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Sarah Schill

Anständig leben

Mein Selbstversuch rund um Massenkonsum, Plastikmüll und glückliche Schweine

(1)
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Nachhaltig kann jeder!

„Einen Monat lang vegan leben. Ausgerechnet ich, die ich seit jeher jedem Vegetarier mein Beileid ausgesprochen habe und die wenig auf der Welt so glücklich macht wie ein fingerdickes, blutiges Rindersteak ...? Doch schon seit einer Weile kommen mir Zweifel an dem sorglosen Leben in unserer westlichen Wohlstandsblase. Um uns herum bricht die Welt zusammen, Ressourcen werden knapper. Immer lauter werden die Stimmen, die unseren maßlosen Verbrauch anprangern, den gedankenlosen Verzehr tierischer Produkte und die ungeheure Menge Müll, die wir anhäufen.” – Hier beginnt Sarah Schills Selbstversuch: vegan, plastikfrei, nachhaltig. Was daraus geworden ist: ein neues Leben. Denn wer sich der Wegwerfmentalität und des bodenlosen Massenkonsums in unserer Gesellschaft bewusst geworden ist, für den gibt es kein Zurück. Ein Ratgeber für alle, denen ihr ökologischer Fußabdruck nicht egal ist.


eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-13068-8
Erschienen am  17. June 2014
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Der mühsame Weg zur ökologischen Konsequenz - ansprechend verpackt

Von: fwe-blog

02.02.2021

Beim ersten Durchblättern war ich ein wenig misstrauisch - schienen mir doch die Schilderungen sehr persönlich und subjektiv zu sein. Mein Resümee sieht aber letztlich ganz anders aus. Doch der Reihe nach. Eine junge Frau, die sich als Teil eines aufgeklärten, liberal-progressiven Milieus darstellt, will die Sache mit der Nachhaltigkeit genauer wissen. Unverbindliche Apelle oder diffuse Vorsätze reichen ihr nicht mehr. Da sie nicht an den alarmierenden Befunden zur ökologischen Ausgangslage zweifelt (die auch im Erscheinungsjahr 2014 schon eindeutig waren), will sie endlich handeln. Statt von allem ein bisschen zu verändern, will sie durch Selbstversuche erkunden, was es denn eigentlich bedeuten würde, wenn man Einsichten und Ziele wirklich konsequent in Handeln umsetzt. Exemplarisch nimmt sie sich zwei der großen Öko-Themen vor: die fleischlose Ernährung und die Plastikvermeidung. Die ersten zwei Drittel des Textes bestehen aus der Beschreibung der Erfahrungen, die Sarah SCHILL dabei gemacht hat, je einen Monat vegan bzw. plastikfrei zu konsumieren und zu leben. Im letzten Teil des Buches wird die Perspektive erweitert: die Autorin nimmt Kontakt zu Projekten und Initiativgruppen auf, recherchiert zu weiteren Einzelthemen (z.B. "urban gardening", der Tier-Schlachtung und der Jagd) und bietet durch ein ausführliches Quellenverzeichnis und zusätzliche Links eine Menge Infoservice zur Vertiefung bzw. zur praktischen Umsetzung. Es wurde schon angedeutet: SCHILL hat ein sehr persönliches Buch geschrieben. Zwar beinhaltet es auch jede Menge sachlicher Informationen über die desaströse Ausgangslage, im Mittelpunkt steht aber das eigene Erleben beim Versuch des privaten Umsteuerns. Dabei spielen durchgängig zwei Perspektiven eine Rolle: - Mit welchen inneren und äußeren Hürden habe ich zu kämpfen, wenn ich wirklich - von jetzt auf gleich - konsequent handeln will? - Wie entwickeln sich meine eigenen Positionen zwischen gedankenlosem Hedonismus und Öko-Sektierertum? Wie geht es mir damit? Tatsächlich liegt der Mehrwert dieses Buches genau dort. Die Autorin schafft einen Identifikationsraum, in dem sich die Leser/innen mit ihren eigenen Ambivalenzen wiederfinden können. Es gibt Widersprüche und Zweifel, Idealismus und Resignation. Das alles kennt man von sich selbst. Kaum jemand schafft es, auf allen Gebieten gleichermaßen konsequent zu sein; ehrlicherweise will das auch kaum jemand wirklich. SCHILL geht mit ihrer Neugier und ihrem Tatkraft den meisten Leser/innen ein paar Schritte voraus. Das ist mutig, anregend und hilft bei der eigenen Positionierung. Da gibt es eine Art "Heldin", die ein Stück unerschrockener ist als man selbst. Aber es ist eine Heldin aus Fleisch und Blut, keine perfekte Lichtgestalt. Dass die Autorin einen locker-flockigen Stil hat und sich auch selbstkritisch und humorvoll hinterfragt, versteht sich schon fast von selbst. Ich kann das Buch sehr empfehlen, wenn man keine reine faktenbasierte Sachbuchlektüre sucht. Es wirkt aktuell, obwohl seit dem Erscheinen schon ein paar Jahre vergangen sind. Natürlich gäbe es inzwischen neuere Zahlen und zusätzliche Verweise - die beschriebenen Grundkonflikte mit der eigenen Konsequenz haben sich nicht verändert.

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Vita

Sarah Schill

Sarah Schill, geboren 1977 in München, studierte Filmproduktion an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Sie arbeitete an diversen Spiel- und Dokumentarfilmprojekten, bis sie 2006 beschloss, ihrer wahren Passion nachzugehen: dem Schreiben. Seitdem ist sie als Drehbuchautorin für Film und Fernsehen sowie als Lektorin und Fernsehjournalistin tätig und schreibt an ihrem ersten Roman. Sie lebt mit ihrer Familie in München und Berlin.

Zur Autorin