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Rezensionen zu
Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'

Jürgen Todenhöfer

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2014 nimmt Jürgen Todenhöfer per Skype Kontakt mit IS-Kämpfern in Syrien auf und reist nach Mossul, um sich dort selbst ein Bild vom ,,Islamischen Staat" zu machen. Als Schutzgarantie hat er dabei nur eine Urkunde aus dem Büro des Kalifats, die ihn und seine Begleiter vor einer Hinrichtung bewahren soll... . In diesem Buch erzählt der Journalist davon, was er in Syrien im sogenannten ,,Islamischen Staat" erlebt hat und gibt zu einem großen Teil Interviews mit den Dschihadisten wieder, von denen einige schon vor seiner Abreise geführt worden sind. Jürgen Todenhöfer hat sich hier zu einer wirklich gefährlichen Reise aufgemacht, die sich für ihn und für den Leser sehr gelohnt hat. Er zeigt das ganz normale Leben im IS und spricht mit unterschiedlichen Menschen wie zum Beispiel einem Richter und einem Polizeichef. Erschreckend war dabei für mich zu lesen, dass die Leute auf der einen Seite gastfreundlich und zum Teil wirklich freundlich mit Todenhöfer und seinem Sohn umgehen, aber wenn es um ihren Glauben und ihre Sicht geht, extrem fanatisch und gewaltbereit sind. So hat mich Christian, ein Deutscher, welcher sich jetzt Abu Qatadah nennt, mit seinen Äußerungen wirklich erschreckt und auch fassungslos gemacht. Das Buch liest sich gut und es war für mich spannend, was Todenhöfer bei den Dschihadisten erlebt hat. Er stellt auch immer wieder kritische Fragen, womit er seine Interviewpartner oft verärgert. Allerdings geht er auf Themen, wie zum Beispiel den Umgang und die Rolle der Frau im IS, Sklaven usw. nicht ausreichend ein. Insgesamt bekommt man mit ,,Inside IS" ein wirklich außergewöhnliches Buch, welches zeigt, welche Ziele der IS verfolgt und wie das Leben dort abläuft. Gerne empfehle ich es weiter.

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"Krieg ist der Terror der Reichen, Terror der Krieg der Armen." Jürgen Todenhöfer berichtet in Inside IS einleitend von Al Qaida und Abu Musab Al Zarkawi, von Osama bin Laden und Ayman Al Zawahiri, von IS/ISI/ISIS und Abu Bakr Al Baghdadi, von der Geschichte des Islamischen Staates und dem Einfluss der USA. Dabei zieht er Parallelen zu anderen Epochen, Regionen und zu den Angriffskriegen des Westens und macht so deutlich, dass der Terror des IS nicht neu ist und worin die Ursachen für das Entstehen und das Erstarken des IS liegen. Aus seiner Zeit als Referendar und als Richter hat Todenhöfer gelernt, "auf der Suche nach der Wahrheit immer mit beiden Seiten zu sprechen. Auch wenn die Welt ihr Urteil bereits gesprochen hatte.", und so nimmt er Kontakt zu Jihadisten auf und reist schließlich selbst in den "Islamischen Staat", um mit Anhängern vor Ort zu reden und die Gegebenheiten mit eigenen Augen zu sehen. Ich habe mich schon intensiv mit dem Islam und dem Islamismus sowie der Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens beschäftigt und empfand Todenhöfers Buch als besonders gelungen und empfehlenswert, da die Thematik hervorragend aufbereitet wurde und sich das Buch sehr flüssig und spannend liest. Damit eignet sich Inside IS auch perfekt für Einsteiger ins Thema, die sich noch nicht intensiver mit den oben genannten Themen auseinandergesetzt haben. Sehr gut gefallen hat mir von Anfang an, dass Todenhöfer nicht nur packend schreibt, sondern im Vergleich zu anderen Autoren dennoch sehr sachlich bleibt und eine zu stark emotional gefärbte und reißerische Berichterstattung vermeidet, obgleich seine Ablehnung des IS durchweg deutlich wird. Für seinen Mut kann ich Todenhöfer nur bewundern, mich aber auch ungläubig fragen, wie er die Gefahr auf sich nehmen konnte, tatsächlich mitten ins Kriegsgebiet Rakka und in die IS-Hochburg Mossul zu reisen. Die so gewonnenen Einblicke sind jedoch von sehr großem Wert, denn Todenhöfer ermöglicht mit seiner Reise und seinem Buch einen einzigartigen Blick auf den IS, zeigt beide Seiten und räumt außerdem mit ein paar Vorurteilen auf, z.B. durch seine Schilderungen von Mossul. Inside IS ist somit ein extrem spannendes Sachbuch, das sich bisweilen wie ein Krimi liest und sehr viel Wissen vermittelt. Jürgen Todenhöfer: Inside IS - 10 Tage im "Islamischen Staat". Penguin Verlag, 2017, 285 Seiten; 10 Euro.

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Ich habe mich schon immer dafür interessiert was der IS ist, warum es ihn überhaupt gibt und was sind das für Menschen, die sich diesem anschließen? Meine Fragen werden in diesem Buch zum größten Teil beantwortet, wenn auch nur zum Teil. Viel mehr geht es in diesem Buch um die Frage wie lebt man im Islamischen Staat, was sind das für Männer die im IS als Kämpfer leben und was genau bewegt einen deutschen Mann dazu in den IS zu reisen und sich diesem dort anzuschließen? Das Buch ist total mitreißend, erklärt das leben im IS und beinhaltet ein paar kleine Interviews mit Zivilisten. Das ist kein schönes Reisetagebuch, sondern bittere Realität. Es dauert eine Weile bis man das Buch verdaut hat und der Verstand alle Informationen verarbeitet hat. Jedoch möchte ich das Buch jeden ans Herz legen, der sich für all die oben genannten Fragen interessiert und sich selbst ein kleines Bild von einem großen Ganzen machen möchte.

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Hört man den Namen „Islamischer Staat“ denkt man sofort an Terrorismus, vermummte Gestalten, eine fremde Gefahr. Viel näher möchten sich die meisten mit dem Thema eigentlich gar nicht beschäftigen, sie hoffen nur, dass all dem bald ein Ende gemacht wird. Und schon gar nicht würde jemand, der sich dem Islamischen Staat nicht anschließen möchte, auf die Idee kommen, sich unter die Kämpfer zu begeben, direkt ins Zentrum des IS nach Mossul. Eine Reise ins Ungewisse Keiner? Das stimmt nicht ganz, denn der Journalist Jürgen Todenhöfer hat genau dies getan. Er ist mit deutschen Islamisten per Skype ins Gespräch gekommen und schließlich ist es ihm gelungen einen Urkunde vom Büro des Kalifen zu erhalten, die ihm bestätigt, dass er sich für eine Weile im Territorium des Islamischen Staats aufhalten darf, ohne dass ihm etwas passieren kann. Und so machte er sich gemeinsam mit seinem Team auf die Reise – und das als Christ! Diese Reise hat er nun in seinem im Penguin Verlag erschienen Buch „Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat“ beschrieben. Er berichtet von seinen Erlebnissen und Begegnungen und zitiert Gespräche, die er geführt hat. Dabei gibt er den IS-Kämpfern ein Gesicht. Sie zeigen sich manchmal wirklich menschlich, wenn sie Frühstück servieren oder über Fußball sprechen. Aber wehe, man spricht sie auf „Ungläubige“ an, dann reden sie vom Töten. Beeindruckendes und mutiges Buch So viel erschreckendes wir in der westlichen Welt auch vom Islamischen Staat hören, so überraschend ist doch der Blick hinter die Kulissen. Todenhöfer redet den IS keinesfalls schön, im Gegenteil. Er zeigt jedoch die Beeinflussbarkeit einiger Männer auf und macht deutlich, dass sie nicht immer diese brutalen und skrupellosen Kämpfer waren. Umso erschreckender ist es dann zu lesen, wie diese Männer nun ticken – und wo sie herstammen. Denn die Menschen, auf die der Journalist trifft, stammen nicht nur aus Syrien oder anderen muslimischen Ländern, sondern auch aus den USA oder Deutschland. „Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat“ ist kein Reisetagebuch, sondern ein wirklich eindrucksvolles, aufklärendes und schockierendes Werk. Der Autor geht zu Beginn auf die Geschichte des Islamischen Staats ein, erläutert dann die Ziele des Westens (und ist dabei durchaus auch kritisch), ehe er mit seinem eigentlichen Bericht beginnt. Dieser liest sich dann fesselnd wie ein spannender Thriller – nur das es leider die bittere Realität ist. Aber der spannende und gut lesbare Schreibstil macht es möglich, dass viel mehr Menschen dieses Buch lesen können und sollte. Es handelt sich eben nicht um einen trockenen Polit-Bericht und ist dennoch unheimlich informativ.

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Im Sommer 2014 führte Jürgen Todenhöfer mehrere Monate lang Gespräche mit deutschen Islamisten (via Skype), die sich dem IS-Staat angeschlossen haben. Die Erkenntnisse, die er in diesen Gesprächen gewann, sind mehr als erschreckend und enthüllen die mörderischen Absichten des sogenannten Kalifats, das einen weltweiten Gottesstaat errichten will und dabei auch vor Massenmorden nicht zurückschreckt, selbst unter Muslimen. Nach der Erweiterung Ihres Staates im Nahen Osten, bei der sie die Nachbarstaaten unterwerfen wollen, haben sie Europa und den Westen im Visier. Im November 2014 fuhr er als bislang weltweit einziger westlicher Journalist in das Zentrum des IS-Staats, nach Mossul, hielt sich dort 10 Tage lang auf und führte weitere Interviews. In seinem Buch beschreibt er eindringlich seine Erlebnisse vor Ort. Ein wirklich fesselndes Buch, mit gutem Schreibstil, das man auf jeden Fall mal gelesen haben sollte. Jürgen Todenhöfer beginnt ganz am Anfang. Erklärt, in einem recht sachlichen, nüchternen Stil, wie sich der IS gebildet hat, die Geschichte, und versucht, die Frage nach dem Warum? und vor allem nach der Wahrheit herauszufinden. Dass das nicht nur im wissenschaftlichen Stil passieren kann, ist für ihn klar. Die Folge daraus auch: Er möchte sich auf in den Islamischen Staat machen, um sich seine Meinung zu bilden und die Wahrheit herauszufinden. Das klingt jetzt erst mal komisch. Die Wahrheit. Ist das nicht das, was wir fast tagtäglich aus den Medien präsentiert bekommen? Nein. Und das ist das eigentlich wirklich Erschreckende. Todenhöfer zeigt auf, dass es immer zwei Seiten der Medaille gibt. Und da hat er nicht mal so unrecht. Erschreckenderweise kann man sogar manche Begründungen auf Seiten des Feindes verstehen. Verstehen, aber nicht akzeptieren. Nicht, dass das jetzt falsch interpretiert wird... ;-). Die Aussagen mögen manchmal wie Propaganda für den IS klingen, doch es ist schlicht und einfach das, was Todenhöfer erlebt hat. Und das hat er in diesem Buch aufgeschrieben. Auf den Sachteil zu Beginn, folgt dann die wirkliche Reiseplanung mit Chats und Interviews mit IS-Kämpfern bis hin zum "Roadtrip", wenn man ihn denn so bezeichnen kann... Das ist dann wahnsinnig spannend, fesselnd, erschreckend - alles zugleich. Das Buch ist sehr schlüssig gegliedert und kann in seiner Weise auch überzeugen. "Nachwort" und Bildteil sind nur noch schockierender. Fazit: Ein Buch, das versucht, aufzuklären.

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Das Buch ist erschreckend und spannend zugleich. Ich will nicht die Einstellung des Autors Jürgen Todenhöfer (JT) ins Visier nehmen. Das steht mir auch nicht zu. JT polarisiert, das ist klar. Für ihn sind die westlichen Staaten, allen voran die USA, schuldig. Er, sein Sohn und ein Begleiter waren 10 Tage im Islamischen Staat. Todenhöfer schildert die langen Vorbereitungen. Lange vor dem Besuch wurden Interviews per Skype geführt. Letztendlich verließ sich die Gruppe auf die Zusage des Kalifen, dass sie wieder lebend heim kämen. Mutig sind die 3 Männer dann in den Islamischen Staat gereist. Sie sind wieder zurück gekommen, haben für ihre Sache Todesängste ausgestanden und Torturen auf sich genommen. JT ist es aber wichtig aufzuklären, auch gerade junge Menschen, die in den IS wollen in guter Absicht, will er aufrütteln was dahinter steckt. Dieser Staat, der, mit im Verhältnis wenigen Kämpfern, grosse Landstriche seiner Herrschaft unterworfen hat. Mit Kämpfern für die ein Menschenleben nichts wert ist. Schonungslos schildert JT wie diese Männer vorgehen. Oft sind die treibenden Kräfte Europäer. Mit einem der bekanntesten IS-Kämpfer, der aus Solingen stammt, hat Jürgen Todenhöfer ein langes Interview geführt. Wenn man diesen Teil des Buches liest, kann es einem schlecht werden. Ein junger Mann, der anbietet auch mal so nebenbei zur Demonstration seiner Macht einen Menschen umzubringen.c2efb36825394cb89994e8b2c8ecd4ab Nach aussen erlebt die Gruppe natürlich, dass man ihnen den Islamischen Staat als rechtlich einwandfreien Staat präsentiert. Man hat dort eine Gesundheitsfürsorge, Kranke werden versorgt, Polizei, etc. alles ist da. Die Gräueltaten werden oft verschwiegen oder aber herausgestellt als Taten im Sinne von Allah. Der Koran wird vorgeschoben, obwohl dieser im eigentlichen Sinne Frieden predigt. Das große Anliegen des Autors ist die Tatsache, dass der Koran und der Islam mit diesem Islamischen Staat und seinen Machenschaften nichts zu tuen hat. Mein Fazit: ein lesenswertes Buch. Beim Thema bleibt es nicht aus, dass es stellenweise grausam ist. Dieses Buch bringt die Wahrheit über den IS dem Leser schonungslos nahe.

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Inside IS - 10 Tage im Islamischen Staat Es ist blanker Hass, der einem aus vielen der 288 Seiten aus Jürgen Todenhöfers neuestem Werk "Inside IS - 10 Tage im Islamischen Staat" entgegen schlägt. Die Lektüre des Buches lässt mich verstört zurück, teilweise ratlos, teilweise zornig, oftmals kopfschüttelnd. Es ist die krude totalitäre Ideologie des IS, die Rechtfertigung der Taten durch den Koran und es sind vor allem Sätze wie "Enthauptungen gibt es definitiv. Je nachdem, welches Verbrechen jemand begeht, wird ihm der Kopf oder die Hand abgeschlagen. [...] Bei Christen ist es so, dass sie die Möglichkeit haben, Jizya [eine Schutzsteuer] zu zahlen und den Islam anzunehmen, oder sie werden halt getötet. Ihre Frauen werden dann versklavt. [...] Wir werden nach Deutschland zurückkehren - aber nicht mit Freundlichkeiten, sondern mit der Waffe in der Hand." , die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Deutsche IS-Kämpfer im Interview Dieser Satz stammt von Abu Qatadah, einem deutschen IS-Kämpfer und überzeugten Jihadisten aus Solingen, der in der Medien-Abteilung des IS arbeitet. Über ihn nimmt Todenhöfer Kontakt zum IS auf und plant seine zehntägige Reise. Während dieser schildert Todenhöfer Unglaublliches, überlebt manche Situationen nur knapp, wird offen angefeindet, bedroht - immer auf der Suche nach Antworten: Wie mächtig ist der IS wirklich? Welche Motive leiten die Anführer? Was treibt ihre Gefolgschaft zu Greueltaten? Um was geht es dem Westen in diesem Konflikt? Ist Deutschland Terrorziel des IS? Auf manche Frage findet der langjährige Bundestagsabgeordnete, der mit seinem Sohn und dessen Freund reist, Antworten, aber oft bleibt er ratlos und zutiefst erschrocken zurück. Doch vielmehr als die Reise selbst fesseln die vorangegangenen Interviews mit zwei deutschen Jihadisten, darunter eben Abu Qatadah alias Christian Emde. Todenhöfer spricht offen, kritisiert, geht auf Konfrontationskurs, überdreht teilweise. Doch es sind nicht die Fragen, es sind die Antworten, die mehr als einige Male schockieren: "Was verstehen Sie unter Vergewaltigung? Das ist immer relativ. Was bedeutet [zum Sex] zwingen? Was bedeutet zwingen, wenn einem diese Frau als Sklavin gehört?" Todenhöfers dramatischer Report aus dem Herzen des IS-Kalifats ist eine eindringliche Mahnung, einen politischen Ausweg aus der Gewaltspirale zu finden. Dabei ist der Publizist stets um Respekt gegenüber dem Islam bemüht, geht auf dessen Entstehung durch "die Ignoranz des Westens" ein, warnt eindringlich vor den radikalen, unmenschlichen Zielen des IS, für die es keine Rechtfertigung gibt - auch keine islamische. Selbstbeweihräucherung hätte man sich sparen können. Das Buch verstört den Leser, lässt ihn ratlos zurück, lässt in verzweifeln, ist aber fesselnd, spannend und informativ - zumindest meistens: Denn was ich zwischen Seite 32 und 36 zu lesen bekam, hätte mich beinahe dazu veranlasst, das Buch zuzuklappen und wegzulegen. Jürgen Todenhöfers Vita in allen Ehren, aber in einem Kapitel, das "Auf der Suche nach der Wahrheit heißt", eine Selbstbeweihräucherung in diesem Umfang auszubreiten, war mir dann doch zuwider. Da kann Todenhöfer wohl nicht aus seiner "politischen" Haut. Und leider schlägt diese Ader mehrmals zu auch kurz vor Schluss, wenn Todenhöfer seinen linken Schuh sucht. Ansosnten: TOP! Aber lesen Sie lieber selbst...

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Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut. (Blaise Pascal, französischer Mathematiker, Physiker und Philosoph * 19.06.1623, † 19.08.1662) Als Mitte Januar 2015 Jürgen Todenhöfers dreizehnminütiges Video des Interviews, das er im Dezember 2014 in Mossul führte, im TV gesendet wurde, stockte einem bei den Aussagen des deutschen ›IS‹-Kämpfers Christian E. aus Solingen der Atem. Auch die Tatsache, dass man inzwischen vieles über die grausamen Aktivitäten und Morde der ›IS‹-Krieger gelesen und gehört hat, verhindert nicht, dass einem das Blut in den Adern gefriert. Es war für uns ein Muss, mehr über Jürgen Todenhöfers lebensgefährliche Reise mitten ins Herz des von ›IS‹-Dschihadisten eroberten und kontrollierten Gebietes in Syrien und im Nordirak zu erfahren und sein Buch Inside IS − 10 Tage im Islamischen Staat direkt nach der Veröffentlichung Ende April 2015 zu lesen. Zum Autor Für den Publizisten Jürgen Todenhöfer war und ist es seit über 50 Jahren ein Muss, alles daran zu setzen, bei Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen höchstpersönlich die jeweiligen Krisengebiete aufzusuchen, um in Gesprächen mit den Vertretern der beteiligten Parteien so viel wie möglich über die jeweiligen Motive herauszufinden. Nur so und nicht anderes ist eine neutrale Recherche und eigene Meinungsbildung möglich, die dazu taugt, die breite Öffentlichkeit zum objektiven Denken und Nachdenken anzuregen. Der Autor engagiert sich übrigens seit Jahren vorbildlich im Namen der Humanität für notleidende Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten. Mit den Honoraren für seine Bücher unterstützte er u. a. ein Waisenhaus in Afghanistan, ein HIV-Kinderkrankenhaus im Kongo, ein israelisch-palästinensisches Versöhnungsprojekt und schwer verletzte syrische Kinder. Das Honorar dieses Buches geht an syrische und irakische Flüchtlinge, sowie an Kinder in Gaza. In den letzten Jahren führten ihn seine Reisen vorwiegend nach Nahost und Nordafrika; in Länder wie Afghanistan, Ägypten, Libyen, Tunesien und Marokko, nach Pakistan, in den Iran und Irak und sechsmal nach Syrien. ›Der Islamische Staat‹ (›IS‹) In den ersten Kapiteln seines Buches beschreibt Jürgen Todenhöfer ausführlich und nachvollziehbar die mutmaßlichen Ursachen für die Geburt des ›Islamischen Staats‹. Er sagt: Der ›IS‹ ist kein Kind des Islams, sondern vor allem des Irak-Krieges in 2003. Der systemkritische Publizist sieht als Auslöser für den flächenbrandartigen Dauerkonflikt zwischen Nachbarstaaten, Bürgern und Glaubensbrüdern nicht nur vordergründige kontroverse ideologisch-religiöse Wertvorstellungen. Parallel zu vielen Beispielen anderer alter und neuer Schauplätze kriegerischer Auseinandersetzungen, Völkermorde und Vertreibungen führt er auch hier einen Großteil der Schuld auf die eigennützige Einmischung der NATO-Westmächte ‒ allen voran der führenden amerikanischen Weltpolitik ‒ zurück. Auch Deutschland liefert Waffen in dieses Krisengebiet, speziell an die kurdischen Peshmerga. Wurde uns nicht auch seinerzeit von unseren Volksvertretern eingeredet, dass es als alternativlos gelte, unsere Sicherheit am Hindukusch zu verteidigen, um den internationalen Terrorismus zu besiegen? Stattdessen gibt es heute 100-Mal mehr Terroristen als vor 10 Jahren! Angesichts der sich täglich höherschraubenden Endlos-Gewaltspirale in dieser Region stellt sich überhaupt immer mehr die Frage: Gibt es »gute« Bomben? Allerdings sind jedoch weder westliche egoistisch-wirtschaftliche Interessen, noch falsche Bündnispolitik eine Entschuldigung für nationalen und internationalen Terrorismus; der letztendlich genau wie ferngesteuerte amerikanische Drohnenangriffe zu 90% nur wehrlose Zivilisten und unschuldige Kinder trifft. Der Autor weiß: Der ›IS‹ hat mit dem Islam so wenig zu tun, wie Vergewaltigung mit Liebe. Hat ein Regime ‒ dessen Herrschaft sich »unter Berufung auf das absolute Recht des heiligen Koran« auf mittelalterlich-rückständige Lebensführung begründet ‒ und seine öffentlich zelebrierten Grausamkeiten aus Propagandazwecken mit Hilfe modernster Medien gezielt weltweit verbreitet ‒ wirklich eine Zukunft? Werden ‒ und wenn wie lange ‒ letztendlich die zahlenmäßig überlegenen, mehrheitlich gemäßigten und liberalen Muslime eine Ausweitung des am 29. Juni 2014 ausgerufenen Kalifats widerstandlos hinnehmen? Wann nimmt das Blutvergießen ein Ende? Wäre es nicht endlich an der Zeit, dass sich vernünftige politische Lösungen durchsetzen? Jürgen Todenhöfer drückt das z. B. bei Facebook so aus: »Ideologien kann man nicht erschießen. Man muss ihre Ursachen politisch beseitigen und ihnen den Nährboden entziehen.« Erste Kontakte Wie aber lebt es sich eigentlich aktuell in diesem ‒ ›im Namen des Islam‹ und der Gerechtigkeit eroberten ‒ totalitären und streng kontrollierten Kalifat-Staat von der Größe eines Landes wie Großbritannien nach den alleinigen Gesetzen der Scharia? Welche Absichten und weiterführenden Ziele strebt man ›im Namen des Islam‹ und der Gerechtigkeit an? Autor Jürgen Todenhöfer nahm im Internet über Facebook Kontakt zu Sympathisanten und mutmaßlichen ›IS‹-Kämpfern auf. Sein erster Chatpartner ‒ mit dem er später auch Skype-Telefonate führte ‒ war ein junger Jihadist mit Migrationshintergrund aus Frankfurt, der sich zur Selbstfindung zum Mujaheddin berufen fühlte, in Syrien zwar auch gegen das Assad-Regime kämpfte, sich aber vom ›IS‹ nachdrücklich distanzierte. Nachdem dieser Kontakt jedoch nach einigen überaus bezeichnenden, instruktiven Gesprächen für immer abbrach, meldete sich plötzlich ein wirklicher ›Gotteskrieger‹. Bei diesem ›IS‹-Mediensprecher namens »Abu Qatadah« handelte es sich unzweifelhaft um den Konvertiten Christian E. aus dem nordrhein-westfälischen Solingen, dessen Freund »Uthman al-Almani« alias Robert B. sich und andere im Januar dieses Jahres bei einem Selbstmordattentat in Syrien mit einer Autobombe in die Luft sprengte. Nach den pi-mal-Daumen-Schätzungen von Abu Qatadah alias Christian E. kämpfen inzwischen 15.000 bis 20.000 ›Gotteskrieger‹ in Syrien und im Irak und es sollen täglich neue fanatische Kämpfer dazu kommen. Die Reise Monate später ist es nach mehreren erschreckend aufschlussreichen fernmündlichen Gesprächen und zähen Verhandlungen endlich soweit, dass Jürgen Todenhöfer seine Reise auf Suche nach der Wahrheit in den ›Islamischen Staat‹ antreten darf und als erster offizieller westlicher Berichterstatter für sich und seine beiden Begleiter (Sohn Frederic und dessen Freund Malcolm) sogar eine persönliche Sicherheitsurkunde für den Aufenthalt im Kalifat bekommt. Jürgen Todenhöfers grundlegend kritische Haltung zum ›IS‹ stellt dabei kein Hindernis dar, zumal die Reise vom ›IS‹ organisiert und ihm als ständige Kontaktpersonen und Reisebetreuer besagter Abu Qatadah, ein weiterer deutschsprachiger Kämpfer mit marokkanischen Wurzeln namens »Abu Loth«, sowie darüber hinaus bewaffnete Bewacher nebst Fahrern zur Seite gestellt werden. Auf Wunsch des Autors soll die für eine Dauer von rund einer Woche geplante Tour über Rakka (Al Raqqa/Syrien) ins ca. 500 Kilometer weiter entfernte Mosul (Mossul/Irak) führen. Wie Jürgen Todenhöfer zu seinem Entsetzen erst später erfährt, saß wahrscheinlich der Tod direkt am Steuer. Zumindest wies der für den überwiegende Teil der Strecke zugeteilte Fahrer in seinem Aussehen und Verhalten erschreckende Ähnlichkeiten mit dem weltweitgesuchten ›IS‹-Henker »Jihadi John« auf, von dem es allerdings nach neuesten Erkenntnissen heißt, dass es sich nicht wie ursprünglich gedacht um den englischen Rapper Abdel-Majed Abdel Bary, sondern mutmaßlich um einen Programmierer aus London mit Namen Mohammed Emwazi handeln soll. 10 anstrengende und gefährliche Tage lang halten sich Jürgen Todenhöfer und sein Team in der Höhle der Löwen auf, fahren quer durch den für jeden Ungläubigen gefährlichen Gottesstaat. Eine Reise wie ein Ritt auf einer Rasierklinge ‒ immer auf der Hut ‒ , sowohl vor der Unberechenbarkeit ihrer immer schlechter gelaunten schwer bewaffneten Begleiter, als auch vor amerikanischen Bomben- und Drohnenangriffen. Tagelang können sie keinen Kontakt nach Hause aufnehmen, so dass dort schon das Schlimmste befürchtet wird. Nach eigenem Bekenntnis fällt Jürgen Todenhöfer eine Tonnenlast von den Schultern, als er am 15.12.2014 mit seinen beiden tapferen Reisegefährten unversehrt endlich wieder auf türkischem Boden steht. Das spannende und hochinformative Buch endet mit einem ›offenen Brief an den Kalifen des Islamischen Staats und seine ausländischen Kämpfer‹, in dem sich Jürgen Todenhöfer noch einmal für die Gastfreundschaft bedankt, ansonsten aber aus seinem Herzen keine Mördergrube macht. Gibt es politische Lösungen ? Jürgen Todenhöfer trat die Reise mit der Motivation an, so viel wie möglich über den ›Islamischen Staat‹ zu erfahren. Frei nach dem Motto: »Wer seine Feinde besiegen will, sollte sie kennen.« Sein ernüchterndes Fazit: »Der ›IS‹ ist mächtiger und gefährlicher als viele westliche Politiker ahnen.« Weiterhin führt er am 04.02.2015 bei Facebook aus: »Im Irak ist der ›IS‹ nur erfolgreich, weil er von der ‘gemäßigten’ sunnitischen Bevölkerung unterstützt wird. Diese wird seit 2003 von der schiitisch dominierten Regierung in Bagdad massiv diskriminiert. Wer den radikalen ›IS‹ stoppen will, muss diese Diskriminierung beseitigen und die Millionen Sunniten wieder zu gleichberechtigten Mitgliedern des irakischen politischen Lebens machen. Auch in Syrien brauchen wir eine nationale Aussöhnung, bei der das Regime ebenfalls tiefgreifende politische Zugeständnisse machen muss. Vor allem an die armen Bevölkerungsschichten der Vorstädte. Die meisten Assad-Gegner sind keine Terroristen und keine ›IS‹-Anhänger. Geeint könnten die Syrer den ›IS‹ schlagen, der in ihrem Land zu 70 Prozent aus Ausländern besteht. Der Westen darf nicht warten, bis der ›IS‹ auch noch Saudi-Arabien oder Jordanien ins Chaos stürzt. Es ist kurz vor zwölf. Wir müssen und können ›IS‹ stoppen. Mit kluger Politik. Mit Realpolitik statt mit sinnlosem Rumbombardieren. Außer wir wollen Mosul und Raqqa genauso befreien und dem Erdboden gleichmachen wie Kobane. Dort steht kein einziges Haus mehr.« Das packende, hochbrisante und aufrüttelnde Sachbuch Inside IS − 10 Tage im Islamischen Staat (ISBN 978-3-570-10276-3) ist als gebundene Ausgabe beim Verlag C. Bertelsmann erschienen und kostet € 17,99.

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