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Rezension zu
Corvus

Ist das streben nach unendlichem Leben erstrebenswert?!

Von: Ein Regal voller Abenteuer
10.10.2021

Erster Satz: "Dodge wurde wach." Während eines Routineeingriffs kam es bei Richard Forthrast alias Dodge zu ungewöhnlichen Komplikationen, die einen Atemstillstand verursachten, sodass er nun künstlich beatmet werden muss. Das spannende daran: seine Patientenverfügung wurde nach Art der pascalschen Wette aufgesetzt. "Pascal sagte einmal, man solle an Gott glauben, denn wenn sich das als falsch herausstelle, habe man nichts verloren, wogegen der Lohn unendlich groß sei, sollte es sich als richtig erweisen", sagte Corvallis. Seite 73 Die technisch präzisen, detaillierten Anweisungen des ehemalige Gründers und Vorstandsvorsitzenden einer großen Computerpielefirma sehen in Fall einer künstlichen Beatmung vor, dass Dodges Gehirn konserviert werden soll, bis es mittels einer entsprechenden Methode wiederbelebt werden kann. ""Hier war es haargenau derselbe Deal." "Richtig", sagte Corvallis. "Sollte die Kryokonservierung sich als sinnlos erweisen und es unmöglich sein, den tiefgekühlten Körper zu retten, na und? Tot ist man sowieso. Sollte sie aber doch funktionieren, könnte man vielleicht ewig leben.""Seite 73 Dank der enormen Finanzspritze, die der verstorbene Dodge hinterlässt und seiner engagierten Nichte schafft man es tatsächlich Dodges Gehirn zu scannen und sein Bewusstsein, ohne vorangegangene Erinnerungen, in eine virtuelle Welt hochzuladen. Doch wie erfolgreich ist diese neue Technologie? Und welche Konsequenzen zieht sie nach sich? Nach "Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O.", das Neal Stephenson zusammen mit Nicole Galland geschrieben hat, stand für mich fest - diesen Autor behalte ich im Auge. Auch die Warnung, das Stephensons Bücher sehr wissenschaftlich und technisch basiert sind und somit vielleicht "zu trocken" sein könnten, schreckte mich nicht ab. Gerade dieser Aspekt macht den Reiz seiner Bücher für mich aus! So fieberte ich monatelang der Veröffentlichung von "Corvus" (im Original: "Fall; or Dodge in Hell") entgegen und bekam sogar noch das angefragte Rezensionsexemplar vom Goldmann Verlag zugeschickt. Vielen lieben Dank nochmal an dieser Stelle. Ich finde, dicke Bücher entschleunigen. Das Erzähltempo ist ein anderes und so wird auch hier die Geschichte langsam und detailliert aufgebaut. Meiner Meinung nach hat es der 1149 Seiten langen Geschichte jedoch nicht an Sapnnung und Aktion gefehlt. In Hinsicht auf meine Erwartungen, was die philosophischen und technologischen Ideen in der Story angeht, wurde ich nicht enttäuscht. Viele Aspekte haben mich beim Lesen innehalten und nachdenken lassen. Mir zuvor unbekanntes Wissen wurde smart übermittelt und die dazugehörige Erklärung wurde geschickt in die Geschichtshandlung verpackt. Wäre die Quest nicht gewesen, die sich über das letzte Drittel der Geschichte erstreckt, wäre "Corvus" definitiv ein Jahreshighlight geworden. Doch dieses letzte Abenteuer war mir persönlich zu langgezogen, verlor sich zu sehr im religiösem - kurzum: es traf einfach nicht meinen Geschmack. Trotzdem verdanke ich "Corvus" viele schöne Lesestunden, die ich so schnell nicht vergesssen werde und dem Buch sowie dem Autor mehr Aufmerksamkeit wünsche.

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