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Rezension zu
Die Chroniken von Peter Pan - Albtraum im Nimmerland

Interessante Idee, aber zu eintönig umgesetzt

Von: Crashies Wonderland
01.08.2021

Düstere Nacherzählung von Peter Pan? Das klang richtig vielversprechend und so habe ich mich sehr auf das Buch gefreut und etwas im Stil von "Der Kinderdieb" von Brom erwartet. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt... Zuerst einmal finde ich die Idee, die Vorgeschichte von Captain Hook und Peter Pan zu erzählen, ziemlich cool. Wie wurden die beiden zu Erzfeinden? Dabei hat Christina Henry sich nicht in allen Punkten an die Vorlage gehalten, sondern etwas eigenes geschaffen. Nimmerland heißt hier noch nicht so, sondern ist einfach eine Insel, die Peter Pan als sein Eigentum betrachtet. Er teilt sie sich mit Piraten, die versuchen, hinter sein Geheimnis der ewigen Jugend zu kommen, Vielfraßen (eine Art großes haariges Monster), Meerjungfrauen und natürlich den Jungen, die er aus Andernsorts holt, um ihm Gesellschaft zu leisten. Die Handlung setzt viele Jahrzehnte nach Jamies Ankunft auf der Insel ein. Er ist der erste Junge, den Peter Pan zu sich geholt hat und besitzt damit eine Sonderstellung. Bisher kam er mit Peter Pan gut aus und hat seine Ideen mitgemacht. Doch dann holt Peter den viel zu jungen Charlie auf die Insel und alles ändert sich... Inhaltlich dreht es sich darum, wie Jamie anfängt an Peter zu zweifeln bis es schließlich zum finalen Bruch zwischen den beiden kommt. Das ist kein Spoiler, denn genau das wird zu Beginn auch angekündigt. Jamie wird zu Captain Hook und der Roman erzählt, wie es dazu kam. Erzählt wird aus Sicht von Jamie. Er kümmert sich wie ein großer Bruder um die Jungen, die Peter auf die Insel holt. Bereitet sie auf alles vor, was sie dort erwartet und sorgt dafür, dass sie möglichst lange am Leben bleiben. Denn die Insel und Peters Ideen von Spaß sind gefährlich und üblicherweise sterben die Jungen wie die Fliegen. Was für Peter auch kein Problem darstellt: er kann sich ja jederzeit neue Jungen holen. Überhaupt ist Peter hier die spannendste Person. Er ist ein Psychopath, dem es einzige um sich selbst geht. Er will Spaß, um jeden Preis. Alles, was ihn nervt oder stört, wird erbarmungslos ausgelöscht. Er selbst begibt sich dabei selten in Gefahr, sondern schickt seine Jungen, die ihm willig folgen, vor. Das alles gelingt ihm vor allem dadurch, dass er Jugend und Spaß verspricht und wie auf Knopfdruck von wütend zu charmant schwenken kann. Er wickelt die Kinder um den Finger, bis sie alles für ihn tun würden. Leider bleibt Peter dadurch, dass aus Jamies Sicht erzählt wird, etwas im Hintergrund. Ich hätte mir mehr Szenen und tiefere Einblicke in seinen Charakter gewünscht und auch gerne mehr über seine Herkunft und seine Verbindung zur Insel erfahren. Die anderen Charaktere bleiben im Vergeich zu Peter austauschbar. Leider konnte ich selbst zu Jamie als Erzähler keine tiefere Bindung aufbauen. Was eventuell mit daran liegt, dass die Jungen zwar alle Kinder sein sollen, sich aber tatsächlich oft wie Erwachsene verhalten. Dadurch fand ich viele Szenen nicht authentisch genug. Zudem prügeln sie sich regelmäßig relativ sinnfrei, was ich nur nervig fand. Überhaupt ist die Handlung vor allem brutal, was ich nur stumpf statt düster empfand. Das Ende ist dann leider auch sehr abrupt, wodurch mir die abschließende Entwicklung hin zu Captain Hook viel zu kurz abgehandelt wurde. Alles in Allem hatte ich mehr erwartet. Es ist kein schlechtes Buch und wer eine bedrohlichere Peter Pan Version als die von Disney lesen mag, ist hier sicherlich gut aufgehoben. Zudem liest es sich kurzweilig und ist für Zwischendurch eine nette Unterhaltung, die immerhin einige actionlastigere Szenen aufweist, die an die Seite fesseln können. Aber mehr gibt der Roman meiner Meinung nach nicht her und bleibt dadurch durchschnittlich.

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