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Rezension zu
Blutrosen

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Gewalt gegen Frauen - stark thematisiert!

Von: Pan Tau Books - Ein Buchblog
10.07.2017

Monika Feth hat ihrer Geschichte mit Romy eine offenherzige und ehrliche Protagonistin gegeben, deren Selbstlosigkeit und deren Verantwortungsbewusstsein sie zu einer der interessantesten und bewundernswertesten weiblichen Figuren macht, die mir bisher im Jugendbuch begegnet sind. Das sie mit diesen Eigenschaften ausgestattet ist, macht Romy dabei nicht unrealistisch, denn sie ist als normale junge Frau der beruhigende Gegenpol zu den bösartigen Gewalttätern, die in der Regel ihre Gegenspieler sind. Die Geschichte wird jedoch nicht nur aus Romys Sicht, sondern alternierend auch aus Fleurs, Mikales und Bert Melzigs Perspektive erzählt. Durch den Wechsel der Erzählperspektive gelingt es Monika Feth jeder Figur eine individuelle Farbe zu verleihen, sodass man sich selbst in den Psychopathen Mikael als Leser hineinversetzen kann (was nicht heißen soll, dass man seine kranken Ansichten versteht). Fleur ist das zerbrechliche und bemitleidenswerte Opfer der Geschichte. Vor ihrem Exfreund geflüchtet, leidet sie selbst im Frauenhaus unter Panikattacken und Angstzuständen. Ihre Vergangenheit hat mich besonders berührt, denn sie steht beispielhaft für sämtliche Frauen, die von ihren Männern, ihren Vätern, den Brüdern oder Freunden verfolgt, gequält, misshandelt oder ermordet werden. Monika Feth behandelt nicht zum ersten Mal in ihren Thrillern ein Thema, dem in der Gesellschaft häufig viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen ist alltäglich und allgegenwärtig, auch wenn sie oft nicht sichtbar ist. Was die Geschichte von Fleur und ihrer Freundin Amal unumstößlich klar macht (obwohl sie natürlich fiktiv ist), ist, dass es jeden treffen kann, auch die Frauen, die glauben, dass sie sich diese Art von Gewalt nie gefallen lassen würden. Denn häufig fängt die Gewalt schon auf psychischer Ebene an. Es fängt mit harmlosen Fragen danach an, wo sie gewesen ist, wen sie getroffen hat und steigert sich dahingehend, dass er über jeden ihrer Schritte informiert sein möchte. Er überwacht sie, sperrt sie ein, sieht sie als ihr Eigentum an. Diese Form der Gewalt war mir zwar nicht neu, aber ich fand es erschreckend zu sehen, wie hinterlistig und feige Mikael vorgeht, um sich Fleur zu unterwerfen. Er macht sie von sich abhängig, isoliert sie und unterwirft sie seiner Macht. Aus dem Nachwort geht hervor, dass Monika Feth mit Frauen aus den autonomen Frauenhäusern Kölns für ihre Recherche gesprochen hat, weshalb ich stark davon ausgehe, dass sich Mikaels Verhalten auf dort bekannte Fälle bezieht. Ich habe Fleurs Schilderungen als sehr intensiv und beklemmend empfunden, war aber gleichzeitig von ihrer Geschichte unglaublich gefesselt. Meiner Meinung nach bereitet Monika Feth das Thema der Gewalt gegen Frauen wahnsinnig lebensnah und realistisch auf. Dadurch hat die Geschichte nicht nur enorme Spannung aufgebaut, sondern auch Tiefe gezeigt, die zwar teilweise beklemmend und beängstigend ist, gleichzeitig aber auch Hoffnung spendet. Denn wie an Fleurs Figur sichtbar gemacht wird, sind Frauen stärker als sie oft glauben. Fazit & Bewertung Wie ihr seht, bin ich wie immer sehr begeistert von Monika Feths Jugendthriller. Ihr Hauptthema, Frauen, die als Opfer männlicher Gewalt Zuflucht in Frauenhäusern suchen, hat mir sehr gut gefallen. Wie immer gelingt der Autorin mühelos den Leser von Anfang an für ihr Thema einzunehmen und ihn auch mit Hilfe einer lebensnahen und bodenständigen Protagonistin an die Geschichte zu fesseln. Blutrosen ist eine Geschichte, die über häusliche Gewalt aufklären möchte und gleichzeitig appellieren und auffordern will, die Augen vor dem manchmal offensichtlichen nicht zu verschließen. https://pantaubooks.wordpress.com/

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