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Rezensionen zu
Abgerechnet

David Baldacci

Die Atlee-Pine-Serie (4)

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Seit seinem 1996 veröffentlichten und von - und mit - Clint Eastwood (unter dem Titel „Absolute Power“) verfilmten Debütroman „Der Präsident“ ist David Baldacci zu einem der erfolgreichsten Thriller-Autoren avanciert, wobei er seine Fans vor allem mit interessanten Charakteren fesselt, deren Abenteuer gleich in Serie verfolgt werden können. In den letzten Jahren hat der US-Amerikaner sein Publikum mit der FBI-Agentin Atlee Pine bekannt gemacht, die seit dreißig Jahren auf der Suche nach ihrer verschwundenen Zwillingsschwester Mercy ist, die im Alter von sechs Jahren entführt worden ist, während Atlee selbst mit einer schweren Kopfverletzung gerade so mit dem Leben davongekommen ist. Nach den drei Bänden „Ausgezählt“, „Abgetaucht“ und „Eingeholt“ kommt die Reihe um die sympathische wie kämpferische Atlee Pine nun mit „Abgerechnet“ zu ihrem Abschluss. In den letzten Jahren ihrer Suche ist die FBI-Agentin, die mit ihrer Assistentin und Freundin Carol Blum eine Außenstelle in der Nähe des Grand Canyon in Arizona betreibt, ein großes Stück vorangekommen. Besonders hoffnungsvoll stimmt sie die Entdeckung, dass ihre Schwester noch lebt. Ihren bisherigen Ermittlungen nach ist Mercy von einem Mann namens Ito Vincenzo entführt und zu dem Ehepaar Joe und Desiree Atkins gebracht worden, die das Mädchen Rebecca Atkins nannten, gefangen hielten und misshandelten. Vicenzos Bruder, ein Mafioso, wollte sich mit dieser Aktion an Julie Pine, der Mutter der beiden Mädchen, rächen, da sie als Maulwurf für eine Regierungsbehörde dafür gesorgt hatte, Mafiafamilien zu Fall zu bringen. Atlee fand ein Foto, auf dem Mercy als ungefähr Vierzehnjährige zwischen Joes Eltern, Len und Wanda Atkins, zu sehen war. Außerdem ist sie auf ein Video der Überwachungskamera gestoßen, dass Mercy dabei zeigt, wie sie aus ihrem Gefängnis bei der Familie ausgebrochen ist. Mit einem Standbild aus dem Video startete sie einen Suchaufruf über das FBI, der allerdings ergebnislos blieb. Eine andere Spur erwies sich als vielversprechender. Ihr leiblicher Vater, Jack Lineberry, verfügt über nahezu grenzenlose finanzielle Mittel und stellt Atlee alles zur Verfügung, was sie für ihre weitere Suche nach Mercy benötigt. Pine findet zum einen heraus, dass in dem Sarg, in dem Tim Pine liegen sollte, Mercys Entführer begraben worden ist, zum anderen, dass nicht Mercy für den Mord an ihrem Peiniger Joe Atkins verantwortlich gewesen ist, sondern Desiree, die seitdem spurlos verschwunden ist. Während Atlee über Wanda Atkins die Spur zu Desiree aufnimmt, schlägt sich Mercy als Eloise „El“ Cain mit Jobs als Staplerfahrerin, bei einem Sicherheitsdienst und illegalen Kämpfen in Mixed Martial Arts durchs Leben. Als sie in einem Motel beobachtet, wie ein grobschlächtiger Mann seine zierliche Freundin misshandelt, schlägt sie ihn so nieder, dass er später an einem Hirnaneurysma verstirbt. Das bringt den rachsüchtigen Bruder, Peter Buckley, auf den Plan, dem zwar bewusst ist, dass sein Bruder Ken selbst für den Schlamassel verantwortlich ist, den er sich eingebrockt hat. Doch da er zur Familie gehörte, will er seinen Tod rächen, wozu er die ehemalige FBI-Agentin Britt Spector engagiert. Das Wiedersehen zwischen Mercy und Atlee findet so unter denkbar ungünstigen Bedingungen statt. Vor allem für Mercy bedeutet das Wiedersehen eine große Umstellung in ihrem bisherigen Leben. „Es hatte nie jemanden gegeben, der ihr wirklich wichtig war, weil da niemand war, dem sie wichtig war. Wenn man sein Leben nach diesen Prinzipien führte, kamen einem so grundlegende Gefühle wie Liebe und Zuneigung abhanden. Sie verkümmerten wie Muskeln, die nicht gebraucht wurden. Statt echte Bindungen einzugehen, hatte Mercy sich darauf beschränkt, anderen, die zum Treibgut der Gesellschaft gehörten, ab und zu mit ein paar Münzen auszuhelfen.“ (S. 379f.) Mit Atlee Pine hat David Baldacci eine faszinierende Figur geschaffen, deren familiärer Hintergrund bereits so außergewöhnlich genug ist, um daraus eine Romanhandlung zu kreieren. Aber die Beziehungen zwischen Tim und Julie Pine auf der einen und Atlees leiblichen Vater Jack Lineberry auf der anderen Seite bilden nur das – wenn auch komplex verschachtelte – Gerüst für die langjährige Suche der einzelgängerischen FBI-Agentin nach ihrer Schwester Mercy. Hier stehen ihr nicht nur die Ressourcen des FBI und ihres Kollegen von der Militärstrafverfolgungsbehörde CID, John Puller, zur Verfügung, sondern auch die Unterstützung ihres leiblichen Vaters. Der Thriller-Plot kommt aber durch den unglücklichen Zusammenstoß zwischen Mercy und dem Bruder eines rachsüchtigen Geschäftsmannes zustande, der nicht nur den vermeintlichen Mord an seinem nichtsnutzigen Bruder rächen will, wie sich herausstellt. Die parallele Suche von Peter Buckley und Atlee Pine nach Mercy Pine sorgt für Tempo und Spannung, zumal bei der Gegenüberstellung der Parteien einiges an Action aufgeboten wird. Obwohl Baldacci hier leicht den Bogen überspannt und am Ende auch etwas rührselig wird, ist ihm letztlich ein souverän durchkomponierter und packender Thriller gelungen, der vor allem durch die Frauen-Power in Gestalt der beiden Schwestern, aber auch der abtrünnigen FBI-Agentin Britt Spector und natürlich Atlee Pines Assistentin Carol Blum zum Ausdruck kommt. Da haben die Männer nicht viel zu lachen. Alles in allem ist Baldacci mit „Abgerechnet“ ein würdiger Abschluss der Reihe um die hartnäckige FBI-Agentin Pine gelungen.

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Atlee Pine ist immer noch auf der Suche nach ihrer Schwester Mercy. Will sie sie doch endlich wiedersehen und das Geheimnis um den Tod von Joe lösen. Doch Mercy will sich nicht finden lassen und so ist es letztlich der Zufall, der die beiden Schwestern zueinander führt. Der Abschlussband ist ein wenig anders aufgezogen als die Vorgänger, denn jetzt lernen wir Mercy kennen, wie sie sich nach ihrer Flucht durchgeschlagen hat und was ich da gelesen habe, hat mir sehr gut gefallen. Die Handlung wechselt zwischen Atlee, Pine und ihrem Verfolger und läuft irgendwann zusammen. Das war so gut geschrieben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Alle 3 Stränge für sich sind spannend und der Wechsel hält die Spannung noch einmal extra hoch. Rückblicke in die bisherigen Bände machen das Wiedereinfinden in die Handlung leichter. Man sollte aber die Vorgängerbände der Reihe kennen, damit man die Handlung dieses Bandes auch versteht. Die Vorgeschichte von Atlee und Mercy ist wichtig um die komplexe Struktur zu erfassen. Auch wenn die Story teilweise etwas brutal anmutet, ist der Schreibstil von Baldacci nicht allzu blutig, dafür sehr mitreißend und der Umgang der Protagonisten miteinander auch sehr gut gelungen. Hier stechen vor allem die Zwillinge und natürlich Carol Blum heraus. Fazit: wieder ein absolutes Highlightbuch, das mich einen ganzen langen Nachmittag gefesselt hat, weil ich es nicht weglegen mochte.

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