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Rezensionen zu
Die Herzlichkeit der Vernunft

Ferdinand von Schirach, Alexander Kluge

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Die Linie dieses Gesprächsausschnitts führt in die Irre. Der Schaden des falsch entscheidenden Herrschenden entsteht nicht durch EINE prägnante falsche Entscheidung. Diese könnte durch die „Vernunft der Institutionen“ oder die „Wächter der Demokratie“ beschränkt werden. Aber er entsteht durch die Summe lauter relativ unbedeutender und gerade „noch erträglicher“ Entscheidungen, die sämtlich knapp unterhalb einer „roten Linie“ sind. Der Herrscher cancelt ein Gesetz des Vorgängers, das nicht die Bevölkerung insgesamt betrifft, er erlässt eine Verfügung, die wieder einen anderen Teil der Bevölkerung erfasst, er demonstriert seine Machtinteressen durch einen kleinen Auftritt des Militärs. Alle diese relativ kleinen Entscheidungen werden vom demokratischen Apparat separat beurteilt und allein aus der jeweiligen Sicht bekämpft. An einem nicht mit Sicherheit, aber möglicherweise entstehenden neuralgischen Punkt in der Geschichte ergänzen sich aber diese Fehlentscheidungen fatalerweise zur Katastrophe, die dann neue und irreversible Bedingungen schafft. Das ist ein in der Quantenphysik beobachteter und im Leben ständig wiederholter Prozess. In Hegels Zeit wurde er „Dialektik“ genannt. Eine solche Differenzierung im Gespräch hätte ich von diesen beiden denkenden Menschen schon erwartet. Mit besten Grüßen: Sven Severin

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