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Marian Engel

BÄR

Roman
Mit einem Nachwort von Kristine Bilkau

Hardcover
20,00 [D] inkl. MwSt.
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Lou ist eine schüchterne, fleißige Bibliothekarin. Sie lebt eine maulwurfartige Existenz, begraben zwischen vergilbten Karten und Manuskripten in ihrem staubigen Kellerbüro. Da sie nichts und niemanden hat, zu dem sie nach Hause gehen kann, gibt sie sich dem leidenschaftslosen Sex mit dem Direktor des Instituts auf ihrem Schreibtisch hin. Den Sommer soll sie auf einer abgelegenen Flussinsel im Norden Kanadas verbringen, um den Nachlass von Oberst Jocelyn Cary zu katalogisieren. Dass sie nicht allein in der Einsamkeit der kleinen, wuchernden Insel lebt, sondern sich auch um einen halbzahmen Bären kümmern muss, hat ihr vorher niemand erzählt. Als der Sommer über der Flussinsel blüht und Lou die Stadt von sich abschüttelt, verfliegt der erste Schreck über dieses hungrige, undurchschaubare Wesen mit seinem dicken Pelz und seiner rauen Zunge, und Lou erforscht die Grenzen ihrer Lust...

»Durch die Neuauflage des btb-Verlags kann man die Geschichte über Freiheit und den „female gaze“, also den weiblichen Blick, wiederentdecken. Und das macht unheimlich Spaß. Denn obwohl der Roman komplizierte Fragen von Machtpositionen und weiblichen Lebens- und Liebesentwürfen radikal verhandelt, ist er leichtfüßig erzählt. Auch heute hat „Bär“ keinen Deut seiner erzählerischen Kraft eingebüßt.«

Elisa von Hof, Der Spiegel (21. March 2022)

Aus dem Englischen von Gabriele Brößke
Originaltitel: BEAR
Originalverlag: McClelland and Stewart, Toronto
Mit Nachwort von Kristine Bilkau
Hardcover mit Schutzumschlag, 208 Seiten, 12,0 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-442-75956-9
Erschienen am  28. February 2022
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

ein literarisches Kaleidoskop

Von: floskel

29.05.2022

Bereits vor einiger Zeit hat die Buchhändlerin meines Vertrauens Marian Engels „Bär“ im Original gelesen und dann davon geschwärmt. Damals hat mich nicht nur ihre Rezension angesprochen, sondern auch der The Guardian-Artikel, den sie in dieser erwähnt und empfiehlt. Jedenfalls – ein Aspekt, auf den das Buch leider zu gerne reduziert wird, hat mich sehr abgeschreckt: der erotische. Sex mit einem Bären – Fantasy gepaart mit einem Erotik-Roman? Nein, danke! Meine Neugier war dann doch stärker. Und ich gebe zu, das lag am Beruf der Protagonistin, die ist nämlich (so wie ich) Bibliothekarin. Sie, Lou, führt ein eintöniges, ereignisarmes Leben – und doch liebt sie ihren Beruf. Engel schafft es, Lou’s Leben in all seinen Ambivalenzen und dadurch sehr plastisch darzustellen. Als sich Lou nun die Chance bietet aus beruflichen Gründen die Stadt zu verlassen und so aus ihrem tristen Leben auszubrechen, nutzt sie diese. Statt ihres staubigen Kellerbüros lebt sie nun für einige Zeit auf einer abgelegenen Flussinsel im Norden Kanadas, um einen Nachlass zu katalogisieren. Auch dieses Sommer-Inselleben und vor allem dessen Auswirkungen auf Lou’s Wohlbefinden, ihre damit einhergehende Entwicklung – ja, fast möchte man sagen: ihr Aufblühen, Aufleben, ihre Befreiung – stellt Engel äußerst anschaulich dar. Lou lebt jedoch nicht ganz allein auf dieser wuchernden Insel, sondern muss sich auch um einen halbzahmen Bären kümmern – das erfährt sie aber direkt vor Ort. Dass Lou’s Erwachen auch ein sexuelles Erwachen ist und dass es tatsächlich so einige Sexszenen zwischen Lou und dem Bären gibt, wirkt beim Lesen wie eine natürliche Entwicklung oder um Maria-Christina Piwowarski zu zitieren: „Und dass eine Autorin es schafft, dass das im Laufe der Geschichte nicht mal im Ansatz absurd wirkt und trotzdem nicht in billiger Metaphorik aufgelöst wird, ist eine der großen Stärken dieses Buches.“ Ja, es geht viel um Sexualität, aber eben nicht nur – und deshalb ist es so schade, wenn dieses Buch auf diesen Aspekt reduziert wird. Für mich stand vor allem Lou’s Veränderung in Anbetracht des Ortswechsels und des Alleinseins im Zentrum und das übergeordnete Thema der Beziehung zwischen Natur und Mensch. Engel öffnet in „Bär“ jedoch „vielfältige Deutungsräume“, wie auch Kristine Bilkau in ihrem großartigen Nachwort schreibt, denn sie verhandelt auf nicht einmal 200 Seiten scheinbar spielerisch auch große Fragen rund um die Themen Macht und Gewalt, um kanadische Geschichte und Kolonisierung und vermutlich noch zig andere, die sich mir erst bei einer wiederholten Lektüre erschließen werden. „Bär“ – ein literarisches Kaleidoskop also.

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Tierische Nähe

Von: Bjoernandbooks

09.05.2022

Raus aus der Stadt, rein in die Natur. Lou steht ein vermeintlich entspannter Sommer auf einer kleinen Insel im Norden Kanadas bevor. In ihrer Funktion als Bibliothekarin soll sie dort für ihr Institut den Nachlass eines Colonels ordnen und katalogisieren, eine Arbeit, die sich schon nach kurzer Zeit als gar nicht so langwierige Angelegenheit herausstellen soll. Auf der Flussinsel angekommen wird Lou jedoch mit einem „Mitbewohner“ konfrontiert: ein Bär, der dort vom Colonel als Quasi-Haus-und-Hof-Tier gehalten wurde. Die zunächst einsetzende Skepsis weicht schnell einer Bewunderung für das beeindruckende Tier, schließlich einer Zuneigung und final einer besonderen Form der Liebe und des Sich-Angezogen-Fühlens. Lous Leben beginnt sich zu verändern, und sie spürt, dass sie die Insel anders verlassen wird, als sie sie betreten hat... „Bär, ich kann dir nicht befehlen, mich zu lieben, aber ich glaube, du liebst mich. Ich will, dass du nicht aufhörst, zu sein und für mich da zu sein. Nichts weiter. Bär.“ (S. 151) Bereits vor über vierzig Jahren erschien „Bär“ von Marian Engel 1976 und gilt als einer der wichtigsten kanadischen Romane der neueren Zeit. Die Faszination, die von diesem Werk ausgeht, ist während der Lektüre gepaart mit vielen widerstreitenden Emotionen: Da sind Abscheu und Belustigung, Hingabe und Irritation, Empathie und Abwehrhaltung. Marian Engel nimmt uns als Leser*innen mit in die Isolation dieser Insel und schafft einen Gegenentwurf zum Nature Writing. Die Natur wird hier vielmehr zur Kulisse für die Persönlichkeitsentwicklung einer Frau kurz vor dem Bruch, einer Frau, die sich über ihre Geschichte mit einem Bären entwickelt, aus sich herauskommt, ja nahezu aufblüht und an Stärke gewinnt. Doch kommen wir zum Punkt, der in den Diskussionen zu diesem Buch wahrscheinlich den wohl auch zurecht größten Raum einnimmt: die sehr direkten Schilderungen von körperlicher Liebe zwischen der Protagonistin und dem Bären. Im von Kristine Bilkau verfassten, sehr hilfreichen Nachwort wird klar, dass es hier keineswegs um eine symbolhafte Vielleicht-Fabel geht. Engel sieht den Bären per se nicht als Stellvertreter, sondern möchte eins zu eins erzählen. Ausgelöst durch die sexuellen Erfahrungen mit dem Bären durchlebt Lou die Erlebnisse der Vergangenheit, ruft sich Beziehungen emotionaler und körperlicher Art mit anderen Menschen in Erinnerung, macht sich Gedanken über ihr Frau-Sein – innerhalb der Gesellschaft und auch ganz individuell für sich selbst. Der Text wird somit zu einer feministischen Selbstreflexion und zeigt somit induktiv Chancen und Wege auf. Das Explizite der sodomistischen Akte verstört selbstverständlich dennoch, lässt uns sprachlos und auch kopfschüttelnd zurück. Und trotzdem übte „Bär“ auf mich auch schon ohne die Lektüre des Nachworts eine seltsame Faszination aus, hinterließ einen Glanz und Firniss, der mit Sicherheit auch der Direktheit im Ton, der Unverstelltheit der Sprache geschuldet ist, die komplett ohne metaphorische Poesie auskommt. Lous Tätigkeit als Archivarin und ihre selbstgewählte Isolation erfahren über ihre Nähe zum Bären ein In-Klausur-Gehen der besonderen, nicht immer gesellschaftsfähigen Art. Und das hinterlässt Grübelei – auf eine gute Art! Dass „Bär“ nach vielen Jahrzehnten der Absenz nun wiederentdeckt und seinen Weg auch in die deutschsprachige Literatur geschafft hat, erachte ich als durchaus große Bereicherung. Vielleicht würde ich ihn nicht unbedingt als „einen der wichtigsten Romane Kanadas“ bezeichnen; mit Sicherheit liefert er aber einen essentiellen Beitrag zum feministischen Diskurs, der sich nur nicht auf den ersten Blick erschließen mag. Ich bin den Weg gerne mitgegangen und werde mich auch in den nächsten Tagen noch ein wenig der Grübelei hingeben.

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Vita

Marian Engel (1933-1985) wurde in Toronto, Kanada, geboren. Sie studierte Franzöisch in Aix-en Provence und arbeitete als Übersetzerin in England. Für ihr Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Toronto Book Award. »Bär« ist ihr bekanntester Roman, den sie 1976 veröffentlichte und für den sie mit dem General Gouverneurs Award, dem wichtigsten literarischen Preis Kanadas, ausgezeichnet wurde. Marian Engel war 1973 Gründungsmitglied und erste Vorsitzende der Writer‘s Union of Canada.

Zur Autorin

Kristine Bilkau, 1974 geboren, studierte Geschichte und Amerikanistik in Hamburg und New Orleans. Ihr erster Roman »Die Glücklichen« fand ein begeistertes Medienecho, wurde mit dem Franz-Tumler-Preis, dem Klaus-Michael-Kühne-Preis und dem Hamburger Förderpreis für Literatur ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Vor »Nebenan« erschien »Eine Liebe, in Gedanken« sowie »Die Glücklichen« im Luchterhand Literaturverlag. Kristine Bilkau lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Nachwort

Pressestimmen

»Dass es darüber hinaus in diesem Roman auch wunderbare Naturbeschreibungen gibt, dass eine ungewöhnliche Heldin im Zentrum steht, eine Frau, die weder die Einsamkeit noch einen Bären fürchtet, auch das macht die Lektüre dieses großartigen alten Romans neu und aufregend.«

Manuela Reichart, Deutschlandfunk Kultur (02. May 2022)

»Mit welcher Leichtigkeit Marian Engel hier Themen wie weibliches Begehren, Emanzipation, Naturbeherrschung und Natursehnsucht behandelt, ist umwerfend.«

Brigitte Woman (14. July 2022)

»Ein radikales, irritierendes Buch, das jegliche Vorstellungen von Begehren und Selbstliebe auf den Kopf stellt.«

Bücher Magazin (19. May 2022)

»Dieser aktuell wiederentdeckte Kultklassiker aus den 70er-Jahren ist intelligent, sexy und empowernd - ein perfekter literarischer Kurzurlaub!«

VOGUE (29. June 2022)

»Genial!«

Falter (06. July 2022)