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Ein wilder Schwan

Andere Märchen

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Michael Cunningham erzählt die alten Märchen neu – er betrachtet sie aus einem anderen Blickwinkel, hinterfragt sie mit Witz und Verve und zeigt dabei, wie zeitlos sie sind.

Noch nie waren Märchen so lustig und raffiniert, so düster und sexy – und so wahr. Rumpelstilzchen, Hänsel und Gretel, Schneewittchen und Rapunzel – wer erinnert sich nicht an die Gutenachtgeschichten aus der Kindheit, an Märchen, die uns verzauberten und schaudern machten. Einer der begnadetsten amerikanischen Schriftsteller holt nun diese und andere Märchen in unsere Gegenwart und erzählt, was sie verschwiegen oder vergessen haben oder wie es nach dem angeblichen Ende »wirklich« weitergeht. Und welch tiefe Abgründe sich an jeder Ecke auftun können. Die altüberlieferten Mythen über Könige und Prinzessinnen, Flüche, Zauber, Habgier und Verlangen erweisen sich in Michael Cunninghams spielerischen, so ironischen wie klugen Erzählungen als verblüffend modern und menschlich.

»Die Gebrüder Grimm würden wohl erröten - vor Begeistetrung.«

Stern (18. January 2017)

Aus dem Englischen von Eva Bonné
Originaltitel: A Wild Swan and Other Tales
Originalverlag: Farrar, Straus & Giroux
eBook epub (epub), 24 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-641-17563-4
Erschienen am  13. November 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Michael Cunningham: Ein wilder Schwan

Von: LiteraKultur

18.01.2021

Ich habe mich für Michael Cunninghams Märchensammlung „Ein wilder Schwan“ entschieden, da ich den Gedanken, Märchen für Erwachsenen zu erzählen, interessant fand und gespannt darauf war, wie er umgesetzt wird. Auf dem Klappentext stand bereits, die Märchen seien düster und sexy. Dies war nicht zu viel versprochen! Die Protagonisten der Märchen bleiben bestehen: Schneewittchen, die Hexe aus Hensel und Gretel, Rapunzel, Hans im Glück und viele mehr. Doch der Autor ergänzt sie um neue Charakterzüge. Der so glatte Prinz bei Schneewittchen erhält einen Fetisch, Rapunzels Prinz hat es ebenso nur auf ihr Haar abgesehen und die Hexe von Hänsel und Gretel ist eine alte Jungfer, die sich mit dem körperlichen Verfall nicht abfinden will. Vor allem diese Geschichte hat mich beeindruckt, da sie in der 2. Person Singular geschrieben ist und so eine völlig andere Atmosphäre entsteht. Man fühlt sich durch das DU angesprochen und erlebt die Geschichte intensiver mit. Neben den skurrilen aber auch gruseligen sowie ironischen Geschichten, die alle unterschiedlich lang sind, enthält dieses Werk auch noch beeindruckende Bilder. Sie sehen aus wie Holzschnitte und stammen von der japanischen Künstlerin Yuko Shimizu. Ich habe unten einmal einen abgebildet. Diese Bilder finde ich sehr ausdrucksstark und runden den von Cunningham erschaffenen Eindruck noch ab. Fazit: Zu sagen, dies sei ein Märchenbuch, wird dem Werk Michael Cunninghams nur ansatzweise gerecht. Er verwendet lediglich das Setting von Märchen, haucht den verstaubten Figuren allerdings neues Leben ein, beziehungsweise spürt analytisch ihre Neurosen und Psychosen auf. Wer auch Mut hat, diese hässlichen Seiten des Menschen zu betrachten, dem empfehle ich dieses Werk wärmstens!

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Ein Blick in den Abgrundunter dem Feenstaub

Von: Ponine T.

01.06.2018

Michael Cunningham erzählt die alten Märchen neu – er betrachtet sie aus einem anderen Blickwinkel, hinterfragt sie mit Witz und Verve und zeigt dabei, wie zeitlos sie sind. divider-grey In dieses Buch habe ich mich wirklich dank seines Covers verliebt, noch bevor ich wusste, worum es geht. Als mir dann klar wurde, dass hier der Autor von "Die Stunden" sich daran gemacht hat, Märchen neu zu erzählen, war ich erst recht neugierig. Dabei hatte ich keine genaue Vorstellung, was mich eigentlich erwarten würde. Neuinterpretation, bedeutet das, die Geschichten modernisiert zu erzählen? Sie in andere Perspektive zu setzen? Oder über die hinaus zu erzählen? Ich wollte mich also überraschen lassen und habe das Buch dann innerhalb nur einiger Stunden ausgelesen. In den elf Märchen im Buch bietet Michael Cunningham alle drei Variationen der Neuinterpretation auf. So erfahren wir, wie es dem jüngsten Prinzen mit dem Schwanenflügel ergeht. Wir lernen die Lebensgeschichte einer Frau kennen, die am Ende in einem Lebkuchenhaus im Wald ermordet werden wird, und begegnen einem Rumpelstilzchen, dessen Motivaton plötzlich so viel mehr ist als nur "heute back ich, morgen brau ich" singend ums Lagerfeuer tanzen zu können. Das wirkt auf die erste Beschreibung nett und irgendwie charmant, aber Cunningham ist ein Sezierer. Er leuchtet gnadenlos hinein in die tiefen Abgründe, über denen ein Hauch Feenstaub schwebt, der den Gestank von verwesenden Träumen mühsam überdeckt. Dieses Lesegefüh fangen auch die Illustrationen ein, die von einer japanischen Zeichnerin im Stil japanischer Schattenrisse angefertigt sind. Das Hauptmotiv der Märchensammlung ist weniger das Märchen an sich, sondern die Frage danach, wieviel Märchen unsere Wirklichkeit verträgt. Können wir Menschen das überhaupt je erreichen, ein "und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage", und ist es erstrebenswert, dieses Ziel zu verfolgen? Auf den ersten Blick bietet Cunningham dazu eher deprimierende Antworten. Seine Figuren scheitern an der Realität, sie sind nicht geschaffen für eine moderne Welt. Dieses Aufeinanderprallend er Kulturen lässt die reale Welt umso vulgärer und bösartiger erscheinen, aber liegt es nicht vielmehr an der Patina aus Hoffnung und Erwartung der Märchen, die unsere Gegenwart so bedrückend wirken lässt? Cunningham philosophiert in seinen Märchen nicht direkt, sondern zeigt uns nur diese Alternativwwelt, in der Märchen tatsächlich wahr werden können. Und das wirkt sehr schonungslos und trist und mitunter vulgär bis über die Geschmacksgrenzen hinaus, ist aber auch gerade deshalb gut.

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Vita

Michael Cunningham

Michael Cunningham wurde 1952 in Cincinnati, Ohio, geboren und wuchs in Pasadena, Kalifornien, auf. Er lebt in New York City, lehrt an der Yale University und hat mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht. Sein Roman »Die Stunden« wurde vielfach preisgekrönt, u. a. mit dem Pulitzerpreis und dem PEN/Faulkner-Award, und wurde in 22 Sprachen übersetzt. Die überaus erfolgreiche Verfilmung »The Hours« mit Meryl Streep, Julianne Moore und Nicole Kidman wurde mit einem Oscar ausgezeichnet.

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Pressestimmen

»Dieses Buch ist in jedem Fall ein Glücksgriff, wenn man ein Herz für Märchenfiguren hat.«

Angela Wittmann / Brigitte (20. December 2017)

»Ein Geniestreich, eine Liebeserklärung an die Fantasie, ein herrlich schräges Werk, reich an mysteriösen Essenzen und rätselhaften Zutaten, die - Vorsicht aber auch! - ziemlichen Suchtfaktor haben.«

Werner Krause / Kleine Zeitung Graz (02. December 2017)

»Cunningham ist ein brillanter Erzähler, der die schmalen Märchen über Außenseiter und Ausgestoßene virtuos in die Gegenwart überträgt.«

Rolf Fath / Badische Neueste Nachrichten (08. December 2017)

»Eine spannende Lektüre für Erwachsene, die das Kind in sich bewahrt haben.«

SonntagsBlick Magazin (19. November 2017)

»Komisch und klug ist dieses Buch, in dem lauter gestrandete, durch unzurechnungsfähige Götter (oder Erzähler) irregeleitete Märchenfiguren herumgeistern.«

Wolfgang Höbel / Der Spiegel (28. October 2017)

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