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Rezension zu
Muchachas

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Wie Frauen ihr Leben meistern

Von: YukBook
10.05.2016

In der Trilogie "Muchachas" braucht man ein sehr gutes Namensgedächtnis, denn wir begegnen sehr vielen Frauenfiguren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Hortense Cortés zum Beispiel ist schön, extravagant und kapriziös und möchte mit einer eigenen Modekollektion der Welt ihren Stempel aufdrücken. Sie und ihr Freund und Komponist Gary beflügeln sich gegenseitig zu künstlerischen Höchstleistungen. Verliebt in Gary ist aber auch die Kubanerin Calypso, die sonst nur in ihrem Geigenspiel aufgeht. Der leichte, beschwingte Ton im ersten Band der Trilogie "Muchachas – Tanz in den Tag" änderte sich schlagartig, als zwei weitere Charaktere ins Spiel kamen. Wir verließen die glamouröse Welt von New York und fanden uns auf einem Bauernhof im Burgund wieder. Stella arbeitet dort auf einem Schrottplatz, zieht allein ihren Sohn auf und versucht, ihrer Mutter Léonie zu helfen, die den Gewaltausbrüchen ihres Mannes ausgeliefert ist. Auf einmal geht es nicht mehr um die kreative Selbstverwirklichung und Jagd nach Glücksmomenten, sondern um die blanke Existenzangst, um Misstrauen, Bedrohung und Grausamkeit. So verschieden die Charaktere und die Schicksale der Frauen sind – eines haben sie gemeinsam: Für die Liebe sind sie bereit, große Opfer zu bringen. Auffällig ist, dass die Männer in diesem Roman eher dazu neigen, in schwierigen Situationen das Weite zu suchen oder sich zurückzuziehen. Die Frauen dagegen gehen aufs Ganze, stellen sich dem ganzen Spektrum der Emotionen, die sehr plastisch beschrieben werden: von der Leidenschaft über Schmerz bis hin zu Scham und Selbsthass. Man sieht, welche Macht Gefühle und Beziehungen auf die Frauen haben, die sonst mit beiden Füßen auf den Boden stehen und stark und selbstständig sind. Im ersten Teil nahm der Part von Stella für meinen Geschmack zu viel Raum ein und man fragte sich, wann sich denn endlich die Wege der unterschiedlichen Frauen kreuzen werden. Diese Frage wird auch im zweiten Band „Muchachas – Kopfüber ins Leben“ noch nicht klar beantwortet, doch dafür taucht man tiefer in das Schicksal der Schriftstellerin Joséphine und ihrem Freund Philippe ein. Außerdem verfolgen wir den Fortschritt von Hortenses und Calypsos Karriere, und man ahnt, dass sich die Puzzleteile bald zusammenfügen werden. Ich bin gespannt auf die Auflösung im dritten Band, der diesen Monat erschienen ist.

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