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Rezension zu
Die Studentin

Vorhersehbarer und zu sanft für einen echten Gerritsen

Von: Canis Librum
07.09.2021

Tess Gerittsen ist mir als Fan der Spannungslektüre seit vielen, vielen Jahren ein Begriff. Viele werden auch die Fernsehserie Rizzoli & Isles kennen, die sie quasi mit ihren Thrillern ins Leben gerufen hat. Bisher waren mir von ihr nur Thriller bekannt, dieses Buch soll laut Verlag ein Kriminalroman sein. Mit Gary Braver hat sie sich einen Co-Autor an die Seite geholt. Gary Braver ist im deutschprachigen Roman noch nicht sonderlich bekannt, konnte aber in den USA schon das eine oder andere Buch veröffentlichen. Leider muss ich es aber schon vorweg nehmen, dieses Buch konnte mich nicht fesseln. Aus meiner Sicht handelt es sich um einen mittelmäßigen Psychothriller, dem es leider durchwegs an Spannung fehlt, als um einen gut gelungenen Kriminalroman. Worum geht es? Die hübsche Studentin Taryn Moore wird tot aufgefunden. Auf den ersten Blick deutet alles auf einen Selbstmord hin, wahrscheinlich aufgrund einer unerwiderten Liebe. Taryn war jung und für ihren verheirateten Literaturprofessor Jack Dorian eine Versuchung, der er nicht widerstehen konnte. Doch Taryn hat auch ihre Schattenseiten mit denen Jack nicht rechnen konnte, wie z.B. die krankhaft obsessive Liebe ihren Partnern gegenüber. Das Buch selbst ist gut und flüssig geschrieben, aber mir fehlte eindeutig der Wow-Effekt. Bücher über Affären, über unerwiderte Liebe, über Versuchungen, auch in Verbindung mit einer Lehrer/Schüler-Verbindung, gibt es wie Sand am Meer. Auch wenn hierfür literarische Vergleiche aus der griechischen Mythologie, wie Medea, oder aus der Literatur, wie Heloise und Abealard, miteingeflochten wurden, fehlt dieser Geschichte das Alleinstellungsmerkmal. Leider ist auch die Ermittlerin Frankie Loomies mehr als blass geblieben. Man erfährt kaum etwas über sie, eigentlich nur dass sie Zwillinge hat und verwitwet ist. Scheinbar dürfte es sich hierbei um einen Stand-alone Krimi handeln, ansonsten wäre das Autorenduo mehr auf die Detectives eingegangen. Tess Gerritsen hat ja schon mehrere Einzelromane veröffentlicht, wobei mir die Rizzoli & Isles Serie am besten gefallen hat. Gegenüber den Thrillern aus Tess Gerritsen Vergangenheit, war diese Geschichte einfach zu sanft. Die Konstruktion des Plots hingegen war genial. Gerritsen und Braver haben sich zwischen wechselnden Perspektiven und auch wechselnden Zeiten entschieden, ohne aber zu riskieren, dass man als Leser den Überblick verliert. Handwerklich hervorragend umgesetzt. Geübte Leser haben das Buch an ein, zwei Abenden ausgelesen. Es macht Freude, aber wenn man es nicht gelesen hat, dann hat man auch nichts verpasst. Ich, als bekennender Tess Gerritsen Fan, bleibe jedenfalls etwas enttäuscht zurück, vor allem, weil das Ende auch sehr vorhersehbar ist und auch zum Schluss keine Überraschung brachte.

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