Rezensionen zu
Mauerpost

Maike Dugaro, Anne-Ev Ustorf

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Seit März lag dieses gute Stück auf meinem SuB… Schande über mich! Aber nicht, weil mich die Thematik nicht interessierte (sonst hätte ich es ja nicht angefragt), sondern irgendwie wollte die passende Stimmung einfach nicht aufkommen. Dann nährten wir uns dem 30. Jahrestag des Mauerfalls und welcher Zeitpunkt hätte sich besser für dieses Buch eignen können?! Ohne große Erwartungen ging ich also an die Geschichte über Julia und Ines heran, denn der Klappentext machte den Anschein, dass ich mit meinen 30 Jahren schon weit über die eigentliche Zielgruppe dieses Buches hinaus bin und es mir eventuell „zu einfach“ geschrieben sein könnte. Aber was man hier an deutsch-deutscher Geschichte zu bieten bekommt ist wirklich spannend und großartig, auch für erwachsene Leser und Leserinnen, die sich für das Thema Mauerfall und DDR interessieren bzw. die aufgrund ihres damaligen jungen Alters die Geschehnisse eher nur flüchtig mitbekommen habe. Ich muss gestehen, dass ich mich noch nie so wirklich detailliert mit der damaligen Teilung unseres Landes und dem Symbol des Kalten Krieges auseinandergesetzt habe. Man weiß zwar davon, aber mein Interesse galt dann doch eher den „wichtigereren“ historischen Ereignissen, wie z.B. dem 2. Weltkrieg und dem Nationalsozialismus, dem Mittelalter und der Inquisition und Hexenverfolgung. Dabei sollte das Errichten der Mauer, die Entzweiung Deutschlands und die damit einhergehenden schrecklichen Lebensumstände (überwiegend auf der östlichen Seite des Landes) doch viel näher und demnach auch greifbarer für uns sein, oder? Durch Julia und Ines bekommen die jungen Mädchen in der damaligen Zeit eine Stimme und die beiden Autorinnen machen deutsch-deutsche Geschichte auf eine besondere und einzigartige Weise lebendig. Das in Briefform geschriebene Buch spielt sich im Zeitraum von Februar 1988 bis zum 09. November 1989 ab und endet also mit dem Tag des Mauerfalls. Wir befinden uns im damaligen Berlin, wo die fünfzehnjährige Julia mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder im Osten der Stadt wohnt und die dreizehnjährige Ines mit ihrem Vater in Westberlin. Als Julia durch ihre Nachbarin „Oma Ursel“, die gleichzeitig die Großmutter von Ines ist, eine Kassette von Ines geschenkt bekommt, ist dies der Beginn einer Brieffreundschaft, die streng geheim bleiben muss. Denn Julias Vater ist gegen Westkontakte und auch Ines’ Mutter, die aus der DDR floh, will nichts mehr mit der anderen Seite der Mauer zu tun haben. In den Briefen tauschen sich Julia und Ines zum einen über die typischen Dinge aus, mit denen man sich als Mädchen im Alter zwischen 13 und 15 nun einmal auseinandersetzen muss: Familie (Eltern und kleine Geschwister sind aber auch wirklich nervend in diesen Lebensjahren!), Hobbys, Schule und natürlich Jungs. Aber davon abgesehen vermitteln sie sich gegenseitig die Perspektive, wie es ist, auf der jeweils anderen Seite der Mauer zu leben. Und schon bald kommen die beiden Mädchen gemeinsam einem großen Geheimnis auf Seiten von Iris’ Familie auf die Spur, welches dringend aufgeklärt werden muss und das Schicksal der beiden für immer verändern wird. Chapeau an die Autorinnen, dass sie es mit „Mauerpost“ geschafft haben, ein so unglaublich wichtiges Stück Geschichte so eindrucksvoll und einnehmend zu erzählen. Als Leser fühlt man sich direkt in die damalige Zeit des politischen Umbruchs zurückversetzt. Man fiebert mit Julia und Ines mit, die so authentisch sind, dass ich das Gefühl hatte, als habe es genau diese beiden Mädchen tatsächlich gegeben. Man erfährt, welche Auswirkungen die Teilung eines Landes für den jeweils Einzelnen mit sich bringt und dieser Aspekt war für mich vollkommen neu. Ich erfuhr zum ersten Mal, dass das Stellen eines Ausreiseantrages dazu führte, dass man kriminalisiert, bespitzelt und überwacht wurde, seine Arbeit verlor und/oder das Recht, zu studieren. Man galt dadurch als Gefahr für den Staat und nicht zuletzt litten darunter auch die eigenen Kinder in der Schule, indem sie gemobbt wurden und schlechte Noten bekamen. Die sogenannte FDJ (Freie Deutsche Jugend) und das Fahnenappell erinnert einen an die Hitlerjugend, Jugendwerkshöfe lassen einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Das Frauengefängnis auf Burg Hoheneck in Sachsen war das damalige größte und abscheulichste seiner Art und ich frage mich, wie man davon fast nichts gewusst haben kann oder es gekonnt ignorierte?! Ihr merkt sicher schon, dass mich dieses Buch auch sehr aufgewühlt und fassungslos gemacht hat aufgrund der für mich neuen Erkenntnisse. Durch Julia und Ines wurden mir die damals schrecklichen Umstände erst so richtig bewusst und „Mauerpost“ hätte ich mir in meiner eigenen Schulzeit gerne als Schullektüre gewünscht. Denn abgesehen von der Geschichte befindet sich im Anhang eine komplette Chronik der geschichtlichen Ereignisse rund um die Mauer, beginnend mit dem Ende des 2. Weltkrieges am 08. Mai 1945 bis hin zum eigentlichen Mauerfall und somit dem Ende der DDR. Diese wird begleitet von einem Stadtplan Berlins, der die wichtigsten Grenzübergänge, den Verlauf der Mauer und wichtige örtliche Punkte der Geschichte aufzeigt. Außerdem ein Glossar, welches die jeweils fett geschriebenen Begriffe, Orte und Personen detailliert erklärt und im Kontext der Romanhandlung diese wieder das geschichtliche Wissen vertiefen und an Bedeutung gewinnen. Fazit: Absolute Leseempfehlung, wenn ihr mehr über deutsch-deutsche Geschichte lesen wollt. Julia und Ines sind zwei unglaublich sympathische, starke und mutige Charaktere auf Ihre jeweils ganz eigene Art. Ein Jugendroman, welcher einem die prekäre Situation von Ost- und Westberlin mit geschichtlichem Tiefgang vor Augen führt, der außerdem unterhält, informiert und auch für Erwachsene viel Diskussionspotential bietet.

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ACHTUNG, MÖGLICHERWEISE SPOILER ENTHALTEN! Es ist eine Konstellation, die die Irrwitzigkeit des geteilten Berlins auf Alltagsbasis vor Augen führt: Eine Fünfzehnjärige auf der einen Seite der Mauer. Im Osten Berlins wachsen in ihr die Zweifel an dem System, in dem sie lebt. Da vermittelt die nette Oma Ursel aus ihrem Haus ihr eine Brieffreundschaft nach Westberlin. Ihre Brieffreundin, die dreizehnjährige Ines, ist die Enkelin von Ursel und hat ihre Oma noch nie im Leben gesehen. Erst ist es nur der Reiz des Anderen, der die Mädchen schreiben lässt. Doch schnell merken die beiden, dass sie sich viel mehr zu sagen haben. „Mauerpost“ vereint ihre Geschichte vom geteilten Berlin. Die Geschichte beginnt 1988 und endet am 9. November 1989, so wie es sich für ein Jubiläumsjahr gehört. Die Briefe der Mädchen sind glaubhaft und erzählen nah an der Zielgruppe von allen möglichen Alltagsproblemen: Jungs, Freundschaft, Konflikte mit den Eltern. Julia hat daran zu knabbern, dass ihre beste Freundin Tina mit ihrer Familie einen Ausreiseantrag gestellt hat und deswegen auf das Abstellgleis gestellt wird. Julias streng linientreuer Vater erlaubt ihr nicht mehr, Tina zu besuchen, Julia macht es trotzdem und muss sich vor ihrem Bruder Mirko in Acht nehmen, der sie nur zu gerne verpetzen würde. Ines dagegen hat mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Vom Judo begeistert ist sie eine Außenseiterin in der Schule, wohnt bei ihrem Vater und versteht sich kaum mit ihrer Mutter, die aus dem Osten Berlins kommt, aber ihre Vergangenheit völlig von sich wegschiebt. Schnell wird klar: Hier ruhen Familiengeheimnisse, die dringend aufgeklärt werden müssen. Und so schicken die beiden Mädchen fleißig Briefe hin und her, die Ines’ Großtante Christa im BH über die Grenze schmuggelt. Was hier als kleiner Nervenkitzel beginnt, steigert sich, als die Geheimnisse um Ines‘ Mutter sich immer dichter spinnen und der Kontakt zwischen den Mädchen immer brenzliger wird. Dugaro und Ustorf erzählen eine spannende Geschichte von Ost und West, die viele Details aufgreift und nicht eindimensional wird, sondern auch die guten Seiten eines Lebens in der DDR, die Hoffnung auf schonende Reformen genauso wie auf einen schnellen Wandel erzählt. Verschiedenste Perspektiven kommen zu Wort durch die Menschen, die die Mädchen treffen. Diese Vielschichtigkeit wird durch das ausführliche Glossar am Ende des Buches sowie eine Zeittafel gelungen ergänzt. Ein bisschen schade ist allerdings, dass das Buch an manchen Stellen konstruiert wirkt und nicht voll in der emotionalen Tiefe erreicht.

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Erschütternd!

Von: Wuschel

13.05.2019

Beschreibung: Die 15 Jahre alte Julia lebt 1988 im Osten von Berlin, direkt an der Mauer. Durch ihre Nachbarin „Oma Ursel“ entwickelt sie eine innige Brieffreundschaft mit deren 13 jährigen Enkelin Ines, welche im Westen von Berlin lebt. Weder Julias Vater, noch Ines Mutter dulden diese Freundschaft, weshalb beide alles dafür tun, dass diese geheim bleibt, denn neben den üblichen Alltagsproblemen von Jugendlichen, kommen die beiden Mädchen einem Geheimnis auf die Spur. Dem Grund, weshalb Ines Mutter nichts mehr mit dem Staat zu tun haben möchte, aus dem sie einst floh – und noch viel mehr. Meinung: Das Buch ist komplett in Briefform verfasst. Einerseits käme dies vermutlich glaubwürdiger rüber, wenn man mehr auf die direkte Rede verzichtet hätte – denn wer kann sich schon etliche Dialoge im Detail merken?! Auf der anderen Seite, durfte ich bei Jugendbüchern in Tagebuch- oder Briefform feststellen, dass dies häufiger vor kommt. Schließlich ist so das Lesen und Aufnehmen des Geschehenen für den jugendlichen Leser einfacher, weswegen ich gar nicht meckern möchte – es jedoch auch nicht unerwähnt lassen möchte. Die Briefe zwischen den beiden Mädchen fand ich meist recht unterhaltsam, doch aufgrund der Hintergründe machte sich gelegentlich auch ein beklemmendes Gefühl breit. Wer all dies nicht mit erlebt hat, kann es nur schwer nachvollziehen wie es damals war, aber mir geht es trotz allem immer wieder unter die Haut. Heute finde ich es schon extrem schwer, wenn man seine Meinung – egal wie diese ausfällt – laut auszusprechen, denn es gibt immer einen, der einen falsch oder gar nicht versteht. Dennoch sind die Konsequenzen dafür weniger weit reichend wie damals. In dieser Zeit musste man stets damit rechnen, dass man womöglich noch im Gefängnis landete. Da interessierte es keinen ob es ein Missverständnis war oder nicht. Da der Vater von Julia zu allem Übel auch noch Polizist in der DDR war, macht es die Sache nicht wirklich einfacher. Ihr merkt, ich konnte mich recht gut in die Geschichte und die Charaktere versetzen - auch ohne eigene Erfahrungswerte. Habe des öfteren mit gebangt und Fingernägel gekaut. Dieses Buch zeigt sehr gut auf, was damals alles schief lief. Sehr informativ ist außerdem das beigefügte Glossar sowie die Geschichte Berlins. Vieles weiß man vielleicht noch aus dem Geschichtsunterricht und bei anderen Anekdoten denk man sich einfach nur: Wer hätte das gedacht. Der Schreibstil war im allgemeinen einfach und jugendlich – authentisch zur damaligen Zeit. Entsprechend schnell rauschte ich auch über die Seiten. Zudem wird es irgendwann sogar so spannend, dass man gar nicht mehr aufhören will zu lesen. Man entwickelt seine ganz eigene Theorie zu dem großen – im Klappentext angepriesenen – Familiengeheimnis und möchte entsprechend dran bleiben um es zu lüften. Entsprechend gut gefiel mir auch das Buch, da ich alles geboten bekam. Geschichte, Unterhaltung und Spannung. Zwar fehlte die Schoki und der Tee, aber die hat ja der typische Bücherwurm sowieso irgendwo gebunkert. Das Highlight war für mich dann das Ende, da man buchstäblich von Glücksgefühlen überschüttet wird. Vielleicht könnte man sagen: Ende gut, alles gut. Doch das fände ich dann schon extrem weit her geholt, denn aus meiner Sicht wiegt dieses Geheimnis so schwer, dass man es nicht einfach auf die leichte Schulter nehmen kann. Hier sind der Fantasie des Lesers keine Grenzen gesetzt was im verlauf der Zukunft noch passieren könnte, da die Geschichte dies nicht mehr preis gibt. Dennoch konnte ich das Buch, mehr oder weniger, beruhigt zuschlagen, wenn auch – wie so oft – erschüttert von den damaligen Zuständen. Fazit: Ein schönes Jugendbuch, das einem die prekäre Situation von Ost- und Westdeutschland vor Augen führt, aber dennoch unterhaltsam und spannend geschrieben sowie gestaltet ist.

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Mauerpost

Von: Mara

19.04.2019

nhalt: Berlin, 1988: Julia ist fünfzehn Jahre alt und lebt im Osten der Stadt, direkt an der Mauer. Ihre Nachbarin „Oma Ursel“ vermittelt ihr eine Brieffreundschaft mit der dreizehnjährigen Ines aus Westberlin, Ursels Enkelin. Doch die Brieffreundschaft muss streng geheim bleiben: Julias Vater duldet keine Westkontakte und Ines‘ Mutter will nichts mehr zu tun haben mit dem Staat, aus dem sie einst floh. Brief für Brief kommen Ines und Julia einem großen Familiengeheimnis auf die Spur … Meine Meinung: das Cover gefällt mir sehr gut und ist passend gestaltet und ansprechend dargestellt, und es wieder spiegelt den Inhalt der Geschichte wieder.. Der Schreibstil: Das ganze Buch ist in Briefform gehalten welche sich die beiden Mädchen hin und her schicken, weshalb es sehr interessant zu lesen war, Allerdings fand ich das die Geschichte in der Mitte erst rasant wurde,und man kam den Geheimnissen auf die Spur. Aber die Autorin schafft es die Konflikte zwischen Ost und West wurden sehr gut dargestellt. Ansonsten war es eine süße Geschichten mit einem wichtigen Thema, für mich war es dennoch eine sehr berührende Geschichte um Freundschaft, Sehnsüchte und Freiheit vor der historischen Kulisse der beiden deutschen Staaten. Fazit; Ich empfehle das Buch weiter es regt dem Leser zum Nachdenken an und beinhaltet einige wichtige Themen die interessant sein könnten. Autorin: Anne-Ev Ustorf hat Geschichte studiert und schreibt als Autorin für Magazine und Tageszeitungen über Themen rund um Psychologie, Geschichte und (politische) Bildung. Genauso gern schreibt sie Kinder- und Jugendbücher.

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Mauerpost

Von: Michaela

12.04.2019

Mich hat das Buch anhand des Titels und des Covers neugierig gemacht, daher wollte ich es sehr gerne lesen. Ich finde, dass das Cover sehr gut zu dem Thema des Buches passt. Dort sieht man Julia und Ines auf getrennten Bildern, die eine mitten in der Berliner Stadt und die andere auf dem Sofa sitzend einen Brief schreiben. Die Bilder werden getrennt durch die Berliner Mauer. Die Hauptcharakter, Julia und Ines waren mir sehr symphatisch. Ich fand es sehr schön, dass sie sich von anfang an so gut verstanden haben und auch etwa auf einer Wellenlänge waren, obwohl sie sich ja überhaupt nicht kannten. Der Schreibstil hat mir zwar relativ gut gefallen, jedoch hat es mich ein bisschen gestört, dass in den Briefen wörtliche Rede vorkam. Ich habe Briefe nie mit wörtlicher Rede geschrieben, ich habe die Situation mit meinen Worten einfach nur nacherzählt. Das war aber auch das einzige was mich gestört hat. Die Handlung der Geschichte hat mir wahnsinnig gut gefallen. Man lernt Julia und Ines schnell kennen und man erfährt während der Geschichte soo viel über die DDR-Zeiten und auch wie das mit der Berliner Mauer ablief. Das war wirklich interessant! Die Geschichte hatte auch eine gewisse Spannung, da die beiden ja versuchten etwas herauszufinden, das mit ihren Familien zu tun hatten. Und als sie es letztenendes herausfanden, war ich schon ziemlich schockiert, da ich mit so einem Ende niemals gerechnet habe. Aber mir hat das Ende gut gefallen und ich hoffe Julia und Ines haben sich dann tatsächlich persönlich sehen können. Vielen Dank an den cbt Verlag und an das Bloggerportal für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

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TITEL: Mauerpost AUTOR/INNEN: Maike Dugaro; Anne-Ev Estorf VERLAG: cbt SEITENZAHL: 336 PREIS: 9,99 Euro INHALT Berlin, 1988: Julia ist fünfzehn Jahre alt und lebt im Osten der Stadt, direkt an der Mauer. Ihre Nachbarin „Oma Ursel“ vermittelt ihr eine Brieffreundschaft mit der dreizehnjährigen Ines aus Westberlin, Ursels Enkelin. Doch die Brieffreundschaft muss streng geheim bleiben: Julias Vater duldet keine Westkontakte und Ines‘ Mutter will nichts mehr zu tun haben mit dem Staat, aus dem sie einst floh. Brief für Brief kommen Ines und Julia einem großen Familiengeheimnis auf die Spur … COVER Die Mädchen auf dem Cover des Buches sind total passend, sie sehen genauso aus wie die beiden Hauptprotagonisten in diesem Buch beschrieben werden. Ich find die Mauer in der Mitte zeigt für mich nochmal deutlich den Hauptgrund dieses Buches. Deshalb finde ich das Cover sehr passend zum Buch. MEINE MEINUNG Zu Beginn war es für mich sehr schwierig an diesem Buch dran zu bleiben, es besteht nur aus Briefen zwischen Ines und Julia, natürlich lässt der Titel darauf schließen aber es fiel mir trotzdem schwer. Doch die Geschichte hat mich interessiert und ich wollte mich darauf einlassen und bin wirklich froh es getan zu haben. Ich bin ohne Einfluss der Mauer aufgewachsen und kenne diese nur vom sehen und von Erzählungen oder aus dem Geschichtsunterricht, das Thema hat mich mitgenommen und mich interessiert. Was mir gut gefallen war das man sowohl Ines als auch Julia sehr gut kennenlernen konnte und diese auch Ihr Umfeld und Familie gut beschrieben haben. Was sich aber aus dem harmlosen Briefwechsel über die Mauer entwickelt, endet in einem Familiendrama und ich fand es einfach super, auch wenn der Schreibstil in Briefform sehr gewöhnungsbedürftig war. AUTORINNEN Dugaro, Maike Maike Dugaro (geboren 1977) ist Journalistin, Dozentin und Biographin. Sie war lange als Redakteurin bei GEO.de beschäftigt und schreibt heute freiberuflich Reisetexte und Biographien. Sie unterrichtet Journalismus an der Akademie für Publizistik in Hamburg. Ustorf, Anne-Ev Anne-Ev Ustorf (geboren 1974) ist Journalistin, Dozentin und Sachbuchautorin. Seit 2003 ist sie als freiberufliche Journalistin mit den Schwerpunkten Psychologie und Bildung tätig. Sie unterrichtet Journalismus an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. MEINE BEWERTUNG Ich gebe diesem Buch 4/5 Lesezeichen leider hat der Schreibstil des Buches es manchmal etwas schwer gemacht aber ansonsten kann ich nicht an diesem Buch bemängeln. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom cbt Verlag und dem Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

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Als Pflänzchen von jenseits der Mauer - sprich als Ossi - musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Zum Zeitpunkt des Mauerfalls war ich 4 Jahre alt, bin zwar zu DDR-Zeiten in den Kindergarten gegangen, kann mich aber an diese Zeit kaum erinnern. Vieles kenne ich also nur aus den Erzählungen meiner Familie. Umso gespannter war ich auf dieses Buch. Ich wurde nicht enttäuscht, einige Dinge waren mir zuvor völlig unbekannt, anderes wurde mir ebenso erzählt ... Der Schreibstil ist toll, man fliegt nur so durch das Buch. Es handelt sich durchweg um einen Briefkontakt zwischen Ines und Julia. Beide leben wenige Kilometer voneinander entfernt, "nur" getrennt durch die Mauer. Dennoch sind ihre Leben grundverschieden und sie müssen eine geheime Brieffreundschaft führen - ohne Hoffnung darauf, sich jemals treffen zu können ... Vieles ist unfassbar beklemmend, das ganze Buch ist absolut berührend. Es stimmt nachdenklich - und auch wenn zu DDR-Zeiten sicher nicht alles schlecht war, überwiegt doch das Negative. Menschen wurden von ihren Freunden, ja sogar von ihren eigenen Familienmitgliedern bespitzelt und verraten, generell lebte man in einer dauerhaften Gefangenschaft. Mit Reisen war es ebenso dünn bestellt wie mit der Meinungsfreiheit ... Dieses Buch zwingt einen förmlich sich einzugestehen, wie gut es einem doch eigentlich geht. Auch wenn heute bereits wieder die Meinungsfreiheit beschnitten wird (dies sollte uns wirklich zu denken geben).... Es gilt dafür Sorge zu tragen, dass solche Zeiten nicht zurück kehren können. Und es gilt, nicht zu vergessen, das es vor gar nicht langer Zeit ein geteiltes Deutschland gab. Vieles wird gerade jungen Menschen aus den alten Bundesländern derart nie erzählt - leider fehlt auch oftmals das Interesse. Ich hoffe, dass es noch mehr Bücher dieser Art geben wird und denke, das dieses hier unbedingt gelesen gehört.

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Das Buch “Mauerpost” von Maik Dugaro und Anne-Ev Ustorf hat 336 Seiten und kostet 9,99€. Erschienen ist es bei cbj im März 2019. Das Buch erzählt die Briefreundschaft der 15 Jährigen Julia aus Ost-, und der 13 Jährigen Ines aus Westberlin, welche Oma Ursel, Ines Großmutter, welche gleichzeitig Julias Nachbarin ist, vermittelt hat. Den Briefkontakt müssen sie allerdings geheim halten, da Julias Vater der DDR treu ist, und keine Westkontakte duldet und auch Ines Mutter Marion gegen Kontakt in der DDR ist. Sie ist einst aus der DDR geflohen und will nichts mehr mit diesem Staat zu tun haben. Deshalb hat sie auch den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen. Da aber Julias jüngerer Bruder etwas mitbekommt und dem Vater alles berichtet hat, steht der Briefkontakt auf der Kippe. Die Eltern von Julias bester Freundin Tina stellen einen Ausreiseantrag. Daraufhin wird sie in der Schule von ihren Lehrern schikaniert und bekommt in der Schule Besuch von der Stasi, die sie nötigen wollen, Tina auszuspionieren und Meldung davon zu machen. Brief für Brief geht hin und her und die beiden Mädchen kommen gemeinsam einem Familiengeheimnis auf die Spur. Das Buch umfasst die Zeit von Februar 1988 bis zum Mauerfall am 09.November 1989. Berichtet wird auch vom Zerfall der DDR. Ein schönes und spannend zu lesendes Buch, gerade auch vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Geschichte. Was ich auch gut finde ist, das im Anhang sich auch noch ein Glossar befindet, dass die fettgedruckten Worte im Text erklärt. Ich habe allerdings einen ziemlich krassen Kritikpunkt. Und zwar, dass sich die Autoren entschlossen haben die zwei Protagonisten weiblich zu machen. Dadurch ist das Buch eigentlich nur für Mädchen zu empfehlen, da die wenigsten Jungs Lust haben so ein Buch zu lesen. Die Geschichte hätte im Prinzip genauso funktioniert wenn einer der Protagnoisten männlich gewesen wäre. So wäre die Story für Jungs deutlich attraktiver geworden. Durch diesen Kritikpunkt kann ich dem Buch keine fünf Sterne geben, was es sonst aber wahrscheinlich bekommen hätte. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

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