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Rezensionen zu
Darüber reden wir später

Cornelia Achenbach

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€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 27,90* (* empf. VK-Preis)

Der Roman ist ein langsame Geschichte, die mit dem Unfall von Gerd beginnt und mit den Folgen davon – die ich nicht verrate – aufhört. Weil Margret auf einmal ungewohnt alleine zu Hause ist, beginnt sie, im stillen Haus ihr Leben zu hinterfragen. Dabei reflektiert sie recht nüchtern und pragmatisch. Auf der anderen Seite aber auch melancholisch. Ich hatte damit gerechnet, dass das Buch zu großen Teilen aus den Texten der Tagebücher ihrer Mutter bestehen und in zwei Ebenen spielen würde, dem ist aber nicht so. Es gibt nur kurze Auszüge am Anfang davon. Dennoch wirken diese Auszüge nach, weil sie Fragen aufwerfen, die Margret im Verlauf der Geschichte für sich zu klären versucht. Die Tagebücher regen Magret dazu an, die Geschichten ihrer eigenen ihrer Familienmitglieder zu schreiben. Es gibt dabei viele Gedankenfetzen. Am Ende fehlte mir, obwohl so viel passiert, etwas Dynamik. Eine Leseempfehlung für alle, die gerne ernste, ruhige Familiengeschichten mögen.

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Der Klappentext verspricht genau das, was ich zur Zeit suche. Realistische Erzählungen über Liebe und Leben, ohne das Ende vorhersagen zu können und nicht die klassische Storyline normaler Liebesromane verfolgt. Dazu muss man natürlich sagen, dass dies kein Liebesroman ist. Es geht, wie ihr dem Klappentext schon entnehmen konntet, um Margret, deren Mann ins Koma gefallen ist und die nun ihr eigenes Leben hinterfragt. Hat sie die richtigen Entscheidungen getroffen, als sie noch jünger war? Lebt sie das Leben, dass sie leben wollte? Der Erzählstil der Autorin ist sehr nüchtern, wodurch es eine Weile gebraucht hat, bis Margret für mich zu einer greifbaren Person wurde. Durch die wenig emotional gehaltene Erzählung jedoch blieb sie mir immer ein Stückchen fremd. Doch gerade auch diese Wahl des Stils hat dafür gesorgt, dass sich die Geschichte realistisch anfühlte, sie wirkte wenig dramatisch in der Nacherzählung der Ereignisse, jedoch trotzdem immer greifbar und nachvollziehbar. Die Grundidee ist definitiv eine sehr gute, vor allem die Themen Krieg, Kriegstrauma, Depressionen, Lebenskrisen. Alles Dinge, die tagtäglich eine Rolle spielen, viele Menschen prägen und viele Menschen verändern. Ich denke jedoch, man hätte mehr auf die Vergangenheit der Mutter eingehen können, ein bisschen tiefer in Margrets Persönlichkeit eintauchen können, wenn man sich etwas mehr Zeit gelassen hätte. Ich hätte mehr Seiten definitiv gerne gelesen. Dennoch hat es die Autorin geschafft, eine melancholische und nachdenkliche Stimmung zu erzeugen, die mich direkt in Empfang genommen hat, sobald ich das Buch aufgeschlagen habe. Dies macht es natürlich aber auch schwer, das Buch zu lesen, wenn man selbst gerade nicht besonders gut drauf ist. Dennoch bekommt das Buch von mir eine Leseempfehlung für all jene, die sich an den "Kritikpunkten" meiner Rezension nicht stören, jedoch finde ich, dass man dem Buch auch so eine Chance geben sollte, auch wenn leider nicht das volle Potential der Geschichte ausgeschöpft wurde.

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Magret hat sich nie viele Gedanken über ihr Leben gemacht. Das ändert sich, als ihr Mann einen Unfall hat und auf der Intensivstation im Koma liegt. Durch die Einsamkeit im Haus, fängt sie an ihr Leben und ihre Gefühle zu hinterfragen, bereut so manche getroffene Entscheidung. Das Tagebuch ihrer verstorbenen Mutter lässt sie überdies erkennen, dass sie keinerlei Einblicke in die Leben ihrer Familienmitglieder hat. - Ich hab ehrlich gesagt sehr lange gebraucht, um in das Buch rein zu kommen, war sogar kurz davor es abzubrechen. Das lag keinesfalls an der Geschichte an sich, eher hat mich der Schreibstil zu Beginn überfordert. Viele kurze, teils unvollendete Sätze, lassen den Leser sich fühlen, als wäre man direkt in der Gedankenwelt der Protagonistin. Dies gepaart mit der Erzählerperspektive, ist anfangs schwer zu erfassen, passt aber in der Retrospektive gesehen sehr gut zu dem Buch. - Die Geschichte von Magret berührt zutiefst und lässt den Leser mit vielen Fragen zurück. Sie regt zum Nachdenken an und bewirkt, dass man die eigenen Familienstrukturen hinterfragt. Was genau wissen wir über die Vergangenheit unserer Mitmenschen? Welche Dinge, Geschehnisse, Entscheidungen stehen zwischen uns? Warum nehmen wir Manches einfach als gegeben hin, ohne zu hinterfragen? - Ein Buch das mir im Gedächtnis bleiben wird und eine Empfehlung für jeden, der sich auf diese Fragen einlassen möchte.

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Berührend

Von: Martine H

29.01.2022

« Was sind wir nur für eine Familie, in der niemand mit dem anderen redet? » fragt er und heult, bis es Margret nicht mehr erträgt, sie sich zu ihm setzt, die Hand ausstreckt, sie dann doch zurückzieht und sagt: „Vermutlich eine ganz gewöhnliche.“ Margret’s Kinder sind aus dem Haus, dabei ihr eigenes Leben aufzubauen. Sie ist nun alleine mit Gert, ihrem Mann, hat einen Job in einem Spielwarengeschäft und ihr Leben verläuft unspektakulär. Als Gert durch einen Unfall im Garten ins Koma fällt, fühlt sie nichts und fängt an darüber zu sinnieren. Und begibt sich auf eine Reise in ihre Familiengeschichte, in der so vieles nie erzählt wurde. Die Erzählstrategie eher auktorial ausgerichtet gibt dem Leser die Zeit, das Gelesene auf sich wirken zu lassen und genügend Raum zwischen sich und der Figur von Margret aufzubauen. Wenn auch anfänglich etwas zu distanziert und alltäglich, stellt sich jedoch schnell heraus, dass die Geschichte von Margret einen besonderen Tiefgang hat. Langsam ergibt sich ein Zustand, als ob das was jahrelang wie eingefroren in der Familiengeschichte eingelagert war, nun nach aussen kommt und langsam auftaut. Die Protagonisten sind sehr gut gewählt. Realitätsnah lassen sie den Leser Einblick nehmen in ihre Welt und wirken authentisch, emotional, empathisch. Dadurch wird eine Verbindung aufgebaut und man fühlt sich, wie neben ihnen stehend. Die Geschichte birgt viel Wahrheit und schlussendlich merkt der Leser, dass später vielleicht zu spät sein kann. Die Autorin hat mit ihrem ersten Werk die Messlatte sehr hoch angelegt. Man kann nur gespannt sein, was noch folgt.

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