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Rezensionen zu
Schützenfest

Dirk Bernemann

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€ 18,00 [D] inkl. MwSt. | € 18,50 [A] | CHF 25,90* (* empf. VK-Preis)

Reise in di Vergangenheit

Von: Helgus

19.10.2021

Gunnar lebt schon lange in Berlin. Er kehrt einigermaßen widerwillig in die Kleinstadt zurück, in die er aufgewachsen ist. Er soll das Haus seiner Eltern hüten. In dieser Zeit findet das Schützenfest statt. Er wird mit Ereignissen seiner Kindheit konfrontiert und ermacht sich so seine Gedanken.

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Muss man mögen!

Von: Holgadina

17.10.2021

Kein leichter Roman, aber das Leben ist auch kein "Ponyhof". Dirk Bernemann schreibt in Schützenfest über Gunnar der aus Berlin in seine alte Heimat zurückkehrt um auf das Haus seiner Eltern aufzupassen. Zur selben Zeit beginnt das jährliche Schützenfest und er begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Der Leser wird dabei automatisch in seine Vergangenheit mitgezogen. Eigene Erlebnisse, die längst vergessen waren, kommen wieder hervor. Gleichzeitig baut man dabei eine Bindung zu Gunnar auf. Schützenfest setzt sich mit dem Leben und den grundsätzlichen Fragen auseinander. Man bekommt dieses Buch auf jeden Fall nicht so schnell aus dem Kopf!

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Dies ist mein erstes Buch von Dirk Bernemann und ich liebe es. Der Schreibstil ist einfach klasse. Sachlich, natürlich, redegewandt, einfach aus dem Hier und Jetzt. Es ist eine normale Geschichte wie aus dem Alltag, ein kleines Dorf, das zusammenhält, in dem Jeder Jeden kennt - das wahre Leben. Gunnar, der seit mehreren Jahren ein mehr oder weniger erfolgsloses Leben in Berlin lebt, kommt für ein paar Tage in seine alte Heimat zurück, um auf das Haus seiner Eltern aufzupassen. Gleichzeitig findet dort das jährliche Schützenfest statt. Trotz widerstreben verschlägt es Gunnar dorthin. Ein Treffen mit Nachbarn, alten Bekannten, Freunden und das tägliche Dorfleben ist unausweichlich und er muss sich Dingen stellen, die er sonst aus dem Weg geht. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen, die Charaktere - natürlich, real. Die Geschichte - einfach, dennoch voller Emotionen, Probleme, Konflikte. Mit dem Ende gibt die ganze Geschichte einen Sinn und es folgt ein "AHA-Effekt". Weiter ins Detail möchte ich gar nicht gehen, dieses Buch lohnt sich wirklich gelesen zu werden. Ich war gefühlt mittendrin und konnte die Menschen sehr gut verstehen.

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Dies ist das erste Buch, das ich von Dirk Bernemann gelesen habe. Meine Erwartung an das Buch war eine Reise in die Vergangenheit, gepaart mit Selbstreflexion und Erinnerungen. Das Buch traf mich mit Wucht. Eine unglaubliche Sprachgewandtheit beschreibt die Gefühle und Gedanken des Gunnar Bäumer. Die einzelnen Worte in den Sätzen scheinen vordergründig überhaupt nicht zusammenzupassen und geben dennoch einen tiefen Einblick in die Seele des Protagonisten, der für ein paar Tage das Haus seiner Eltern in einem westfälischen Dorf hütet. Die Verlorenheit zwischen der dörflichen Welt und Berlin, das nirgends angekommen Sein, die Unsicherheit im Umgang mit der Freundlichkeit und gleichzeitigen Gleichgültigkeit der Dagebliebenen, die Wut auf Lebenszufriedenheit – das alles könnte man nicht besser beschreiben. Und es ist so genau beobachtet! Mich hat das Buch von der ersten Minute an gefesselt. Ich hätte nicht geglaubt, dass der betrunkene Zustand, in den man während eines Schützenfests unweigerlich gerät, dermaßen pointiert beschrieben werden kann. Gut fand ich, dass am Schluss des Buches aufgelöst wird, wieso in Gunnar diese Unruhe herrscht. Somit ist der Roman für mich rundherum gelungen.

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Heimatdorf oder Großstadt

Von: Vanessa

07.10.2021

Gunnar lebt in Berlin und spielt in seinem Heimatdorf vor, das perfekte Berliner Leben zu führen. Doch mit zunehmender Zeit in der Heimat hinterfragt er sein eigenes Leben. Ob er sein Heimatdorf wohl doch nicht verlassen hätte sollen? Würde es ihm hier besser ergehen & wäre er glücklicher? Leicht zu lesen. Gewagte Sprache an manchen Stellen. Spiegelt die Gefühle und Gedanken von Gunnar wieder.

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Das Leben

Von: Zischofsky

07.10.2021

Gunnar lebt seit ein paar Jahren in Berlin. Nach der Trennung von seiner Freundin, fährt er zu seinen Eltern in die alte Heimat. Er passt auf das Haus der Eltern auf. Dazu beginnt das Schützenfest. Gunnar wird mit alten Erinnerungen und alten Bekannten konfrontiert. Gunnar ist auf der Suche nach seinem persönlichen Glück. Der Autor schreibt seinen Roman in einer einfachen, direkten Sprache. Schützenfest ist eine Auseinandersetzung mit dem Leben. Ein interesanter Roman.

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Ein wahnsinnig authentischer und präziser Roman. Nach 7 Jahren Stadtleben, verschlägt es den Hauptdarsteller zurück in die Heimat und eigentlich war man nie weg gewesen. Alte Liebe, Schützenfest, das Elternhaus. Herrlich taff und amüsant, wenn auch ein wenig erschreckend. Ich habe es an einem Nachmittag verschlungen und kann es zu 100% weiterempfehlen.

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Ich sag mal direkt, dass ich bis dato noch nie was von Dirk Bernemann gelesen habe, zu meiner Verteidigung muss ich aber anführen, dass ich ein kleines ignorantes emsländisches Landei bin. Ich hoffe das reicht als Entschuldigung, denn als Provinzler steht „Was am Glas können“ auf der Liste lebensnotwendiger Fähigkeiten halt klar über „Rezeption deutscher Gegenwartsautoren“. Da musste Bernemann jetzt also schon ein Buch namens „Schützenfest“ schreiben, damit wir endlich zusammenkommen. Aber Scherz und bemüht lustige Einleitungen beiseite, er hat mir mit seinem aktuellen Roman ein wirklich tolles Leseerlebnis beschert. Auf 220 Seiten gibt es eine echte Tour de Force des Ich-Erzählers durch Kleinstadtmief, Neurosen, Traumata sowie gute und schlechte Erinnerungen. Das Ganze natürlich projiziert in das konzentrierte Nonplusultra des Provinzlebens: Das Schützenfest! Wer auf dem Land lebt kennt die Klischees: Geburt, Kindergarten, Schule und danach Familie, Hausbau und Spießerleben bis zum Dahinscheiden. Oder als Alternative: Landflucht in die große Stadt! Letzteres unternahm auch Gunnar Bäumer, der Ich-Erzähler in „Schützenfest“, den es nun aber für eine Woche wieder aus Berlin in das westfälische Kaff seiner Geburt, Kindheit und Jugend verschlägt. Vorab hätte ich eigentlich damit gerechnet, dass es hier darauf hinausläuft, die Kleinstadt an sich und ihre Einwohner im Speziellen permanent herablasserisch niederzumachen. Aber nein, Bernemann wird stattdessen nicht müde, den Ich-Erzähler auch seine eigenen Unzulänglichkeiten als Großstadt-Exilant ziemlich ungeschminkt Revue passieren zu lassen. Doch keine Sorge, die rurale Fraktion - vom Dorftrottel bis zum Kleinstadtmusterbewohner - kriegt natürlich auch ordentlich ihr Fett weg. Ohne groß zu spoilern werden wir also Zeuge, wie das Schützenfest seine schleimigen Tentakel um Gunnar Bäumer schlingt und ihn recht schnell in die Abgründe finsterster Dorfexzesse hinabzieht. Dabei brennt Dirk Bernemann in seinem Roman ein wundervolles Feuerwerk an Szenen ab, die jeder, der mal ernsthaft (also so richtig mit Saufen, Rauchen, Schießbude, außerehelichem Geschlechtsverkehr, Prügeleien etc. pp.) das ein oder andere Schützenfest mitgemacht hat, schon so oder ähnlich selbst erlebt haben dürfte. Schockierend aber wahr: Vieles passiert wirklich so! Ich weiß wovon ich spreche... „Schützenfest“ bietet dabei natürlich mehr als eine stumpfe Aneinanderreihung witziger Saufanekdoten. Die bilden eigentlich nur den zugegeben unterhaltsamen Rahmen für den Egotrip und die Selbstreflexion des Ich-Erzählers Gunnar Bäumer. Insofern sehe ich das Buch irgendwie auch als eine Art Coming Of Age Roman für Leute die nie erwachsen geworden und vielleicht auch nie irgendwo richtig angekommen sind. Ein Buch auf den ein Satz zutrifft, wie: „Du kriegst den Jungen aus der Kleinstadt, aber die Kleinstadt nicht aus dem Jungen!“ Die Story ist vielleicht nicht sonderlich überraschend aber interessant erzählt. Bernemann hat einen tollen Sprach- und Erzählstil, der oft erfrischend knurrig und pissig ist. Es ist alles im Fluss, unausweichliche und vielleicht sogar vorhersehbare Szenen führt er trotzdem spannend herbei. Es bleiben außerdem immer wieder Kernsätze hängen, selbst wenn er manchmal dazu neigt etwas dick aufzutragen. Dem Lesespaß tut das aber keinen Abbruch, auch wenn einem das Lachen bei vielen vordergründig lustigen Szenen manchmal im Halse steckenbleibt. Bernemann beherrscht Dinge wie spaßige Ernsthaftigkeit und unterhaltsame Garstigkeit, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Das Buch kann ich jedem*r wärmstens empfehlen, der/die sich bereits in den vorangegangenen Zeilen wegen ähnlicher Erlebnisse und/oder Biographie wiederfindet. Und dem Rest auch, denn ein kleiner Gunnar Bäumer steckt vermutlich in jedem/jeder von uns...

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