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Rezension zu
Windfire

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Hauptproblem: mangelnde Erklärungen

Von: Noemi
10.01.2016

MEINUNG Windfire war tatsächlich mein erstes Buch von Lynn Raven. Leider konnte es mich nicht so überzeugen, wie ich erwartet hätte, aber es hat mich auf jeden Fall neugierig auf ihre anderen Werke gemacht. Hauptproblem: mangelnde Erklärungen. Schon im ersten Kapitel fangen die Konflikte an. Konflikte zwischen Charakteren, die man noch nicht kennengelernt hat, und Andeutungen, die nicht weiter ausgeführt werden. Der Einstieg ist somit nicht einfach gestaltet; ich habe mich etwa so gefühlt, als wäre ich mitten ins kalte Wasser geworfen worden, ohne überhaupt zu wissen, dass da ein See war. Trotzdem hat es die Geschichte irgendwie geschafft, mich zu fesseln - zumindest in knapp der ersten Hälfte, die ich unglaublich flüssig lesen konnte, immer in der Hoffnung, doch noch eine aufschlussreiche Bemerkung aufzufassen und endlich den Hintergrund zu begreifen. Jedoch musste ich irgendwann einsehen, dass ich mit dieser Hoffnung falsch lag: Ich hatte noch immer keine Erklärung, als ich auf der letzten Seite angelangt war, stattdessen haben sich die Fragezeichen nur noch mehr gehäuft. Natürlich hat man das ein oder andere Interessante über die Djinn und Hexen in Windfire erfahren und konnte sich so einen schwachen Umriss der Grundidee ausmalen, doch welcher Kampf schließlich gekämpft werden musste und worum es wirklich ging? Da muss ich ganz ehrlich zugeben, dass das für mich nicht klar geworden ist. Teilweise "schuld" daran ist auch der Schreibstil. Nicht falsch verstehen, ich mag den Schreibstil, weil er wirklich ungewöhnlich und anders ist, aber ich musste die Sätze oft mehrfach lesen, um mir die Handlung vorstellen zu können. Ein Merkmal sind die vielen Gedankenstriche, Auslassungspunkte und Satzfragmente, die auf den ersten Blick ein unüberschaubares Bild abgeben. Die Handlung wird abwechselnd von Jessica aus der Ich-Perspektive und von Shane als personaler Erzähler geschildert, zwischendrin gibt es für einzelne Kapitel aber auch andere Charaktere als Erzähler. Da man bei letzteren allerdings auch wieder ins kalte Wasser gestürzt wird, wusste ich nicht, welche Ziele sie verfolgen oder inwiefern sie von Bedeutung sind. Gegen Ende wird es am undurchsichtigsten, weil magische Dinge eine immer wichtigere Rolle spielt und da Magie in den meisten Büchern stets anders dargestellt wird, ist es unabdingbar, das sie zuvor für den Leser erklärt wird. Und das wird sie nicht, jedenfalls nicht verständlich, meiner Meinung nach. Zudem bleiben zum Schluss einige Fragen offen, Aspekte werden nicht aufgeklärt, was mich zwar nicht riesig gestört hat, aber sicherlich wäre das nicht allzu schwer gewesen. Das war erstmal genug Kritik - jetzt kommt das Lobenswerte. Die Liebesgeschichte hat mir super gefallen, was vor allem Shane zu verdanken ist. Mit seinem Humor, lustigen Sprüchen und Beschützerinstinkt mag ich ihn total gerne. Jesse dagegen finde ich zu naiv, außerdem haben mich ihre gedanklichen "Selbstgespräche" genervt, aber der süßen Lovestory hat dies kaum geschadet, weil die Gefühle zwischen den beiden spürbar sind. Der orientalischer Flair ist ebenfalls zu mir durchgedrungen, die feurige Hitze der Djinn und die stürmischen Windhexen haben eine tolle Atmosphäre erzeugt. Des Weiteren - und das ist ein wichtiger Punkt - gestaltet sich die Handlung spannend und voller Action. Wenn man von dem verzweifelten Ringen nach Erklärungen absieht, konnte ich das Buch bis auf ein paar Ausnahmen wunderbar flüssig lesen. Es wundert mich selbst etwas, immerhin ist der Schreibstil nicht ganz einfach und man muss sich auf die Details konzentrieren, aber die Seiten sind dann nur dahingeflogen. Diesbezüglich hatte ich also tatsächlich beachtliches Lesevergnügen und das ist auch der Grund, weshalb ich Lynn Ravens andere Werke im Auge behalten werde. FAZIT Es wäre gelogen, zu behaupten, dass Windfire mich zweifellos überzeugt hat, denn das Fehlen von essentiellen Erklärungen hat einen enttäuschenden Eindruck hinterlassen. Trotzdem gibt es einiges, das mir sehr gefallen hat und ich bin dennoch froh, dass ich es gelesen habe.

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