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Petra Gerster , Christian Nürnberger

Vermintes Gelände – Wie der Krieg um Wörter unsere Gesellschaft verändert

Die Folgen der Identitätspolitik

(8)
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Es herrscht Aufruhr. Fast alles, was bis vor kurzem als festgefügt, selbstverständlich und gesichert gegolten hat, wird infrage gestellt. Und hat Folgen: abgesetzte Operninszenierungen, mit Warnhinweisen versehene Filme, vom N-Wort bereinigte Bücher, gekündigte Redakteur*innen, Karikaturisten, Wissenschaftler*innen.
Mohrenstraßen sollen nicht mehr so heißen, und dass es nur zwei Geschlechter gäbe, hat eigentlich nie gegolten und gilt erst recht nicht mehr, seit es Menschen gibt, die sich auch öffentlich zwischen Mann und Frau verorten und deshalb als non-binär definieren. Ein Buchstabenwurm, der einmal mit LGBT begonnen hat, ist inzwischen bei LGBTQIA* angelangt.
Die Diskussion über die sogenannte Identitätspolitik greift auf unseren Alltag über. Es formiert sich Protest dagegen, schon gegen das Gendern wird Sturm gelaufen. Konservative Kommentator*innen liefern die verbalen Knüppel dafür: »Sprachpolizei«, »Gedankenkontrolle«, »Cancel Culture«.
Die Gefahr ist: eine Herrschaft rigoroser Moralisten durch Tugendterror. Die Chance ist: eine Gesellschaft, die sensibler, achtsamer, reflektierter, rücksichtsvoller und toleranter mit sich und ihren Minderheiten umgeht.
Wir müssen uns entscheiden, jede*r einzelne wie als Gesellschaft insgesamt: Welche Haltung nehmen wir dazu ein?

»Fundiert, differienziert und wohltuend unpolemisch.«

Hörzu (12. November 2021)

ORIGINALAUSGABE
Paperback , Klappenbroschur, 224 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-60610-4
Erschienen am  15. November 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Vermintes Gelände

Von: Nicole N.

22.11.2021

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, da ich Petra Gerster als Journalistin und Frau gleichermaßen schätze. Wie der Titel schon aussagt, ist der Krieg um die Wörter "vermintes Gelände". Aber wir leben in einer Demokratie, wo jeder überwiegend sagen kann, was er/sie denkt. Ich selbst finde das "gentern" überflüssig, ich bin selbstbewusst genug, um darüber zu stehen. Ich habe selbst auch mit Roma und Sinti gesprochen - viele der Älteren sind stolz darauf Z. zu sein!! und haben durchaus nichts gegen diese Bezeichnung. Ich glaube, wir haben z.Zt. auch ganz andere Probleme, die wichtiger sind. Ich werde weiter mein Z.--Schnitzel und Jäger-Schnitzel essen, genieße meinen Schokokuss(?) und lasse den lieben Gott einen guten Mann sein.

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Die Macht der Sprache

Von: Milena

20.11.2021

Ich bin sehr, sehr angetan von dem Buch, das die bekannte Petra Gerster mit ihrem Ehemann Christian Nürnberger geschrieben hat. Wie subtil Sprache unser Denken und Empfinden, unsere Meinungen und unser Handeln beeinflusst, ist vielen nicht bewusst. Manche finden das Gendersternchen albern, lachen sich über den Doppelpunkt kaputt und meinen, dass das in Wahrheit Luxusprobleme seien, wenn man keine anderen mehr habe! Dem ist wahrlich nicht so. Das sind keine nebensächlichen political correctness-Spinnereien von wenigen, sondern das macht eine andere Welt des Agierens aus. Daher Hut ab vor dem Mut sich mit einem so scheinbaren Randthema zu beschäftigen und die richtigen Impulse anzustoßen. Überzeugen musste mich das Buch nicht, aber ein bisschen mehr Bestärkung doch noch mehr darauf zu achten, konnte nicht schaden!! Entsetzt war ich über die Aussagen, wie sehr das Ehepaar angefeindet wurde, weil sie sich zum Gendern bekennen! Unglaublich!

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Vita

Petra Gerster und Christian Nürnberger sind seit 36 Jahren miteinander verheiratet, haben zwei Kinder und wohnen in Mainz. Sie ist Journalistin, erfolgreiche Buchautorin und dem Publikum seit langem bekannt als Moderatorin der ZDF-Hauptnachrichten-Sendung »heute«. Sie wurde mit einigen Preisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus und die Goldene Kamera.
Christian Nürnberger, Absolvent der Hamburger Henri-Nannen-Schule, war Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und ist seit 1990 Publizist und freier Autor. Für »Mutige Menschen. Widerstand im Dritten Reich« wurde er mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Zur Autor*innenseite

Christian Nürnberger, geboren 1951, gelernter Physiklaborant, Studium der Theologie, Philosophie und Pädagogik, Absolvent der Hamburger Henri-Nannen-Schule, war Redakteur bei »Frankfurter Rundschau« und »Capital« und Textchef bei »hightech«. Seit 1990 ist er als Publizist und freier Autor unter anderem für »Die Zeit« und die »Süddeutsche Zeitung« tätig. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, u.a. »Die Machtwirtschaft« und den Bestseller »Der Erziehungsnotstand« (zusammen mit Ehefrau Petra Gerster). Für »Mutige Menschen. Widerstand im Dritten Reich« wurde er mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Mainz.

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Events

10. Jan. 2022

Lesung mit Petra Gerster und Christian Nürnberger

20:00 Uhr | Waltrop | Lesungen
Petra Gerster, Christian Nürnberger
Vermintes Gelände – Wie der Krieg um Wörter unsere Gesellschaft verändert

11. März 2022

Lesung mit Petra Gerster und Christian Nürnberger

20:00 Uhr | Lesungen
Petra Gerster, Christian Nürnberger
Vermintes Gelände – Wie der Krieg um Wörter unsere Gesellschaft verändert

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