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Camilla Grebe

Wenn das Eis bricht

Psychothriller

Wenn das Eis bricht
Taschenbuch
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Eine Profilerin mit Gedächtnislücken. Liebe, aus der Besessenheit wird.

In der Wohnung des reichen Geschäftsmanns Jesper Orre wird die Leiche einer jungen Frau gefunden – auf brutale Art ermordet. Von ihm fehlt jede Spur. Vor zehn Jahren gab es einen ganz ähnlichen Fall – ungelöst. Hanne, die Profilerin von damals, soll deshalb ermitteln. Sie muss in die Vergangenheit eintauchen, dabei verschwimmt gerade ihre Gegenwart – sie fürchtet, an beginnendem Alzheimer zu leiden. Ihre Existenz bekommt zunehmend Risse, und die beiden Fälle verbinden sich auf ungute Weise. Kann Hanne sich selbst und ihren Erinnerungen trauen? Wann bricht das Eis, und was kommt darunter zum Vorschein?


Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs
Originaltitel: Wenn das Eis bricht
Originalverlag: btb HC
Taschenbuch, Broschur, 608 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71925-9
Erschienen am  09. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Ein Blick in die Abgründe der menschlichen Psyche ...

Von: Angi

10.10.2019

Camilla Grebe schreibt sehr eindrücklich und anschaulich, man ist immer mitten im Geschehen. In diesem Psychothriller liegt der Fokus auf Beziehungen, Krankheiten und Emotionen. Schon nach wenigen Seiten war ich sehr gefesselt von der Story. Nicht zuletzt lag das auch an den sehr fein gezeichneten, glaubwürdigen Charakteren, mit denen ich mich in vielen Bereichen gut identifizieren konnte. Hanne, die neben Kommissar Peter Lindgren die Hauptrolle in dieser Reihe spielt, ist Verhaltensforscherin und hat in der Vergangenheit die Polizei bereits als Profilerin unterstützt. Leider wurde bei ihr inzwischen eine beginnende Demenz diagnostiziert. Die Krankheit verunsichert Hanne total und stellt ihr ganzes Leben auf den Kopf. Auch Peter hat Probleme: er hat einen Sohn, zu dem er kaum Kontakt hat und zwischenmenschliche Beziehungen scheinen ihm allgemein schwer zu fallen. Doch dann geschieht ein äußerst grausamer Mord, der auffallende Ähnlichkeit mit einem Verbrechen aufweist, an dessen Aufklärung Peter und Hanne vor zehn Jahren gemeinsam beteiligt waren. Wie wird dieser neue Fall ihr Leben verändern? Die Geschichte wird auf drei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Einerseits verfolgen wir die aktuellen Ermittlungen, andererseits präsentiert uns die Autorin in Rückblicken, wie es zu diesem Verbrechen kommen konnte. Und zusätzlich sorgen Blicke in die noch weiter zurückliegende Vergangenheit dafür, dass wir die Ursprünge des Ganzen erkennen. Alles wird sehr ausführlich erzählt und ich habe erst nach der Hälfte des Buches die Auflösung erraten können, was aber der Spannung keinen Abbruch tat, denn erst spät wird wirklich klar, was dahintersteckt. Einen Punkt Abzug gibt es von mir für einige Längen, die trotz der Spannung aufkommen, was daran liegt, dass manches einen Hauch zu ausführlich beschrieben wird. Vor allem in der zweiten Hälfte, in der man die Lösung schon gut erahnen kann, hätte ich mir etwas mehr Action gewünscht. Aber es ist wirklich ein Psychothriller, der nicht durch die wenigen (recht blutigen) Szenen fesseln will, sondern durch die gut durchdachte erschreckende Story. Hanne und Peter habe ich schon nach diesem Buch ins Leserherz geschlossen. Bin schon sehr gespannt, was sie im nächsten Band „Tagebuch meines Verschwindens“ erleben werden. Diesen Thriller kann ich – trotz einiger Längen – wirklich weiterempfehlen, denn die Story ist gut durchdacht und erschreckend real. Ein Blick in die Abgründe der menschlichen Psyche, der fesselt und bestens unterhält.

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Wenn das Eis bricht (Camilla Grebe)

Von: Poldi

15.05.2017

Eine junge Frau wird grausam ermordet in der Wohnung eines reichen, älteren Mannes aufgefunden. Dieser ist jedoch spurlos verschwunden, und Ermittler Peter ruft deswegen die Psychologin Hanne um Hilfe. Diese hat in einem zehn Jahre zurückliegenden Fall ermittelt, der ganz ähnlich gelagert war. Doch Hanne leidet unter beginnendem Alzheimer, sodass sie nicht immer weiß, ob sie ihrem Gedächtnis trauen kann... Camilla Grebe, die bisher mit der Buchreihe um Siri Bergmann aufgefallen ist, hat mit „Wenn das Eis bricht“ einen eigenständigen Roman geschrieben. Neue, spannende Charaktere und eine Dreiteilung der Handlung zeichnen diesen Roman aus, wobei sich die einzelnen Handlungsstränge ergänzen und so langsam ein komplettes Bild zusammensetzen. Denn während die Erzählungen aus der Sicht von Hanne und Peter die Ermittlungen voranbringen, ist der dritte Teil eher ein Rückblick um eine junge Verkäuferin und kann zunächst nicht wirklich in Zusammenhang gebracht werden. Nur langsam klärt sich auf, wie dies miteinander verwoben ist, was den Reiz noch einmal deutlich steigert. Dabei haben auch alle drei Abschnitte einen eigenen Spannungsbogen, und auch darüber wird ein sehr gelungenes Konstrukt gespannt. An vielen Stellen tritt die Haupthandlung jedoch in den Hintergrund, und der persönliche Hintergrund der Protagonisten wird stärker beleuchtet. Das bringt zwar auch einige etwas zähe Stellen hervor, ist aber insgesamt eine sehr gelungene Ergänzung. Denn gerade die Alzheimer-Erkrankung von Hanne bringt noch einmal eine ganz andere Farbe mit ein, wirkt düster bedrohlich und stärkt die psychologischen Aspekte des Romans. Dabei wird auch auf die Vergangenheit der Protagonisten eingegangen, vor allem Peters harte Kindheit ist dabei im Fokus. Das sorgt dafür, dass der Thriller-Anteil immer öfter zurückrückt und durch viele Nebenarme ergänzt wird. Mir hat das sehr gut gefallen, zumal die komplexe Dreiteilung sehr spannende Aspekte mit einbringt. Da gibt es zahlreiche überraschende Überschneidungen und eine packende Auflösung, die man so über weite Teile nicht erwartet hätte.

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Vita

Camilla Grebe, geboren 1968 in Älvsjö in der Nähe von Stockholm. Sie studierte an der Stockholm School of Economics, hat den Hörbuchverlag »StorySide« gegründet und betreibt ein Beratungsunternehmen. Gemeinsam mit ihrer Schwester schrieb sie die erfolgreiche Krimi-Reihe um die Stockholmer Psychotherapeutin Siri Bergman. »Wenn das Eis bricht« ist ihr erster eigener Roman, der für seine einzigartige Stimme in der Presse hochgelobt wurde. Bei btb erscheint mit »Tagebuch meines Verschwindens« der zweite Fall der Profilerin Hanne. Camilla Grebe lebt mit ihrer Familie in Stockholm.

Zur Autorin

Gabriele Haefs

Dr. Gabriele Haefs studierte in Bonn und Hamburg Sprachwissenschaft. Seit 25 Jahren übersetzt sie u.a. aus dem Dänischen, Englischen, Niederländischen und Irischen. Sie wurde dafür u.a. mit dem »Gustav-Heinemann-Friedenspreis« und dem »Deutschen Jugendliteraturpreis« ausgezeichnet, zuletzt 2008 mit dem Sonderpreis des »Deutschen Jugendliteraturpreises« für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Sie hat u.a. Werke von Jostein Gaarder, Camilla Grebe und Anne Holt übersetzt. Zusammen mit verschiedenen Kolleginnen hat sie mehrere Anthologien skandinavischer Schriftsteller herausgegeben.

Zur Übersetzerin

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