Blutwurst, Bier und Beichtgeheimnis

Ein Dorfkrimi

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Wer Bier verschenkt, wird aufgehängt

Im beschaulichen niederbayerischen Dörfchen Eichenberg hat man beinahe schon wieder vergessen, dass der Hofbauer-Metzger eine Schwester hat. Schließlich hat sich die Claudia vor fünf Jahren aufgemacht, um in Berlin zu studieren. Jetzt steht sie wieder auf der Matte und will mit ihren Freunden aus der Großstadt in einem Food-Truck vegane Würstchen und irgendein hochmodernes Craft-Bier verkaufen. Aber da stellen sich die Eichenberger stur: nicht mit ihrem Bier! Als plötzlich einer der Berliner Gockel mausetot aufgefunden wird, wundert das die Einheimischen nicht. Und stören tut es auch erst mal nur Pfarrer Leopold Meininger und seine Köchin Maria – denn die müssen Dorfpolizist Simeon Hirsch bei seinen Ermittlungen tatkräftig unter die Arme greifen ...

»Fanny König zeichnet menschliche Charaktere, die auf Anhieb sympathisch sind. Der Kriminalfall ist klug gestrickt, wer der Mörder ist, bleibt bis zum Schluss ein Rätsel.«

Passauer Neue Presse über »Himmel, Herrgott, Hirschgeweih«

ORIGINALAUSGABE
Paperback , Klappenbroschur, 416 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-328-10461-2
Erschienen am  08. Februar 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Dorfpfarrer Meininger ermittelt

Rezensionen

Rezension zu "Blutwurst, Bier und Beichtgeheimnis"

Von: Zsadista

25.02.2021

Claudia, die Schwester vom Hofbauer-Metzger hat nach fünf Jahren wieder nach Hause gefunden. Im Gebäck hat sie Tofu-Würstchen und einen Food-Truck. Sie will vegane Spezialitäten in dem Dörfchen Eichenberg an den Mann bringen. Pfarrer Leopold Meininger ist diese weiße komische Wurst nicht geheuer und die kommt ihm auch nicht auf den Tisch. Trotzdem kann ihn Claudia überzeugen, dass sie auf dem nächsten Dorffest ihren Food-Truck mit aufstellen darf. Kurz darauf kommen auch ihre Freunde aus Berlin in Eichenberg an. Eher kauzige Typen, die nicht in den Ort passen. Eben ganz furchtbar berlinerisch und nicht so beschaulich ruhig wie die Eichenberger. So kommt es auch gleich am ersten Abend des Dorffestes zu einem anständigen Handgemenge. Nur blöd, dass am nächsten Tag auch gleich eine Leiche auftaucht. „Blutwurst, Bier und Beichtgeheimnis“ ist der zweite Teil der Dorfkrimis um Pfarrer Meininger aus der Feder der Autorin Fanny König. Ich hab mich schon tierisch auf den zweiten Teil mit Meininger und seiner Köchin Maria gefreut, hat mir doch der erste Teil so gut gefallen. Hier war ich dann doch etwas enttäuscht. Liest man erst einmal rund 180 Seiten ohne große Spannung. Da hat man fast die Hälfte des Buches und es ist soweit noch nichts passiert, außer dass die Claudia ihre ekligen veganen Würste an den Mann bringt. Der Meininger jetzt einen Computer und Internet bekommt und die Maria ihre alte Liebe wieder gefunden hat. Dorfpolizist Simeon Hirsch war auch nicht mehr so humorvoll, wie noch im ersten Teil. Seine Freundin nervte und er, hätte es sich nicht anders entwickelt, hätte sich als nächste Freundin gleich wieder dieselbe Schiene eingefangen. In diesem Teil war er eher jämmerlich, als liebenswert. So geht es eigentlich auch gleich weiter. Der Krimi besteht meistens aus privatem Geplänkel und recht wenig Schnüffeln und Ermitteln. Meininger geht mir hier sogar etwas auf den Geist, weil er mehr ans Essen denkt, als an seine Maria, die ihm täglich alles macht, serviert und hinterher trägt. Gleich beleidigt sein, wenn sie sein Essen nicht pünktlich auf den Tisch bekommt. Jesses, ein bisschen mehr Nächstenliebe und Rücksicht würde da auch nicht schaden. Wobei ich die Liebesgeschichte im Allgemeinen hier total fehl am Platz finde. Ebenso den seltsamen Ausgang des Buches. Ich kann hier nicht näher darauf eingehen, sonst müsste ich spoilern. Der Humor war mir teilweise auch zu aufgesetzt. Und was Meininger so im Laufe des Buches passierte, war so dermaßen vorauszusehen, dass es eher langweilig, als humorvoll und spannend war. Wobei der Fall diesmal eigentlich fast komplett vorauszusehen war. Für mich zumindest, nicht im kleinsten Teil, aber das Grobe hatte ich schon recht schnell auf dem Schirm. Schade eigentlich, weil ich mich so auf diesen Teil gefreut hatte. Da der Fall an sich aber doch noch ganz gelungen war, vergebe ich hier dann auch gute 3 Sterne.

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Lustig: Blutwurst, Bier & Beichtgeheimnis

Von: Erdhaftig schmökert

18.02.2021

Der zweite Regionalkrimi um Pfarrer Meininger, Polizist Hirsch und Haushälterin Maria dreht sich um Wurst, (Craft-) Bier und vegane Tofuwürste. Vor allem jedoch bezirzt die Geschichte mit einer komisch-lustigen, grandios überzeichneten Karikatur des Bayrischen. Man kann sich daran erzürnen oder ergötzen. Hübsch, stattlich, Köpfe verdrehend, mausetot Nicht ganz so in der Reihenfolge der Überschrift. Die hübsche Schwester des Metzgers kommt aus Berlin zurück und bringt vegane Würstchen und dazu passende Soßen mit. Auch ein Foodtruck mit feschen Berliner Schnauzen kommt zum Dorffest dazu. Die Claudia verdreht auch den Pfarrer, mehr als dieser zugeben mag, und prompt gibts sautaures Craftbier und Tofuwürste mit Rote-Bete-Meerettich-Sauce auf dem Fest. Sehr schön dargestellt, wie die Alten und die Jungen darauf reagieren. Man kann es sich bildlich vorstellen und ich musste sehr kichern. Die Claudia mischt die Männer auf, sie ist hübsch und klug. Auch die Haushälterin des Pfarrers, der eigentlich bei sich denkt, behaglich mit ihr auf keusche Art und Weise gut zusammenzuleben, bekommt Besuch: ihre erste, große Liebe. Damit ist jegliche Behaglichkeit weg wie nix. Krimi mit Sprachwitz Die erste Hälfte über passiert kaum etwas, außer das man bereits durch das Vorwort weiß, das wer von den Fremden gemördert wurde. Danach lernt man die Dorfgemeinschaft und spezielle Personen im Besonderen kennen. Alles fein überzeichnet und auch die mehr oder weniger typische Sprechweise mit hineinspielend. Bei letzteren spielen mir manchmal zu viele inhaltliche Wiederholungen mit hinein. Aber man kann auch gut drüber weg lesen ohne etwas zu verpassen. Nach dem Dorffest geht der Krimi los. Weniger so, dass man miträtseln könnte. Es wird allerdings zunehmend spannend. Mehrere Täter kommen in Frage und das die ein oder andere Person etwas zwielichtig zu sein scheint, lässt die Autorin bereits in der ersten Hälfte durchblicken. Vor allem jedoch ist dieser Krimi ein herrlicher Spaß. Mit vielen sympathischen Figuren inklusive des Pfarrers, der dem einzigen Polizisten beim Ermitteln hilft, und der seine Haushälterin bei sich behalten will. Der aber grundsätzlich für jeden Dorfbewohner ein offenes Ohr hat und bei dem es überall herrlich menschelt.

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Vita

Fanny König kennt sich als niederbayerisches Madl bestens mit dem Zwist zwischen Dörflern und Städtern aus, denn auch sie hat es nach dem Abitur in die große weite Welt gezogen: Nach dem Studium in München lebte sie einige Zeit im Ausland. Inzwischen ist sie zurück in der bayerischen Hauptstadt, wo sie als Redakteurin viele Buchprojekte betreute, bis die Liebe zum Schreiben sie die Seiten wechseln ließ.

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