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Rezension zu
Die Stadt der Dolche

5,0 von 5 Sternen Traumhafte, leicht orientalische Kulisse und spannende Charaktere

Von: phantastische_fluchten
04.06.2022

Klappentext: Willkommen in Tumanbay – einer Stadt, in der Dolche regieren. Einer Stadt, in der aus Sklaven Regenten werden. Einer Stadt, die von Männern geführt und von Frauen zerschmettert wird. Und alles beginnt an dem Tag, als der Sultan einen abgetrennten Kopf als Geschenk einer Königin erhält. Was er nicht ahnt: Maya, die selbsternannte Rebellenfürstin, hält Tumanbay schon längst in ihrem unsichtbaren Griff. Nun müssen die Anhänger des Sultans eine Revolution niederschlagen – doch wie, wenn Maya so wenig greifbar wie ein Schatten ist? Gregor, der Meisterspion des Sultans, Shajah, die Frau des Sultans, die geheimnisvolle Sklavin Sarah, sie alle schmieden das Schicksal Tumanbays neu. Doch niemand ahnt, nach welchen Regeln sie Mayas Spiel spielen müssen. Kommentar: Ich kopiere selten den Klappentext als Einleitung, meistens, wenn mir ein Buch nicht so gut gefallen hat. Hier ist es anders. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert aber die Geschichte ist so vielschichtig und komplex, dass man den Inhalt nicht in wenigen Worten zusammen fassen kann. Es gibt mehrere Handlungsstränge und die Anzahl der Charaktere ist immens. Das mag sich verwirrend und undurchschaubar anhören, ist es aber nicht. Die Geschichte ist meisterhaft erzählt und die Poesie des Orients ging in der Übersetzung nicht verloren. Urban Hofstetter hat es wunderbar geschafft, den Flair der Erzählung, die wie aus 1001 Nacht anmutet, vollständig zu erhalten. Tumanbay ist eine Stadt, die von Sklaven gegründet wurde, es ist eine Stadt, in der einfach alles möglich ist und jeder seine Chance bekommt. Gregor, der Spion des Sultans und sein Bruder, General Qulan kamen als Kinder in die Stadt. arm, mittellos und sie haben es weit gebracht. Als es einem Gesandten der selbsternannten Königin Maya gelingt, dem Sultan einen abgetrennten Kopf vor die Füße zu legen, erkennen die Brüder endlich die wahre Gefahr für die Stadt und versuchen alles, um den Einfluss dieser gefährlichen Frau zu unterbinden. Ein fast aussichtsloses Unterfangen, denn ihre Anhänger sind zahlreich und in allen Bereichen der Stadt zu finden. Die Bewohner Tumanbays sind zu sorglos geworden, zu selbstsicher und arrogant. Sie halten ihre Stadtmauern für unüberwindbar und ihre Armee für unbesiegbar. Doch trotz aller Möglichkeiten, die einem in der Stadt geboten werden, es herrscht Ungerechtigkeit und Willkür und dies fördert den Widerstand. Ibn Bai bringt durch den Verkauf zweiter Sklaven die Ereignisse ins rollen. Der Sklave Daniel und die Sklavin Sarah, die durch ihre blauen Augen auffallen und gebildet erscheinen, finden ihren Platz im Palast. Der Gesandte Rot, das Mädchen Himmel, Madu, der Neffe des Sultans, seine Mutter Shaja, die erste Frau des Sultans, das sind nur einige der Personen, deren Schicksal in dieser Geschichte erzählt wird. Ich habe eine Rezension gelesen in der geschrieben wird, dass die Charaktere keine Tiefe hätten sondern oberflächlich blieben, man nicht berührt wird. Ich kann dem nicht zustimmen. Wenn die Sklavin Sarah ihr Kind in fremde Hände abgeben muss, wenn Ibn Bai an den Hafen geht, in der Hoffnung, dass seine Frau und Tochter endlich eintreffen, wenn Sklave seinen Namen nicht nennt und die Gründe dafür erläutert, das alles hat mich berührt. Ich liebe den Flair des Orients und der Autor beschreibt die Stadt Tumanbay sehr ausführlich. Man riecht förmlich die verschiedenen Düfte der Gewürze, man sieht die bunten Stoffballen und man bekommt Hunger, wenn die Essensstände beschrieben werden. Alles wirkt so lebendig, bunt und d berauschend. Allerdings muss man sich auf die Geschichte einlassen. Ich kennen einige Leser, die möchten lediglich einen Handlungsstrang und hassen es, wenn die Geschichte sich verzweigt. Hier geht sie viele Wege, die Kapitel sind teilweise sehr kurz, so dass sich Details erst nach und nach erschließen. Ich kann verstehen, dass das vielen Lesern zu mühsam erscheint. Aber ich liebe so etwas. Es erhöht in meinen Augen die Spannung und gerade hier erleben und sehen wir die Stadt aus vielen Perspektiven. Für manche ein Hort der Hoffnung, für manche ein Ort der Dekadenz. Man darf nicht vergessen, dass dieses Buch auf einem BBC Hörspiel basiert. In einem Hörspiel ist es meines Erachtens erforderlich, dass es eine Vielzahl an Charakteren gibt und sich die Handlung auf den Gesprächen zwischen diesen aufbaut. Etwas von dieser Art des Geschichten Erzählens fließt in dieses Buch mit ein. Es bleiben am Ende einige Fragen offen, daher freue ich mich auf Band zwei und hoffe, dass er genauso facettenreich und bunt ist wie Teil eins.

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