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Rezensionen zu
KaDeWe. Haus der Träume

Marie Lacrosse

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Im Jahr 1907 betritt die 10jährige Rieke Krause zum ersten Mal das KaDeWe. Sie darf ihre Mutter begleiten, die dort als Aufsicht über das Putz-Personal arbeitet. Der Prunk macht das Mädchen sprachlos. Dort begegnet sie auch Judith Bergmann. Für sie ist der Glanz des Hauses nicht beeindruckend, denn ihr Vater ist Justiziar des KaDeWe und ein guter Freund des Eigentümers Adolf Jandorf. Deshalb ist es auch schon beschlossen, daß Judith einmal dessen einzigen Sohn Harry heiraten soll. Doch Judith hat andere Pläne! Auch Rieke hat einen Wunsch für ihre Zukunft. Sie will unbedingt Verkäuferin im KaDeWe werden. Doch als dann der große Krieg ausbricht, geht es auch für die beiden Frauen nur noch ums Überleben. Mit ihrem imposanten Roman "KaDeWe - Haus der Träume" gibt Marie Lacrosse ihren Lesern Einblicke in die deutsche Geschichte am Anfang des 20. Jahrhunderts, wie sie intensiver kaum sein könnten. Man erlebt die unglaubliche Armut der "Arbeiterklasse" und im Gegensatz dazu steht der Wohlstand der besseren Gesellschaft. Zumal wahrscheinlich nicht alle von ihnen so sozial eingestellt waren wie die Familien Jandorf und Bergmann. Die Schicksale der Menschen in dieser Geschichte nehmen einen so richtig mit. Nicht immer macht Reichtum auch Sorgenfrei. Marie Lacrosse beschreibt die politischen Zustände dieser Zeit sehr realistisch. Man spürt die Unruhe der Menschen und trotzdem muß man sich immer wieder wundern, mit welcher Begeisterung viele den Krieg bejubelt haben. Die Geschichte des KaDeWe ist gleichzeitig ein Zeugnis der Zeit am Beispiel von drei Familien. Beim Lesen dieses Romans kann man viel über die Jahre lernen und auch staunen, wie die Menschen mit ihrer Situation umgegangen sind.

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Über die Feiertage hatte ich endlich mal wieder Zeit und Muße, um einen richtig dicken Wälzer zu lesen. Seit der Buchmesse Frankfurt lag dieser über 700 Seiten starke Roman von Marie Lacrosse schon bei mir, nun war endlich die Gelegenheit gekommen, ihn ganz in Ruhe zu lesen. Von der Autorin hatte ich in den vergangenen Jahren schon die Kaffeehaus-Trilogie gelesen, die im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts spielt. Diese Trilogie hatte mich sehr begeistert, deshalb war ich nun schon gespannt auf das neue Werk, das den Auftakt zu einer zweiteiligen Buchreihe darstellt, der zweite Teil soll im Sommer diesen Jahres erscheinen. Wie der Buchtitel schon verrät, dreht sich in diesem Roman alles um das „Kaufhaus des Westens“, kurz KaDeWe, in Berlin. Die Handlung beginnt im Jahr 1907 mit dem Prolog und zieht sich dann von 1914 bis 1926. Hauptfiguren sind zum einen die aus ärmlichsten Verhältnissen stammende Rieke Krause, die im KaDeWe als Kassenmädchen beginnt, zum anderen Judith Bergmann, die Tochter des KaDeWe-Justiziars. Ihre Familie entstammt der gehobenen jüdischen Gesellschaft, ihr Vater Paul Bergmann ist nicht nur ein wichtiger Mitarbeiter des KaDeWe-Gründers Adolf Jandorf, sondern auch dessen engster Freund und Vertrauter. Im Laufe der Geschichte verfolgt man Riekes Aufstieg innerhalb des KaDeWe, der auf ihren beharrlichen Fleiß zurückzuführen ist und von dem sie sich auch durch mehrere schwere Schicksalsschläge nicht aufhalten lässt. Judith, die im Vergleich zu Rieke mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurde, soll nach dem Willen der Eltern den Kaufhauserben Harry Jandorf heiraten, doch ein Dasein als Hausfrau ist nichts für sie, sie strebt nach Unabhängigkeit, beginnt ein Universitätsstudium und widmet sich voller Hingabe der Sozialarbeit mit Kindern in den Armenvierteln der Stadt. Beide Frauen haben ältere Brüder, die den Ersten Weltkrieg an der Front hautnah miterleben und mit schweren körperlichen und seelischen Blessuren zurückkehren. Diese Blessuren haben nicht nur Auswirkungen auf ihr eigenes Leben, sondern auch auf das ihrer Familien, in ganz unterschiedlicher Hinsicht. Der Krieg und die Nachkriegszeit werden mit brutaler Schonungslosigkeit geschildert, sowohl die Geschehnisse an der Front als auch die Nöte in Berlin zur damaligen Zeit. Die Berichte von der Armut der Bevölkerung sind erschütternd und machten mich beim Lesen zutiefst demütig – gerade im Hinblick darauf, dass ich den Roman ja zwischen Weihnachten und Neujahr las, also in einer Zeit, in der die ganze Familie fröhlich beisammen war und besonders viel und gut gegessen wurde. Für unsere unbeschwerten Festmahle war ich angesichts der Lektüre ganz besonders dankbar. Zuweilen strengten mich die detaillierten Schilderungen so an, dass ich das Buch ganz bewusst weglegen musste und leider zog sich mancher Handlungsstrang auch etwas in die Länge, was das Lesen dann doch etwas beschwerlich machte. Dann jedoch war die Geschichte wieder extrem spannend. Viele der Figuren sind mir ans Herz gewachsen, neben Rieke und Judith waren das vor allem Paul Bergmann und sein Sohn Johannes, Judiths Bruder. Aber auch Adolf Jandorf, der Patriarch des KaDeWe, machte auf mich einen sehr sympathischen und menschlichen Eindruck. Mit ihm habe ich vor allem gegen Ende der Geschichte sehr mitgelitten, ebenso mit Johannes, wobei ich hier nicht verraten kann, warum, da ich ja nicht spoilern möchte. Die Beklemmung, die ich schon beim Lesen der ersten Kapitel empfand, ließ nicht nach, als es im Laufe der Geschichte erst um die Hyperinflation und dann um den erstarkenden Nationalsozialismus und Antisemitismus ging. Oft erinnerte mich die Lektüre auch an den Roman „Das Haus der schönen Dinge“ von Heidi Rehn, in dem es um eine fiktive jüdische Kaufhausdynastie in München ging, der aber stark an reale Schicksale angelehnt war – siehe die Familien Wertheim und Tietz („Hertie“ nach der Arisierung), die auch in diesem Roman von Marie Lacrosse eine Rolle spielen. Sehr schön fand ich, dass am Anfang dieses Romans ein umfangreiches Personenverzeichnis enthalten ist, in dem reale historische Persönlichkeiten entsprechend gekennzeichnet sind. Hier habe ich gerade am Anfang der Lektüre häufiger nachgeschlagen. Am Ende des Buches gibt es zum einen ein Glossar mit typischen Begriffen der damaligen Zeit, die im Roman verwendet wurden, zum anderen ein Quellenverzeichnis und – wie schon bei der Kaffeehaus-Trilogie – ausführliche Erläuterungen der Autorin zu ihren Recherchen und zum Thema „Wahrheit und Fiktion“ in diesem Roman. Alles in allem war dies keine leicht verdauliche Lektüre, zuweilen sogar etwas anstrengend, oftmals beklemmend, aber zugleich sehr spannend. Das Buch wird mir sicher nachhaltig im Gedächtnis bleiben.

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Handlung Berlin, Anfang des 20. Jahrhunderts Das KaDeWe gilt als Tempel des Luxus und des guten Geschmacks, es ist nicht nur in Deutschland bekannt und wird von allen Kunden geliebt. Zudem gilt Eigner Jandorf als guter Chef, der auf das Wohl seiner Angestellten bedacht ist und harte Arbeit zu würdigen weiß. Und genau aus diesem Grund hat es die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Rieke geschafft, ihre Probezeit zu bestehen und kann sich nun über eine Stelle als Verkäuferin freuen. Allerdings lernt sie schon bald, wie stark der Konkurrenzkampf ist. Judith Bergmann, Tochter des KaDeWe-Justiziars, soll derweil den Sohn von Adolf Jandorf heiraten. Eine Verbindung, die die junge Frau unglücklich stimmt, ihre Pläne für die Zukunft sehen ganz anders aus. In all den Wirren des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegszeit werden Pläne zerschlagen, Existenzen zerstört, aber auch Träume erfüllt. Und nicht nur für Rieke und Judith, sondern auch für Adolf Jandorf und sein KaDeWe stehen aufregende Zeiten bevor... Meinung Von Marie Lacrosse sind mir allerhand Werke bekannt. Immer wieder schafft es die Autorin, mich mit ihren Büchern zu überzeugen, sie sind stets unglaublich gut recherchiert und beherbergen eine spannende Mischung aus Historie und Fiktion. Und deswegen freue ich mich auf Ankündigungen zu neuen Romanen, genau das war auch bei diesem Titel der Fall. Schon in der Verlagsvorschau hat mich die Inhaltsangabe überzeugt und auch als ich mir diese nach einiger Zeit erneut angeschaut habe, war mein Interesse noch vorhanden. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, das Buch als Rezensionsexemplar vom Bloggerportal zu erhalten, ein ganz herzliches Dankeschön dafür! Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich ein bisschen davor gescheut habe, mit dem Lesen zu beginnen. Was einzig und allein an der Seitenanzahl liegt. Und ich eigentlich den Plan hatte, in meiner Woche Urlaub so viel wie möglich zu lesen. Irgendwie dachte ich, dass ich mit der Lektüre des KaDeWe nur langsam vorankomme und als ich die ersten rund dreißig Seiten gelesen habe, hat mich die Geschichte auch noch nicht ganz packen können. Wahrscheinlich hat sich irgendwas in mir noch ein bisschen gewehrt. Am nächsten Tag bin ich dann offener an das Lesen herangegangen, der Knoten ist geplatzt, ich bin super flüssig mit dem Lesen vorangekommen und habe letztendlich vier Tage für die Lektüre benötigt. Jeden Tag habe ich rund 200 Seiten gelesen, die Geschichte hat sich schnell als sehr abwechslungsreich und spannend herausgestellt. Immer wieder wurde ich beim Lesen überrascht, es treten Wendungen auf, mit denen ich absolut nicht gerechnet hätte und ich mag es sehr, was für einen umfassenden Blick man auf die Politik, das Kaufhaus, die einzelnen Protagonisten und ihre Lebensumstände erhält. Schnell hat sich gezeigt, dass sich die Sprache auf einem hohen Niveau befindet, was sich durch den gesamten Roman zieht. Dieses Niveau entsteht unter anderem durch den historischen Hintergrund, aber auch durch die lebendigen und tiefen Schilderungen jeder einzelnen Situation. So entsteht eine unglaublich starke Geschichte, die auf jeder Ebene punkten kann. Ich bin flott mit dem Lesen vorangekommen, ich mag die umfassenden Umschreibungen der Szenen, die offenen Einblicke in das Leben von unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und die greifbaren Beschreibungen des KaDeWe. Gerade hier hatte ich die Befürchtung, dass sich die Dimensionen des Kaufhauses gar nicht greifen lassen. Doch schon nach kurzer Zeit wurde das Gebäude vertrauter und es war mir möglich, die Wege der Figuren ohne Probleme zu verfolgen und einen ungefähren Lageplan in meinem Kopf zu erstellen. Es werden einige Erzählperspektiven genutzt, die sich allesamt als interessant und für den weiteren Fortgang der Handlung als wichtig gestaltet haben. Ich mag die Vielfalt und Abwechslung, die dadurch entsteht und wie man auf jede einzelne Person mehrere Sichtweisen erhält. Es hat mich überrascht, wie viele Jahre im Verlauf der Geschichte vergehen. Es gibt keinen Stillstand, immer wieder werden Zeitsprünge genutzt, die dazu führen, dass es stete Entwicklungen gibt und in keinem Moment Längen oder Langeweile entstehen. Zudem lässt sich so schön die Reifung der Protagonisten, aber auch die politische Lage nachvollziehen. Es wird auf eine eindrucksvolle Weise dargestellt, was die Bevölkerung für Hoffnungen und Sorgen hatte und was sich auf politischer Ebene entwickelt hat. Das alles verleiht der Geschichte einen starken Hintergrund, der sehr spannend ist und ein interessantes Bild der Handlungszeit zeichnet. Als ich mir vorab das Personenverzeichnis angeschaut habe, wurde mir ein bisschen schlecht. Es werden viele Personen genannt und im ersten Moment hatte ich den Eindruck, dass die Fülle ein bisschen überfordernd ist. Aus diesem Grund habe ich schnell aufgehört, mir die weiteren Namen durchzulesen und mich so ein bisschen auf die Handlung vorzubereiten und habe mit dem Lesen begonnen. Und wie sich zeigt, habe ich das Verzeichnis am Anfang des Buches vielleicht zwei-drei Mal genutzt, danach war es mir leicht möglich, die Zusammenhänge zu erfassen und mir eine jede einzelne Person zu merken. Sie haben durchweg so ausdrucksstarke Zeichnungen erhalten, sodass richtige Typen entstehen und sie dem Leser leicht im Gedächtnis bleiben. Ich mag es, was für ausführliche Umschreibungen ihre Gedanken erhalten haben, dadurch lassen sich viele Handlungen und Aussagen nachvollziehen. Außerdem tritt eine Vielzahl an Charakteren auf, die alle unterschiedliche Ziele verfolgen, wodurch ein breites Bild der Gesellschaft gezeichnet wird. Fazit Meine anfängliche Angst, dass sich die knapp 700 Seiten starke Geschichte ziehen könnte, wurden glücklicherweise schnell beseitigt. Als ich einmal in der Handlung drin war, mir die Personen vertraut waren und ich mich an die Ereignisse, die Ausgangssituation und die Sprache gewöhnt habe, wollte ich mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören. Ich bin superflüssig damit vorangekommen, finde, dass eine sehr interessante, abwechslungsreiche und spannende Geschichte geschaffen wurde, die mich immer wieder überraschen konnte und einen äußerst gelungenen Start ins neue Lesejahr dargestellt hat. Absolute Empfehlung, ich kann euch den Roman nur ans Herz legen!

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Klappentext Im Glanz und Luxus des Kadewe kreuzen sich die Lebenswege zweier junger Frauen. Berlin, Anfang des 20 Jahrhunderts: Das Kaufhaus KaDeWe erstrahlt in Glanz und Luxus - eine Welt, die Judith Bergmann wohl vertraut ist. Denn die Tochter des KaDeWe-Justiziars soll Harry Jandorf heiraten, den einzigen Sohn des Kaufhausgründers. Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Rieke Krause hingegen ist von der Pracht des KaDeWe schier überwältigt, als sie dort eine Stelle als Verkäuferin antritt. Doch in den Wirren des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegszeit werden die Lebenspläne von Judith und Rieke gewaltig durcheinandergewirbelt … Cover Das Cover ist ansprechend und passt perfekt zum Buch. Schreibstil Der Schreibstil ist angenehm und man wird direkt in die Geschichte hineingezogen und von ihm mitgetragen. Inhalt/Rezension Ich wollte mal wieder einen richtigen Schmöker lesen, der im vorherigen Jahrhundert spielt. Meine Wahl fiel auf dieses tolle Buch. Man liest über der Zeit kurz vor dem ersten Weltkrieg und erfährt einiges über das Arbeiten zu dieser Zeit in einem so großen Kaufhaus. Das Buch ist in fünf Abschnitte geteilt und zeigt unterschiedliche Personen aus der jeweiligen Schicht. Das war für mich sehr gut recherchiert und interessant zu lesen. Mit dem Prolog habe ich mich erst etwas schwer getan und musste mich erstmal in das Geschehen hinein finden. Alle Protagonisten sind mir aber sehr schnell ans Herz gewachsen und ich konnte jede Sichtweise nachvollziehen. Fazit Ich bin sehr gerne in die Geschichte hineingetaucht und freue mich sehr auf Band zwei. Zum Buch Autorin: Marie Lacrosse Verlag: Goldmann Preis: 16 Euro Buchlänge: 717 Seiten

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Wer die Romane von Marie Lacrosse, vielen auch bekannt unter ihrem tatsächlichen Namen Marita Spang, kennt, weiß, dass sie mit dünnen Büchlein nichts anfangen kann. So bringt der erste Teil ihrer neuen Trilogie mit knapp 720 Seiten wieder mal stolze 650g auf die Waage. Aber keine Sorge, es sind 720 Seiten bester Unterhaltung, die sich rund um die Familien Jandorf, Bergmann und Krause ranken, die alle drei mit dem neuen Kaufhaus des Westens eng verbunden sind. Mit Bild- und Wortgewalt bricht der Roman auf seine Leser rein. Schnell hatte ich mich festgelesen und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Wie von der Autorin gewohnt, hat sie auch diesmal nicht an Recherchearbeit gespart und zeichnet ein sehr authentisches Bild der damaligen Zeit. Schnell lernte ich nicht nur den Glanz und Glitter der Welt der Reichen und der Schönen, sondern auch Armut und Kummer der weniger Glücklichen in Berlin kennen. Aber auch die Oberschicht Berlins wird schnell zurechtgestutzt als der Erste Weltkrieg mit seinen tödlichen Waffen zuschlägt. Es sind vor allem die Frauen, die nun vieles am Laufen halten – Rieke und ihre Mutter Käthe Krause, die sich nicht nur einen alkoholkranken, arbeitslosen Vater und Mann vom Leib halten müssen, sondern zudem auch noch viele Stunden harte Arbeit leisten, um die Familie vorm Verhungern zu bewahren, sowie Judith und ihre Mutter Rebekka Bergmann, die sich den Ärmsten der Armen im Scheunenviertel widmen. Durch die Wahl ihrer abwechslungsreichen Charaktere gelingt es der Autorin wunderbar das Augenmerk immer wieder auf einen anderen Aspekt der Zeit und Umgebung zu lenken. So reiste ich auf die Schlachtfelder in Verdun, speiste im feinen Salon des KaDeWe, wehrte mich als Frau gegen die Vorbehalte der Männer in der Universität und wurde leider auch mehr als einmal Zeuge des Verhaltens gewalttätiger Männer gegenüber wehrlosen Frauen. Ich verfolgte die Politik und den ständigen Machtwechsel und sah traurigerweise auch Vorboten der weiteren Entwicklungen, insbesondere gegen Juden, in den kommenden Jahren. Ich muss ehrlich sein, manchmal hätte ich mir ein wenig mehr Roman und ein bisschen weniger geschichtliche Tatsachen gewünscht. Zwischendurch hatte ich streckenweise das Gefühl, dass die Freuden und Leiden einiger Charaktere dadurch etwas in den Hintergrund traten. Trotzdem habe ich diesen Roman sehr genossen und fiebere schon Band zwei entgegen. Gerne vergebe ich für das Haus der Träume satte vier von fünf Sternen und spreche eine absolute Leseempfehlung für all die Leserinnen und Leser aus, die wie ich ein Familiensaga-Junkie sind und eine gute Recherche zum Roman zu schätzen wissen.

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INHALT: Berlin Anfang des 20. Jahrhunderts: Das KaDeWe erstrahlt im Glanz und im Luxus. Diese Welt ist Judith Bergmann vertraut. Sie ist die Tochter des KaDeWe Justizars und soll Harry Jandorf, den einzigen Sohn des Kaufhausgründers, heiraten. Rieke wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und ist von der Pracht des KaDeWe schier überwältigt, als sie dort eine Stelle sls Verkäuferin antritt. Doch dann beginnt der erste Weltkrieg zu wüten. Im Krieg und auch in der Nachkriegszeit werden die Lebenspläne von Judith und von Rieke gewaltig durcheinandergewirbrlt. MEINE MEINUNG: Dies ist der erste Teil der Kaufhaussaga von Marie Lacrosse. Wir begleiten hier vorrangig drei Familien, die untrennbar mit dem KaDeWe verbunden sind. Am Anfang des Buches gibt es ein Personenregister, welches gerade zu Beginn sehr wertvoll ist. Ich habe sehr schnell einen Bezug zu den Familien und zu den Charakteren gefunden. Die Schicksale, gerade von Rieke, gehen mir sehr ans Herz und berühren mich. Alle Charaktere wirken sehr lebendig und authentisch. Der Schreibstil lässt sich unheimlich gut und auch sehr flüssig lesen. Die Sprache ist sehr bildgewand und alles wirkt verständlich. Es wird sehr ins Detail gegangen und wir haben viele Dialoge, was den Roman unheimlich belebt. Immer wieder werden historische Ereignisse in die Geschichte eingebaut und mit ihr verwoben. So entsteht ein umfassender und sehr informativer Roman. Besonders die Szenen im KaDeWe habe ich unheimlich gern gelesen. Es gab Intrigen, Veränderungen, es gab Verkaufsgespräche und Mode. Der Zeitgeist wurde perfekt getroffen und umgesetzt. Ich konnte mich alles sehr gut vorstellen. Mich konnte der Roman beeindrucken und ich habe ihn sehr gern gelesen. FAZIT: Sehr bildgewand, sehr detailverliebt und sehr unterhaltsam.

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Die Autorin Marie Lacrosse ist bekannt für ihre historischen Familiensagen. Mit KaDeWe – Haus der Träume hat sie einen spannenden und ereignisreichen Roman rund um die Erfolgsgeschichte des Berliner Kaufhaus des Westens geschrieben, in welchem sie geschickt historische Fakten mit fiktiven Personen und Gegebenheiten verwoben hat. Ich war ein wenig in Sorge, dass dieses 720 Seiten starke Buch langatmig werden könnte, doch falsch gedacht. Ich hätte gut und gerne auch 1000 Seiten dieser ereignisreichen Geschichte gelesen. Wie schön, dass bereits Mitte Juni des kommenden Jahres die Fortsetzung erscheinen wird. Bin ich doch ganz gespannt, wie es mit einigen mir lieb gewonnenen Charakteren weiter geht und ob gewisse negative Charaktere doch noch einer Strafe zugeführt werden. Doch ich schweife ab. Die Aufteilung des Buches finde ich absolut gelungen. So gibt es 5 Abschnitte, zwischen derer immer ein Zeitabstand von einem halben bis zu eineinhalb Jahren liegt, insgesamt jedoch die Jahre 1914 bis 1926 umfasst. Die relativ langen Kapitel wurden in zahlreiche Unterkapitel mit der Angabe von Zeit und Ort des Geschehens unterteilt. Genau dies machte die Geschichte für mein Empfinden lebhaft und nachvollziehbar, da ich genau erfuhr, was teilweise parallel oder in kurzer Folge passierte. Schon im Prolog konnte mich Marie Lacrosse mit ihrer bildhaften Schreibweise begeistern. Auch ich machte große Augen und kam aus dem Staunen nicht heraus, als ich im Jahr 1907 mit der 10-jährigen Rieke, an der Hand ihrer Mutter, das glamouröse Kaufhaus in all seiner Pracht betrat. Dort begegnete sie nicht nur der gleichaltrigen Judith Bergmann, sie konnte sogar einen Blick auf den König von Siam erhaschen. Diese Begegnung hat bei ihr und mir Eindruck hinterlassen. Im Fokus des Geschehens rund um das KaDeWe stehen drei Familien. Da wäre zum einen natürlich die Familie des Eigners Adolf Jandorf, der trotz seiner hohen Stellung in der Gesellschaft ein gutes Herz hat und seinen Angestellten gegenüber ein gerechter Arbeitgeber ist. Ebenfalls von besserer Herkunft ist die Familie von Paul Bergmann, nicht nur ein langjähriger Freund von Adolf Jandorf ist, sondern auch als Justiziar des KaDeWe fungiert. Im Gegensatz dazu gibt es dann die aus der Arbeiterschicht stammende Familie Krause. Die Mutter Käthe ernährt mit ihrer Stelle als Leiterin der Putzkolonne mehr oder weniger die Familie, nachdem ihr Mann arbeitslos und dem Alkohol verfallen ist. Ihre Tochter Rieke hat es nicht leicht, sich als Angestellte des KaDeWe zu bewähren und muss in den Jahren einige Demütigungen hinnehmen. Marie Lacrosse beschreibt anschaulich und einfühlsam die Beeinträchtigungen und Entbehrungen während des ersten Weltkrieges. Not und Hunger sind gerade bei der ärmeren Bevölkerung ganz gravierend. Veranschaulicht wird dies durch das Leben der Familie Krause sowie die Beobachtungen von Judith Bergmann, die eine soziale Frauenschule besucht und ehrenamtlich in einer Kindertagesstätte im sogenannten Scheunenviertel aushilft. Immer wieder fand ich es auch erschreckend, mit welchem Eifer sich die jungen Männer damals freiwillig gemeldet haben. Schnell wurden sie eines Besseren belehrt und konnten froh sein, wenn sie einigermaßen unbeschadet aus dem Krieg zurückkehrten. Auch die hier im Vordergrund stehenden Familien mussten teilweise Verluste in Kauf nehmen. Die Nachkriegszeit mit der stetig steigenden Inflation war alles andere als rosig. Die Schilderungen der Autorin hierzu sind sehr anschaulich und gerade im Bezug auf die leidtragenden Kinder empathisch geschildert. Immer wieder fließen auch der beginnende Nationalsozialismus und die Verachtung des jüdischen Volkes mit ein. Ein Umstand, der auch immer mehr Einfluss auf die Protagonisten dieses Buches nimmt. Sämtliche Charaktere, sei es nun real oder erfunden, wurde bis ins kleinste Detail herausgearbeitet und harmonisch miteinander verbunden. Gedanken und Handlungen wurden nachvollziehbar und plausibel dargestellt. Vielen Dank Marie Lacrosse für den imposanten Auftakt, dem ich gerne 5 Sterne gebe und eine uneingeschränkte Leseempfehlung ausspreche. Mein Fazit: Eine perfekte Mischung aus historisch belegtem Zeitgeschehen, ausgeschmückt mit dem richtigen Maß an fiktiven Details. Die Geschichte des KaDeWe und der beteiligten Familien hat alles, was eine Saga für mich braucht: Spannung, Drama, Liebe, Hass und Erfolg.

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Kennt ihr das weltberühmte Berliner Kaufhaus KaDeWe? Seiner Geschichte widmet sich Autorin Marie Lacrosse fiktiv in ihrem neuen Roman „KaDeWe- Haus der Träume“, welcher im Verlag Goldmann erschienen ist. Ich hatte die Ehre und durfte anhand eines Rezensionsexemplars Band 1 der neuen Saga lesen. Und da an diesem Wochenende wieder ein Lesewochenende für mich anstand, habe ich meine Zeit genutzt und bin in die Welt des 20. Jahrhunderts eingetaucht. Vorweg ist es sicher interessant zu wissen, dass das Buch in zwei Handlungssträngen spielt. Der eine gehört der reichen Judith, deren Leben stark mit dem KaDeWe verknüpft ist. Ihr Vater arbeitet als Justiziar für das angesehene Kaufhaus und ihr Verlobter ist niemand geringeres als der Sohn des Gründers. Ihr Weg im Leben scheint zwischen Luxus und Glanz vorbestimmt zu sein. Dann geht es um Rieke, welche aus ärmlich en Verhältnissen stammt und deren Traum es immer schon war, einmal in den Hallen des Kaufhauses arbeiten zu dürfen. Und genau das passiert, sie erhält eine Stellung im KaDeWe. Doch dann bricht der erste Weltkrieg aus und die beiden Leben der Frauen stehen Kopf. Sie sehen sich inmitten der Irrungen und Wirrungen plötzlich ihren vollkommen zerstörten Leben entgegen gestellt. An dieser Stelle ein großes Lob an die Autorin. Ihre großartige Recherche lässt uns eintauchen in das KaDeWe, in die fiktive Welt und trotzdem ist alles sehr authentisch. Die Verhältnisse im ersten Weltkrieg werden passend erzählt, es wirkt alles sehr nah und mitreißend. Der Schreibstil ist flüssig und das Buch liest sich sehr gut. 3,5/5 *

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