Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Rezensionen zu
Moonlight und die Tochter des Perlenfischers

Lizzie Pook

(0)
(2)
(2)
(0)
(0)
€ 18,00 [D] inkl. MwSt. | € 18,50 [A] | CHF 25,90* (* empf. VK-Preis)

Die Tochter des Perlenfischers

Von: Ele aus xx

29.09.2022

Der Preis der Perlen Moonlight und die Tochter des Perlenfischers, Roman von Lizzie Pook, 353 Seiten, erschienen im Diana-Verlag. Charles Brightwell ist ein erfolgreicher Perlenfischer in Bannin Bay Westaustralien, doch eines Tages kommt ein Schiff seiner Flotte ohne ihn zurück, seine Tochter Eliza weigert sich zu glauben, dass ihr Vater tot ist. In einer Stadt voller Korruption ist es in der damaligen Zweit sehr schwierig für eine Frau darüber etwas herauszufinden. Doch Eliza lässt sich nicht entmutigen und macht sich auf die Suche. Das Buch besteht aus 43 Kapiteln, dazwischen in kursiver Schrift, einzelne Kapitel die aus Einträgen aus dem Tagebuch von Charles Brightwell bestehen, andere kursive Kapitel schildern die Suche des korrupten und machtgierigen Polizisten Archibald Parker, nach dem alten Taucher Belarri der für ihn schuld am Verschwinden des Unternehmers ist. Zur besseren Übersicht sind am Buchanfang zwei Karten mit der fiktiven Bannin Bay und die vorgelagerten Inseln eingezeichnet. Positiv aufgefallen ist die äußerst bildhafte Beschreibung des Settings und der Figuren, zu jeder Zeit lief das Gelesene wie ein Film vor meinen Augen ab. Die Faszination dieser einzigartigen Natur ist in jedem Satz greifbar. Ganz besonders die Beschreibung von der exotischen Fauna und Flora habe ich genossen. Interessant fand ich die detaillierte Charakterisierung der handelnden Personen. Die Autorin schreibt flüssig und im auktorialen Stil. Sie hat es geschafft, die Stimmung und die Gefühle der Figuren einzufangen und so wiederzugeben, dass es für den Leser authentisch rüberkommt. Sogar Gerüche und Geräusche sind auffallend gut beschrieben. Es war ein literarischer Genuss dem Buch zu folgen. Die Schilderungen der Perlenindustrie und des Perlenfischens haben mich fasziniert, darüber habe ich vorher noch niemals gelesen. Sehr ergreifend fand ich die Veranschaulichung des grausamen und überheblichen Umgangs von Angehörigen der britischen Kolonialmächte mit der indigenen Bevölkerung. Leider hat mir der Grund für das Verschwinden des Vaters und das Geheimnis mit seinem Sohn nicht ausgereicht, um glaubhaft zu sein. Ein hanebüchener Grund und die halbherzige Suche nach dem Vater, das konnte mich daher gar nicht überzeugen, hier wurde viel Potential verschenkt, schade. Auch die Auflösung des Falles hat mich enttäuscht. Der Leser sollte auch nicht zu zart besaitet sein, denn des Öfteren sind Grausamkeiten bis ins Detail geschildert. Spannung ist erst auf den letzten Seiten aufgekommen, vorher dümpelt die Suche mehr oder weniger ergebnislos dahin. Es wäre hier sicher etwas besser gegangen, die zugrundeliegende Geschichte und vor allem der Schreibstil sind perfekt, jedoch wurde viel Spannung verschenkt. Von mir deshalb 3 Sterne.

Lesen Sie weiter

Wer bei diesem Buch eine verklärte, romantische Australien-Saga erwartet, der wird wahrscheinlich daran keine Freude haben. Das muss ich gleich vorweg sagen um die Erwartung, die der Titel suggeriert, nicht in die falsche Richtung zu lenken (by the way – das Cover wäre noch schöner gewesen, wenn es nicht die obligatorische „Frau von hinten“ beinhaltet hätte, die auch wieder auf einen eher romantisch-verklärten Historienroman hindeutet…). Denn die Autorin Lizzie Pook hat sich intensiv mit der Geschichte der Perlenfischerei in Nordaustralien auseinandergesetzt und beschreibt sie nach bestem Wissen und Gewissen authentisch, wie sie zur damaligen Zeit – der Roman spielt Ende des 19. Jahrhunderts – betrieben wurde. Die Auswandererfamilie Brightwell aus England hat sich mit der Perlenfischerei eine neue Existenz aufgebaut. Dem Vater gehört das Geschäft, sein Sohn steigt mit ein, die Tochter führt zuhause den Haushalt, während die Männer wochenlang auf See sind, um mit angeworbenen, vor allem japanisch-stämmigen Tauchern Muscheln vom Meeresgrund zu heben und hoffentlich Perlen darin zu finden. Doch eines Tages kommt das Boot ohne den Unternehmer zurück und die mysteriösen Umstände lassen Tochter Eliza aufhorchen. Sie kann nicht glauben, dass ihr Vater einfach so über Bord gegangen sein soll und startet eine Suche, die sie schließlich selbst aufs Meer hinaus führen soll… Wie schon eingangs erwähnt, baut die Autorin hier keine Heile-Welt-Geschichte auf. Dass die Perlenfischerei ein hartes Geschäft war und immer wieder Todesopfer forderte, wird genausowenig verschwiegen wie die Tatsache, dass unter den Fischern ein rauer Ton und massive Konkurrenz herrschte. Das führte nicht nur zu Spannungen, sondern auch regelmäßig zu Gewalt. Die Lebensumstände in Bannin Bay, dem fiktiven Zentrum der Perlenfischerei Nordaustraliens, werden ungeschönt dargestellt und an einigen Stellen sollte man schon einen einigermaßen robusten Magen haben. Denn wie mit Mensch und Tier damals umgegangen wurde, entspricht nicht gerade dem heutigen Bild von Moral und Humanität. Immer wieder werden Szenen geschildert, die aus meiner Sicht ziemlich deutlich die unhygienischen Zustände und die wenig idyllische Atmosphäre darstellen – auch wenn die Natur Nordaustraliens natürlich von großer Schönheit ist und dem auch Respekt gezollt wird. Eliza war für mich eine Heldin, die noch etwas mehr Kontur gebraucht hätte. Ich mochte sie, konnte aber ihren Drang, auf Teufel komm raus nach ihrem Vater zu suchen, auch wenn alle Hinweise dagegen sprachen, dass er noch lebt, an manchen Stellen nicht ganz nachvollziehen – gerade im Kontext der damaligen Lebensumstände, wo es meistens einfach irgendwie weitergehen musste und man sich auch nach Schicksalsschlägen gerade nicht länger „aufhalten“ konnte. Auch wenn mich die Story und die Auflösung des Romans nicht zu hundert Prozent überzeugen konnte, ist dieses Buch als umfassendes Panorama eines Perlenfischer-Zentrums am Ende des 19. Jahrhunderts sowohl lehrreich als auch authentisch und deshalb auf jeden Fall lesenswert.

Lesen Sie weiter

“Nie zuvor hat Eliza ein Land gesehen, das so sehr Blut ähnelte.” So beginnt dieser Roman und ist bezeichnend für die Geschichte, die in Bannin Bay an der Nordwestküste Australiens spielt. Dort boomt die Perlenfischerei, die Familien wie die Brightwells anlockt und ihnen Reichtümer verspricht, jedoch auch ihren Tribut fordert. Eines Tages kehrt das Boot von Vater Charles, der sich zum erfolgreichsten Perlenfischer der Küste hochgearbeitet hat, ohne ihn zurück. Tochter Eliza ist überzeugt, dass er noch lebt und macht sich in Begleitung eines deutschen Abenteurers auf die Suche nach ihm. Dass sich diese Handlung mit Charles' Tagebucheinträgen abwechselt, die Eliza bei der Suche einige Anhaltspunkte liefern, fand ich dramaturgisch gelungen. Spannender als dieser Plot war für mich jedoch der historische Rahmen, den die Journalistin Lizzie Pook detailliert recherchiert hat. Ich erfuhr, welche fatalen Auswirkungen die florierende Perlenmuschelindustrie im 19. Jahrhundert während der britischen Kolonialherrschaft in Australien auf die indigenen Völker hatte. Ihre Ausbeutung und Enteignung, der Sklavenhandel, die Polizeibrutalität sowie die Gefahren, denen sich die Perlentaucher aussetzten, gingen mir sehr nahe. In schöner Prosa bringt uns die Autorin sowohl die Schönheit als auch Unbarmherzigkeit des Landes näher.

Lesen Sie weiter

Eliza lebt mit ihrer Familie in Australien. Zusammen ziehen sie eines Tages an die Westküste, um mit der Suche nach wertvollen Muscheln und Perlen ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Als ihr Vater von einer Bootstour nicht zurück kommt, beginnt sie nach ihm zu suchen. Ihre Familie floh um 1880 aus England nach Australien. Elizas Bruder ist dort im Perlengeschäft tätig und braucht tatkräftige Hilfe. Nicht überall sind die mittlerweile zahlreichen Ankömmlinge aus der alten Welt willkommen. Aus verschiedenen Gründen glaubt Eliza nicht an den tödlichen Unfall ihres Vaters und forscht nach. Dabei deckt sie einen Sumpf an Korruption und anderen Betrügereien auf. Pook beschreibt sehr gut die damalige „Goldgräber-Stimmung“ in Bezug auf die Perlen. Viele unseriöse Typen tummelten sich an den entsprechenden Küsten Australiens, es herrschte Abzocke, ungünstige Arbeitsverhältnisse waren an der Tagesordnung und wirklich ehrenwerte Fischer und Geschäftsleute waren die Minderheit. Die Figuren sind gut ausgearbeitet ebenso wie die Geschichte sich von einem Spannungshöhepunkt zum nächsten schwingt und nur selten Entspannungen gegönnt werden. Dazu kann man sich die Gegebenheiten gut vorstellen und fiebert mit Eliza mit. Ein kurzweiliger Zeitvertreib für einige Nachmittage!

Lesen Sie weiter

Wir stellen nicht sicher, dass Rezensent*innen, welche unsere Produkte auf dieser Website bewerten, unsere Produkte auch tatsächlich gekauft/gelesen haben.