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Rezensionen zu
Das Walmesser

C. R. Neilson

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€ 11,99 [D] inkl. MwSt. | € 11,99 [A] | CHF 14,00* (* empf. VK-Preis)

Dieser Krimi verfügt eigentlich nur über ein großes Distinktionsmerkmal – das ist sein Handlungsort. C.R. Neilsons Krimi erzählt von John Callum, der vor ominösen Ereignissen auf die abgelegenen Färöerinseln im Niemandsland zwischen Island, Schottland und Skandinavien flieht. Dort möchte er wieder ein normales und unauffälliges Leben führen – doch seine Pläne werden durchkreuzt. Nachdem er in der lokalen Fischfabrik einen Job gefunden hat, erwacht er eines Morgens auf einem Steinklotz im Freien mit keinerlei Erinnerungen an die letzte Nacht. Doch in seiner Tasche steckt ein sogenanntes Grindaknivur, ein blutbesudeltes Messer, das von den Faröern zum Zerteilen von Walfleisch benutzt wird. Was ist in der Nacht passiert und ist John ein Mörder? Und vor was läuft er eigentlich davon? Der Plot funktioniert nach hinlänglich bekanntem Muster. Der Ich-Erzähler muss langsam alle Mosaiksteine jener verhängnisvollen Nacht zusammenpuzzeln und kann dabei niemanden auf der Insel trauen. Derweil rätselt der Leser, welche Ereignisse denn Callum nun von Schottland auf die Faröer verschlagen haben. Dabei bleibt die Auflösung hinter den Erwartungen zurück – doch die Naturschilderungen der rauen Faröerinseln entschädigen dafür umso mehr. Keine Neuerfindung des Rades, aber ein solider Inselkrimi.

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Die ersten 200 Seiten kam ich mit dem Buch gar nicht klar. Das war wirklich alles, aber kein Krimi. Stattdessen erfährt man eine Menge über die Inseln, das dortige Leben, die Personen werden eingeführt, usw. (Tipp: Ganz hinten im Buch befindet sich Kartenmaterial.) Ich wollte das Buch bereits abbrechen, habe es aber dann doch nicht gemacht, weil ich die Beschreibungen des Insellebens so interessant fand. Zum Glück, denn hat man die Einleitung überstanden, geht das Buch in eine spannende Krimihandlung über. Bis zur letzten Seite habe ich nicht geahnt, wer der Mörder ist. Fazit Man erfährt viel über das Leben auf den Färöern, die Krimihandlung steht hinten an. Dennoch entwickelt sich eine recht spannende Mörderjagd. Tipp: Der Autor hat unter seinem richtigen Namen Craig Robertson bereits Krimis veröffentlicht, wie ein Amazon-Rezensent herausfand.

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INHALT John Callum kommt eigentlich aus Schottland, ist jetzt aber auf der Suche nach einer neuen Heimat. Er möchte sich an einem Ort niederlassen, an dem ihn sicher niemand kennt und an dem er nochmal ganz von vorne beginnen kann. So landet er auf den Färöer-Inseln und wird in der Hauptstadt Torshavn sesshaft. Zunächst scheint es ziemlich gut für John zu laufen. Er findet eine Wohnung, einen Arbeitsplatz und auch eine Frau hat es ihm sehr angetan. Als er dann jedoch eines Morgens am Hafen aufwacht, ohne eine Erinnerung an die vergangene Nacht, und ein blutiges Messer in seiner Tasche findet, wird er von seiner Vergangenheit eingeholt. MEINUNG "Das Walmesser" beginnt mit einem spannenden Intro. Man lernt gleich den Hauptcharakter John Callum kennen, der sich in einer äußerst misslichen Lage befindet. Danach springt die Handlung einige Woche zurück und man erlebt die Ankunft von John auf den Färöer-Inseln. Nach dem spannenden Einstieg geht es dann erst mal ruhiger weiter. In Andeutungen und vor allem in Johns Träumen erfährt der Leser von Johns bewegter Vergangenheit. Allerdings bleibt es zunächst bei den Andeutungen, Details werden nicht verraten. Das ist der Teil des Krimis, der mich nicht ganz überzeugen konnte, weil mir hier einfach die Spannung gefehlt hat. Zum Ende hin geht es dann aber wieder rund und die Ereignisse überschlagen sich. Besonders interessant an diesem Buch waren die Charaktere, die allesamt in keine Schubladen gepasst haben. Jede Person hat ihre Ecken und Kanten und gibt der Geschichte einen ganz besonderen Charme. Das Setting auf den Färöer-Inseln trägt natürlich auch seinen Teil zur besonderen Atmosphäre des Buches bei. FAZIT Ein bisschen mehr Spannung hätte der Geschichte gut getan, deshalb gehen fast alle Däumchen hoch.

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Inhalt John Callum kommt eigentlich aus Schottland, ist jetzt aber auf der Suche nach einer neuen Heimat. Er möchte sich an einem Ort niederlassen, an dem ihn sicher niemand kennt und an dem er nochmal ganz von vorne beginnen kann. So landet er auf den Färöer-Inseln und wird in der Hauptstadt Torshavn sesshaft. Zunächst scheint es ziemlich gut für John zu laufen. Er findet eine Wohnung, einen Arbeitsplatz und auch eine Frau hat es ihm sehr angetan. Als er dann jedoch eines Morgens am Hafen aufwacht, ohne eine Erinnerung an die vergangene Nacht, und ein blutiges Messer in seiner Tasche findet, wird er von seiner Vergangenheit eingeholt. Meinung "Das Walmesser" beginnt mit einem spannenden Intro. Man lernt gleich den Hauptcharakter John Callum kennen, der sich in einer äußerst misslichen Lage befindet. Danach springt die Handlung einige Woche zurück und man erlebt die Ankunft von John auf den Färöer-Inseln. Nach dem spannenden Einstieg geht es dann erst mal ruhiger weiter. In Andeutungen und vor allem in Johns Träumen erfährt der Leser von Johns bewegter Vergangenheit. Allerdings bleibt es zunächst bei den Andeutungen, Details werden nicht verraten. Das ist der Teil des Krimis, der mich nicht ganz überzeugen konnte, weil mir hier einfach die Spannung gefehlt hat. Zum Ende hin geht es dann aber wieder rund und die Ereignisse überschlagen sich. Besonders interessant an diesem Buch waren die Charaktere, die allesamt in keine Schubladen gepasst haben. Jede Person hat ihre Ecken und Kanten und gibt der Geschichte einen ganz besonderen Charme. Das Setting auf den Färöer-Inseln trägt natürlich auch seinen Teil zur besonderen Atmosphäre des Buches bei. Fazit Ein bisschen mehr Spannung hätte der Geschichte gut getan, deshalb gehen fast alle Däumchen hoch.

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"Das Walmesser" von C. R. Neilson ist 2017 im Heyne Verlag erschienen. Zum Inhalt: Der Schotte John Callum versucht seiner Vergangenheit zu entkommen, als er auf die kleine Inselgruppe, die Färöer-Inseln, im Nordatlantik flüchtet. Doch als er eines Morgens mit einem blutigen Messer in der Tasche erwacht, ohne Erinnerung an den vergangenen Abend, wird ihm schnell klar, dass dies nicht so einfach ist. Dann wird er des Mordes angeklagt und er muss sich der Gegenwart und der Vergangenheit stellen … Direkt zu Beginn wird man als Leser in die Spannung hinein geworfen, als Callum nass und frierend erwacht und sich fragt, was er mit einem blutigen Messer in der Tasche macht, das sonst zur Waljagd benutzt wird. Erinnern kann er sich an einen Streit mit dem Exfreund seiner neuen Freundin. Aber was passierte danach? Schon zweifelt er an sich selbst … „Das kleine Messer lag tonnenschwer in meiner Tasche, die Last des Zweifels zerrte mich nach unten.“ Nach diesem ersten Kapitel kommt eine Rückblende, in denen erzählt wird, was in den drei Monaten zuvor – beginnend mit der Ankunft von Callum auf den Inseln – passiert ist. Und hier erlebt man Spannung auf hohem Niveau: Immer wieder fallen Andeutungen zu Callums Vergangenheit, in denen auch eine gewisse Brutalität zu Tage kommt. Callum scheint jähzornig und aufbrausend und schreckt immer wieder aus wiederkehrenden, blutrünstigen Alpträumen hoch. Alles deutet schon fast auf ihn als Täter ….. „Hoch oben im Heideland über dem Hotel Föroyar trug der Wind meinen Geist fort, zurück in eine andere Zeit und an einen Ort, wo ich mich für das Falsche und gegen das Richtige entschieden hatte, wo ich zugelassen hatte, dass ich von der Gewalt verschlungen, kontrolliert, nach ihrem Bild geformt wurde.“ Neben der Spannung beschreibt der Autor die Insel in wunderschönen Worten, so dass ich trotz der angeblich 300 Regentagen im Jahr den tiefen Wunsch verspüre, dort hinfahren zu wollen und die schroffe Wildheit selbst auf mich wirken zu lassen. „Wir fuhren parallel zu Fjorden, gegenüber von grünen Hügeln, die bedrohlich zu uns hinüberstarrten, ihre Spitzen bekränzt von tief hängenden Wolken. Riss der Nebel auf, sah man Hügel über Hügel und Gipfel über Gipfel, das endlos dahinrollende Werk gefräßiger Vulkankräfte, längst bewachsen von Wiesen.“ …… „Auf meinen Trecks durch die Hügel leisteten mir nur die Rufe der Dreizehenmöwen und das Kreischen der Eissturmvögel Gesellschaft, schrill krähende Varianten von Wagner- und Sousa-Kompositionen, die das Vorrücken der Zeit und den Wandel des Terrains markierten. Sonst gab es hier nichts.“ Und nicht nur die Natur wird dem Leser nahe gebracht, sondern auch die Mentalität der Inselbewohner. Trinkfest und offen, aber auch der Waljagd verpflichtet. „Es wird von allen Männern der Insel erwartet, dass sie beim Töten mitmachen.“ Und die Szenen, die dort beschrieben werden, sind nicht für jeden geeignet. „Das Meer war rot. Ein dunkles Blutrot.“ (Auf die ausführliche Beschreibung habe ich hier bewußt verzichtet.) Immer wieder werden mir viele kleine Puzzleteilchen entgegen geschleudert, die mich auf Höchstspannung halten und die dann, kurz vor Ende des Buches, ihren richtigen Platz finden und ein stimmiges und unerwartetes Bild ergeben. Die dichte Atmosphäre und die hohe Spannung, die der Autor erzeugt, und als Untermalung die wilde und schroffe Natur, begleitet von den offenen und liebenswerten Färingern, machen dieses Buch zu einem äußersten Lesegenuß. Ich kann es allerdings auch nur denjenigen Lesern empfehlen, die nichts gegen ein wenig Blut und Brutalität einzuwenden haben …. Hier hat meine Reise richtig Spaß gemacht – habe ich doch auch einiges über dieses Völkchen und die kleine Inselgruppe im Nordatlantik, die aus 18 Inseln besteht, erfahren dürfen. Die Färinger sehen sich als autonomes Volk, unabhängig von der dänischen Krone, unter der sie stehen. Und sie bilden seit 2005 auch eine „gleichberechtigte Nation“ innerhalb Dänemarks. Gespickt mit der hohen Spannung war dies wirklich eine Lesereise vom allerfeinsten! Einen herzlichen Dank an den Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Ich gebe hier – trotz kostenlosem Exemplar – meine eigene, ehrliche Meinung wieder …

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John Callum kommt auf den Färöer-Inseln an. "Mitten im Nirgendwo" gelandet, sucht er nach Orientierung. Diese gestaltet sich schwieriger als zunächst vermutet, denn nachdem er aus dem Flughafengebäude tritt, kann er wenig entdecken, was ihm Fixpunkte für ein Zurechtkommen zumindest andeuten würde. Es gibt nichts zu sehen, was weniger an Nebel und Nieselregen liegt, sondern eher daran, dass es tatsächlich nichts Wesentliches zu entdecken gibt. Außer dem Bus vielleicht. Dieser wird ihn nach Tórshavn bringen, seinem Ziel. Bis dahin wird er allerdings noch genug Zeit haben, sich in dieser "sommerlichen Düsternis" etwas umzusehen. C.R. Neilsons Zeilen merkt man bereits auf den ersten Seiten an, dass er nicht gewillt war, einen Kriminalroman von der Stange abzuliefern. Deshalb darf man es sich als Leserin und Leser ruhig etwas gemütlich machen, um seinen wahrhaft ungemütlichen Schilderungen der abgelegenen Inselwelt ausführlich folgen zu können. Man taucht in eine ferne Realität regelrecht ab und weiß nicht so recht, ob man staunen oder weglaufen soll. Doch die Faszination für seine Landschaftsbeschreibungen überwiegt, zumal er das Kunststück fertigbringt, das vermeintliche Nichts in Worte zu fassen und dies in einer Intensität, die fühl- und greifbar erscheint. Er öffnet den Vorhang einer großen Kinoleinwand und lässt uns ein Land erleben, in dem es 300 Tage im Jahr regnet, in dem man aber auch ohne Regen nass werden kann und wo es nachts nur eine Stunde dunkel ist. "Höchstens." John Callum, seine Hauptfigur, gestaltet er zunächst in Rätseln. Die eingestreuten Traumpassagen stiften zusätzliche Verwirrung, schockieren und faszinieren aber zugleich. Was auf dem Klappentext verraten wird, passiert auf den ersten Seiten, dann folgt eine fast 200seitige Rückblende, beginnend mit der Ankunft Callums in der selbstgewählten Einsamkeit, die ihm sowohl Schutz als auch die Möglichkeit eines neuen Anfangs bieten soll. Doch so abgeschieden scheint der Ort nicht zu sein, denn völlig unerwartet beginnt seine Vergangenheit, ihn einzuholen. Fürchterliche Albträume unterstreichen zudem die sich verdichtenden Vermutungen, dass John Callum ein schreckliches Geheimnis mit sich herumträgt. Dabei befindet er sich in einer faszinierenden Zwickmühle. Als Hauptperson übernimmt er zusätzlich die Rolle des Hauptverdächtigen, gleichwohl ohne selbst zu wissen, ob er nun Täter ist oder nicht! Die schon zitierte Rückblende ist umfangreich, doch keineswegs zu lang. Ganz im Gegenteil , denn die Virtuosität, mit welcher C.R. Neilson Land und Leute beschreibt, lässt einen fast vergessen, dass er es mit dem Haupterzählstrang ungewöhnlich spannend macht. Diese Wartezeit lässt man aber sehr gerne über sich ergehen, ja genießt den literarischen Freizeitführer der Färöer Inseln regelrecht. Allein die Schilderungen des gewöhnungsbedürftigen Wetters auf der Inselgruppe sowie die Lichtverhältnisse der Tageszeiten sind ein außergewöhnliches Erlebnis. Der Autor möchte dem Schauplatz seiner Handlung ebenso viel Gewicht beimessen wie der Handlung selbst. Die in der einschlägigen Literatur nicht selten als lebloses Beiwerk benutzten "Kulissen" erhalten somit Bedeutung und Gewicht. Jeder banale Grashalm wird zu einer nachhaltigen Erfahrung. So wie das gesamte Buch übrigens auch!

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Der schottische Lehrer John Callum sucht auf den Färöer Inseln eine neue Bleibe, denn das Leben, das er bisher geführt hat, ließ ihn fliehen. Doch auch hier wird schnell klar, seine Vergangenheit läßt ihn auch hier nicht los. In der Nacht wird er von Alpträumen gequält und er findet keinen Schlaf. Trotzdem bleibt er auf den Inseln und beginnt mit einem neuen Job in einer Fischfabrik. Als er dann die junge Künstlerin Kari kennenlernt, scheint sich das Leben zunächst zum positiven zu wenden, doch die Beziehung, die die Beiden eingehen, wird von den Färingern nicht sehr gut aufgenommen. Vor allem Karis Exfreund Aron und ihr Vater sind nicht sehr erfreut und als dann ausgerechnet Aron ermordet aufgefunden wird, gerät Callum unter Verdacht. Meine Meinung: Da ich sehr gerne Krimis und Thriller aus dem Norden lese, wollte ich auch unbedingt dieses Buch lesen. Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig, aber eher anspruchsvoll mit einem schon beinahe poetisch anmutendem Sprachstil. Er begibt sich bei seiner Erzählung auch in jeder Hinsicht in die Tiefe, denn er beschreibt sehr intensiv Umgebungen und Personen. Dadurch bekam ich zwar einen extrem gut gelungenen Eindruck der Inseln, aber es wurde auch sehr langatmig. Mir persönlich fiel es einfach schwer, am Ball zu bleiben und das Geschehen konzentriert zu verfolgen. Immer wieder ertappte ich mich selbst dabei, wie ich zwar gelesen habe, doch einfach nicht mitbekommen habe, was dort stand. Also das Buch ist auf jeden Fall nichts, was man einfach mal nebenbei lesen kann, denn hier ist durchaus konzentriertes Lesen gefragt. Die Spannung wurde auf den ersten Seiten aufgebaut und man verfolgte den Protagonisten John Callum bei seinem Erwachen im Freien und im Regen, mit dem Walmesser in seiner Tasche. Dabei hat er keinerlei Erinnerung an die vorangegangenen Ereignisse und ich wollte durchaus wissen, was ihm passiert ist. Aber dann stoppt die Spannung und ich wurde erst einmal an den Beginn der Geschichte katapultiert. Dies bremste für mich für lange Zeit die Spannung aus, auch wenn ich von den wirklich eindrucksvollen Beschreibungen der Landschaft der Inseln angetan war. Mir fehlten hier allerdings zunächst die typischen Elemente, die einen Krimi ausmachen. Doch irgendwann kommt die Wende und es wird durchaus spannender und vor allem eins, brutaler. Was mir hier gut gefallen hat, waren die kurzen Einblendungen der Alpträume, bei denen ich erfuhr, dass der Protagonist durchaus seine Geheimnisse mit sich herumträgt und etwas zu verbergen hat. Was wiederum mein Misstrauen gegenüber Callum schürte. Das Setting ist, wie schon erwähnt, durchaus interessant, diese rauen Inseln, auf denen es an mindestens 300 Tagen im Jahr regnet und auf denen es im Sommer so gut wie gar nicht dunkel wird. Manchmal hatte ich auch den Eindruck, dass der Autor sehr gut die Stimmungen an Hand der Umgebungsbeschreibungen einfängt und beschreibt. Die Atmosphäre ist karg, düster, rau, genau so wie die Menschen zu sein scheinen, die dort leben. Schockiert hat mich hier unter anderem die Beschreibungen des Walfangs und da nimmt der Autor sich keineswegs zurück. Der Protagonist John Callum ist ein eigenartiger Mensch, mit dem ich kaum warm wurde und mit dem es mir schwer fiel, mich zu identifizieren. Ich denke, dass das auch genau so gewollt ist, denn genau wie die Einwohner der Inseln begegnete ich Callum mit Misstrauen. Denn auch wenn hier die Geschichte aus seiner Perspektive in der Ich-Form erzählt wird, hatte ich durchaus genug Zweifel an dem, was er da erzählt. Letzten Endes liegt das natürlich auch an dem Gedächtnisverlust, an dem Callum leidet und den Alpträumen aus seiner Vergangenheit, die sehr geheimnisvoll sind. Neben Callum gibt es hier noch einige weitere Nebencharaktere, von denen mir vor allem die junge Künstlerin Kari sehr gut gefallen hat. Sie bringt hier ein gutes Mass an Lebendigkeit in die Geschichte und wirkte einfach durch ihr Auftreten. Alles in allem machten die Charaktere durchaus einen gut durchdachten und überlegten Eindruck. Mein Fazit: Ein Krimi, der es mir nicht immer leicht machte, durchweg am Ball zu bleiben, da durch intensiv geschilderte Umgebungen und Charaktere immer wieder die Spannung gebremst wurde. Trotzdem ist es ein sehr niveauvoller Krimi, der durchaus mal etwas ganz anderes zu bieten hat, als das, was man gewohnt ist. Für mich persönlich war es nicht das richtige Buch, doch ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieser ungewöhnliche Krimi seine Anhänger findet und auch schon hat.

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Als der Heyne-Verlag bei mir anfragte, ob ich einen, von einem in Schottland lebenden Autor geschriebenen, Färöer-Krimi rezensieren möchte, musste ich keine Sekunde überlegen. Als großer Schottland-Fan und Liebhaber nordländischer Landschaften und Krimiliteratur fühlte ich mich schon zu diesem Buch hingezogen, bevor ich es gelesen hatte. Über den Autor ist nicht viel bekannt: C. R. Neilson ist von Haus aus Journalist. In diesem Beruf arbeitete er zwanzig Jahre, bevor er sich dem Schreiben von Krimis und Thrillern zuwandte. „Das Walmesser“ ist sein Debüt in Deutschland und Anfang 2017 mit einem für mich herausragenden Cover erschienen. Einhundertzehn auf fünfundsiebzig Kilometer groß: der Archipel der Färöer-Inseln im Atlantik. Eine unwirtliche Gegend mit über 300 Regentagen im Jahr und martialischen Ritualen. Hierhin flüchtet John Callum vor den Schatten seiner Vergangenheit. In der Hauptstadt Torshavn (Thors Hafen) angekommen, schließt John nach kurzer Anlaufzeit Bekanntschaft mit einigen Inselbewohnern – erfreuliche und weniger erfreuliche. Er findet einen Job, eine Unterkunft, eine Liebe – und an einem Morgen ohne Erinnerung an die vergangenen Nacht ein Walmesser in seiner Tasche. Das Blut daran stammt nicht von ihm, sondern von einem Mordopfer, mit dem er sich in aller Öffentlichkeit geprügelt hatte. Die Jagd auf John beginnt. Doch ist er wirklich der Täter? Drei Stunden an einem Samstagmorgen. Mehr habe ich nicht gebraucht, um die 505 Seiten zu lesen. Hier könnte ich die Rezension eigentlich beenden, denn ich finde, das spricht für sich. „Das Walmesser“ ist ein atmosphärisch dichter, sehr spannender Krimi, der meiner Meinung neben der mitreißenden Handlung vor allem durch seinen teilweise fast schon poetischen Schreibstil begeistert. Die Beschreibungen der monumentalen Landschaften und ihrer Bewohner haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Sie sind so realistisch gehalten, dass ich oft das Gefühl hatte, selbst schon vor Ort gewesen zu sein, so gut konnte ich mich in die Szenerie hineinversetzen. Die 70 kurz gehaltenen Kapitel lassen einem fast keine andere Möglichkeit, als schnell und stetig weiterzulesen. Ich muss gestehen, dass die „Auflösung“ des Falles für mich jetzt nicht so überraschend kam. Ich hatte diesen Gedanken immer mal wieder im Hinterkopf. Vielleicht entwickelt man durch das ständige Lesen von Kriminalromanen ja selbst ein kriminalistisches Gespür :-). Mir hat „Das Walmesser“ überaus gut gefallen. Natürlich empfehle ich dieses Buch weiter und vergebe seit Längerem mal wieder 5 von 5 Sternen. Ich hoffe, bald mehr von C. R. Neilson lesen zu können.

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