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Dirk Bernemann

Schützenfest

Roman

Hardcover
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Gunnar Bäumer hat vor sieben Jahren mit Ende Zwanzig die Provinz verlassen, um nach Berlin zu ziehen. Jetzt kehrt er für eine Woche in sein Elternhaus zurück, um »das Haus zu hüten«. In diesen Tagen findet auch das alljährliche Schützenfest statt, dem er sich eigentlich verweigern wollte, um zur Ruhe zu kommen. Doch dem Fest entkommt er nicht und muss sich innerhalb der nächsten Tage dem Dorfleben, seinen Lebenskonzepten und seiner Vergangenheit stellen, vor allem auch seiner Jugendliebe Franziska mit deren Ehemann.

»Dirk Bernemann ist für mich einer der wichtigsten Autoren Deutschlands. Niemand schafft es besser, extreme Situation so wunderbar detailliert, präzise und gleichzeitig humorvoll zu beschreiben. Seine Bücher sind literarische Gefühlsachterbahnfahrten.«

Mille Petrozza, Kreator (27. May 2021)

Hardcover, Pappband, 224 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-453-27339-9
Erschienen am  13. September 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Pure Notwehr

Von: Thomas Lawall

08.01.2022

Wie Bernemann schreibt? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall mit beiden Fäusten. Und in Standbildern. Eines nach dem anderen und eines gnadenloser als das andere. Das fängt bereits in den ersten Zeilen mit jener Abschiedsszene an. Nicht nur Montage sind scheiße, sondern auch und besonders Donnerstage. Dabei möchte man doch viel lieber "den Abwasch machen, Tiere streicheln, Rolltreppen fotografieren." Ein Tipp: Langsam lesen, um nicht von der Bilderflut überrannt zu werden. Gemütlich zurücklehnen ist eher angesagt. Entspannung sei angeraten, unter Zuhilfenahme des einen oder anderen Bierchens und vielleicht dem unsäglichen Gesöff in den winzigen Flaschen, welches angeblich nur nette Leute trinken. Warum diese gediegene Atmosphäre? Ganz einfach: Es wird unangenehm. Ziemlich. Das Leben in der Stadt ist Zumutung genug, aber wenigstens abwechslungsreich. Einer Katastrophe folgt die nächste. Das kann im Extremfall sogar Spaß machen. Weniger erfreulich gestaltet sich dann das Leben, zu dem man ungefragt zur Teilnahme und Bewältigung gezwungen wurde, auf dem Lande. In Reckfeld, Dörrfeld oder sonst wo. In letzterem bis Ende zwanzig in Wohnhaft, entschied sich Gunnar Bäumer zur Flucht in die gelobte Stadt Berlin. Ein sicher nicht in allen Punkten optimal gewählter Schritt und dennoch genau der richtige, um dem Mief des Elternhauses und der drohenden Eingleisigkeit einer provinziellen Gegenwart und Zukunft zu entkommen. "Heimat, überwindbares Areal." Für eine Woche kehrt der verlorene Sohn zurück, um das Haus seiner Eltern während deren Urlaubsreise an die Nordsee zu hüten. Rosen gießen, Fische füttern und so. An eine vermeintliche Erholung von all dem Lärm und Krach der Stadt ist jedoch nicht zu denken. Allein die Kindheitserinnerungen, die plötzlich wie Unkraut aus allen Ecken des Hauses sprießen, wollen ertragen werden. Leider bleibt es nicht bei diesen Lähmungserscheinungen, denn zwangsläufig trifft man jene Menschen wieder, die man längst in Vergessenheit wähnte. Gunnar will jedoch nicht die abgehobene Position eines eingebildeten Stadtmenschen einnehmen und versucht sich mit den alten Kumpels einigermaßen zu arrangieren. Eine Fehlkalkulation, wie sich herausstellt. Für ihn gleichermaßen wie für die in ihrer Entwicklung Stehengebliebenen. Der größte Fehler jedoch war die Zusage für ein gemeinsames Treffen auf dem aktuell angesagten Schützenfest. Das Drama beginnt, wie sich das laut traditionellem Regelwerk gehört, mit einem Festumzug, "Dümmste ironische Militärinszenierung," und setzt sich mit einem Massenbesäufnis im Festzelt fort... Dirk Bernemann gefällt sich "immer weniger" in seiner Rolle als Nörgler und Zweifler. Auch vor der eigenen Tür kann er kehren. Schließlich teilt er mit jenen in Sackgassen parkenden Dörflern und deren durchgeplanten Lebensentwürfen immerhin gewisse Berührungspunkte. Wirklich zufrieden ist er ebenfalls nicht, "nur woanders unglücklich." Also schon wieder ein Buch, das zur Lebensberatung nix taugt? Vielleicht ist es eben doch die Hauptsache zu wissen, wie man NICHT leben will. Darin waren wir doch früher alle ganz groß. Wozu hat man sonst die Heimat verlassen? Ob die Wurzeln vollständig gekappt wurden, steht dann auf einem ganz anderen Blatt. Egal. Das Buch ist für Freunde der gepflegten Sozialkritik ein wahres Schützenfest. Bernemanns Breitseiten sind nicht etwa diffuse Verunglimpfungen, sondern pure Notwehr.

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Unterhaltsam bis außergewöhnlich

Von: Girasole

14.12.2021

In „Schützenfest“ konnte ich etliche Parallelen zwischen dem Protagonisten und meiner eigenen Vergangenheit erkennen. Das war durchaus unterhaltsam - besonders auch durch den erfrischenden Schreibstil Bernemanns. Die Handlung baut sich sukzessive auf, das Ende ist außergewöhnlich - habe ich in dieser Form nicht vorhergesehen - und hat mir ausgesprochen gut gefallen. Insgesamt 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Vita

Dirk Bernemann, geboren 1975 im westlichen Münsterland ist Schriftsteller und Journalist. Seit 2005 schreibt er Romane und Kurzgeschichten, darunter den Bestseller »Ich hab die Unschuld kotzen sehen«. Derzeit sind fünfzehn Romane und Kurzgeschichtenbände von ihm erschienen, von zwei Titeln gibt es verschiedene Theaterinszenierungen. 2016 hatte sein erstes eigenes Theaterstück »Bella Noir, 2 Zigaretten Demut« Premiere in München. Außerdem moderiert er den Podcast UNTENDURCH. Dirk Bernemann lebt in Berlin.

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08. Juli 2022

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12. Juli 2022

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13. Juli 2022

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05. Nov. 2022

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Pressestimmen

»Bernemann hätte jetzt schon das Talent eines Don DeLillo, wollte er dem Leben nicht erstmal noch anständig auf die Fresse hauen.«

Philip Boa (27. August 2020)

»Ein absolutes Muss. Ein absolutes Feuerwerk an Sprache, Stimmung und Storytelling. Ich kann nur immer wieder behaupten: Ich bin selten Fan, aber hier bedingungslos.«

Casper

»Ein Sprachakrobat mit Hang zur Misantropie.«

Galore

»Sein neues Buch 'Schützenfest' ist unerbittlich und schön.«

Bernd Begemann (30. August 2021)

»Ein Buch, das jedes Landei, das es in die große Stadt 'geschafft' hat und sich dadurch irgendwie geiler fühlt, lesen sollte.«