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Rezensionen zu
ANYBODY OUT THERE?

Ben Miller

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€ 8,99 [D] inkl. MwSt. | € 8,99 [A] | CHF 11,00* (* empf. VK-Preis)

Sind wir allein im Universum? In Anbetracht der Unendlichkeit des Alls erscheint diese Vorstellung absurd. Aber warum haben wir dann noch keine Aliens getroffen? Wie groß ist überhaupt die Wahrscheinlichkeit, dass es auf anderen Planeten intelligentes Leben gibt? Was tut man, um es zu entdecken? Wie würden die Aliens aussehen und wie könnten wir uns mit ihnen verständigen? All diesen Fragen geht der britische Komiker Ben Miller in seinem Buch Anybody Out There? auf den Grund. Dabei kommt es ihm vermutlich ganz gelegen, dass er selbst einen Universitätsabschluss im Fach Physik vorweisen kann (auch wenn er der Universität Cambrigde die Abgabe seiner Doktorarbeit bis heute schuldig bleibt). Denn wer in einem Buch, dessen Thema die Suche nach außerirdischem Leben ist, bizarre Augenzeugenberichte von Alien- und UFO-Sichtungen erwartet, ist falsch gewickelt. Ben Miller stützt sich lieber auf die Erkenntnisse der Wissenschaft, als auf Interviews mit Alu-Hut-Trägern. Er gewährt uns hier einen Einblick in die, ich würde sagen… seriöse Suche nach außerirdischem Leben. Miller berichtet von riesigen Radio-Teleskopen, der Arbeit des Instituts SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence) und von Raumsonden, die Grüße vom Planeten Erde enthalten und nur darauf warten, von Außerirdischen in den Weiten des Alls eingesammelt zu werden. Dabei erläutert er einige Annahmen und Theorien, von denen wir mindesten schon mal in der Serie The Big Bang Theory gehört haben. Das Fermi-Paradoxon und die Drake-Gleichung gehören ebenso dazu, wie die Hauptsätze der Thermodynamik und eine Auffrischung in Sachen Big Bang. Dennoch spielt sich ein überraschend großer Part des Buches auf unserem eigenen Planeten ab. Denn um Fragen über außerirdisches Leben zu beantworten, ist es ratsam, erst einmal zu verstehen, wie sich Leben auf unserem eigenen Planeten entwickeln konnte – und damit befasst sich Ben Miller sehr detailliert. Das mag für einige ein zu großer Bogen sein, beinhaltet aber bestimmt trotzdem die eine oder andere Überraschung. Zugegeben, bei Menschen, die wie ich, Chemie nicht unbedingt zu ihren Lieblingswissenschaften zählen, könnten die Gedanken streckenweise kurz abdriften. Aber sie werden sicherlich wieder auf den rechten Weg zurück geholt. Biologie, Physik, Philosophie und Linguistik – hier findet sicherlich jeder etwas, das ihm gefällt. Dass Ben Miller nicht nur fundiertes Wissen im Fach Physik vorweisen kann, sondern hauptberuflich Komiker ist (er ist eine Hälfte des Comedy-Duos Armstrong und Miller, welches ich euch dringend empfehlen würde, wenn ihr britischen Humor mögt), kommt dem Buch dabei sehr zugute. Es gelingt ihm mühelos, komplizierte Konzepte so zu erklären, dass man nicht „Aha!“ sagt, sondern dabei auch schmunzeln muss – was für mich persönlich die schönste Art ist, etwas zu lernen. Allerdings muss man sagen, dass an diesem Buch schnell der Zahn der Zeit nagt. Die Forschung im Bereich der Astrophysik fördert momentan quasi wöchentlich neue Entdeckungen zutage. Daher sind schon jetzt einige Angaben nicht mehr auf dem neuesten Stand der Erkenntnis. So wurde zum Beispiel für das berühmte Wow!-Signal, dem bei der Suche nach außerirdischem Leben ein großer Stellenwert beigemessen wurde, 2017 eine Erklärung gefunden. Das konnte Ben Miller 2016, als er das Buch verfasst hatte, freilich noch nicht wissen. Trotzdem ist das Buch ein wunderbarer Einstieg für alle, die sich für die Suche nach intelligentem Leben abseits unseres Planeten interessieren. Und alle, die erstmal verstehen wollen, wie sich das Leben auf der Erde überhaupt entwickeln konnte, sind hier erst recht an der richtigen Adresse. Diese kohlenstoffbasierte Lebensform bewertet Anybody Out There? mit 4 von 5 fliegenden Untertassen (und dankt dem Penguin Verlag und dem Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars).

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Zu Beginn nimmt uns der Autor mit auf eine persönliche Reise in die Vergangenheit. Als Jahrgang 1966 hat er selbst einige Raumfahrtereignisse miterlebt. So kommen viele bahnbrechende Ereignisse wie die Mondlandung, Personen wie Armstrong, Carl Sargan und auch Science Fiction Filme wie Contact zur Sprache. Das Ganze erzählt Ben Miller sehr unterhaltsam und mit viel Humor. Wissenschaftliche Fakten verstrickt er so geschickt in seine Geschichte, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass ich dabei sogar noch etwas lerne. "In den 1950ern hatten wir von wütend kämpfenden Marsmännchen geträumt und davon, in einem tropischen Paradies von blonden Venusbewohnerinnen verführt zu werden. Ende der 1980er war uns schmerzlich bewusst, dass wir nach der Party allein nach Hause gehen würden." (S. 25) Im Buch begegneten mir viele Personen aus Wissenschaft und Forschung. Ein paar der Namen kannte ich bereits, doch viele andere waren mir vollkommen neu. Der hohe Stellenwert der Mikrobiologie war mir vorher gar nicht bewusst. Denn neben UFO-Sichtungen an bekannten Orten wie Roswell, sind es vor allem die Kleinst-Lebewesen, die einen wirklich zum Staunen bringen. Wenn wir an außerirdisches Leben denken, dann fallen uns, naja zumindest mir, kleine grüne Männchen ein oder die Biester aus Independence Day, Contact oder Falling Skies. Was das angeht, hat mir der Autor die Augen geöffnet. Die kleinsten Bakterien auf einem anderen Planeten bedeuten außerirdisches Leben. So klein, dass man sie mit bloßem Auge gar nicht sieht. "Wenn man einfach einen Mikrobiologen für einen Tag zum Mars schicken könnte, würde der uns schnell sagen, ob es dort Leben gibt oder nicht." (S. 173) Fazit: Um Spaß an diesem Buch zu haben, müsst ihr drei Dinge mitbringen: Interesse am Universum, der Wissenschaft und jede Menge Vorstellungskraft. Wenn ihr euch darauf einlasst, führt euch der Autor auf eine unglaubliche Reise. Ben Miller zeigt echtes Herzblut für sein Thema und obwohl das Buch einen großen Unterhaltungswert hat, fiel es mir manchmal nicht ganz leicht seinen Gedankengängen zu folgen. Seine Schilderungen sind wissenschaftlich sehr kompakt. Wahrscheinlich habe ich deshalb auch ein bisschen länger für das Buch gebraucht. Wem es die Mühe wert ist, der wird nicht enttäuscht werden!

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