärten Historienroman hindeutet…). Denn die Autorin Lizzie Pook hat sich intensiv mit der Geschichte der Perlenfischerei in Nordaustralien auseinandergesetzt und beschreibt sie nach bestem Wissen und Gewissen authentisch, wie sie zur damaligen Zeit – der Roman spielt Ende des 19. Jahrhunderts – betrieben wurde. Die Auswandererfamilie Brightwell aus England hat sich mit der Perlenfischerei eine neue Existenz aufgebaut. Dem Vater gehört das Geschäft, sein Sohn steigt mit ein, die Tochter führt zuhause den Haushalt, während die Männer wochenlang auf See sind, um mit angeworbenen, vor allem japanisch-stämmigen Tauchern Muscheln vom Meeresgrund zu heben und hoffentlich Perlen darin zu finden. Doch eines Tages kommt das Boot ohne den Unternehmer zurück und die mysteriösen Umstände lassen Tochter Eliza aufhorchen. Sie kann nicht glauben, dass ihr Vater einfach so über Bord gegangen sein soll und startet eine Suche, die sie schließlich selbst aufs Meer hinaus führen soll… Wie schon eingangs erwähnt, baut die Autorin hier keine Heile-Welt-Geschichte auf. Dass die Perlenfischerei ein hartes Geschäft war und immer wieder Todesopfer forderte, wird genausowenig verschwiegen wie die Tatsache, dass unter den Fischern ein rauer Ton und massive Konkurrenz herrschte. Das führte nicht nur zu Spannungen, sondern auch regelmäßig zu Gewalt. Die Lebensumstände in Bannin Bay, dem fiktiven Zentrum der Perlenfischerei Nordaustraliens, werden ungeschönt dargestellt und an einigen Stellen sollte man schon einen einigermaßen robusten Magen haben. Denn wie mit Mensch und Tier damals umgegangen wurde, entspricht nicht gerade dem heutigen Bild von Moral und Humanität. Immer wieder werden Szenen geschildert, die aus meiner Sicht ziemlich deutlich die unhygienischen Zustände und die wenig idyllische Atmosphäre darstellen – auch wenn die Natur Nordaustraliens natürlich von großer Schönheit ist und dem auch Respekt gezollt wird. Eliza war für mich eine Heldin, die noch etwas mehr Kontur gebraucht hätte. Ich mochte sie, konnte aber ihren Drang, auf Teufel komm raus nach ihrem Vater zu suchen, auch wenn alle Hinweise dagegen sprachen, dass er noch lebt, an manchen Stellen nicht ganz nachvollziehen – gerade im Kontext der damaligen Lebensumstände, wo es meistens einfach irgendwie weitergehen musste und man sich auch nach Schicksalsschlägen gerade nicht länger „aufhalten“ konnte. Auch wenn mich die Story und die Auflösung des Romans nicht zu hundert Prozent überzeugen konnte, ist dieses Buch als umfassendes Panorama eines Perlenfischer-Zentrums am Ende des 19. Jahrhunderts sowohl lehrreich als auch authentisch und deshalb auf jeden Fall lesenswert.

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Vita

Von London aus bereist die Journalistin Lizzie Pook die entferntesten Ecken der Welt – auf der Suche nach Schneeleoparden im Himalaya bis zu den unbewohnten Küsten von Grönland. Sie schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine wie The Guardian, Lonely Planet, The SundayTimes und Condé Nast Traveler. »Moonlight und die Tochter des Perlenfischers« ist ihr erster Roman.

Zur Autorin