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Rezension zu
Krone und Macht

epische Schlachten im frühen Britannien

Von: Monika Caparelli-Hippert
29.08.2023

So. Wir sind in Britannien im frühen 7. Jahrhundert. Die Chroniken von Bernicia umfassen im englischen Original mittlerweile 9 Bände, im deutschen übersetzt gibt es bislang 3 davon, und meine Intention war es, mal mit Band 1 anzufangen. Clever wie ich bin habe ich aber den 3. Band geordert, und das erst gemerkt, als hier mit einer epischen Schlacht eingestiegen wurde, bei der der geneigte Fan wahrscheinlich genau weiß, warum sich hier wer und wie bekriegt….ich habe eine Weile gebraucht, um das auszutüfteln. Irgendwann war auch mir klar, der Held ist Fürst und Krieger Beobrand, und der hat schon ne Menge Verluste in seinem Leben ertragen müssen, und befindet sich aktuell auf Eroberungsfeldzügen mit seinem König Oswald, aber nutzt gleichzeitig auch die Chance, alte Feinde zu vernichten, wenn die des Weges kreuzen. Beobrand ist der blonde sächsische Held, der auch mal seine weichen Seiten zeigen darf, der noch an Ehre, Freundschaft und die wahren Werte im Leben glaubt, und der als neuer Fürst seine Recken dadurch bei Stange hält, dass er an sie glaubt. Er steht also grob gesagt für das Gute. Die Pikten sind hier generell die Bösen. Und König Oswald ist ein geachteter, gerechter und gefürchteter König, den man aber nicht zum Feind haben will. Die Gattin in spe, die holde Cyneburg, will ihn noch nichtmals als Ehemann – hmhmhm, der Typ war nicht ohne. Puh, was sag ich zu dem (Hör-)Bucherlebnis? Ich bin ja ein Fan historischer Romane, und mag auch gerade dieses sehr frühe Mittelalter sehr gerne; ich finde die Zeiten hochinteressant. Die Christianisierung geht so langsam voran, aber die alten Götter sind noch nicht verschwunden. Dieses historische Element wurde übrigens recht gut hier eingebaut; wir finden immer wieder Szenen, in denen die neuen Christusmönche auf den alten Glauben treffen. Bei Harffy sind die Mönche vor allem als Ärzte, bzw. Heiler tätig und retten so manchen angeschlagenen Kämpfer vor Tod und Wundbrand, und wenn man die Heilung dann Jesus zuschreibt, ist der neue Glaube recht überzeugend…. Das Setting und die historische Genauigkeit fand ich hier in diesem Roman recht überzeugend. Muss ich positiv erwähnen. Meine Kritik betrifft eher die sonstigen Klischees. Sehr viel schwarz-weiß-Malerei. Die Protagonisten waren entweder gut oder böse oder naiv. Und ich fand die Story per se nicht so wahnsinnig überzeugend, gefühlt gab es eine epische Schlacht nach der anderen, es wurde en Detail gemetzelt und geschlachtet, aber irgendwie fehlte mir was. Vor der Schlacht war irgendwie immer nach der Schlacht oder mitten in der Schlacht. Ja, dann gab es das Minidrama um Cyneburg und Oswald, daraus ergab sich aber – oh Wunder – Anlass für eine weitere kriegerische Auseinandersetzung; und ja, es gab auch eine nette Beziehungsgeschichte zwischen Beobrand und der Sklavin Reagan, aber das war eher im Hintergrund. Den Sprecher fand ich übrigens gut; Schwarzmaier hat eine angenehme dunkle Stimme, liest mit guter Intonation vor, das hat gut gepasst. Ich konnte ihm sehr gut zuhören. Ich fasse mal zusammen: es war nicht schlecht, der Autor kennt sich aus in diesem zeitgeschichtlichen Kontext, aber umgehauen hat mich die Geschichte jetzt auch nicht. Ich höre Hörbücher ja fast nur beim Autofahren, und ich hatte jetzt sehr viele kürzere Fahrten in letzter Zeit, und wenn öfters 20minütige Passagen nur Schlachten beschreiben, puh, das wird zäh. Und wenn die Helden dann mal nicht kämpfen, sitzen sie in der Halle irgendeines Fürsten und besaufen sich stundenlang, was auch ähnlich episch erzählt wird. Ist einmal ganz witzig, dann nicht mehr so…… Okay, ich komme zum Ende, ich verteile knappe 3 von 5 Punkten, und die übrigen Schlachten darf Beobrand ohne mich schlagen 😊. Danke an den Verlag und das Bloggerportal vom Randomhouse für das Rezensionsexemplar!

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