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Florian Scheibe

Der Biss

Roman

(4)
Hardcover
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Sybil und David leben das gute, das richtige, das emissionsfreie Leben: Auf der Terrasse ihres Berliner Nullenergie-Mehrfamilienhauses halten sie sich ihr eigenes Bienenvolk, kaufen nur regional und biologisch, engagieren sich für den Fortbestand des Planeten. Doch das Idyll bekommt tiefe Risse, als ihr Sohn auf dem Spielplatz von einem fremden Jungen gebissen wird. Es ist der Sohn von Aurica und Petre, die aus Rumänien nach Deutschland gekommen sind in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft – und schnell feststellen müssen, dass nicht alle im gleichen Maße auf ein gutes Leben hoffen dürfen…

Bildmächtig, psychologisch präzise und mit entlarvendem Humor lässt Florian Scheibe zwei Welten aufeinanderprallen, die sich ferner nicht sein könnten. »Der Biss« zeichnet eindrucksvoll das Porträt einer zerrissenen Gesellschaft.


ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-75908-8
Erschienen am  14. March 2022
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Urbane Gesellschaftsreflektion

Von: nil_liest

11.07.2022

Früher war alles mal anders…. Und nun ist die Welt mehr als komplex und viele werden leider abgehängt. Florian Scheibe gibt uns mit seinem Roman „Der Biss“ ein literarisches Hilfsmittel an die Hand uns diesem gesellschaftlichen Wandel einmal fiktional zu nähern. Es geht im Grunde genommen um einen Vorfall auf dem Spielplatz. Da ist zum einen die Familie die nach neusten Idealen und Vorstellungen lebt. Vegan, nur Bio, David ist Hausmann mit all der Care-Arbeit für den Sohn Jonas, Sybil macht Karriere und ist Nachhaltigkeitsbotschafterin. Natürlich haben die beiden eine tolle Wohnung in hipper Berliner Lage. Jonas, der Sohn ist schwierig und da liegt auch der Pfeffer im Korn. David ist mit Jonas auf dem Spielplatz und da geschieht es : „Der Biss“. Ein anderes Kind beißt Jonas und David rastet förmlich aus. Der Vater des anderen Kindes ist völlig perplex und versteht die Situation nicht, weil seine Deutschkenntnisse sehr limitiert sind. Petre und seine Frau Aurica kommen aus Rumänien und erhoffen sich ein besseres Leben in Deutschland. Sie ist Krankenschwester, deren Berufsausbildung nicht anerkannt wird und er ist Koch und auf der Suche nach Arbeit. Der Roman stellt diese diametral gegenüberliegenden Lebenssituationen sehr gut dar und beleuchtet die Gegebenheiten. Hier prallen zwei Welten mit voller Wucht auf einander und die Geschichte spiegelt uns hier so viele Themen die mit Zuwanderung, Gentrifizierung, Diskriminierung, Bubble-Leben, Privilegiertes Leben, Zukunftsvisionen vs Ängste. Ein spannendes gesellschaftliches Portrait unserer urbanen Zeit. Es gab einige unnötigen Stellen, die den Roman nicht bereichert haben. Das hätte Florian Scheibe sich sparen können. Aus meiner Sicht fast kontraproduktiv zum Kern des Romans. Aber davon mal abgesehen eine gute Lektüre.

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2 Familien - 2 soziale Milieus - Nicht perfekt aber trotzdem ein Highlight!

Von: miss_lia48

05.06.2022

„Da war ein Mann, der quer über den Spielplatz rannte. Ein großer, dünner Mann. Er trug einen hellen Leinenanzug und ein Hemd. Er sah aus wie ein englischer Lord, der durch seinen Park rannte, um ein durchgegangenes Pferd einzufangen. Doch er verfolgte kein Pferd, er verfolgte Nelu.“ INHALT: Im Wohnkomplex „Gleisgärten“ wohnen Leute, die etwas mehr in der Tasche haben und großen Wert auf ein nachhaltiges, klimafreundliches und emissionsfreies Leben in Verbindung mit moderner Architektur legen. So auch David, Sybil und ihr 2-jähriger Sohn Jonas. Sie ernähren sich vegan und kaufen ihre Lebensmittel regional und in Bio-Qualität. David schmeißt den Haushalt, übernimmt die Care-Arbeit, schreibt an seinem Blog und kümmert sich um die Bienen auf ihrer Dachterrasse. Sybil macht Karriere und versucht, gleichzeitig auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Mit den Wutanfällen von ihrem Sohn kommt sie immer weniger gut zurecht und verbringt kaum noch Zeit mit ihm. Als Jonas auf dem Spielplatz im nahegelegenen Park von einem Kind in seinem Alter gebissen wird, welches sich Jonas‘ Schaufel und Förmchen schnappt und das Weite sucht, rennt David hinterher und muss sich plötzlich mit dem Vater des Jungen anlegen. Petre kann es nicht fassen, dass ein erwachsener Mann seinen Sohn Nelu verfolgt. Er weiß nicht, was der Fremde von ihm möchte, da er kein Deutsch versteht. Er weiß nur, dass er seinen Sohn verteidigen muss! Sie kommen aus Rumänien und hatten gehofft, in Deutschland Arbeit finden und Fuß fassen zu können. Doch hier werden sie nur misstrauisch beäugt. Aurica, gelernte Krankenschwester, würde gerne Medizin studieren - ihre abgeschlossene Ausbildung wird in Deutschland nicht anerkannt, obwohl so viele Pflegekräfte fehlen. Petre hatte gehofft, als Koch angestellt zu werden. Doch ohne festen Wohnsitz bekommen sie keine Beschäftigung und ohne Arbeit können sie sich keine Unterkunft leisten und erhalten keine Sozialleistungen. Wie soll es nur weitergehen? MEINUNG: Manche Bücher klingen nach dem Lesen noch lange in einem nach. Auch „Der Biss“ gehört für mich definitiv zu dieser Gruppe und ich bin erstaunt, dass ich bisher so wenig von dem Buch gesehen und gehört habe! Nein, das Buch ist nicht perfekt und ein paar Kleinigkeiten habe ich durchaus an ihm auszusetzen. Aber es hat bei mir einen Nerv getroffen - Thematik und Handlung konnten mich überzeugen und werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Als besonders gelungen habe ich die Gegenüberstellung der beiden Familien und deren sozialen Milieus empfunden: Die einen haben genug Geld, um rundum klimafreundlich zu leben, die anderen haben teilweise nicht mal ein Dach über dem Kopf und müssen hart ums Überleben kämpfen. Der Autor prangert dabei an, dass sich vor allem Leute um Natur, das Klima und die globale Gerechtigkeit kümmern können, die privilegiert und finanziell gut aufgestellt sind. Dass wir aufpassen müssen, dass keine Parallelgesellschaft entsteht, bzw. dass diese noch verschärft wird. Und, dass Leute, die weniger haben, oft andere Prioritäten setzen müssen. Ja, Klima kostet. Und Leute, die weniger haben, haben es in dieser Hinsicht deutlich schwerer, weil sie schauen müssen, wie sie überhaupt über die Runden kommen. Jeder sollte daher so gut er kann seinen Beitrag leisten, auch im Kleinen. Es geht schließlich um die Zukunft unserer Kinder auf diesem Planeten und das hat auch etwas mit Verantwortung zu tun… Durch die verschiedenen Perspektiven lernt man unterschiedlichen Sichtweisen kennen, was ich bei der Thematik klasse fand. Ich konnte mich in die Figuren gut hineinversetzen, die jeweils nur das Beste für ihr Kinder wollen und alles für sie tun würden! Die Darstellung der Kinder und deren erste Worte fand ich sehr authentisch. Ebenfalls die Wutanfälle z. B. beim Einkaufen. Eine der wenigen Sachen, die die Eltern der beiden Familien gemeinsam haben – ich konnte sehr mit ihnen mitfühlen. So konnte mich das Buch auch emotional erreichen und ich fand es sehr bewegend. Besonders wütend gemacht hat mich, wie Aurica und Petre immer wieder ausgenutzt und teilweise diskriminiert wurden! Was mich gestört hat, ist, dass vor allem etwa Mitte des Buches, die Figuren ständig irgendwelche Hintergedanken hatten. Szenen wie, was David mit seinem Ding in der Hose anstellt, oder, dass eine Insel vom Blick aus dem Flugzeug, einem Geschlechtsorgan ähnelt, waren meiner Meinung nach unnötig. Irgendwann habe ich nur noch genervt mit den Augen gerollt. Zudem empfinde ich die Beschreibung im Klappentext von „entlarvendem Humor“ sehr unpassend, da ich keine einzige humorvolle Stelle finden konnte (was ich aber nicht schlimm fand). Im Gegenteil, es gibt viele Szenen, die traurig und sehr dramatisch sind! Wahrscheinlich sind die manchmal etwas überspitzt dargestellten Veganer lustig gemeint. Witzig fand ich (als Vegetarierin) ihre Lebensweise aber nicht, wenn dann ein kleeeines bisschen übertrieben. Trotz kleiner Kritikpunkte überwiegen die positiven Eindrücke sehr. FAZIT: Ein gesellschaftskritischer Roman, der eindrücklich zwei unterschiedliche Familien & soziale Milieus gegenüberstellt und in Bezug zu klimafreundlichem Leben setzt. Trotz kleiner Kritikpunkte konnte mich die Lektüre von sich überzeugen und begeistern. Ein Buch, welches man nicht so schnell vergisst und welches hoffentlich noch mehr Leser*innen erreicht! 4,5/5 Sterne und eine klare Leseempfehlung, für alle, die es gerne ein wenig dramatisch mögen! (TW: Sexuelle Belästigung, Abtreibung, Suizidversuch)

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Vita

Florian Scheibe, geboren 1971 in München, hat Kulturwissenschaft, Geschichte und Filmregie studiert. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er als freier Autor arbeitet. »Der Biss« ist sein dritter Roman.

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