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Rezensionen zu
Haarmann

Dirk Kurbjuweit

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In Hannover an der Leine, Rote Gasse Nr. 8, wohnt der Massenmörder Haarmann, der die Menschen umgebracht. Wenn ich als Kind dieses Lied hörte, bekam ich immer sofort eine Gänsehaut. Doch ich ahnte damals nicht, dass sich hinter diesen gruseligen Zeilen eine wahre Geschichte verbarg. Die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts: Eine Mordserie hält die Bürger der Stadt Hannover in Atem. Mehrere Jungs verschwinden nach und nach spurlos. Sie scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Allen war gemein, dass sie sich vornehmlich im Stricher-Milieu aufhielten und somit unter dem § 175 fielen, der „Beischlafähnliche Handlungen” unter Männern unter Strafe stellte und mit Gefängnis geahndet wurde. Kommissar Robert Lahnstein wird mit den Ermittlungen beauftragt und muss gegen unterschiedlichste Widerstände ankämpfen: Einerseits verwickelt ihn der unbekannte Täter, den er später als Fritz Haarmann identifiziert, in ein perfides Katz-und-Maus-Spiel, andererseits kämpft er innerhalb der Polizei mit der Ignoranz gegenüber den verächtlich titulierten „175ern“. Lahnstein ist ein vom Krieg traumatisierter Mann, der den Verlust seiner Familie noch nicht verarbeiten konnte. Umso verbissener arbeitet er an diesem Fall…! Die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts: Glamour, Stil und Avantgarde! Für einige wenige Zeitgenossen mag dies gegolten haben, die diese Epoche darum gerne als „golden“ bezeichnen. Für die Mehrheit der Bevölkerung war dies eine Zeit der Resignation: Der Krieg hatte empfindliche Spuren hinterlassen, und das gesellschaftliche Gefüge war noch sehr fragil. Vor diesem Hintergrund lässt Autor Dirk Kurbjuweit seinen fiktiven Ermittler bei einem realen Kriminalfall agieren. Kurbjuweits Kommissar Lahnstein vereint in sich zwar durchaus Aspekte der realen Kriminalbeamten Hermann Lange und Heinrich Rätz, aber durch die Fiktion erlaubt der Autor sich die Freiheit, persönliche Aspekte des Ermittlers in die Geschichte einzuweben. So begleiten wir in diesem Kriminalroman auch nicht den titelgebenden Haarmann, sondern werfen dem Kommissar einen Blick über die Schulter. Dank indirekter Rede und einem Stil, der an Protokolle einer Polizeiakte erinnert, gelingt dem Autor eine beinah nüchtern wirkende Erzählweise, die somit plakative Effekte vermeidet. Mag auch die eine oder andere Wendung etwas konstruiert wirken, so hat Kurbjuweit einen packenden Kriminalroman mit einer gehörigen Portion Zeitkolorit geschaffen, dessen Lektüre mich mit dem Wissen um die reale Vorlage besonders berührte. Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt Haarmann auch zu dir. Mit dem kleinen Hackebeilchen macht er Hackefleisch aus dir. Wer Lust auf weniger Fiktion und mehr Realität verspürt, dem möchte ich den Film "Der Totmacher" aus dem Jahre 1995 empfehlen: Die Befragung Haarmanns durch den Psychiatrieprofessor Ernst Schultze wurde von Regisseur Romuald Karmakar mit Götz George (Haarmann) und Jürgen Hentsch (Schultze) in den Hauptrollen verfilmt. Die Dialoge für die Darsteller lehnen sich eng an die originalen Verhörprotokolle aus dem Jahr 1924 an.

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Der Fall Haarmann

Von: CatGro

09.01.2021

Ich fand das das Buch insgesamt lesenswert und innerhalb kürzester Zeit hätte ich es durchgelesen. Mir gefiel nur nicht, dass der Spannungsbogen immer wieder unterbrochen wurde durch Unterbrechungen, wie Rückblicke etc..

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Spannend

Von: Manu

05.10.2020

Liest sich gut und ist sehr spannend

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"Dieser Mann sollte nicht verdächtig sein, die zwölf Jungs umgebracht zu haben?" (Seite 122) Im September 1918 sowie von Februar 1923 bis Juni 1924 tötete Fritz Haarmann mindestens 24 männliche Personen im Alter von zehn bis 22 Jahren. Er wurde für die Morde zum Tode verurteilt und starb 1925 durch Enthaupten mit dem Fallbeil. Dirk Kurbjuweit erzählt in seinem ‚wahren Kriminalroman‘ die Geschichte Haarmanns, seiner Morde, der Versuche, ihn dingfest zu machen, und seiner Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung. Ich habe mich bereits näher mit Haarmann beschäftigt, u.a. durch die gelungene Graphic Novel ‚Haarmann‘. Kurbjuweit hat der mir bekannten Geschichte um Haarmann viele zusätzliche Details und Fakten, vor allem aber eine authentische Beschreibung der Epoche hinzugefügt. Beim Lesen des ebenso düsteren wie packenden Kriminalromans lässt der Autor die frühe Weimarer Republik auferstehen, schildert die Handlungsorte in Hannover, die Wohnung Haarmanns und sein Vorgehen mit Akribie und sprachlich anspruchsvoll. Wer die Geschichte um Haarmann bereits kennt und meint, er brauche kein weiteres Buch über den Serienmörder lesen, dem lege ich ‚Haarmann‘ ganz besonders ans Herz, denn Kurbjuweit ist ein erstklassiges Buch über den ‚Kannibalen von Hannover‘ gelungen, das nicht nur spannend, sondern auch ein Sittengemälde der 1920er Jahre ist. Dirk Kurbjuweit: Haarmann. Kriminalroman. Penguin Verlag, 2020, 320 Seiten; 22 Euro.

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Spannend

Von: Leseengel

15.07.2020

Ich komme aus der Nähe von Hannover, ich denke daher rührt auch meine Faszination um Fritz Haarmann. Es ist nicht das erste Buch, welches ich über Fritz Haarmann gelesen habe. In gewisser Weise ähneln sie sich oft, da meist in ihnen Auszüge aus den Gerichtsverhandlungen sind - das finde ich aber überhaupt nicht schlimm. Und das drum herum ist dann doch oft anders. Hier wird viel drauf eingegangen, wie das Leben zu dieser Zeit überhaupt war. Auch auf den vergangenen Krieg wird eingegangen. Das finde ich schon sehr spannend so, und macht diese Geschichte nochmal zu was anderem. Dadurch hebt sie sich von den anderen Geschichten ab. Auch hier sind die Opfer von Haarmann namentlich erwähnt, dies persönlich finde ich ganz wichtig, damit diese auch nicht in Vergessenheit geraten. Oftmals weiß man mehr über den Täter, als über die Opfer, liest den Namen vom Täter öfter. So natürlich auch im Fall Haarmann. Es sind wahrlich abscheuliche Verbrechen, die er begangen hat. Auch wie sie damals aufgeklärt wurden, und er zur Rede gestellt wurde, finde ich jedes Mal aufs neue spannend. Ich mag True Crime Romane so oder so gerne. Irgendwie fasziniert mich das immer wieder aufs neue. Denn jeder Fall ist doch irgendwie anders. Im Fall Fritz Haarmann sind mir natürlich einige Orte bekannt, die eine Rolle spielen, das macht es dann doch auch nochmal spannender auf eine gewisse Art und Weise. Ich denke, dass dieser Fall in Hannover nie in Vergessenheit geraten wird. Das Buch lässt sich sehr gut lesen, alle Handlungsstränge sind gut nachvollziehbar. Auch die Umgebung, die Zeit in der es spielt ist sehr gut beschrieben. Bei diesem Buch finde ich auch das Cover sehr passend, schon allein das hätte mich dazu verleitet, dieses Buch in die Hand zu nehmen. Allen die sich für wahre Verbrechen interessieren, kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Mir hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht.

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Wir begleiten den fiktiven Ermittler Lahnstein, der uns an allen seinen Gedanken teilhaben lässt, während er versucht Haarmann zu fassen bzw den Mörder von 24 Jungen und jungen Männern. Wobei er seine eigene Tragödie verarbeiten muss. Ich fand es spannend, musste mich aber erst einmal an den Stil gewöhnen. Denn der ist völlig anders als ich es gewöhnt bin. Es gibt Dialoge, doch keine wörtliche Rede in dem Sinne. Wir folgen Lahnsteins Gedanken, die schnell wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was der ebdrückenden Stimmung des Buches zugute kommt. Doch das bedeutet auch, dass man aufmerksam lesen muss, sonst bekommt man nicht alles mit und manchmal weiß man nicht gleich, wer was sagt oder ob es nur ein Gedanke war. Das ist anfangs schwierig, verleiht dem Buch aber auch etwas besonderes, wie ich finde. Dass wir nur dem Ermittler folgen, gibt uns einen Einblick in die Schwierigkeit der damaligen Polizeiarbeit, in die Unsicherheit und allgemein in die Grundstimmung der Zeit. Die Anfeindung der Homosexuellen und auch die verschiedenen politischen Meinungen, all das macht diesen Kriminalfall so schwierig. Von Haarmann erfährt man auch manches, wenn auch nicht so viel, allerdings wird seine Vorgehensweise explizit dargestellt. Was ich gut fand, so konnte man die Bemühungen der Polizei besser verstehen. Insgesamt hat es mir richtig gut gefallen. Ein Buch über einen Serienmörder, einen Ermittler und vorallem über die Zeit, in der das passierte

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Die düstere Aufmachung und der vage Klappentext verbunden mit der Tatsache, dass es sich hier um eine wahre Geschichte handelt, haben mich veranlasst, das Buch zu lesen. Kurz zum Hintergrund: Fritz Haarmann alias "Der Totmacher", "Der Werwolf" und "Der Kannibale" ist einer der brutalsten Serienmörder der deutschen Geschichte. Zwischen 1918 und 1924 war er verantwortlich für den Tod von mindestens 24 jungen Männern. Film und Literatur haben seine Geschichte dazu bereits häufiger aufgegriffen. Mit Haarmann erschafft Dirk Kurbjuweit nun einen Kriminalroman, der trotz der großen Brutalität der eigentlichen Taten ohne übertriebene Gewalt auskommt. Stattdessen werden hier die (Miss-)Geschicke der hannoverschen Polizei im politischen Kontext der jungen Weimarer Republik mit den gesellschaftlichen Missständen zusammengeführt und ergeben einen vielschichtigen und spannenden Roman. Der Bochumer Polizist Robert Lahnstein wird nach Hannover gerufen, um das Rätsel um die immer zahlreicher verschwindenden Jungs zu lösen. Nicht nur der Fall ist sehr undankbar, auch das Kollegium sieht Lahnstein als unwillkommene Konkurrenz. Da nur junge Männer verschwinden, liegt schnell der Verdacht nahe, dass es sich um einen Triebtäter handelt. Und auch Fritz Haarmann ist früh im Gespräch. Aber die Ermittlungen erweisen sich als äußerst schwierig und die Steine in Lahnsteins Weg sind gigantisch. Die damalige Politik und seine eigene Vergangenheit tun ihr Übriges, um den Roman mit mehr als nur einer grausamen Kriminalgeschichte zu füllen. Kurbjuweit beweist, dass er den Fall Haarmann sehr gut recherchiert hat. Gelegentlich gibt er Haarmanns Perspektive wieder, sodass der Leser einen Eindruck in die (vermutete) Psyche des Psychopathen erhält. Die Sicht des Täters darzustellen, finde ich bei derartigen Tätern allerdings sehr mutig. Können zivilisierte Menschen so ein krankhaftes Denken überhaupt nachvollziehen? Chefermittler Lahnstein finde ich eine sehr tolle Figur. Er wird sehr reflektiert und erwachsen dargestellt. Sein Wille das Verschwinden (und Morden - das ist jedem klar) zu beenden, ist immer präsent und steht auch hinter persönlichen Problemen zurück. Obwohl sich die Ermittlungen ziehen, zieht sich das Buch in keinem Moment. Zu omnipräsent ist das Grauen, das auf die jungen Männer in Hannover wartet. Ein wirklich gelungener Kriminalroman, der viele Facetten hat und die abscheulichen Taten des Fritz Haarmann auf moderne Art und Weise zeigt. Wenn wir uns vor Augen halten, dass das alles vor etwa 100 Jahren tatsächlich so und unter einigen wissenden Augen geschehen ist, bekomme ich zumindest schnell eine Gänsehaut!

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Wer sich für Fritz Haarmann und dessen Taten interessiert, hat viele Möglichkeiten: Sehr populär ist der Film "Der Totmacher" mit Götz George in der Rolle des Serienmörders, einige Bücher beschäftigen sich auch mit dem Hannoveraner, der zwischen den Weltkriegen sein Unwesen trieb. Dirk Kurbjuweit fügt dieser Reihe nun noch einen Kriminalroman hinzu. In diesem mischt er geschickt Fiktion und zum Fall Haarmann bekannten Fakten. Trotz sachlicher Darstellung und bekanntem Ende entwickelt sich im Verlauf der Ermittlungen des (fiktiven) Ermittlers Lahnstein Spannung, wenn auch in überschaubarem Umfang. Eine zusätzliche und sehr interessante Facette bildet die Schilderung der "Zustände", die zu Zeiten der Weimarer Republik herrschten. Sowohl Hitler und Konsorten als auch die wirtschaftlichen Herausforderungen der Bürger finden Erwähnung. Vor diesem Hintergrund wirkt es gar nicht mehr so abwegig, dass Haarmann sowohl die Kleidung als auch das Fleisch seiner Opfer verkauft hat. Die Graphic Novel von Peer Meter und Isabel Kreitz zur Mordserie war für mich der erste Schritt, mich mit dem Fall Haarmann zu befassen. Dirk Kurbjuweits Roman half mir nun dabei, das Bild zu vervollständigen. "Haarmann" von Dirk Kurbjuweit ist ein gefälliger m. E. hinreichend umfassender Einstieg in das Thema für alle Interessierten.

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