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Rezensionen zu
Der Araber von morgen, Band 4

Riad Sattouf

Eine Kindheit zwischen arabischer und westlicher Welt (4)

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€ 26,00 [D] inkl. MwSt. | € 26,80 [A] | CHF 36,50* (* empf. VK-Preis)

Hoffentlich endet die „Der Araber von morgen“-Reihe nie. Heute habe ich Band 4 für euch im Gepäck; der bis jetzt vorletzte Teil der Reihe. Dieser zeigt Riads Kindheit bis in die frühen Neunziger, immer wieder mit einem Blick auf das damalig aktuelle politische Weltgeschehen, wie z.B. dem Irak-Krieg. Worum es im letzten Teil (Band 3) ging, könnt ihr hier nachlesen. Über die Graphic Novel Saudi-Arabien ist wohl doch nix geworden. Riad ist mit seiner Mutter und seinen zwei Brüdern zurück nach Frankreich gezogen und erlebt dort den französischen (Schul-)Alltag. Ein Besuch seines Vaters, der dann doch in Saudi-Arabien gelebt hat, bringt ein kleines Chaos über die Familie, denn der gute Mann ist nicht mehr derselbe. Seine Ansichten haben sich radikalisiert und sein Denken hat sich verändert, weswegen die Familie droht, auseinander zu brechen. Das Buch endet mit einem unglaublichen Cliffhanger, den ich so nie erwartet hätte und der mich unglaublich neugierig auf den nächsten Teil macht! Persönliche Meinung Sattoufs vierter Teil der „Der Araber von morgen“ Reihe ist ein Prachtexemplar mit stolzen 280 spannenden Seiten, welches in mir ein Wechselbad der Gefühle ausgelöst hat. Vor allem das Ende hat mich geschockt, ich freue mich schon den nächsten Teil zu lesen (der dann hoffentlich nicht mit so einem krassen Cliffhanger endet, denn dann ist die Wartezeit auf den nächsten Band noch lang). Es ist unglaublich spannend und auch traurig zugleich die Entwicklung von Sattoufs Vater von einem normalen Familienvater hin zu einem rassistischen, rechtsextremen Araber mitzuerleben und die damit verbundenen Konsequenzen für die Familie zu sehen. Als ob das nicht genug für den mittlerweile gar nicht mehr so jungen Riad ist, machen sich die ersten Anzeichen der Pubertät bemerkbar. Erneut ein gelungener Band, wie die gesamte Reihe (Band 1, Band 2, Band 3), an der ich nichts auszusetzen habe.

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Riad Sattouf setzt seine erfolgreiche Reihe fort und die Aufteilung seiner autobiographischen Erzählung auf viele Bänder scheint ein tragfähiges Konzept zu sein. Sein Erfolg gibt ihm recht. Im ersten Band schilderte er seine ersten sechs Lebensjahre in Frankreich, Libyen und Syrien. Die Jahre 1984-1985 sowie der im dritten Band verarbeitete Zeitraum 1985-1987 spielten sich für Riad hauptsächlich in Syrien mit kurzen Ausflügen nach Frankreich ab. Die kulturellen Unterschieden wurden in vielen kleinen oder größeren Aspekten beleuchtet. Der erste Band der Reihe "Der Araber von morgen" fing eigentlich recht harmlos an. Doch mit Riads Alter wird sein Leben merklich komplizierter und somit die Story (so leid mir das auch für den jungen Riad tut) spannender. Noch immer sind die Schilderungen durch Kinderaugen und Kindermund gefiltert, aber die Härte der Realität greift gnadenlos nach Riad: Einsetzende Pubertät, die offenkundige Entzweiung der Eltern und vor allem die Tatsache, dass er für viele Franzosen ein unerwünschter Araber ist und er von vielen Arabern als Jude wahrgenommen und beschimpft wird, macht sein Leben wirklich schwer. Zu Beginn des vierten Bandes der Reihe ist Riad zehn Jahre alt. Sein Vater Abdel hat eine Stelle als Dozent in Saudi-Arabien angenommen und nach fünf schwierigen Jahren in Syrien beginnt endlich die Emanzipation seiner Frau. Sie weigert sich, ihm nach Saudi-Arabien zu folgen und zieht mir ihren drei Söhnen in die Bretagne. Für mich wirkte über die ersten Bände schon wirklich unglaubwürdig, wie lange sie die "Spinnereien" ihres Mannes mitmachte. Während des geschilderten Zeitraums von fünf Jahren entfernt sich der Vater in jeder Beziehung von seiner Familie. Er wendet sich statt dessen seinem Glauben zu. Gleichzeitig hat Riad seine eigenen Probleme in der Schule (mehr mit den Mitschülern als mit der Schule an sich) und mit den körperlichen und sonstigen Auswirkungen der Pubertät. Da nehmen plötzlich Frauen und Mädchen einen für ihn neuen Stellenwert ein. Und dann stehen auch noch Besuche in Syrien an, die für Riad immer weniger erträglich werden. Wie bereits der Vorgängerband wartet dieser mit einem Cliffhanger auf, der die Zeit bis zur nächsten Veröffentlichung lang erscheinen lassen wird. In Riad Sattoufs Erzählungen spiegelt sich durch die Schilderung des Vaters ein Bild des Islams wieder, welches einige der leidlich bekannten Vorurteile zu bestätigen scheint. Es wäre interessant zu wissen, ob das Bild vor 20 Jahren ähnlich ausgefallen wäre, oder ob Sattoufs Erinnerungen auch vom Zeitgeist geprägt sind. Doch diese Frage wird selbst der Autor schwer beantworten können.

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