Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Gregor Sander

Lenin auf Schalke

(1)
HardcoverNEU
20,00 [D] inkl. MwSt.
20,60 [A] | CHF 28,90 * (* empf. VK-Preis)
Benachrichtigungen aktiviert

In der Buchhandlung oder hier bestellen

Auf der Suche nach dem Osten im Westen - Gregor Sander in Gelsenkirchen

Seit dreißig Jahren betrachtet der Westen den Osten. Dreht und wendet die Ostdeutschen wie Schnitzel in der Pfanne. Es ist an der Zeit zurückzugucken. „Sander du musst in den Westen“, mit diesen Worten seines besten Freundes Schlüppi beginnt die Reise von einer goldenen Pommesbude in Ostberlin nach Gelsenkirchen. Sander wohnt hier bei Zonengabi im Glück (BRD) und ihrem Freund Ömer in einem alten Bergmannshaus. Er versucht sich zu orientieren zwischen alten Abraumhalden, nagelneuen Leninskulpturen und einer Vergangenheit, die 1000 Meter unter der Erde liegt.

Gregor Sander, eine der wichtigsten Stimmen der gesamtdeutschen Literatur, nimmt uns in »Lenin auf Schalke« mit dorthin, wo der Westen arm dran ist. Keine Zeche mehr, keine Kokerei und kein Stahlwerk, die Ruhrpottluft dank Arbeitslosigkeit gereinigt und auch Schalke 04 ist inzwischen zweitklassig. Hintersinnig, klug beobachtend und mit humorvollem Ernst erzählt Sander von einem Ort, der in allen Negativstatistiken führt: ärmste Stadt Deutschlands, höchste Arbeitslosigkeit, geringstes Pro-Kopf-Einkommen. Staunend entdeckt Sander eine Welt, die von der alten Bundesrepublik vergessen wurde. Nur ist Gelsenkirchen deshalb wirklich der Osten im Westen?

»Es sind die vielen kleinen Begegnungen, die ›Lenin auf Schalke‹ zu einem sehr unterhaltsamen, lesenswerten Buch machen, das ohne Melancholie, aber mit Gespür für die soziale Situation der Menschen geschrieben ist. Es ist die Chronik eines Fremden aus dem Osten, dem diese armen, aber heimatverbundenen Menschen des Westens nahe geht und sie auch dem westlichen Leser nahezubringen versteht.«


ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 192 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60187-6
Erschienen am  14. March 2022
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Unsentimental und mit dem gebotenen Respekt

Von: Elke Heid-Paulus

06.04.2022

Als gebürtiger Schweriner kennt er den Osten, hat auch schon darüber geschrieben, aber jetzt sollte sich der Autor Gregor Sander mal im Westen umschauen. Denkt zumindest sein Kumpel Schlüppi und empfiehlt ihm Gelsenkirchen. Der Osten im Westen, die ehemalige Kohlestadt im Ruhrgebiet, die sämtliche Negativ-Rankings anführt. Ärmste Stadt Deutschlands, höchste Arbeitslosigkeit, niedrigstes Pro-Kopf-Einkommen. Wo die Touristenattraktionen aus Abraumhalden, alten Zechenhäusern und einer Lenin-Statue bestehen. Unterkunft findet Sander bei Schlüppis Cousine Zonengabi (ihr erinnert euch an das Titanic Titelbild?), die mit ihrem Freund Ömer ein Bergmannshäuschen im Flöz Dickebank bewohnt, und noch immer mit Auftritten bei Vereinsfeiern etc. das Ossi-Klischee bedient, mit dem sie bekannt wurde, und davon offenbar mehr schlecht als recht leben kann. Ömer hat die Trinkhalle, das Büdchen, seines Vaters geerbt. Keine Goldgrube, aber man kommt über die Runden. Allein oder mit diesen beiden, später auch mit Schlüppi, stromert er durch die Viertel, steht mit den arbeitslosen bergleuten Biere kippend am Tresen, versucht die Seele Gelsenkirchens jenseits von Buer (dem wohlhabenden Stadtteil) zu ergründen. Taucht ein in die Armut und Tristesse jenseits der Ruhrgebietsromantik, zeigt die Verwerfungen und Brüche auf, entdeckt aber auch die Heimatverbundenheit der Zurückgebliebenen. Nie voyeuristisch, nie überheblich, jederzeit mit dem gebotenen Respekt und Empathie. Herausgekommen ist dabei eine Sozialreportage über den Niedergang eines Ortes und die Auswirkungen auf dessen Bewohner, ein unsentimentaler Blick auf deren Leben. Aber gleichzeitig ermöglicht uns Sander auch Einblicke in die ostdeutsche Seele, nicht nur der Nach- sondern auch der Vorwendezeit. „Lenin auf Schalke“ zeigt, es müssen nicht die Ozarks, West-Virginia oder Detroit sein. Wer sehen will, wie sich geschlossene Zechen und/oder das Abwandern der Industrie und damit der Wegfall von Arbeitsplätzen auf die Menschen auswirkt, denen damit die Lebensgrundlage entzogen wird, muss nur nach Gelsenkirchen schauen.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Gregor Sander, geboren 1968 in Schwerin, lebt als freier Autor in Berlin. Für seine Romane und Erzählungen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Sein Romandebüt »Abwesend« war für den Deutschen Buchpreis nominiert, sein Roman »Was gewesen wäre« wurde prominent besetzt verfilmt. Bei Penguin ist zuletzt sein Roman »Alles richtig gemacht« erschienen.

Zur Autor*innenseite

Events

15. Juni 2022

Lesung und Gespräch

19:00 Uhr | Schwerin | Lesungen
Gregor Sander
Lenin auf Schalke

16. Juni 2022

Lesung und Gespräch

19:00 Uhr | Malchin | Lesungen
Gregor Sander
Lenin auf Schalke

17. Juni 2022

Lesung

19:00 - 20:30 Uhr | Neustrelitz | Lesungen
Gregor Sander
Lenin auf Schalke

Pressestimmen

»Was auf den ersten Blick als einfache Reise in den Westen scheint, erzählt eine westdeutsche, nicht aufgearbeitete Geschichte über Heimatgefühl und Verbundenheit in Deutschlands ärmster Stadt.«

Mannheimer Morgen, Annika Wagmann (14. March 2022)

»Gregor Sander hat sich umgeschaut, den Menschen zugehört und Geschichten entdeckt, die mehr erzählen als jede Statistik.«

»Leichtfüßig, gewitzt und doch mit dem nötigen Ernst nimmt er uns mit in die Welt der Trinkhallen und Bierstuben, wo er auf Menschen trifft, die die Sehnsucht nach einstiger Bedeutung im Griff hält.«

GALORE, Thomas Hummitzsch (07. April 2022)

»Pfiffig, witzig, hellwach und allemal das Ticket wert!«

der Freitag, Erhard Schütz (21. April 2022)

»Selten ist es einem Buch so gut gelungen, leicht zu verpacken, was eigentlich schwer zu ertragen ist, nämlich individuelle Schicksale wie den Niedergang ganzer Regionen.«

Schwäbisches Tagblatt/NWZ Neue Württembergische Zeitung (02. April 2022)

»Der in Schwerin geborene Autor Gregor Sander wagt in seinem Buch den Perspektivwechsel: Er erkundet das Ruhrgebiet und versucht humorvoll wie genau als Ostdeutscher den Westen zu erklären.«

»Mit atmosphärischen Bildern fängt er in seiner literarischen Reportage die trostlose Stimmung in ›Gelsen‹, wie die Einheimischen sagen, ein und gleicht sie auf humorvolle Weise mit seinem ostdeutschen Erfahrungshorizont ab. ... Sein Buch ist eine wahre Freude.«

Neue Westfälische, Welf Grombacher (26. March 2022)

»Sander hat ein launiges Buch mit viel Witz geschrieben und eine gehörige Portion Heimatgefühl für Ost und West hineingepackt. Ein ehrliches Buch über eine Stadt, die ein Drittel ihrer Bewohner in den letzten 50 Jahren verloren hat. Es macht Spaß dem unverstellten Blickwinkel von Sander zu folgen, der manchen gekonnten Vergleich zieht, dies aber weder hämisch noch jammernd von sich gibt. Höchstzahl der möglichen Punkte erreicht!«

»Doch ist es eine Liebeserklärung, die der Mann aus dem Osten eigentlich leugnen will. Da schmilzt das Herz wie Erz im Hüttenfeuer. «

kulturnews (28. April 2022)

»Feinsinniger und humorvoller Blick auf gesamtdeutsche Versäumnisse.«

Super TV (12. March 2022)

»Von einem besonderen Umbruchsexperiment erzählt Gregor Sander in ›Lenin auf Schalke‹. Nach 30 Jahren Westerkundung im Osten dreht der geborene Ostler die Recherchehaltung um: Er reist in den abgehängten Westen und beschreibt Gelsenkirchener Leben.«

»Sander erzählt mit feinem Humor und liebevollem Blick. ... Die Einblicke in das Leben sind authentisch bis hin zum Dialekt.«

Salzburger Nachrichten, Ingo Hasewend (16. May 2022)

»Sander nimmt uns mit auf eine Mission nach Gelsenkirchen und erlebt dort Ähnliches, was er Anfang der 90er-Jahre in seiner Heimatstadt Stralsund erlebt hat: Dass auch der Westen arm dran ist... . Er hat eine Antenne für diese verschwundenen Dinge und fragt zurecht, ob sich der Westen seiner Armut schämt, und ob deshalb davon so wenig zu hören und zu sehen ist.«

»So verbindet der Autor viele kleine Begebenheiten mit der großen Geschichte. Und er tut das so locker und sprachlich einfallsreich, dass es eine Freude ist.«

Stadtblatt Osnabrück, Anja Mehrmann (29. April 2022)

»Humorvoll, aber niemals unernst nimmt er uns mit in die Welt der Trinkhallen und Bierstuben, wo sein Alter Ego auf Menschen trifft, die die Sehnsucht nach einstiger Bedeutung im Griff hält.«

Weitere Bücher des Autors